Filmhandlung und Hintergrund

Stimmungsvoller Film um ein junges Mädchen, das sich durch die Liebe aus ihrer Familienisolation befreien kann.

Obwohl die schöne Sophie von vielen Männern begehrt wird, zieht sie sich in die Isolation mit Mutter und Bruder zurück. Doch dann begegnet sie dem sorglosen russischen Soldaten Sergej, der sich in einer verlassenen Kaserne versteckt hält. Als Sophie sich in ihn verliebt und mit in ihrer Familie aufnimmt, brechen auch bei Mutter und Bruder die längst verdrängten Sehnsüchte auf.

Stimmungsvoller Film um ein junges Mädchen, das sich durch die Liebe aus ihrer Familienisolation befreien kann.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Neben der Zeit: Stimmungsvoller Film um ein junges Mädchen, das sich durch die Liebe aus ihrer Familienisolation befreien kann.

    Mit seinem dritten Spielfilm begibt sich der in Ost-Berlin geborene Filmemacher Andreas Kleinert auf eine Reise in die Finsternis verdrängter Emotionen und lebenslangen Selbstbetrugs. Seine fast schon klassisch anmutende Familientragödie aus dem tristen Osten wurde 1995 auf dem Saarbrücker Max-Ophüls-Festival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Doch trotz des Erfolgs mußte der Film über ein Jahr auf seinen Kinostart warten.

    In ruhigen Bildern, mit langen Einstellungen erzählt Kleinert seine Geschichte, angesiedelt in einem ostdeutschen Kaff, in dem seit Wende und Wiedervereinigung alles nur noch trostloser geworden ist. Züge halten nur noch wenige in dem kleinen Ort und demnächst soll der Bahnhof ganz geschlossen werden. Sophie (Julia Jäger) wird dann ihren Arbeitsplatz verlieren, doch nach Berlin ziehen und dort Arbeit suchen, wie ihre Freundin (Heidemarie Schneider), will sie auch nicht. Zu sehr fürchtet sie sich vor Veränderungen, die sie insgeheim aber herbeisehnt. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter (Rosel Zech) und ihrem Bruder (Sylvester Groth) völlig zurückgezogen ohne Fernseher, ohne Zeitung. Die Außenwelt, die Realität, scheint diese Familie kaum zu interessieren. Sie ist sich selbst genug, lebt „neben der Zeit“. Ein Hauch von Inzest durchweht die Beziehung dieser drei oberflächlich betrachtet so zufriedenen Menschen. Doch ab und an wirft der nie offen angesprochene Tod des Vaters Schatten auf das vermeintliche Idyll. Die so mühsam aufrechterhaltene Familienruhe wird empfindlich gestört, als sich Sophie in einen fahnenflüchtigen Russen verliebt und ihn der Familie vorstellt. Wie ein Katalysator setzt dieser eine nicht mehr umkehrbare Reaktion in Gang. Aufgestaute Emotionen, unterdrückte Schuldgefühle brechen sich Bahn und führen schließlich zu einer Tragödie. Auch wenn das Ende absehbar ist, verliert man doch niemals das Interesse an der Geschichte und den Personen mit all ihren Verletzungen und Unzulänglichkeiten. Dank Rosel Zech und den anderen hervorragenden Darstellern verzeiht man dem Film auch gerne, daß seine Figuren eher einer psychologischen Versuchsanordnung, als dem richtigen Leben entsprungen zu sein scheinen und die Dialoge manchmal etwas hölzern klingen. Und schließlich ist man froh, daß es in Deutschland anscheinend immer noch Regisseure gibt, die sich nicht entmutigen lassen, eine Geschichte jenseits deutscher Beziehungshumorigkeit zu erzählen. uf.

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