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Fakten und Hintergründe zum Film "Ninja Assassin"

Kino.de Redaktion |

Ninja Assassin Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Verrat erzeugt Blut.

Das ist das Gesetz der neun Clans.

Das ist der Weg der Ninja.

Sie sind Gegenstand von Legenden, doch für ihre Opfer sind sie nur allzu real. Ihre Schwerter und Wurfsterne (Shuriken) fliegen schnell, durchdringen das Fleisch im Handumdrehen bis auf die Knochen. Die Klingen erzeugen einen blutigen Sprühnebel. Diese Phantome – Meister der Tarnung und Händler des Todes – schlagen ohne Vorwarnung zu und erfüllen die Herzen ihrer Feinde mit Todesangst. Niemand ist vor ihnen sicher: Ninjas sind die Special Forces der Kampfkunst, und Regisseur James McTeigue und die Produzenten Joel Silver, Andy & Larry Wachowski und Grant Hill wollten sie auf die Leinwand bringen, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat.

Dazu sagt Produzent Silver: „Wir hatten das Gefühl, dass der pure, reine Martial-Arts-Film in den USA immer noch ein Nischendasein führt und seine längst überfällige Würdigung noch nicht erfahren hat. Unsere Idee war es schon lange, die Ninja-Legende, die bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht, zu nehmen, und die lautlosen Killer mitten in der modernen Welt abzusetzen.“

Dabei wollten sich die Filmemacher am Aufbau klassischer Ninja-Filme orientieren, in denen stets eine geheimnisvolle Meisterschule Kinder auswählt, um sie zu atemberaubenden Kämpfern oder Auftragskillern auszubilden. Die Menschen in der „realen Welt“ von „Ninja Assassin“ halten das allerdings für eine Legende und reinen Mythos – bis beide Welten miteinander kollidieren und die Skeptiker diese unglaublichen Martial-Arts-Künstler mit eigenen Augen in Action sehen.

„Ninjas waren immer diese Schattengestalten, die urplötzlich wie aus dem Nichts kommen“, wie sich Regisseur McTeigue an seine Film- und Fernseherfahrung als Jugendlicher in Australien erinnert. „Wir hatten Animes aus Japan und auch viele dieser TV-Serien, beispielsweise ,The Samurai‘ und ,Phantom Agents‘ – alles Sendungen mit klassischer Ninja-Folklore, beispielsweise mit Charakteren, die in Waisenhäusern aufwuchsen und ähnlichem. Diese klassischen Elemente wollten wir auch in unserem Film beibehalten und dem Ganzen gleichzeitig einen gewagten Film-noir-Aspekt hinzufügen.“

„Es ist ja kein Geheimnis, dass jeder von uns, insbesonders Larry und Andy, eine starke Affinität zu dieser Art von Geschichten und der japanischen Kultur haben“, wie Produzent Hill ausführt, „aber wie würde die Welt der Ninjas im 21. Jahrhundert aussehen und funktionieren?“

Es war Aufgabe der Drehbuchautoren Matthew Sand und J. Michael Straczynski, das herauszufinden.

„Ich habe während des College regelmäßig Karate trainiert und interessiere mich seit langer Zeit für Martial Arts“, sagt Sand. „Deshalb ging für mich ein Traum in Erfüllung, als ich endlich einen Ninja-Film schreiben durfte, wie ich ihn selbst gerne gesehen hätte.“

„Ich bin immer ein großer Fan dieses Genres gewesen, umso mehr bedauerte ich, dass es offensichtlich schon lange keinen ernsthaften Ninja-Film mehr gegeben hatte, jedenfalls nicht in der westlichen Welt“, sagt Straczynski. „Ninjas wurden so oft als komödiantisches Element verwendet, dass sie bald niemand mehr ernst nahm. Darum war ich begeistert, Ninjas in einem Film endlich wieder als schrecklich fürchteinflößend zeigen zu können“, grinst er. „Außerdem ist die Arbeit mit den Wachowski-Brüdern stets eine lohnende, intellektuelle Herausforderung. Sie haben mindestens zwölf Geschichten gleichzeitig im Kopf, da muss man schon ziemlich auf zack sein, um mit ihnen Schritt halten zu können.“

Das Drehbuch nahm langsam Gestalt an, wie Sand erläutert: „Es ist eine ursprüngliche Geschichte. Wir haben ein Waisenhaus – die Ninjas sind wie eine verschrobene, düstere Familie – und einen Mann, Raizo, der sich seiner Vergangenheit stellen muss: dass sein Ersatzvater der schlimmste Vater war, den man sich denken kann. Raizos Persönlichkeit wurde von den Ninja-Clans geformt. Sie haben aus ihm gemacht, was er ist. Aber unser Film unterscheidet sich entscheidend von allen anderen Ninja-Filmen, die wir kennen: Angetrieben von einer verlorenen Liebe lehnt sich Raizo gegen die Clans auf, anstatt ihre Erwartungen zu erfüllen; und wir haben eine Agentin, die gegen die verbrecherischen Clans ermittelt.“

Um sicherzugehen, dass sie auch wirklich den Film machen konnten, der ihnen vorschwebte, brauchten sie den perfekten Raizo. Jemanden, der nicht nur die körperlichen Anstrengungen meistern, sondern auch die Hauptfigur absolut glaubwürdig verkörpern kann.

