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Fakten und Hintergründe zum Film "New Moon - Biss zur Mittagsstunde"

Kino.de Redaktion |

New Moon - Biss zur Mittagsstunde Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN („Twilight“, 2008), die Verfilmung des ersten Bandes von Stephenie Meyers Bestsellersaga, wurde von einer großen Leserschaft mit Spannung erwartet und erwies sich nach dem US-Start im November 2008 sofort als Erfolg. Eine große Leistung für ein Projekt, das von Millionen von Fans des Romans genau unter die Lupe genommen wurde, die es kaum erwarten konnten, wie ihre Helden und Heldinnen auf der Leinwand zum Leben erweckt würden. Allein am amerikanischen Startwochenende spielte die Verfilmung der unwahrscheinlichen Romanze zwischen einer sensiblen Schülerin und einem über 100 Jahre alten Vampir über 70 Millionen Dollar ein, erreichte schließlich ein weltweites Einspielergebnis von über 350 Millionen Dollar. Dieser Erfolg bereitete den Weg für die Verfilmung des zweiten Bandes der Bestsellerreihe, für NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE.

Wyck Godfrey, Produzent beider Filme, war fest entschlossen, mehr aus dem Nachfolger zu machen als nur eine simple Fortsetzung. Wie schon die Buchvorlage bringt auch der Film die noch junge Beziehung zwischen Bella Swan und Edward Cullen auf ein anderes Level, mit größerer Intensität und noch mehr Gefahren. Und er enthüllt einen Konflikt, der Bella im weiteren Verlauf der Geschichte verfolgen und nicht mehr aus dem Kopf gehen wird: die uralte Rivalität zwischen dem Stamm der Quileute und den Vampiren, die zwischen Bellas bestem Freund, Jacob Black, und ihrer großen Liebe, Edward, zum Ausbruch kommt.

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„Die Herausforderung bestand darin, nicht einfach zu wiederholen, was der erste Film geleistet hatte“, erklärt Godfrey. „Die Handlung schreitet voran und die darin gezeigte Welt öffnet sich. Wir müssen die Charaktere weiterentwickeln und diese neue Welt auch visuell vermitteln. In dem Moment, wo sich ihre Welt erweitert, dringen wir tiefer in Bellas Leben ein. Sie erfährt Neues über die Bewohner von Forks, vor allem über die Quileute-Indianer und Jacob. Die spektakulärste Entdeckung ist, dass sich Jacob und seine Freunde in Wölfe verwandeln können.“

„Bella erkennt“, fährt Godfrey fort, „dass sie in einer Fantasiewelt zu leben scheint, Vampire und Werwölfe aber tatsächlich existieren. Gerade als sie einen Freund gefunden hat, der sie nach Edwards Verschwinden wieder ins Leben zurückgeholt hat, findet sie heraus, dass auch er anders als die anderen ist. Und weil der einzige Grund für die Existenz von Werwölfen eben die Vampire sind, gäbe es ohne Edward auch keinen Werwolf Jacob. Das ist der zentrale Konflikt zwischen Jacob und Edward – und Bella steckt als Mensch mittendrin.“

Regisseur Chris Weitz verbuchte bereits mit den Bestsellerverfilmungen ABOUT A BOY ODER: DER TAG DER TOTEN ENTE („About a Boy“, 2002) und DER GOLDENE KOMPASS („The Golden Compass“, 2007) große Erfolge. Dies machte ihn, so Produzent Godfrey, zu einem logischen Regiekandidaten für dieses Projekt: „Chris besitzt Erfahrungen mit Fantasyfilmen, die komplexe Effekte erfordern, aber auch mit intimen Charakterstudien. Und er arbeitet gut mit jungen Schauspielern zusammen. Was ihn aber für die Regie von NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE prädestinierte, war die Wertschätzung, die er Stephenie Meyers Büchern und Figuren entgegenbrachte.“

„Für uns war es von elementarer Bedeutung, Stephenies literarischer Kreation und auch den Fans, die die „Twilight“-Saga lieben, unseren Respekt zu erweisen“, erklärt Godfrey weiter. „Wir hatten absolut kein Interesse daran, ihre Bücher für die Leinwand neu zu erfinden. Chris hat sich in diese Bücher verliebt, wusste, wie er die Geschichte zum Leben erwecken und sie in der Realität verwurzeln konnte. Das war unbedingt notwendig. Obwohl es sich um fantastische Kreaturen handelt, fühlt sich die in der Geschichte beschriebene Welt stets wie die unsere an.“

Ursprünglich war Weitz mit den Büchern nicht vertraut, doch er entwickelte sich schnell zum Fan. „Ich las die Bücher, habe mir dann den ersten Film mit Publikum angeschaut“, erinnert sich der Regisseur. „Ich war so aufgeregt, als ich beobachten konnte, welch tiefe Gefühlsreaktionen der Film auslöste. Wenn ich mir einen Film ansehe, suche ich nach einem überwältigenden Gefühl, völlig in ein anderes Universum eintauchen zu können. Dieser Film bot mir die Gelegenheit dazu. Er unterscheidet sich ein bisschen von dem, was ich bisher gedreht habe, aber ermöglicht es mir auch, auf einige meiner Erfahrungen zurückgreifen zu können.“

Weitz erkannte, dass seine Hauptverantwortlichkeit darin bestand, nah an der Vorlage zu bleiben. „Dafür habe ich sehr hart gearbeitet“, gibt der Regisseur zu. „Der erste Film war ein solches Phänomen, die Bücher auch. Primär war es meine Aufgabe, den Fans und ihrer Liebe für die Bücher, die sie auch auf den ersten Film übertrugen, Respekt zu erweisen. Es gab absolut keinen Handlungsbedarf, diese Welt völlig neu zu erschaffen. Wir schlagen dieses Mal andere Richtungen ein, bewahren dabei aber unseren Respekt für die Fans.“

Stephenie Meyer verrät, dass sich Weitz regelmäßig mit ihr beriet, selbst bei kleinsten Problemen: „Er hat sich für jedes Detail interessiert, ob zum Beispiel eine bestimmte Figur Schuhe tragen kann. Alles hat er überprüft, nichts dem Zufall überlassen. Er wollte den Film im Geist des Buchs drehen, war in dieser Hinsicht einfach cool.“

