Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Nitram

Nitram

Filmhandlung und Hintergrund

Drama um den Massenmörder Martin Bryant, der in Tasmanien 35 Menschen tötete.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Nitram: Drama um den Massenmörder Martin Bryant, der in Tasmanien 35 Menschen tötete.

    Drama um den Massenmörder Martin Bryant, der in Tasmanien 35 Menschen tötete.

    Der australische Regisseur Justin Kurzel kehrte nach seinem „Macbeth“ 2021 an die Croisette zurück, mit „Nitram“, ein Film, an dem sich wohl die Geister scheiden werden - das Psychogramm eines babygesichtigen, teigigen Psychopathen mit dem IQ eines Kleinkinds, der Empathie eines Steins und null Impulskontrolle, der Countdown zu einem der schlimmsten Massenmorde in der Geschichte Australiens, als Martin Bryant in Hobart in Tasmanien 35 Menschen tötete und 19 weitere schwer verletzte. Ein bisschen ist es, als würde man der Figur des geistig minderbemittelten Andy aus den „Lou & Andy“-Sketchen in „Little Britain“ zusehen, wenn er anstelle von Joaquin Phoenix die Rolle des Joker ausfüllen würde. Aber natürlich lässt sich auch eine direkte Ahnenlinie zu Kurzels Vorgänger, der intensiven Peter-Carey-Verfilmung „The True History of the Kelly Gang“ ziehen, ein Vermächtnis unsinniger Gewalt, auf der sich die weiße Gesellschaft des fünften Kontinents begründet. Caleb Landry Jones spielt die Titelfigur wie Michael Myers, bevor er loszieht, um Jagd auf Laurie Strode zu machen: gleichgültig und aufmerksamkeitsbedürftig. Zu Beginn des Films sieht man Nitram als kleinen Jungen, wie er in einem Krankenhaus, das sich auf Verbrennungen spezialisiert hat, befragt wird, wie er sich mit Feuerwerkskörpern verbrennen konnte. Auf die Frage, ob er etwas gelernt hätte und es noch einmal machen würde, antwortet er kurz und knapp: Ja. Das ist der Film, so knapp wie möglich zusammengefasst. Kurzel hat ihn mit einem Maximum an opernhafter, großer Geste als Feuerwerk bizarrer Ereignisse inszeniert, sich dabei aber doch fast sklavisch an den realen Ablauf der Ereignisse gehalten. Er kann indes nicht verbergen, dass sich hinter den effektvollen Bildern und den guten Darstellerleistungen - neben Jones, der mit der Palme ausgezeichnet wurde, überzeugen auch Judy Davis als Nitrams Mutter und Kurzels Ehefrau Essie Davis als reiche Eremitin, die den jungen Mann unter ihre Fittiche nimmt - ein „Taxi Driver“ verbirgt, der im Leerlauf Gas gibt: Was man sieht, ist was man kriegt. Fragt sich, ob das wirklich genug ist.

    Thomas Schultze.
    Mehr anzeigen