„Als Rain seinen ersten Drehtag bei ,Speed Racer‘ absolvierte, riefen mich die Wachowski-Brüder an und sagten, er sei un-glaub-lich, ein Naturtalent, das ihre Träume wahr werden lasse.“, wie sich Silver erinnert. „Wir begannen sofort mit der Planung von ,Ninja Assassin‘.“

McTeigue ergänzt: „Obwohl er nur eine relativ kleine Rolle hatte, erkannten wir, dass Rain mit seiner ausgezeichneten körperlichen Verfassung der richtige Mann für unseren geplanten Ninja-Film ist.“

„Am Set von ,Speed Racer‘ fragten mich Larry und Andy, ob mich eine Rolle als Ninja reizen würde“, erinnert sich Rain. „Wie hätte ich dazu nein sagen können? Ich antwortete ihnen: ,Sagt mir wann und wo und ich werde da sein‘.“

Rain spielt zwar die Hauptrolle, Raizo, doch die Filmemacher wussten, dass der eigentliche Star von „Ninja Assassin“ die atemberaubenden Martial-Arts-Sequenzen sein würden, und dafür brauchten sie die Besten: Sie riefen die legendären Stunt-Choreographen Chad Stahelski und Dave Leitch an und baten sie, ein Kampfkunst-Konzept zu entwickeln, das die hohen Anforderungen an ihren Film erfüllen würde. Stahelski und Leitch arbeiten seit „Matrix“ mit den Wachowskis, Silver und Hill zusammen und haben bei McTeigues „V for Vendetta“ (V wie Vendetta) erstmals die Stuntkoordination übernommen.

„Bei ,Ninja Assassin‘ wollten wir nicht auf Drahtseil-Stunts, Kamera-Tricks und Visual Effects setzen“, sagt Silver. „Alles, was im Film passiert, sollte so echt und glaubwürdig wie möglich aussehen. Chad und Dave blickten über ihren Tellerrand und holten ihrerseits die Besten des Business – Parkour- und Free-Runner-Meister, Akrobaten und Leute aus Jackie Chans Stunt-Team. Sie haben alle eng zusammengearbeitet und Stunt-Sequenzen ausgeführt, die wir nicht für möglich gehalten hätten.“

Wo immer Du auch bist, wohin Du auch gehst,

vergiss nie, wer Du bist, woher Du kommst.

Du bist Ozunu. Du bist ein Teil von mir, wie auch ich ein Teil von Dir bin.

Raizo, die von Rain gespielte Hauptfigur, kommt als Kind in das Waisenhaus von Lord Ozunu, dem Oberhaupt des Ozunu-Clans. Dort wird Raizo zum herzlosen Killer ausgebildet, aber dort verliert er auch sein Herz an eine junge Kampfkunstschülerin namens Kiriko. Ihr schreckliches Schicksal ist es schließlich, das Raizo erschüttert und gegen den Clan aufbringt. Er betrachtet es fortan als seine Lebensaufgabe, ihn mit aller Macht zu stoppen. Er kennt nur ein Ziel: Raizo muss den geheimen Weg zum Waisenhaus des Ozunu-Clans wiederfinden, um zu verhindern, dass weiterhin Kinder gekidnappt, misshandelt und zu Mördern ausgebildet werden. Aber er muss auf der Hut sein, denn der Clan will ihn töten.

Dazu Silver: „Raizo ist so aufrichtig, er versucht alles, um die Oberhand zu gewinnen und das Monster, das ihn ausgebildet hat, zu bekämpfen. Er möchte ein besserer Mensch werden, anders, als es seine Erziehung vorgesehen hat.“

„Raizo ist ein großartiger Assassin, einer der besten Schüler, die Lord Ozunu jemals hatte“, sagt Rain. „Aber er hat genug vom Blutvergießen und flüchtet heimlich, weil man ihn nicht gehen lassen würde. Durch diese Flucht verrät er Ozunu, der natürlich nicht eher Ruhe geben wird, bis er Raizo zerstört hat. Deshalb führt Raizo ein unauffälliges, anonymes Dasein … mit der Gewissheit, dass ihn Ozunu eines Tages finden wird.“

Raizos Darsteller musste eine ganz spezielle Intensität mitbringen und viele verschiedene Emotionen auf sehr zurückhaltende Weise vermitteln können.

„Rain ist smart, instinktiv und unglaublich engagiert bei der Sache“, sagt McTeigue. „Es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten.“

Auch Silver lobt ihn: „Rain verfügt über eine magnetische Anziehungskraft. Man kann die Augen nicht von ihm abwenden, er beherrscht die Leinwand.“

Raizo muss dem Clan immer einen Schritt voraus sein. Aber die Morde werden längst untersucht, und eine Ermittlerin von Europol findet heraus, dass die neun altertümlichen Clans Mörder – Ninjas – ausbilden, damit sie für den Preis eines Kilogramms Gold gnadenlos töten. Damit steht sie auch auf der Todesliste des Ozunu-Clans. Als Raizo ihr das Leben rettet, sind sie auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.