Für Weitz war der direkte Zugang zur Autorin der Bücher von unschätzbarem Wert. „Bei den ‚Herr-der-Ringe’-Filmen konnte niemand Tolkien nach seinen ursprünglichen Intentionen befragen. Ich aber konnte Stephenie per E-Mail ganz pragmatische Fragen stellen, ob etwa Jaspers Kräfte tatsächlich auf Bella wirken. Aber ich konnte auch große metaphysische Fragen an sie richten. Das alles erlaubte es mir, dass wir zu jedem Zeitpunkt auf einer Linie mit den Büchern blieben.“

Meyer schätzte diese Sorgfalt des Regisseurs: „Er hört wirklich zu, ist sehr ruhig und besitzt gleichzeitig eine klare Vorstellung davon, was er will. Ich hatte immer das Gefühl, dass meine Geschichte bei ihm in guten Händen war.“ Meyer erinnert sich, dass sich ihre Erfahrungen beim Schreiben des ersten und zweiten Buches deutlich voneinander unterschieden: „Für mich war das wahrscheinlich das schwierigste Buch überhaupt, denn zum ersten Mal wusste ich mit absoluter Sicherheit, dass es für meinen Text auch wirklich Leser gab. „Bis(s) zum Morgengrauen“ habe ich nur für mich geschrieben. Jetzt aber hatte ich mit einem Mal das Gefühl, dass man mir über die Schultern sah. Da stellte sich bei mir jede Menge Lampenfieber ein.“

„Bis(s) zur Mittagsstunde“ war ein völlig anderes Buch und nicht notwendigerweise das, was die Fans erwarteten“, fährt Meyer fort. „Im ersten Buch ging es um wahre Liebe. Die natürliche Konsequenz dieses Gefühls, besonders, wenn man so jung ist, ist, dass einem das Herz gebrochen wird. Und je mehr man liebt, umso schmerzlicher wird es. Edward glaubt, dass er mit dem Beenden der Beziehung Bella beschützen kann. Womit er nicht rechnet, ist die Qual und die Angst, daran zu zerbrechen. Für jeden Zuschauer aber, egal ob männlich oder weiblich, ist das eine universelle, vertraute Erfahrung. Am Ende haben beide eine Menge darüber gelernt, wie wichtig sie tatsächlich füreinander sind. Bella wird etwas reifer, und Edward muss erkennen, dass er nicht alles weiß.“

Im Mittelpunkt der Geschichte steht zudem die sich entwickelnde Freundschaft zwischen Bella und Jacob Black, der als Werwolf ein natürlicher Feind der Vampire ist. „Es steht jetzt viel mehr auf dem Spiel“, erläutert Regisseur Weitz. „Nicht nur Bellas Leben ist jetzt bedroht, sondern auch Edwards. Im Hinblick auf die in der Geschichte angelegte Welt entdecken wir neue Bereiche und Aspekte der Mythologie. Und so, wie sich die Mythologie erweitert, geschieht das auch mit diesem Film.“

„Selbstverständlich erzählen wir eine Geschichte über Vampire, Werwölfe und das Übernatürliche“, setzt Weitz seine Ausführungen fort. „Darüber hinaus aber geht es in dieser Geschichte um grundlegende menschliche Gefühle wie Liebe, Sehnsucht, Verlangen, Verlust, Verbundenheit und Freundschaft. Sie handelt von der Gefahr, der das Herz ausgesetzt ist, wenn man sich verliebt. Wie schon Bella in ‚Bis(s) zum Morgengrauen’ sagt, fürchte sie sich vor Edward nicht, weil er ein Vampir sei, sondern habe Angst, weil sie so große Liebe für ihn empfindet. In diesem Film entsteht eine Art Liebesdreieck, das wirklich jeder verstehen kann und das sehr reizvoll ist.“

Meyer gibt zu, dass sie über den nächsten Schritt in der Verfilmung der Twilight-Saga noch aufgeregter sei als beim ersten Film. „TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN hat für uns den Boden großartig bereitet, war eine Art Sprungbrett. Jetzt können wir abspringen und ein völlig neues Level erreichen. Die Schauspieler kennen sich und ihre Figuren. Jeder von ihnen ist wieder mit Begeisterung dabei. Das zweite Buch ist in gewisser Hinsicht emotionaler, geht viel tiefer. Und wir haben all diese neuen Charaktere. Es wird einfach ein großer Spaß werden. Ich freue mich wirklich darauf, das Wolfsrudel zu sehen, und natürlich werden auch die Volturi wirklich cool werden.“

Letztendlich sind es aber die Fans, die sie antreiben, gibt Stephenie Meyer zu: „Ich habe fiktive Figuren erträumt“, wundert sich die Autorin. „Figuren, deren Entwicklung den Fans wirklich etwas bedeutet. Was wird als nächstes mit ihnen geschehen? Was machen sie an einem ganz normalen Freitagabend? Und wohin würde Bella gehen, um sich ihre Nägel machen zu lassen. Jedes kleine Detail ist wichtig. Für mich ist das ein riesiges Kompliment, dass Leser und Zuschauer so großen Anteil an diesen Figuren nehmen.“

Produktion: Das Casting

TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN machte seine jungen Hauptdarsteller zu internationalen Superstars: Kristen Stewart als Bella Swan, als unschuldige Sterbliche im Herzen der Geschichte, sowie Robert Pattinson als Edward, der verführerische, emotional zerrissene Vampir und Herzensbrecher. In NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE wird dieses Duo zum Trio, durch Taylor Lautner, der wieder Jacob Black spielt und nun buchstäblich eine Naturgewalt geworden ist, die nicht aufzuhalten ist.

