Nicholas Nickleby

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   2002
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Filmhandlung und Hintergrund

Nicholas Nickleby: Hinreißende Adaptation des Charles-Dickens-Klassikers über einen jungen Lehrer, der im 19. Jahrhundert gegen die Unterdrückung und Misshandlung seiner Schüler kämpft.

Im England des 19. Jahrhunderts verstirbt der Patriarch der Nicklebys und hinterlässt Nicholas jr. und seiner Schwester Kate wenig mehr als Schulden und gute Wünsche. Beim reichen Onkel Ralph (Christopher Plummer) bitten die beiden in London um Hilfe. Dort gerät man vom Regen in die Traufe: Nicht ohne böse Hintergedanken gibt der Onkel seiner Nichte einen Job als Mädchen für praktisch alles und schiebt den lästigen Neffen ab ins krude Knabenheim des sadistischen Mr. Squeers (Jim Broadbent). Dort hält es Nicholas nicht lange aus und kehrt nach einem Intermezzo als Wanderschauspieler zurück nach London, um abzurechnen.

Vierte Verfilmung des gleichnamigen Gesellschaftsromans von Charles Dickens, diesmal von Autor und Regisseur Douglas McGrath („Emma„).

England, Mitte des 19. Jahrhunderts: Um nach dem Tod des Vaters seine Familie ernähren zu können, arbeitet der junge Lehrer Nicholas Nickleby in einem Waisenhaus. Doch weil ihm die übliche Praxis der Unterdrückung und Misshandlung der Schüler unerträglich ist, schlägt er eines Tages den sadistischen Leiter des Hauses zusammen und muss aus der Stadt fliehen.

Nicholas Nickleby soll sich nach dem Tod des geliebten Vaters um Mutter und Schwester kümmern. Beim reichen Onkel in London sucht das Landei um Hilfe nach und wird vom geldgierigen Oheim postwendend als Hilfslehrer in ein düsteres Jungeninternat abgeschoben. Dort angekommen, muss er feststellen, dass die Schutzbefohlenen vom sadistischen Wackford Squeers und dessen bitterböser Gattin eher tyrannisiert als ausgebildet werden und vor allem – dank Schulgeld – als Einnahmequelle und billige Arbeitskräfte dienen.

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Kritikerrezensionen

  • Aus dem Jahre 1838 stammt Charles Dickens‘ wenig bekannter Roman „Nicholas Nickleby“, den nun Douglas McGrath fürs Kino bearbeitet hat. Die inzwischen vierte Leinwandadaption des klassischen Stoffes vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse setzt auf pittoreske Originalschauplätze, aufwändiges (Kostüm-)Design sowie ein sorgfältig ausgewähltes Schauspielerensemble. Eingedenk der bei Alt und Jung ungebrochenen Popularität der zahlreichen Dickens-Verfilmungen, von David Leans Meilenstein „Geheimnisvolle Erbschaft“ (1946) bis hin zum gefälligen TV-Mehrteiler „David Copperfield“ (1999), darf Solo Film mit soliden Besucherzahlen rechnen.

    Knapp tausend Seiten ist die Vorlage dick, über acht Stunden dauerte die legendäre Bühneninszenierung der Royal Shakespeare Company, gerade mal gut zwei Stunden braucht Regisseur und Drehbuchautor Douglas McGraths für seine Interpretation von „Nicholas Nickleby“ – und doch scheint nichts aus der von Dutzenden von Figuren und zahlreichen Handlungssträngen geradezu überbordenden Vorlage zu fehlen. McGrath, seit seinem Regiedebüt „Emma“ erfahren im Umgang mit Literaturklassikern, bleibt in der Essenz nahe an Dickens‘ Schelmenroman, in dem der Autor von „Oliver Twist“ einmal mehr die sozialen Missstände im frühviktorianischen England aufs Heftigste anprangert.

    Tragik und Komik, gnadenloser Realismus und märchenhafte Verklärung liegen nah beieinander, wenn der Titelheld (naiver Gutmensch: Charlie Hunnam) sich nach dem Tod des geliebten Vaters plötzlich um Mutter und Schwester kümmern soll. Beim reichen Onkel (erschreckender Bösewicht: Christopher Plummer) in London sucht das Landei um Hilfe nach und wird vom ebenso rücksichtslosen wie geldgierigen Oheim postwendend als Hilfslehrer ans düstere Jungeninternat Dotheboys Hall vermittelt – sprich abgeschoben. Dort angekommen, muss er feststellen, dass die Schutzbefohlenen vom sadistischen Wackford Squeers (gewohnt souverän: Jim Broadbent) und dessen bitterböser Gattin (furchteinflößende Furie: Juliet Stevenson) eher tyrannisiert als ausgebildet werden und vor allem – dank Schulgeld – als Einnahmequelle und billige Arbeitskräfte dienen. Besonders hart meint es das Schicksal mit dem geistig Behinderten Smike (Jamie „Billy Elliot“ Bell), der schlimmer als ein Sklave behandelt wird.

    Um Freundschaft geht es hier, um Toleranz und Menschlichkeit, um Humanität und Nächstenliebe, kurzum, um den ewigen Traum von einer besseren Welt. Hart zeichnet McGrath die Gegensätze, reich und arm, gut und böse, hässlich und schön knallen mit voller Wucht aufeinander. Es fällt folglich nicht schwer, in diesem aufwändig gestalteten Kostümfilm Position zu beziehen und Partei zu ergreifen, mit Nickleby mitzufiebern, wenn er pfiffig und phantasievoll den vermeintlich aussichtslosen Kampf gegen seinen Onkel und dessen fiesen Intrigen aufnimmt. Mit stets passenden Bildern illustriert Mike-Leigh-Kameramann Dick Pope, lichtdurchflutet im ländlichen Idyll, düster und grau in den verwinkelten, schmutzigen Gassen Londons, die Handlung, während Oscar-Preisträgerin Rachel Portmans („Emma“) epischer Soundtrack, durchsetzt mit luftigen Klarinetten- und Flötensoli, diese präzise kommentiert. In Kombination mit dem naturalistisch anmutenden Produktionsdesign von Eve Stewart sowie dem groß aufspielenden Ensemble – aus dem Plummer herausragt – ergibt dies eine weitere sehenswerte Dickens-Variante, die insgesamt in puncto Struktur, Aufbau, Timing und Ästhetik – und das ist keinesfalls abwertend gemeint – dem Fernsehen näher steht als dem Kino. geh.

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