Naomie Harris spielt Agentin Mika Coretti. „Mir gefiel die Figur sehr, ich fühlte mich Mika sofort verbunden“, erzählt Harris. „Sie ist anders als alle Charaktere, die ich bisher gespielt habe. Ich mochte ihre leidenschaftliche Art, ihren Enthusiasmus und ihre Einstellung, dass alles möglich ist, denn so habe ich auch immer gedacht: dass das Phantastische möglich ist.“

„Naomie verstand instinktiv, was wir von ihr wollten“, sagt McTeigue. „Mika ist eine sehr starke Persönlichkeit, Naomie hat das sofort erkannt und umgesetzt.“

„Mika erforscht diesen bizarren Mythos, diese Legende, dieses Gerücht“, sagt Sand. „Ihre Obsession bringt sie zwar in Lebensgefahr, aber sie bringt auch die Wahrheit ans Licht.“

„Mika lebt für ihre Arbeit“, sagt Harris. „Wenn sie auf eine Spur stößt, reagiert sie wie ein Hund auf einen Knochen, sie lässt nicht locker. Bis sie schließlich alle Puzzle-Teile zusammengefügt hat. Sie findet genügend Beweise, die die Existenz von Ninjas belegen, und bleibt weiterhin am Ball.“

Als erstes muss sie ihren Boss, Ryan Maslow, überzeugen, dass sie wirklich eine heiße Spur verfolgt und keinem Hirngespinst nachjagt. Der britische Darsteller Ben Miles, der den skeptischen Agenten verkörpert, sagt: „Ich spiele einen abgeklärten Cop. Eines Tages kommt die junge Ermittlerin mit einer hanebüchenen Geschichte zu ihm, nämlich, dass Ninjas heute – im 21. Jahrhundert – Menschen töten. Er gibt ihr zu verstehen, er halte es für kompletten Blödsinn, dass angeblich irgendwelche Typen in schwarz mit ihren Schwertern herumlaufen und hochrangige Politiker abschlachten. Aber Maslow ist selbst nicht so ganz ohne, sondern ebenfalls eine Art Außenseiter, der möglicherweise ganz eigene Pläne hat. Deshalb hängt er ihre Ideen nicht an die große Glocke, und der Film nimmt mächtig Fahrt auf, gibt scheibchenweise manche Überraschung preis, sodass man sich fragt, wem man trauen kann, wem nicht, und zu wem man halten sollte? Der Film ist ein fabelhafter Mix aus Thriller, Film noir und Martial Arts.“

Miles, der mit McTeigue und den Produzenten bereits an „V wie Vendetta“ zusammengearbeitet hat, freute sich auf seine alten Freunde. „Sie sind mit so viel Elan und Begeisterung bei der Sache und so unberechenbar, dass die Arbeit mit ihnen in jeder Hinsicht unheimlich viel Spaß bringt. Und dann auch noch der ganze Actionkram, den ich machen durfte – besser geht’s doch gar nicht.“

Mikas Nachforschungen helfen Raizo dabei, seinen Weg zurück zum Ursprung zu finden: zu dem Waisenhaus und seinem Meister Lord Ozunu. Die Rolle spielt der legendäre Kampfkünstler und berühmte „Ninja-Film“-Veteran Sho Kosugi, der an über 300 Wettkämpfen teilgenommen und in vielen Filmen mitgewirkt hat, darunter fünf frühere Ninja-Filme. Die Filmemacher waren begeistert.

„Man braucht sich nur einen Ninja-Film aus den 1980er Jahren anzusehen, um zu wissen, dass Sho Kosugi der Ninja ist, es gibt keinen besseren“, freut sich McTeigue. „Nur er konnte den unerbittlichen Lord Ozunu spielen. Er ist die Verkörperung des Clan-Masters.“ Dabei war der Schauspieler natürlich das genaue Gegenteil. „Jedes Mal, wenn er etwas besonders gemeines oder aggressives machen musste, führte er es zwar anstandslos aus. Aber sobald ich ,Cut‘ rief, sagte er nur: ,Mein Gott, dieser Clan-Master ist wirklich ein böser, fürchterlicher Kerl!‘ Und dann grinste und lachte er.“

Obwohl er einen Bösewicht spielt, brachte es Kosugi – der ab seinem fünften Lebensjahr Martial-Arts-Unterricht bekam und auch heute noch rund drei Stunden täglich trainiert – großen Spaß, sich in seine Rolle hineinzudenken. „Im ersten Moment war ich geschockt von dem Drehbuch, doch als ich den Namen Ozunu sah, musste ich lächeln, denn er zeigte mir, wie ausgezeichnet das Skript recherchiert war. Was kaum einer weiß: Ozunu gab es wirklich. Er wurde in der Kinki-Region in Japan geboren und ist der Ahnherr der Shugenja; das sind Bergkämpfer, die Shugendō praktizierten. Er ist der Vorfahre der Ninjutsu. Es war mir eine Ehre, diese Rolle zu spielen.“

Ozunus stärkste Waffe im Kampf gegen Raizo und Europol ist sein Schützling und Raizos ehemaliger Clan-„Bruder“, Takeshi, den der koreanisch-stämmige Amerikaner Rick Yune spielt. Auch Yune hat Martial-Arts-Erfahrung: Er konnte sich sogar mit 19 Jahren für die Olympischen Spiele in der Disziplin Taekwondo qualifizieren, dem Nationalsport von Korea. „Ozunu ist für Takeshi eine Vaterfigur, er möchte ihm nacheifern und hält treu ergeben zu ihm“, erklärt Yune. „Der Clan ist Takeshis Familie und er möchte seiner Ausbildung und Erziehung alle Ehre machen. Er verkörpert all das, was Raizo nie werden wollte.“