Als Regisseur Chris Weitz zu diesem Projekt stieß, erwartete ihn eine für ihn ungewöhnliche Situation, denn er wusste bereits, wer seine Hauptdarsteller sein würden. „Normalerweise gehe ich an das Casting ziemlich offensiv und aggressiv heran“, gibt Weitz zu. „In diesem Fall hatte ich das Glück, das Erbe von Catherine Hardwicke anzutreten, diese von ihr besetzte großartige Darstellertruppe übernehmen zu können. Mit diesen Schauspielern arbeiten zu können, gehörte zu den aufregendsten Aspekten dieses Projekts.“

Und doch waren nicht alle Schauspieler bereits besetzt, als Weitz auf dem Regiestuhl Platz nahm: „Es gibt einige neue Figuren“, so Weitz, „die nur relativ kurz auf der Leinwand zu sehen sein werden, aber unglaubliche Bedeutung und dramatische Kraft für die Story haben und die einen weiter in die Mythologie der folgenden Teile der Reihe hineinführen. Ich versuche stets, die passenden Darsteller zu finden, unabhängig davon, wie groß die Rolle dann ist.“

Zu Beginn der Dreharbeiten machte Weitz etwas, das auch für ihn Neuland darstellte: Er verteilte eine 20-seitige Broschüre, in der er seine Vorstellungen von Film und Figuren umriss. „Ich habe sie einen Orientierungsratgeber genannt“, erklärt Weitz. „Die darin enthaltenen Informationen sollten alle mit den Schauplätzen und dem stilistischen Konzept des Films vertraut machen. Jeder sollte bereits im Vorfeld so viel wie möglich wissen. Das erlaubte uns schließlich, am Drehtag auch improvisieren zu können. Junge Schauspieler und Künstler sollen sich nicht von meinen Entscheidungen starr gebunden fühlen, darum geht es mir nie. Aber ich möchte ihnen so viel wie möglich für ihre Arbeit in die Hände geben.“

Bella, Edward und Jacob: Ein Liebesdreieck für die Ewigkeit.

Die ersten Bilder und Sequenzen des Films gehören Bella, die sich ihres Alters und ihrer Sterblichkeit stärker bewusst wird. „Ein großer Druck lastet dadurch auf ihr“, erklärt Kristen Stewart. „Ihr größter Albtraum ist, dass Edward sie verlassen könnte. Und genau das geschieht. Jeder, der schon eine Trennung erlebt hat, auf dessen Herzen schon herumgetrampelt wurde, weiß, dass man danach alles in Frage stellt. Man denkt, ich war dieser Sache so sicher und fragt sich dann, ob irgendetwas davon, woran man dachte, überhaupt real gewesen sei. Nichts hätte doch realer als dieses Gefühl sein können. Aber das ist ein Irrtum.“

Eines stellt Kristen Stewart klar: „Bella ist nicht das klassische junge Mädchen in Nöten. Sie kontrolliert ihre eigene Situation sehr wohl selbst. Sie hat sich jemandem anvertraut, in die Hände begeben, und erwartet dasselbe von ihm.“ Bella hat zwei starke, aber grundverschiedene Beziehungen zu den Männern in ihrem Leben aufgebaut. „Edward ist jemand, den sie wirklich braucht“, erklärt die Darstellerin. „Er hält sie im emotionalen Gleichgewicht, was nicht unbedingt bedeutet, dass er für sie der beste Umgang ist. Er ist schwierig, kalt, zurückhaltend. Aber ohne diese Zurückhaltung könnten sie niemals zusammen sein.“

„Jacob ist das komplette Gegenteil davon“, fährt Stewart fort. „Er nimmt nichts zu schwer, ist witzig und warmherzig, bringt das Beste in Bella zum Vorschein. Im Grunde ist er ihr bester Freund. Es wäre wunderbar, könnte man mit dem besten Freund auch gehen. Das heißt aber nicht, dass man auch immer in ihn verliebt sein muss.“

Dass Weitz sich so akribisch auf den Film vorbereitete, machte großen Eindruck auf Stewart. „Chris denkt sehr organisiert, legt wirklich Wert auf Zusammenarbeit. Es war gut zu wissen, dass er sich dem Film ähnlich verpflichtet fühlte wie wir und nicht nur auf das nächste große Projekt aufspringen wollte.“

Auch Robert Pattinson war beeindruckt vom Verständnis des Regisseurs für die Welt der „Twilight“-Reihe. „TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN hatte ein Happy End“, erläutert Pattinson. „Bella und Edward waren vereint und ihre Feinde von ihnen besiegt. In der Fortsetzung NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE hält nun die Wirklichkeit Einzug. Sie werden konfrontiert mit der Entwicklung ihrer Beziehung, mit der Verpflichtung dem anderen gegenüber und mit den sehr realen Gefahren, die daraus erwachsen. Als Edward Bella verlässt, reißt er sie praktisch aus dem Leben, tötet sich selbst, weil er ihr nicht mehr nah sein kann. Das alles geschieht, weil sie beide so voneinander abhängig geworden sind.“

„Weil Kristen und ich diese Rollen bereits gespielt haben“, so Pattinson, „haben wir eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie sich die Figuren im Verlauf der Reihe entwickeln werden. Chris hat das sehr gut verstanden. Aber er brachte auch viele großartige Ideen ein und hatte auch genügend recherchiert, um sie uns gegenüber zu begründen.“

Seine eigene Figur nennt Pattinson einen „Vampir wider Willen“, der Gegensatz zu den Volturi. „Die Volturi betrachten sich als Monster, aber haben kein Problem damit. Doch wenn sie einen Menschen, eine Frau, sehen, die ihre Liebe zu Edward gesteht, wollen sie glauben, dass so etwas wirklich möglich ist. Und das rettet Edward im Grunde.“

In NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE rückt Jacob Black in den Mittelpunkt, der im Vorgänger eher eine Randfigur gewesen war. Jacob gehört dem Stamm der Quileute-Indianer an, den Ureinwohnern von Forks, jener Kleinstadt im Bundesstaat Washington. Stephenie Meyer gibt zu, dass Jacob, ein Freund aus Bellas Kindertagen, ursprünglich kein so wesentlicher Bestandteil der Geschichte werden sollte: „Jacob kam aus dem Nichts, war anfangs nicht die Figur, zu der er sich dann entwickelte. Aber seine Persönlichkeit war so präsent, so stark. Ich konnte einfach erkennen, wie er die Ereignisse im Buch mitgestalten würde.“

