Niemand ist eine Insel

  1. Ø 4
   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Niemand ist eine Insel: TV-Melodram frei nach dem gleichnamigen Roman von Johannes Mario Simmel.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit diesem intensiven Drama gelingt Oliver Berben und Carlo Rola die bislang beste der Simmel-Neuverfilmungen fürs ZDF.

    Praktisch alle Simmel-Bestseller sind bislang verfilmt worden. Am Drama „Niemand ist eine Insel“ haben sich die Autoren bislang jedoch die Zähne ausgebissen. Auch Knut Boeser ist mit einer ersten Drehbuchversion gescheitert. Die Adaption gelang erst, als ihm klar wurde, dass er Johannes Mario Simmels Roman neu erfinden muss. Das Ergebnis ist ein Film, mit dem Produzent Oliver Berben seiner Mutter ein Denkmal setzt: Iris Berben ist die perfekte Besetzung für die alternde Schauspielerin Sylvia Moran, die zu spät erkennt, dass sie auf dem Weg zum Ruhm alles verloren hat, was das Leben lebenswert macht.

    Entscheidend für die Qualität des von Carlo Rola bildmächtig inszenierten TV-Movies (Kamera: Frank Küpper) sind nicht Boesers Kürzungen des über 600 Seiten starken Romans, sondern seine Ergänzungen. Ein besonderer Kunstgriff wird zum Schlüsselelement: Der Autor hat die Handlung um eine Verfilmung der Euripides-Tragödie „Medea“ erweitert. In der Titelfigur spiegelt sich die ganze Tragik Sylvia Morans: Ihre Tochter (ausgezeichnet: Paula Knüpling) erkrankt an Hirnhautentzündung, aber die Schauspielerin wird vom Produzenten gezwungen, den Film trotzdem zu drehen. Gleichzeitig ist sie Opfer einer Erpressung: Ein Unbekannter hat eine Aufnahme, die dokumentiert, wie sie nach einer Spendengala für behinderte Kinder in ihrer Garderobe schimpft, man sollte diese Krüppel wegsperren.

    Da der Film mit der Trauerfeier für den Star beginnt, ist die Handlung die Chronik eines angekündigten Todes. Auf diese Weise sieht man sämtliche Ereignisse in einem anderen Blick: die Tabletten, den Alkohol, die vergeblichen Bemühungen des Lebensgefährten (Henning Baum), Sylvia vor der Welt zu beschützen; und natürlich den dauernden Kampf, dem öffentlichen Ich zu entsprechen. Iris Berben, der solche Kraftakte nicht fremd sein dürften, verkörpert diese Fragilität zwar berührend, gibt der Hauptfigur in ihrem palastartigen goldenen Käfig aber dennoch eine Aura der Unnahbarkeit. Sylvia Moran wird zur letzten großen Diva, die sich verzweifelt um Kontakt bemüht, aber längst nicht mehr von dieser Welt ist.

    Erlesene Drehorte, eine namhafte Besetzung (Stefanie Stappenbeck als Morans Assistentin, Aglaia Szyszkowitz als Ärztin), schließlich die sich nie in den Vordergrund spielende, aber dennoch Akzente setzende Musik von Helmut Zerlett: Von Oliver Berbens bisherigen Simmel-Verfilmungen ist „Niemand ist eine Insel“ am bemerkenswertesten. Iris Berben war ohnehin die Wunschbesetzung des vor zwei Jahren verstorbenen Schriftstellers. tpg.

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