Den Schlüssel zu seiner Rolle fand Yune in einem Zitat aus dem Drehbuch. „Darin heißt es: Ninja töten nur zwei Arten von Menschen – die, für deren Tod sie bezahlt werden, und die, die ihnen dabei in die Quere kommen. Takeshi möchte nichts sehnlicher, als der bestmögliche Ninja zu sein und so die Zuneigung seines so genannten Vaters Ozunu zu gewinnen. Er lebt nach dem Ninja-Kodex aus Treue zu seiner Familie, dem Clan.“

Raizos einziger, wahrer Freund im Waisenhaus ist Kiriko, die als junges Mädchen von Kylie Liya Goldstein und als Teenager von Anna Sawai gespielt wird. Sie versucht, Raizo davon zu überzeugen, dass es ein besseres Leben gibt – außerhalb des Dojos und des Clans. Die grausame Strafe für ihren Fluchtversuch führt zu Raizos Bruch mit dem Clan und seiner Flucht.

Im Film entführt Ozunu Kinder aus der ganzen Welt – angeblich verlorene Kinder, die keine Familie mehr haben – und nimmt sie im Clan auf, der ihnen die Familie ersetzen soll. „Um diese Kinder zu finden, besuchten wir viele Dojos in ganz Berlin, wo der Film entstand“, erinnert sich McTeigue. „Anschließend trainierten sie ein paar Monate, damit sie die Waisen, die mit dem jungen Raizo und dem jungen Takeshi als ihre Brüder und Schwestern im Clan leben, spielen konnten.“

Wer zu dieser Art von Familie gehört, wird über Jahre gedrillt und in verschiedenen Disziplinen ausgebildet, um eine Killermaschine zu werden, ein Mörder, der tötet, ohne mit der Wimper zu zucken.

Stärke ist die einzige Tugend, die in der Natur zählt. Forme Deinen Körper. Schärfe Deinen Geist.

Werde die Waffe, die Du brauchst, um zu überleben.

Um das Ninja-Genre frisch und unverbraucht und filmisch so attraktiv wie möglich aussehen zu lassen, kombinierten die Filmemacher verschiedene Kampfstile. Dafür engagierten sie ihre Stunt-Partner von den „Matrix“-Filmen und „V wie Vendetta“, die preisgekrönten Stuntmen Chad Stahelski und Dave Leitch, die eine eigene Stunt-Firma namens 87Eleven betreiben. Beide fungierten bei „Ninja Assassin“ sowohl als Stunt-Koordinatoren als auch Second-Unit-Regisseure.

„Ziel war es, den Film auf eine ganz neue Ebene zu heben, die alles übertreffen sollte, was wir bislang gemacht hatten“, sagt McTeigue. „Dafür brauchten wir Chad und Dave, denn sie verfügen über die nötigen Erfahrungen und Fähigkeiten. Sie wissen einfach in- und auswendig, wie man die ganze Energie und unterschiedlichen Kampfstile aus den anderen Filmen in einem einzigen zusammenführt.“

„Zwischen Larry, Andy, Joel, James und Chad & Dave gibt es definitiv so was wie blindes Verständnis“, stellt Hill fest. „Alle kennen sich mit den Arbeitsbereichen der Anderen bestens aus, wissen, wie sie denken, gehen methodisch ähnlich vor, was eine Zusammenarbeit sehr einfach macht. Auf der anderen Seite haben sie alle tolle eigene, kreative Ideen, die sie beisteuern.“

Da Ninja-Kämpfer mehr draufhaben sollten als normale Kampfkünstler, wollten die Filmemacher ihre Ninjas mit einem wilden Mix aus Martial Arts und anderen Kampfdisziplinen zu neuen Höhen führen. Leitch sagt dazu: „Ninjutsu, ein japanischer Martial-Arts-Stil, diente als Basis. Darüber hinaus verwendeten wir Wushu-Elemente (eine akrobatische Kung-Fu-Variante aus China), sowie Krabi-Krabong (eine thailändische Form des Schwertkampfs). Außerdem nutzten wir einen neuartigen, akrobatischen Sportkarate-Stil namens Tricking, und eine philippinische Kampfsportart, die KALI heißt, und uns von dem legendären Kampfkünstler Dan Inosanto gelehrt wurde.“

Im Hinblick auf die zahlreichen filmischen Einflüsse – von Chuck Norris in „Good Guys Wear Black“ und „Breaker Breaker“ (Breaker! Breaker!), über Jackie Chans Arbeit mit Bruce Lee in „Enter the Dragon“ (Der Mann mit der Todeskralle), bis hin zu Sho Kosugi und Franco Nero in „Enter the Ninja“ (Ninja, die Killermaschine) – ergänzt Leitch: „Wir wollten alles andere als realistisch sein, sondern aus dem Vollen schöpfen, total over-the-top. Einer unserer größten konzeptionellen Einflüsse unseres Films war ,Ninja Scroll‘. Wenn man also Blut aus der Brust eines Mannes blubbern sieht, dann … na ja, dann ist das eben der visuelle Stil. Das ist es, was uns begeistert.“