Im Verlauf von NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE lernt Jacob, dass er als Beschützer seines Stammes ausgewählt wurde, als Werwolf, der die Quileute vor den Raubzügen der Vampire verteidigt. „Jacob befindet sich in einem Prozess der Veränderung“, beschreibt Lautner seine Figur. „Das zeigt sich schon körperlich. Und mit der körperlichen geht auch die emotionale Veränderung einher. Ich hatte großen Spaß dabei, die meisten meiner Stunts selbst ausführen zu können, diese Szenen gehören zu meinen liebsten im Film“, gibt Lautner zu, der während der Dreharbeiten 17 Jahre alt war. „Es gibt da zum Beispiel diese Szene, in der Jacob aus dem Haus herausbricht, über den Zaun und einen Bach springt und dann durch eine Wiese sprintet. Ich hing an Drähten, wurde in drei Metern Höhe über das Feld gezogen, bis ich abrupt abgebremst wurde und völlig bewegungslos sein musste, damit die Effektspezialisten später meinen Körper in einen Wolf verwandeln konnten.“

Lautner, der als Schüler alle möglichen Sportarten betrieben hatte und in „Extremkampfsport“ sogar zu Wettkämpfen angetreten ist, erklärt, dass sein Athletentum ihm nicht nur erlaubte, seine Stunts selbst auszuführen, sondern ihn auch für die Eigenheiten und für die Entwicklung seiner Figur inspirierte. „Vor der Verwandlung ist er sehr ungeschickt, wie ein enthusiastischer Teenager, der beim Joggen über seine eigenen Füße stolpert. Sobald er sich aber zum Wolf verwandelt, wird er extrem beweglich.“

Auch Jacobs Verhältnis zu Bella verändert sich. „Für mich ist die aufregendste Veränderung“, so Lautner, „dass Jacob nun die Chance hat, seine Beziehung zu Bella weiter zu entwickeln. Jacob wird die Sonne, die Bella erwachen lässt, sie zurück ins Leben bringt. Und das alles verliert Jacob wieder, als Edward zurückkehrt.“

Das Internet ist mittlerweile Schauplatz einer heftig geführten Debatte zwischen Team Jacob und Team Edward geworden. „Taylor hat eine Menge für das Team Jacob getan“, weiß Stephenie Meyer. „Diese ganze Rivalität zwischen dem Team Jacob und dem Team Edward gründet sich auf einen Jungentyp, für den man sich einfach interessieren kann. Müsste ich mich für ein Team entscheiden, würde das wahrscheinlich Team Jacob sein. Das passt besser zu mir. Glaubt man, dass man eine tiefe Freundschaft zu jemandem entwickeln und sich dann plötzlich verlieben kann, sollte man eigentlich Team Jacob angehören. Wenn man aber an die Liebe auf den ersten Blick glaubt und daran, den geheimnisvollen Mann in der Ecke stehen zu sehen, nun gut, dann schließt man sich besser Team Edward an.“

Die Wiederbegegnung mit den anderen Darstellern löste bei den Schauspielern nostalgische Gefühle aus und inspirierte sie. „Wir haben uns alle ziemlich verändert“, gibt Kristen Stewart zu. „Wir hatten uns ein Jahr nicht gesehen, aber einfach da weitergemacht, wo wir aufgehört hatten. Das fühlte sich ganz natürlich an.“

Taylor Lautner ergänzt, „dass der Erfolg von TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN den Aspekt der Cast-Reunion noch um eine Dimension erweitert hat: „Als wir TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN drehten, hatte keiner von uns eine Ahnung, wie groß das Ganze werden würde. Es ist wirklich sehr aufregend, wieder zurück im Team sein zu können.“

Vampire und Volturi

In einem kurzen, aber entscheidenden Auftritt richten die Cullens, die Familie der Vampire, Bellas Geburtstagsfeier aus. Dabei löst ein harmloser Papierschnitt eine gefährliche Kettenreaktion aus, die Edward zwingt, die Romanze zu beenden. Mit den Darstellern Ashley Greene, Peter Facinelli, Elizabeth Reaser, Nikki Reed, Kellan Lutz und Jackson Rathbone sind alle Mitglieder der Cullen-Familie wieder mit von der Partie.

„Wir sind eine richtige Familie geworden“, erklärt Nikki Reed. „Wir empfinden alle so große Leidenschaft für dieses Projekt, und meine Kolleginnen und Kollegen sind so smart und interessant. Mit ihnen wieder zusammenarbeiten zu können, ist einfach großartig. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass wir diese Figuren durch mehrere Filme führen können. Wir alle sind Fans der Bücher, deshalb war es enorm befriedigend, etwas zum Leben erwecken zu können, das wir so lieben.“

Alice Cullen, erneut von Ashley Greene gespielt, kommt in diesem Kapitel der Geschichte nun voll zur Geltung. Ihre Zukunftsvisionen führen direkt zu Bellas verzweifelten Versuchen, Edward vor seinem törichten Selbstmordversuch zu bewahren. „Im Grunde ist Bella die beste Freundin von Alice“, beschreibt Greene ihre Rolle. „Sie will für Bella nur das Beste. Und das ist für Alice logischerweise, dass Bella zum Vampir wird und bei den Cullens bleibt. Sie respektiert Edwards Wunsch, Bella so lange wie nur möglich ein Leben als Mensch führen zu lassen. Aber Alice hat eine andere Zukunft vorausgesehen.“

Zwei Aspekte an Alice gefielen Greene besonders: ihre Vorliebe für schöne Kleidung und schnelle Autos. „Ich durfte die tollsten Outfits tragen“, schwärmt Greene. „Tish Monaghan, unsere Kostümdesignerin, fand diese großartigen Jacken und Mäntel. Einen weißen Seidentrenchcoat und eine gestreifte Jacke von Michael Kors. Diese wurden dann mit schwarzen Strumpfhosen, flachen Ballerinas und langen roten Handschuhen kombiniert. Einfach großartig, spleenig und damit typisch für Alice. Außerdem durfte ich diesen wunderbaren gelben Porsche durch kurvenreiche italienische Straßen steuern. Vor dem Dreh dieser Szene hatte ich eine einzige Fahrstunde. Zugegeben, ein paar Mal habe ich einige Häuser fast geschrammt.“

In NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE tauchen die Volturi zum ersten Mal auf. Sie kommen einem Adelsstand in der Vampirwelt am nächsten und sind eine treibende Kraft in den folgenden Teilen der Saga. Sie sind Hunderte von Jahren alt, unvorstellbar mächtig, stellen Gesetze für ihre Gemeinschaft auf und sorgen auch für deren Durchführung und Einhaltung. Aro ist ihr Anführer. Seinem Darsteller Michael Sheen ist diese Welt nicht fremd, spielte er doch bereits einen Werwolf, der in den UNDERWORLD-Filmen von Vampiren versklavt wurde. Doch Sheen enthüllt, dass es am Set noch jemand anderes gab, der einen Vampir und einen Werwolf in sich trug.

