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Fehlstart für Tom Hardy

Ehemalige BEM-Accounts  

„Gerade noch mal gut gegangen“, denkt man sich manchmal beim Blick in den Rückspiegel. Tom Hardy geht das offenbar genau so, wie er jetzt in einem Interview erzählte.

Tom Hardy hat die Kurve gerade noch gekriegt Bild: Kurt Krieger

Alle lieben Tom Hardy: Seine enorme physische Präsenz, sein riesiges Talent, sein Mut zu Extremen – spätestens, seit er in der Rolle des Superschurken Bane sogar Batman höchst charismatisch das Kreuz brechen durfte, wussten auch Nicht-Cineasten: Der Mann ist auf steilem Weg nach oben. Ihm selbst war das allerdings lange nicht wirklich klar. Wie so viele junge Stars zuvor, war er ganz kurz davor, von der Menschenmühle Hollywood zerrieben zu werden.

Wie knapp er schon am Abgrund stand, erzählte der 36-Jährige jetzt freimütig vor der Presse. Alkoholismus, Drogenmissbrauch, die 2004 gescheiterte Ehe – eben das ganze Programm: „Erst als ich älter wurde, habe ich gelernt, nicht so sprunghaft zu sein. Ich hatte ein Intermezzo mit den Amerikanern, mit Hollywood, mit ‚Star Trek‚“… Letztlich ja auch kein Wunder, dass der britische Schauspieler am Anfang seiner Karriere ziemlich schnell die Bodenhaftung verlor: „Im ersten Jahr nach der Schauspielschule hatte ich ‚Black Hawk Down‚ und ‚Band of Brothers‚. Damals dachte ich: ‚Das ist es. Frisch aus der Schauspielschule – und jetzt geht’s richtig ab. Aber ich hatte keine Ahnung, wie ich mit der Filmindustrie umgehen sollte. Wie mit Produzenten, ausführenden Produzenten, Studios – einfach mit jedem. Ich war 24 – und habe mich komplett verhoben. Ich musste erst Vater werden, mich scheiden lassen, Entziehungskuren machen, Schulden abzahlen, andere Charaktere spielen, zum Theater gehen und warten – damit trotzdem nichts passiert.“

Hinfallen, aufstehen, stehen bleiben

Aber allen Durstrecken und schlimmen Phasen zum Trotz: Er kam wieder auf die Beine. Und sieht die Welt und seine Rolle darin jetzt deutlich gereifter: „Ich bin längst nicht mehr so verspannt. Wenn ich heute zu einer Party gehe, empfinde ich Dankbarkeit. Die Leute sind wirklich angenehm, wirklich talentiert – und auch ich bin nützlich. Es ist mehr ‚Wie kann ich ein Teil davon sein und helfen.‘ Und nicht mehr ‚wie kann ich jeden beeindrucken‘, was ich mit 24 gedacht habe.“

Wer sich auch im Kino von seinen mimischen Qualitäten überzeugen will, kann das wieder ab 19.6. in der One-Man-Show „Locke„, wo ihm am Steuer seines Wagens sein Leben zerfällt – und das filmisch in Echtzeit.

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