Als sich McTeigue, Stahehlski und Leitch einig waren, dass sie echte Stunts ohne Kamera-Tricks zeigen wollten, luden die Choreographen viele Stunt-Performer ein, dabei zu sein. Dazu Leitch: „Wir entschieden uns für einige junge Männer mit ganz speziellen Fähigkeiten, um zu erreichen, was wir wollten. So konnten wir richtige Akrobatik-Stunts vorführen, die mit diesen ganzen herkömmlichen Drahtseil-Standards nichts mehr zu tun haben. Das wollten wir schon immer mal machen.“

Stahelski fügt an: „Die Drahtseil-Arbeit an diesem Film unterscheidet sich beispielsweise sehr von der in ,Matrix‘. Unser Ziel war es, alle übernatürlichen Elemente wegzulassen, all die Schwebezustände, und uns ganz auf das zu konzentrieren was menschenmöglich ist. Die meisten Drähte, die wir verwendeten, dienten einzig und allein der Sicherheit und nur ganz selten unterstützend. Die Stunts und Kampfkünste sind wirklich echt, denn dafür haben wir die Besten der Besten engagiert.“

Jeder der Künstler trug mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten zum Film bei; unter ihnen war Damien Walters, fünffacher Weltmeister im Power Tumbling (ein Mix aus Bodenakrobatik und Trampolinbewegungen) aus England; Jackson Spidell, der in ganz Amerika für seine Loopkicks und akrobatischen Kampfkünste bekannt ist; Jon Valera, fünffacher Meister der Form; Kim Do Nguyen, Welt- und US-Meister der Form und Wettkämpfer in akrobatischer Kampfkunst; Jonathan Eusebio, ehemaliger Lehrer an der Inosanto Academy und einer der besten Choreographen in Los Angeles; Brad Allan, einer von Jackie Chans wichtigsten Mitarbeitern; Peng Zhang, Jet Lis Stunt-Double und aufstrebender Choreograph aus China; Hyun Jin Park, ebenfalls Mitglied in Jackie Chans Team und einer der besten Stuntmen in Korea; und Xiang Gao, Mitglied in Donnie Yens Stunt-Team. „Natürlich hatten wir auch unser eigenes Team von 87Eleven dabei“, sagt Stahelski, „von denen jeder einzelne in akrobatischer Martial-Arts-Choreographie ausgebildet ist. Das war eine beeindruckende Truppe.“

Leitch ergänzt: „Außerdem konnten wir Noon Orsatti als Stunt-Koordinator für den Film gewinnen. Er ist einer unserer Mentoren in Stunt-Koordination und wir baten ihn, uns bei der Organisation zu helfen. Nicht zu vergessen Jim Churchman, unser Rigger, der einfach alles beherrscht, vom einfachsten Rig bis zu ganz innovativen und fortschrittlichen Konstruktionen.“

Eine der progressivsten Entscheidungen der Filmemacher und Stunt-Choreographen war es, weit über herkömmliche Martial Arts hinauszugehen. Stahelski erklärt: „Wir integrierten Parkour – ein Bewegungssport, bei dem es darum geht, auf die effizienteste Weise von A nach B zu kommen, und dabei mögliche Hindernisse wie eine Mauer oder einen Zaun zu überwinden, egal wie – und Free Running, was sozusagen die Essenz von Parkour darstellt, aber noch akrobatischer ist und effektvoller aussieht. Richard King ist ein Stuntman aus L. A., der Team Tempest gegründet hat, das wohl beste Free Running/Parkour-Team in den ganzen USA. Er half uns bei einigen Sequenzen.“

Auf die Idee, Parkour und Free Running zu verwenden, seien sie gekommen, „weil wir wollten, dass sich die Ninjas anders als üblich bewegen sollten“, ergänzt Stahelski. „Nicht nur einfach durch die Dunkelheit huschen, sondern überall, wohin sie kamen, geradezu einschwärmen, sehr athletisch, sehr katzenhaft.“

Diese neue Form der Action bewährte sich besonders in einer Martial-Arts-Sequenz, die mitten im Straßenverkehr spielt. In dieser Szene, die in einem Kreisverkehr in Berlin gedreht wurde, ließen sie Autos und andere Fahrzeuge auf die Ninjas zukommen, damit diese dann auf sie springen und über sie wirbeln konnten.

Um mit den Besten der Besten der Kampfkunst und den Top-Athleten mithalten zu können, musste Rain sich einem harten und intensiven Training unterwerfen. Schließlich sollte er glaubwürdig vermitteln, ein von Kindesbeinen an ausgebildeter Ninja zu sein. Alle waren von Rains Performance beeindruckt. „Er konnte die Action ausgezeichnet nachahmen und sie mit den nötigen Emotionen würzen – er konnte während der Actionszenen wirklich spielen“, sagt Stahelski. „Ich würde sagen, Rain hat eine schnellere Auffassungsgabe als sonst jemand, mit dem wir bislang zusammengearbeitet haben. Er war in ausgezeichneter körperlicher Verfassung, aber sein blitzgescheites Verständnis, was die Action betraf, war noch viel wichtiger, wie ich finde.“