„In meinen Augen sah Chris Weitz wie eine Kreuzung von Vampir und Werwolf aus“, verdeutlicht Sheen seine These. „Zum einen hat er die fein geschnittenen Gesichtszüge eines Vampirs, zum anderen ist er so muskulös wie ein Werwolf. Es kam mir vor, als liefe eine großartige Kreatur aus der Mythologie auf dem Set herum.“

Für Aro entwickelte Sheen eine spezielle Stimme mit einer höheren Tonlage, viel klarer ausgeprägt als seine eigene. Weitz glaubt, dass dieser Tonfall möglicherweise ein Resultat früherer Gespräche über die Figur war: „Dieser Charakter ist 2000 Jahre alt. Englisch ist nicht seine Muttersprache, deshalb spricht er möglicherweise sehr artikuliert und kontrolliert. Er ist unglaublich kultiviert und liebenswert, aber auch extrem gefährlich.“

Unbewusste Vorbilder für Aros Stimme waren laut Michael Sheen die unheimlichen, psychedelischen, Musik hassenden und Farbe bleichenden Blaumiesen aus dem Animationsklassiker YELLOW SUBMARINE („Yellow Submarine“, 1967): „Es gab so einen Moment, wo ich plötzlich dachte ‚Oh, ich klinge ein bisschen wie die Blaumiesen’. Als Kind fand ich sie wirklich verstörend, deshalb hielt ich das für eine gute Sache.“

Alle Volturi sind sehr furchterregend, aber ihr furchteinflößendstes Mitglied ist vielleicht Jane – ein weiblicher Vampir mit süßem Unschuldsgesicht, der mit reiner Willenskraft Schmerzen zufügen kann und dies auch tut. Diese Rolle übernimmt Dakota Fanning. „Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, jemand Böses zu spielen“, sagt der Jungstar, „aber hier darf ich ein böses Mädchen oder besser, ein böser Vampir sein. Das hat großen Spaß gemacht. Außerdem war ich ein wirklich großer Fan der Bücher, hatte alle vier Bände in nur einer Woche gelesen. Das machte es so aufregend, Teil dieses Projekts zu werden.“

Mitverantwortlich für dieses Vergnügen war auch die körperliche Verwandlung. „Ich musste rote Kontaktlinsen tragen“, so Fanning. „Das war nicht nur cool, sondern veränderte buchstäblich alles, was ich vor Augen hatte. Und dann dieses weiße Make-up. Ich dachte eigentlich schon vorher, dass ich sehr blass war. Doch im Vergleich zu einem Vampir komme ich mir jetzt ziemlich sonnengebräunt vor.“

„Ungelogen, Dakota ist als Jane einfach gruselig und bösartig“, schwärmt Kristen Stewart, die Fanning bereits vor diesem Film kennen gelernt hatte. „Sie ist einer der eindrucksvollsten Menschen und Schauspielerinnen, die ich je getroffen habe. Sie besitzt wirklich eine Präsenz, die man besser nicht in Frage stellt. Und das erwartet man nicht, weil sie schließlich nur ein kleines Mädchen ist. Sie ist eine der besten Jungdarstellerinnen überhaupt, und es war sehr aufregend für mich, mit ihr zusammenarbeiten zu können.“

Das Wolfsrudel

Die Cullens sind eine Familie. Die Volturi auch, aber auf eine völlig andere Art. Und dann sind da noch die Werwölfe, die Chris Weitz eher als eine Bruderschaft definiert: „Aber nicht im Sinne einer Studentenverbindung wie Alpha Omega Chi“, erläutert der Regisseur. „Es ist ein Bruderbund, dessen Aufgabe es ist, seinen Stamm, dessen Land und auch die Menschen in seinem Umfeld zu beschützen, die nicht unbedingt verstehen, was sie da überhaupt tun.“

In der Story entwickelte sich das Wolfsrudel der Quileute als Schutz gegen die Vampire. Wesens- und Verhaltenszüge des Werwolfs bleiben so lange inaktiv, bis das Stammesland bedroht ist. Dann aber haben diejenigen, denen durch Bestimmung diese Rolle auferlegt ist, keine Wahl und auch kaum Kontrolle über ihre Verwandlung. In Wirklichkeit gibt es bei den Quileute keine Werwolftradition. Allerdings sagt die Legende, dass der Stamm auf Wölfe zurückgeht, die zu Menschen verwandelt wurden. Sogar der Stammesname, Quileute, ist von „Kwoli“, ihrem Wort für Wolf, abgeleitet.

Sam Uley, der ruhige, selbstsichere Anführer des Rudels, wird von Chaske Spencer verkörpert. Auch auf dem Set übernahm er die Führung und bekam deshalb von seinen Kollegen den Spitznamen „Alpha“ verpasst. „Als Sam spürte ich, dass ich mich um meine Jungs kümmern musste“, kommentiert Spencer. „Das war leicht, wir verbrachten viel Zeit miteinander, nicht nur vor der Kamera. Wir haben uns diese Figuren wirklich zu Eigen gemacht, waren eine echte Bruderschaft.“

Sam war der erste junge Mann seiner Generation, der die Verwandlung durchgemacht hatte und nun die anderen, die ihm folgten, führen muss. „Seine oberste Priorität ist der Schutz seiner Leute“, fährt Spencer fort. „Das ist sein Job. Ich glaube nicht, dass er ihn wirklich wollte, aber dafür wurde er eben auserwählt.“

Alle Mitglieder des Wolfsrudels werden von Schauspielern mit indianischen Wurzeln gespielt. Spencer selbst ist ein Lakota, ein Sioux. Bronson Pelletier, der Jared spielt, ist ein Cree-Metis, Kiowa Gordon, Darsteller von Embry Call, dagegen ein Hualapai, ein Yuma-Apache. Tyson Houseman, der Quill Ateara verkörpert, ist ein Cree, Alex Meraz schließlich, Darsteller von Paul, ein Purépecha, ein Tarasker.

