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Nur das Blaue vom Himmel

Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie über das Erwachsenwerden: Während sich ein in Trennung lebendes Elternpaar Sorgen um das Befinden des Töchterchens macht und deshalb einen Urlaub zu dritt plant, hat das Töchterlein nur ihr "erstes Mal" im Sinn.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nur das Blaue vom Himmel: Tragikomödie über das Erwachsenwerden: Während sich ein in Trennung lebendes Elternpaar Sorgen um das Befinden des Töchterchens macht und deshalb einen Urlaub zu dritt plant, hat das Töchterlein nur ihr "erstes Mal" im Sinn.

    Wie gut dieser Film ist, erkennt man unter anderem am Grad des eigenen Fremdschämens. Konsequent schildern Claudia Prietzel und Peter Henning einen gemeinsamen Camping-Urlaub von Vater, Mutter und Tochter aus der Sicht der 14-jährigen Lisa; und was ihre Eltern teilweise treiben, macht mehr als deutlich, warum das Mädchen so ist, wie esist.

    Lisa hat’s nicht leicht. Sie ist ziemlich pummelig, hat Ärger in der Schule und eckt ständig irgendwo an, weil sie ihre Verletzlichkeit mit einem ziemlich aggressiven Panzer schützt. Ihre seit Kurzem getrennt lebenden Eltern wollen den Familienfrieden ausgerechnet bei einem gemeinsamen Urlaub mit Opas Wohnmobil in Südfrankreich wiederherstellen. Als sie unterwegs Leo und seine Kumpane treffen, ist Lisa plötzlich ganz begeistert vom Camping. Vater Hanno (Sven Walser) betrachtet die Beziehung der beiden mit äußerst gemischten Gefühlen. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, mit der Französin Mathilde anzubändeln. Mutter Ulli (Beata Lehmann) ist derweil hin- und hergerissen. Auch ihr liegt das Familienglück am Herzen; doch zu welchem Preis?

    Des öfteren sind in diesem Film Authentizität und Realitätsnähe der Szenen hochgradig unangenehm. Als Lisa Zeugin der unüberhörbar hingebungsvollen elterlichen Versöhnung im Wohnwagen wird, macht sie sich betroffen aus dem Staub; wenig später rastet ihr Vater aus, als Leo aus Lisas Zelt krabbelt. Und natürlich nutzen Prietzel und Henning auch die Gelegenheit, den Camping-Gewohnheiten der Deutschen eins auszuwischen. Gerade mit den überraschend namhaft besetzen kleinen Rollen der Zeltplatz-Nachbarschaft (Wolf-Dietrich Berg, Bernd Tauber) bekommen typische Klischeefiguren wie etwa der Spanner oder der doppelmoralische Spießer ihr Fett weg.

    Sehenswert aber ist „Nur das Blaue vom Himmel“ vor allem wegen Marie-Luise Schramm, die ihre Lisa nicht nur äußerst vielschichtig, sondern mit viel Mut zu unsympathischen Charakterzügen verkörpert. Gleichzeitig sorgt das Drehbuch von Prietzel und Henning (die auch gemeinsam inszenierten) dafür, dass Walser und Lehmann Lisas Eltern nicht einseitig als Gegenfiguren darstellen müssen: Hanno und Ulli geben sich sichtlich Mühe, sind aber nicht mal mit sich selbst im Reinen und daher mit der Elternrolle schlicht überfordert. tpg.

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