„Rain ist unwahrscheinlich diszipliniert“, sagt McTeigue bewundernd. „Wenn man ihm einmal etwas zeigt, und sei es eine noch so komplizierte Choreographie, hat er es meist sofort behalten. Zeigt man sie ihm ein zweites Mal, ist er schon in der Lage, der Choreographie seinen eigenen Stil hinzuzufügen. Es gab Tage, da musste er 25 Bewegungen lernen und in einer einzigen Einstellung ausführen. Seine Performance übertraf bei weitem unsere kühnsten Erwartungen.“

Stahelski stimmt zu. „Während des Trainings wurde Rain besser und besser, sodass wir ständig unsere Choreographien umarrangieren mussten. Denn über das, was wir ursprünglich vorgesehen hatten, war er bei Drehbeginn längst hinaus. Je mehr sich seine Fertigkeiten entwickelten, umso anspruchsvoller mussten wir die Choreographien gestalten.“

„Ich trainierte sechs Monate lang sechs Stunden täglich“, erinnert sich Rain, „davon fünf Stunden Kampfkunst und eine Körperfitness. Dieses System war erstaunlich. Es ging nicht bloß darum, Gewichte zu heben und auf Schokolade zu verzichten. Es war eine Kombination aus Wachstumsdiät und Krafttraining. Dabei wurden nicht bloß einzelne Muskelpartien trainiert, sondern die Einheit von Geist und Körper. Es war verdammt hart, aber es hat sich ausgezahlt.“

Rains Körper veränderte sich völlig. „Die Zuschauer werden es nicht glauben, seinen wirklichen Körper zu sehen. Sie werden denken, wir hätten digital nachgeholfen“, lacht McTeigue, um weiter auszuführen, dass sein Star während der Dreharbeiten „witzelte, er werde nach dem letzten Drehtag nur noch Nudeln essen, Bier trinken und Zigarren rauchen.“

Zu Rains Trainingsplan gehörten auch intensive Waffenübungen. „Wir haben mit Ketten, ein- und zweischneidigen Schwertern und Wurfsternen (Shuriken) trainiert“, sagt der Schauspieler, „und ich musste lernen, wie man sie mit aller Macht anwendet, während man gleichzeitig springt und sich abrollt. Sehr schwierig, aber es brachte Spaß.“

Das intensive Training war unbedingt notwendig, schließlich muss Raizo im Film eine Menge einstecken. Dazu Leitch: „Es geht natürlich nicht, alle leiden zu lassen, bis auf den Helden. Die Ninjas, das ganze Blut, die gewalttätigen Bilder, das wirkt umso glaubwürdiger, wenn auch Raizo was abbekommt. Sie leiden, er leidet. Nach einem 15-minütigen Kampf trägt man nicht bloß eine geschwollene Lippe davon.“

Aber Raizo ist nicht die einzige Figur in „Ninja Assassin“, die kräftig einstecken muss, und Stahelski und Leitch, bekennende Martial-Arts-Nerds, waren ganz aufgeregt, dass sie mit Sho Kosugi als Lord Ozunu zusammenarbeiten durften. „Wir sind beide riesige Fans“, sagt Stahelski. „Er ist ein absoluter Martial-Arts-Meister. Ich erinnere mich noch an den Tag seiner Ankunft in unserem Trainingslager in Berlin. Er trug einen Trainingsanzug, hatte eine Tasche mit Übungsschwertern dabei und war fantastisch in Form. Er wärmte sich kurz auf und mischte dann sofort mit. Wir glaubten, wir würden einen lockeren Tag mit ihm haben, schließlich kam er direkt vom Flughafen. Aber er wollte einfach nicht aufhören. Er hielt uns zwei knallharte Stunden auf Trab und war anschließend jeden Tag mit uns im Trainingsraum. Die Leidenschaft, die er für seine Kampfkunst empfindet, ist außergewöhnlich.“

„Ich habe seit meinem fünften Lebensjahr Martial Arts trainiert“, erläutert Kosugi. „Das Körperliche ist eigentlich leicht zu vermitteln, aber die geistige Ebene … das ist der wirklich schwierige Teil.“

Er reist mit einer Gruppe von Waisen,

die aus einer vom Krieg zerstörten Stadt genommen wurden und zum Shido des Ozunu-Clans geführt werden. Die Menschen in der Gegend nennen den Shido „Das Waisenhaus“.

„Ninja Assassin“ spielt in erster Linie in Deutschland, ein paar Szenen in Japan. Die Dreharbeiten fanden komplett in Berlin statt, aber die Filmemacher versuchten dem Film mit Hilfe des Produktionsdesigners Graham „Grace“ Walker ein allgemeingültiges, internationales Flair zu geben.

Walker, der mit Silver an vielen anderen Filmen zusammengearbeitet hat, fand auch in dem Regisseur einen neuen Fan. McTeigue sagt: „Zu der Zeit, als ich in Australien aufwuchs, war Grace Walker bereits eine der Ikonen des australischen Films.“

McTeigue freute sich, dass sich die Gelegenheit einer Zusammenarbeit mit Walker ergab, der über den Regisseur sagt: „James war fabelhaft – er wusste sehr genau, was er wollte, was mir sehr entgegen kam und mich auf Trab hielt. Ich wusste immer, dass ich ihm genau das gab, was er sich vorstellte.“

Das traf besonders auf die wichtigsten Sets des Films zu. „Das von ihm gestaltete Waisenhaus ist nicht nur eine der größten Kulissen des Films, sondern auch eine der größten, an der ich je gearbeitet habe“, stellt McTeigue fest.