Der kulturelle Hintergrund von Meraz spielte eine Schlüsselrolle dabei, wie er seine Rolle als Paul anlegte: „Beim Wolfsrudel kann man ein wenig erkennen, wie es ist, wenn man als Indianer im Reservat lebt. Das betrifft vor allem das Gefühl, dass sich die indigene Gemeinschaft als Familie betrachtet, so wie das auch das Wolfsrudel tut. Mein Stamm ist in Mexiko beheimatet“, führt Meraz weiter aus. „Dort war mein Großvater ein Schamane. Unsere Leute waren Fischer - wie auch die Quileute. Als Vorbereitung für mein Vorsprechen fragte ich im Gebet, ob es mir erlaubt wäre, ein Mitglied dieses Stammes zu spielen. Man muss den Menschen Respekt erweisen. Das betrifft die Vergangenheit genauso wie die Gegenwart und auch die Zukunft.“

Um für die Kampfszenen in körperlich guter Verfassung zu sein, mussten die Darsteller ein „Wolf-Camp“ hinter sich bringen und trainierten auch während der Dreharbeiten hart. „Sie haben viel Energie mit ans Set gebracht“, erinnert sich Kristen Stewart. „Ständig haben sie trainiert und das Wolfsgeheul geübt. Das brachte eine ganz frische Energie in den Film ein. Sie waren warmherzig, vergnügt und ausgelassen. Sie waren voller Leben, auf eine Art, wie es Vampire nie sein können.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Die Dreharbeiten zu NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE begannen im März 2009 in Vancouver und endeten in Montepulciano, der berühmten toskanischen, von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgebenen Kleinstadt. Die zwei Städte bilden einen starken Kontrast, hier die dunklen Nächte und geheimnisvollen tiefgrünen Wälder von British Columbia, dort die erdigen, polierten Farb- und Lichttönungen der Toskana. Der Look des Films wurde von beiden Schauplätzen inspiriert.

„Das Licht an der pazifischen Nordwestküste ist definiert von großer Streuung und Kälte“, erklärt Chris Weitz. „Und doch gibt es ein großes Spektrum von Farben, die wir zum Großteil auch für den Film nutzen wollten. Schatten waren auch von großer Bedeutung – der nächtliche Wald, die Schwärze der Depression. Das Licht in der Toskana ist völlig anders. Es gibt viel wärmere Töne, es ist buchstäblich sonniger, mit großen Farbtupfern durch die Kostüme. Auch die Architektur unterscheidet sich sehr. Montepulciano ist für seine Renaissance-Architektur bekannt, aber auch für seine Reste mittelalterlicher Stadtarchitektur.“

Um die Farb- und Lichtpalette des Films zu entwickeln, arbeitete Produktionsdesigner David Brisbin eng mit Chris Weitz zusammen. „Chris hatte ganz präzise Vorstellungen davon, wie diese Palette aussehen musste“, erklärt Brisbin. „Kernstück waren prä-raphaelitische Gemälde, die gesättigte Farben in natürlicher Umgebung hervorheben.“

„Ich liebe die klassischen Breitwandepen wie DR.SCHIWAGO („Dr. Zhivago“, 1965) und BARRY LYNDON („Barry Lyndon“, 1975)“, gesteht Chris Weitz. „Ich dachte auch darüber nach, welche Art von Malerei Sinn für diese Welt machen würde. Meiner Ansicht nach waren das die erzählerische Malerei und die Arbeiten der Prä-Raphaeliten. Beiden Richtungen gemeinsam ist eine starke Betonung von Story, Gefühl, Liebe und Verlust, Liebeskummer und Verlangen. Diese Gemälde waren die Begleiter von Tennyson und jener ganzen Epoche der Sentimentalität. Sie standen auch für ein Wiederaufleben einer Edelstein-getönten Farbpalette und für einen Umgang mit Farbe, der sich mir erschloss und sich vom ersten Film unterscheiden würde, aber dem Geist des zweiten Buchs treu bleiben würde.“

Brisbins eklektische Vita weist ihn selbst als eine Art Renaissance-Mann aus, der in einzigartiger Weise für diese Aufgabe qualifiziert war. Als junger Mann erhielt Brisbin das Henry-Luce-Stipendium, um in Asien zu studieren. Dort arbeitete er dann als TV-Reporter, berichtete vom Sturz des Marcos-Regimes auf den Philippinen. Ursprünglich ausgebildet als Architekt, wurde er Praktikant des bekannten amerikanischen Architekten Robert Venturi, der Berühmtheit erlangte, als er Mies van der Rohes Motto durch seine Aussage „Less is a bore“ („Weniger ist langweilig“) auf den Kopf stellte.

„Im Kern dreht sich in diesem Film alles um eine Romanze“, sagt Brisbin. „Klar, es ist ein Vampirfilm, aber in Wirklichkeit eine Liebesgeschichte. Meine ganze Vorstellung vom Produktionsdesign gründet sich auf dem Geschichtenerzählen. Ich kümmere mich darum, dass das Drama, das Schauspieler und Regisseur gemeinsam vor die Kamera zu bringen versuchen, in ein Umfeld eingebettet ist, das für die erzählte Geschichte perfekt ist.“

In Stephenie Meyers Buch residieren die Volturi in der italienischen Kleinstadt Volterra, die es auch tatsächlich in der Toskana gibt. „Es gab große Diskussionen, bis wir uns für Montepulciano als unser Volterra entschieden hatten“, erinnert sich Brisbin. Chris wollte sich in der Erschaffung der Welt von Volterra von alter Architektur leiten lassen. Tatsächlich ist Montepulciano eine mittelalterliche Stadt. Die große Piazza und das Rathaus gaben ihm die Möglichkeit, eine symmetrische Einstellung drehen zu können. Und das war so ziemlich genau der Grund, warum wir am Ende in Montepulciano gelandet sind.“

