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Nobody Knows

   Kinostart: 07.04.2005
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  • Kinostart: 07.04.2005
  • Dauer: 140 Min
  • Genre: Drama
  • FSK: ab 6
  • Produktionsland: Japan
  • Filmverleih: Rapid Eye Movies

Filmhandlung und Hintergrund

Preisgekröntes japanisches Drama nach einer wahren Begebenheit: Vier Kinder versuchen auf sich allein gestellt in Tokio zu überleben.

Eine allein erziehende Mutter zieht mit ihren vier Kindern nach Tokio und gibt, um Ärger zu vermeiden, nur eines beim Vermieter an. Die anderen kommen heimlich hinterher und achten in der Folgezeit peinlichst darauf, laute Geräusche, Spiele unter freiem Himmel sowie Schulbesuche zu vermeiden. Deshalb fällt es auch kaum weiter auf, dass die Mutter eines Tages mit einem Liebhaber verschwindet und die Kinder allein zurück lässt. Fortan übernimmt der Älteste die Elternrolle und organisiert den Alltag. Selbst, als irgendwann Strom und Wasser abgeschaltet werden, leben die Kinder weiter vor sich hin, als sei nichts geschehen.

Das neue Drama von Hirokazu Kore-eda („After Life„), das im Wettbewerb von Cannes mit dem Schauspielerpreis für den 13-jährigen Yuuya Yagira ausgezeichnet wurde, basiert auf einer wahren Begebenheit aus den 80er Jahren.

Eine Mutter mietet ein Appartment in Tokio und gibt dem Vermieter gegenüber nur ein Kind an. Die anderen werden heimlich in die Wohnung geschmuggelt. Sie dürfen keinen Lärm machen und auch nicht zur Schule gehen, selbst der Balkon bleibt zum Spielen tabu. Als die Mutter sich aus dem Staub macht, übernimmt der Älteste die Verantwortung für die Jüngeren.

Keiko hat vier Kinder von vier Vätern und lebt in einer kleinen Tokioter Wohnung. Ihrem Vermieter hat sie nur die Existenz des Ältesten, Akira, gestanden. Keines der Kinder geht zur Schule, sie dürfen die Wohnung nicht verlassen und müssen lautlos spielen. Eines Tages verschwindet Keiko und hinterlässt den zwölfjährigen Akira mit wenig Geld und viel Verantwortung. Er kümmert sich rührend um die Geschwister und findet immer neue Auswege, wenn das Geld ausgeht. Doch da geschieht ein Unglück.

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Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nobody Knows: Preisgekröntes japanisches Drama nach einer wahren Begebenheit: Vier Kinder versuchen auf sich allein gestellt in Tokio zu überleben.

    Zum zweiten Mal nach „Distance“ (2001) stellte sich Hirokazu Kore-eda dem Wettbewerb an der Croisette. Sein Drama um vier von ihrer Mutter verlassenen Kinder galt als einer der Favoriten, musste sich dann aber mit dem Schauspielerpreis für den 13-jährigen Yuuya Yagira begnügen, der völlig überraschend und nicht ganz nachvollziehbar über hochgehandelte Kandidaten wie Geoffrey Rush als Titelheld in „Life and Death of Peter Sellers“ oder Gael Garcia Bernal als Ché in „The Motorcycle Diaries“ triumphierte.

    Schon 1988 ging ein aufsehenerregender Fall durch die Presse: Eine Mutter brannte mit ihrem Liebhaber durch und ließ ihre vier von verschiedenen Vätern stammenden Kinder in einem winzigen Appartement zurück. Sechs Monate schlugen sie sich allein durch. Bereits damals schrieb Harokazu Kore-eda den ersten Drehbuchentwurf. Der endgültige Film basiert zwar auf harten Fakten, aber wie schon in seinen vorherigen drei Werken kreiert der Japaner eine imaginäre Parallelwelt, weit entfernt vom realistischen Alltag. Im Rhythmus der vier Jahreszeiten beobachtet er fast dokumentarisch das (Über-)Leben der vier Kids in Tokio. Kore-eda drehte chronologisch, konfrontierte seine jungen Darsteller mit Situationen und ließ sie improvisieren, eine Methode, die er bereits in „After Life“ anwandte. Seine herzzerreißende Story um Verlust und Trauer, aber auch um Stärke und Durchsetzungsvermögen im modernen Großstadtmoloch besticht durch sensible Herangehensweise, auch wenn die erste Hälfte sich ziemlich zieht und nicht jedes Detail unbedingt auf die Leinwand gehört. Da mietet die Mutter ein Appartment in Tokio und gibt dem Vermieter gegenüber nur ein Kind an, den zwölfjährigen Akira. Die anderen werden heimlich in die Wohnung geschmuggelt. Sie dürfen keinen Lärm machen und auch nicht zur Schule gehen, selbst der Balkon bleibt zum Spielen tabu. Der Älteste übernimmt Verantwortung für die Jüngeren, verwaltet das von der Mutter hinterlassene Geld, hält Wohnung und Geschwister sauber, kauft ein und kocht, ist Mutter-Ersatz. Und wenn die Yen zu Neige gehen, Wasser und Strom abgestellt werden, geht das Quartett in den Park, um sich im Brunnen zu waschen. Kore-eda fokussiert sich auf die vier Außenseiter, die eine Familie bilden und zusammenhalten. Gleichzeitig prangert er eine Gesellschaft an, die sich um nichts und niemanden kümmert. „Nobody knows“ von ihrem Schicksal. In sehr ruhigen Bildern und einer austarierten Mischung von Tragödie, Melancholie und Hoffnungsfunken verfolgt die Kamera die Figuren, versenkt sich in ihre Gesichter. Obgleich wenig geschieht, begleitet man die Kinder gerne auf ihrer inneren Reise und dem Ausflug in eine für sie fremde Welt, die das fragile Gefüge in Gefahr bringt. Es sind Momente der Stille, die faszinieren und in ihrer Intensität berühren. Allerdings benötigt man Geduld. Ein Arthouse-Publikum sollte die und ein wenig Offenheit mitbringen. mk.
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