„Ich habe japanische Architektur immer bewundert“, sagt Walker. „Sie ist so schlicht und dabei so schön. „Die Finesse der Wandschirme und Gitter, ihr kompliziertes Design, hat mir daran immer am besten gefallen. Außerdem mag ich offene Räume, wie sie in der japanischen Architektur vorkommen. Wir bauten den Dojo so, dass er das Gefühl vermittelte, gleichzeitig drinnen und draußen zu sein.“

Eine große Herausforderung bei der Gestaltung des Dojos – des „Waisenhauses“ – war für Walker die Gestaltung des „Nachtigall“-Flurs, der im Leben des jungen Raizo eine besondere Rolle spielt. „Der ,Nachtigall‘-Flur enthält bestimmte quietschende Bodenbretter, die einen vor einem herannahenden Feind warnen sollen“, erklärt Walker. „James wollte, dass er möglichst komplex aussah, weshalb wir ihn aus rund 3000 verschiedenfarbigen Sperrholzteilen zusammensetzten wie ein Puzzle.“

Aber nicht nur der Regisseur hatte ganz besondere Gestaltungswünsche für den Dojo. „Larry und Andy schwebte ein Artwork vor, das aus den frühesten Tagen der Ninjas im 14. Jahrhundert stammen sollte“, sagt Walker. „Witzigerweise sahen die alten Texte, die ich bei meinen Recherchen gefunden habe und als Vorlage benutzen wollte, auch richtig gut aus. Nur konnte sie mir niemand übersetzen. Egal, wen wir in Berlin auch fragten, der Japanisch sprach, alle winkten ab, weil die Texte zu alt seien. Das genügte uns als Referenz, um sie zu verwenden. Ich hoffe nur, dass sie nicht irgendwas aussagen, was wir absolut nicht im Sinn hatten!“, grinst er.

Zu dem großen Dojo-Set gehörte auch ein Bonsai-Garten, der mit Bäumen ausgestattet sein sollte, die aussahen, als stünden sie dort seit Jahrhunderten. Dazu Walker: „Wir suchten die Bäume alle einzeln in einer Baumschule außerhalb Berlins aus und engagierten einen Gärtner, der sich um sie kümmerte. Nach den Dreharbeiten kamen sie dorthin zurück, denn sie waren nur geliehen.“

Während sich Walker um den nötigen Baumbestand für den Dreh kümmerte, stieß er auf eine interessante Stadtverordnung. „In Berlin ist es nur erlaubt, einen Meter tief zu graben, wenn man etwas einpflanzen möchte. Wenn diese Tiefe nicht reichte, mussten wir Hügel aufschütten.“ Es gibt eine Erklärung für diese ungewöhnliche Bestimmung: „Man fürchtet, dass es immer noch viele Landminen geben könnte, deshalb dieses Gesetz“, erläutert Walker.

Nicht jedes Set konnte komplett gebaut werden. Das Safe-Haus, wo einige der größeren Kampfsequenzen stattfinden, existierte wirklich und wurde von dem Design-Team nur entsprechend umgebaut. „Das Safe-Haus war ein altes, stillgelegtes Kraftwerk“, erzählt Walker. „Die Ninjas sollten genügend Möglichkeiten haben, über Gegenstände zu springen, zu laufen und zu klettern, so kam ich auf die Idee, es teilweise wieder herzurichten, mit Klimaanlage und anderen Utensilien.“

Was die Außenaufnahmen betraf, bot „Berlin genau die richtigen Film-noir-Schauplätze, die wir uns vorgestellt hatten“, wie McTeigue feststellt. „Es interessierte mich, Berlin zu zeigen, weil ich die Stadt filmisch ausgesprochen reizvoll finde.“

Auch für eine der entscheidenden Stuntsequenzen lieferte Berlin genau den passenden Drehort. Dazu Silver: „Es gibt eine atemberaubende Szene in einem Kreisverkehr mitten in der Stadt, in der Nähe der Siegessäule und des Brandenburger Tors.“

Da sie im Sommer drehten, blieben ihnen nur rund viereinhalb Stunden Dunkelheit, um die Bilder zu bekommen, die sie wollten. Doch davon ließ sich das Produktionsteam nicht abschrecken. Silver ergänzt: „Wir haben uns beeilt und Ninjas gefilmt, wie sie auf Autodächer springen, an ihnen vorbei, über sie, und dabei die ganze Zeit kämpfen. So etwas habe ich zuvor noch nie gesehen; es war eine frische und aufregende Sequenz.“

– Ich habe Grund zu der Annahme, dass eine Gruppe

Ninjas hierher unterwegs ist.

­– Ich denke, dass diese Gentlemen mit ein paar Spinnern im Pyjama wohl fertig werden.