Meyers Beschreibung von Volterra und der Festung der Volturi bot eine solide Basis für Brisbins Arbeit. „Wenn es so etwas wie eine spezifische Schreibweise für einen Roman mit einem Auge für das Produktionsdesign gibt, dann ist Stephenie Meyers Volterra ein sehr gelungenes Beispiel dafür. Sie hat eine Welt erschaffen, in der Architektur zur Geschichte beiträgt. Die Volturi“, fährt Brisbin fort, „halten Hof in einer kreisförmigen Halle, die fast einem Strudel ähnelt. In der Mitte befindet sich ein Abfluss für das Blut, für den Fall, dass das Gefährlichste überhaupt eintritt. Sie hat dafür einen endlosen Korridor ausgemalt, den wir relativ problemlos mit Digitaltechnik erschaffen konnten. Das Design dieser Räume reflektiert die Stellung des Einzelnen in der Welt, die Erfahrung, die man macht, wenn man sich durch diese Welt bewegt.“

Der Produktionsdesigner ließ sich dabei von bekannten Beispielen toskanischer Architektur anregen. „Wir haben kein bestimmtes architektonisches Vorbild kopiert, aber wir griffen auf das Motiv von grünen Streifen zurück, das man in grünem und weißem Marmor in verschiedenen toskanischen Kathedralen und Kirchen finden kann. In der Toskana gibt es eine Fülle von Beispielen für die Architektur des Mittelalters und der Renaissance, der eine Periode von überladener Nouveau-Riche-Architektur folgte. Das alles stellte für uns eine sehr reichhaltige Inspirationsquelle dar.“

Aufgabe von Kostümdesignerin Tish Monaghan war es, die Sets mit kunstvollen und aufwändigen Kostümen für die Volturi zu ergänzen, deren Look buchstäblich Jahrhunderte widerspiegelt. „Chris ging es vor allem darum, die große Eleganz der Volturi herauszustellen“, erläutert Monaghan. „Wir schauten uns das 18.Jahrhundert genau an und wählten einen Schnitt, der sich etwa um 1790 entwickelte – einen Look, der sich durch Betonung von Länge und Schlankheit auszeichnete.“

„Wir wollten im Farbspektrum arbeiten, das David und Chris entwickelt hatten“, fährt Monaghan in ihren Ausführungen fort. „Aber zwischen dem 18. und dem 21.Jahrhundert gab es diesbezüglich große Veränderungen. Die Charaktere begegnen sich im 21.Jahrhundert, aber in Rückblenden sehen wir sie auch im 18.Jahrhundert. Für die Szenen im 21.Jahrhundert versuchten wir sie so düster wie möglich zu kleiden. Am düstersten sollte dabei Aro wirken, denn er besitzt die größte Macht von allen. Für die Szenen um 1790 herum kehrte ich das Ganze um und versuchte Aro so leuchtend wie möglich erscheinen zu lassen. Denn dann können wir ihn an der Spitze der dreiseitigen Farbpalette wahrnehmen, womit er naturgemäß ins Zentrum der Hierarchie rückt und die anderen als seine Höflinge erscheinen müssen.“

Der exotische Volturi-Kult wurde mittels traditioneller Filmtechniken in einer altertümlichen Welt inszeniert. Die Erzfeinde der Volturi aber, die Werwölfe des alten Quileute-Stammes, wurden mit hochmoderner Technologie aus dem 21.Jahrhundert auf die Leinwand gebracht. „Eine der wichtigsten Neuzugänge in der Welt dieser Fortsetzung sind die digital animierten Figuren“, erläutert Produzent Wyck Godfrey. „Computeranimation war der einzige Weg, die Wölfe in Pferdegröße auf die Leinwand zu bringen, wie Stephenie sie in ihren Büchern beschrieben hatte.“

Regisseur Weitz brachte Susan MacLeod als Effects Supervisor zu dem Projekt, nachdem er bereits bei DER GOLDENE KOMPASS („The Golden Compass“, 2007) mit ihr zusammengearbeitet hatte. „Wir verstanden uns sehr gut“, sagt MacLeod. „Als er mich fragte, ob ich mich ihm bei diesem Projekt anschließen wollte, sagte ich sofort zu. Die Wölfe sind wahrscheinlich die sexiesten Geschöpfe im Drehbuch.“ Kreiert wurden die Wölfe für NEW MOON schließlich vom Tippett Studio, das Phil Tippett, ein Pionier der visuellen Effekte, gegründet hatte. „Für uns war das sehr spannend, einen Look für sie zu entwickeln, der für die ganze Saga Bestand haben würde,“ so MacLeod. „Dabei versuchten wir, so nah wie möglich an den Beschreibungen der Romanvorlage zu bleiben. Dort nennt man sie zwar Werwölfe, aber es sind eben nicht diese stereotypen zweibeinigen Kreaturen, bei denen plötzlich Haare aus Fingerspitzen und Gesichtern herausschießen. Sie verwandeln sich sehr elegant vom Mensch zum vierbeinigen Wolf.“

„Jeder, der die Bücher gelesen und sich in das Team Jacob verliebt hat, will unbedingt sehen, wie wir diese Herausforderung bewältigt haben“, fährt MacLeod fort. „Es ist keine Animation, sie sehen wie echte Wölfe aus. Wir begannen damit, die Schauspieler noch vor Anfang der Dreharbeiten digital für die Arbeit mit dem Computer einzuscannen, damit wir sie dann mitten in einer Einstellung in Wölfe verwandeln konnten.“ Dieser Prozess erwies sich zumindest für die Schauspieler als überraschend einfach. „Ich habe erwartet, in einem mit kleinen Kontakten übersäten grünen Anzug zu stecken“, blickt Alex Meraz, der Paul spielt, zurück. „Tatsächlich stand ich aber nur auf einer Apfelkiste und wurde von oben bis unten von dieser großen Maschine abgetastet. Und das war es dann schon. Ich konnte alles auf dem Monitor beobachten, mein ganzer Körper war dort zu sehen, ein perfekter Scan. Ich war total verblüfft, wie schnell das Ganze ging. Am besten lässt sich diese Transformation mit Popcorn vergleichen. Das Bild platzt einfach heraus und schon ist der Wolf da.“

Für das Effekte-Team war das aber erst der Anfang. „Wir haben die Wölfe komplett im Computer erschaffen“, erklärt Susan MacLeod. „Begonnen haben wir mit einem Skelett mit beweglichen Gelenken, die animiert werden konnten. Darauf legten wir dann Muskeln, die sich beugen und biegen konnten. Darüber dann eine Schicht Haut und Fell. Sie sollten wie echte Wölfe aussehen und sich bewegen, nichts Menschenähnliches an sich haben.“

„Die Leute vom Tippett Studio besuchten sogar einen Wildpark mit Wölfen“, erzählt MacLeod. „Sie haben eine Menge Videomaterial dort gedreht und alles, was sie an Bildern im Internet gefunden hatten, zusammengetragen. Wölfe sind faszinierende Tiere, weshalb es relativ leicht fällt, stundenlanges Videomaterial von ihnen anzuschauen.“

Um den Schauspielern während der Dreharbeiten Referenzpunkte zu geben, wurden Wolfsattrappen in den verschiedensten Größen und Formen benutzt. „Einige davon waren ausgestopft, absolut dreidimensional“, so MacLeod weiter. „Andere waren Pappfiguren in voller Größe, die haltbarer waren und exakt für die Einstellungen positioniert werden konnten. So konnten wir Vorlagen für die Animatoren drehen, damit sie dann die Wölfe richtig ins Bild setzen konnten. Wir haben auch Felle benutzt, denn wir wollten die digitalen Wölfe so beleuchten, dass sie sich nahtlos ins Bild einfügten.“

TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN war hauptsächlich an Originalschauplätzen in Portland, Oregon gedreht worden. Für die Fortsetzung aber zog es die Filmemacher weiter nördlich, nach Vancouver in British Columbia. „Für das Studio wie auch für die Fans war es wichtig, dass dieser Lebensabschnitt von Bella mit dem ersten Abschnitt in ihrem Leben, den sie bereits kennen, in Einklang steht. Konkret bedeutete das für Bellas Haus“, so Produktionsdesigner Brisbin, „dass seine Außenansichten wie auch seine Innenräume genau wie im Vorgänger aussehen mussten. Wir haben geradezu zwanghaft die Originalschauplätze studiert wie auch das ganze Material aus dem ersten Film.“

Manchmal aber entschloss sich das Designteam, bestimmte architektonische Veränderungen vorzunehmen, wenn es die Handlung erforderte. „Wenn man sehr sehr genau hinsieht“, so Brisbin, „kann man beim ersten Haus für einen kurzen Augenblick die seitliche Fassade sehen. Und ein Erkerfenster gibt es da nicht. Das aber erfordert diese große Szene, in der Jacob wie in einem Hindernislauf durch ihr Fenster springt. Schließlich ist das eine der wichtigsten Szenen mit den beiden. Dafür hat es sich, alleine schon aus erzähltechnischen Gründen gelohnt, vom alten Schema abzuweichen.“

Das Haus der Cullens stellte das Team vor ganz andere Herausforderungen. „Im ersten Film sieht man ihr Haus sehr deutlich von außen. Man sieht das Treppenhaus an der Vorderseite, miteinander verbundene Räume, auch Edwards Zimmer und die Küche. Der Hauptteil unserer Arbeit konzentrierte sich auf die anderen Räumlichkeiten des Hauses. Wir schufen zusätzliche Zimmer, die sich wie in einem Puzzle in das Vorgegebene einpassen mussten.“

Die letzte Aufgabe des Produktionsdesigners bestand schließlich darin, zwei Häuser zu erbauen, in denen sich das Leben des Wolfsrudels abspielen würde. „In TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN gab es die Häuser von Jacob und Emily nicht“, führt Brisbin weiter aus. „Wir haben das Buch genau studiert und leidenschaftlich diskutiert, was wir verändern könnten. Im Buch ist Jacobs Haus rot. Wir fanden schließlich diesen fantastischen Drehort, der so mit dem Wald verbunden war, dass man glauben konnte, gleich hinter den Bäumen würde das Leben der Wölfe beginnen. Alles wirkte perfekt. Mit einer Ausnahme. Das Haus war grün.“

„Es war uns wichtig, das Rot von Jacobs Haus zu erhalten“, erzählt Brisbin weiter. „Schließlich hatte es diese Farbe bereits im Buch, und das gefiel uns. Am Ende haben wir alles rot gestrichen, um der Vorlage gerecht zu bleiben.“ Das Haus, in dem Sam Uleys Freundin, Emily wohnt, wurde nach den Vorstellungen von Weitz designt. „Für ihn“, so Brisbin, „repräsentiert Emily Trost in der Welt des Wolfsrudels. Sie sind voller Dynamik, etwas verrückt, rennen herum und verwandeln sich zum Wolf und wieder zurück. Aber dann gibt es diesen Ort, der Ruhe vermittelt, zum Nachdenken einlädt, der ihre Zuflucht ist. Wir haben einen versteckten Platz im Wald gesucht, der diese zarte weibliche Leichtigkeit vermittelt.“

„Der Eigentümer hatte das Haus mit 17 Jahren gebaut. Meiner Ansicht nach begründet sich diese majestätische Waldaura zum Teil dadurch, dass dieses Haus wirklich von einem 17-Jährigen als eine in seinen Augen perfekte Waldhütte gebaut wurde. Ich glaube, dass er relativ schnell nach der Errichtung des Hauses die Frau geheiratet hat, mit der er auch heute noch zusammen ist. Es war ihr gemeinsames Haus für eine lange, lange Zeit. Letztendlich sind sie dem Haus entwachsen. Aber es war für beide sehr schmerzhaft und schwierig, das Haus nach gemeinsamer Entscheidung dann zu verlassen, denn es ist einfach ein magischer Ort.“

Diese Sorgfalt im Detail und die Loyalität gegenüber dem geschriebenen Wort und dem Geist von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga haben den ganzen Produktionsprozess geprägt, dessen ist sich Regisseur Weitz sicher: „Wenn man die Charaktere und die Romanze von TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN wie auch das Übernatürliche geliebt hat, dann findet man das alles und noch vieles mehr auch in NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE. Hier erweitert sich diese Welt, öffnet sich einer größeren Mythologie, die schließlich Brücke zwischen TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN und dem dritten Kapitel ECLIPSE - BISS ZUM ABENDROT („The Twilight Saga: Eclipse“) werden wird.

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