Den Filmemachern war klar, dass der Schlüssel zum Erfolg, Ninjas in einen modernen Kontext zu bringen, größtenteils von dem richtigen Look abhing. Deshalb wandten sie sich an den höchst talentierten Kostümdesigner Carlo Poggioli. „Carlo war toll“, sagt McTeigue. „Noch ein Mitarbeiter mehr, der sofort verstand, worum es uns ging. Wir wollten Ninja-Kostüme, die schlicht, aber dennoch markant sein sollten. Sie sollten den Schrecken und das Grauen unterstützen, schließlich tauchen Ninjas urplötzlich aus der Schwärze der Nacht auf. Da benötigt man einen Stoff, der in der Dunkelheit verschwindet, aber so beschaffen ist, dass man die Ninjas trotzdem erkennen kann, wenn sie erscheinen, auch wenn schwarz auf schwarz trifft. Sie sollten ja nicht als konturlose Formen rüberkommen, die man die ganze Zeit nicht sehen kann.“

Da Ninjas und ihre Kostüme auf eine Zeit zurückgehen, die mehrere Jahrhunderte zurückliegt, war es wichtig, sich an den schlichten Originaldesigns zu orientieren, sie aber so weit zu modernisieren, dass sie den Bedürfnissen des Films entsprachen. „Zum Glück hatte ich zwei Jahre vorher einen Film gedreht, der größtenteils in Japan spielte“, erinnert sich Poggioli. „Ich hatte mich bereits mit Samurais und ihrer fremden Welt auseinandergesetzt, jetzt beschäftigte ich mich mit der Ninja-Kultur. Ein Freund aus Japan versorgte mich mit Anschauungsmaterial aus einem Ninja-Museum. James war sehr happy, als ich ihm einige ganz spezielle Dinge zeigte, die man nicht in Büchern findet.“

Das erste Problem des Designers war, eine Jahrhunderte alte Tradition so zu modernisieren, dass sie sowohl authentisch wirkte, als auch den Anforderungen entsprach, was die Beweglichkeit anging, die für die ganzen Stunts benötigt wurde. „Die exakte Form herauszufinden, war hart“, gibt Poggioli zu. „Unsere Ninjas sind moderne Ninjas, aber die japanische Tradition verlangt einen ganz bestimmten Umriss. Die Form des Körpers, die Armteile, der Gürtel, die Schuhe.“ Die Schuhe waren besonders schwierig. „Wir probierten Unmengen verschiedener Sohlen aus. Denn mit ihnen musste man Wände hinaufklettern können und vieles mehr, und trotzdem mussten sie angemessen aussehen.“

Das Kostüm des Hauptdarstellers bereitete auch unerwartete Schwierigkeiten, wie sich Poggioli erinnert. „Als Rain das erste Mal zur Anprobe kam, sah er ganz anders aus, als schließlich bei den Dreharbeiten. Sein Körperbau hatte sich total verändert. Alles war anders, seine Muskeln, seine Figur. Wir mussten seine Kleidung enorm vergrößern.“

Ursprünglich wollten Poggioli und sein Team nur zwischen zwölf und zwanzig Ninja-Kostüme nähen – es wurden rund 200. „Wir benötigten allein rund 100 Kostüme für die Szenen, in denen Blut floss“, sagt er. Darüber hinaus wurden alle Stoffe von Hand gefärbt. „Die Ninjas sind schwarz gekleidet, aber um die richtige Farb-Nuance zu erhalten, waren die Kostüme nicht pechschwarz, sondern waren innen violett. So bekamen wir genau das Schwarz, das wir brauchten.“

Dazu McTeigue: „Ninjas müssen sich ungesehen durch die Nacht bewegen können, das trägt zu ihrem Mythos bei.“

Sie können sie Gespenster nennen, oder Mörder, oder wie immer Sie wollen, wenn Sie sich dadurch besser fühlen, aber sie sind da draußen. Sie töten Menschen und niemand unternimmt etwas, um sie aufzuhalten.

„Wie wird aus einem der Mensch, der man ist, durch reine Veranlagung oder Erziehung?“, fragt James McTeigue. Das ist auch die zentrale Frage, die „Ninja Assassin“ zugrunde liegt. „Ich finde, uns ist es gelungen, einen modernen Ninja-Film zu drehen mit atemberaubenden Actionszenen, der trotzdem auf großartigen und komplexen Charakteren aufgebaut ist.“

Rain stimmt zu. „Der Film verbindet eine tolle Geschichte mit Tiefe und Gefühl, und hat dazu noch einige der spektakulärsten, umwerfendsten Actionsequenzen zu bieten. Die Macher hinter „Ninja Assassin“ sind für ihre hochklassige Action bekannt, und dieser Film bildet da keine Ausnahme.“

Produzent Grant Hill sagt: „Ich bin mir sicher, dass ,Ninja Assassin‘ das Publikum von der ersten Sekunde an packen wird. Er ist einer dieser Filme, der sofort loslegt und sich permanent steigert.“

Produzent Joel Silver meint: „Der Film ist ein großes, wenn auch blutiges Vergnügen, behandelt aber auch Themen wie Loyalität, Ehre und Identität. Und Fans des Genres kommen auch auf ihre Kosten, es ist ein lupenreiner Ninja-Film – düster und gewalttätig, mit allen Kampfarten und Martial-Arts-Stilen, die man jemals gesehen hat, und einigen, die man noch nie gesehen hat. Der Film ist ein absoluter Mega-Kracher.“

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