Filmhandlung und Hintergrund

Zweiter Thriller mit Ulrich Noethen und Juergen Mauer nach einem Roman von Michael Robotham.

Als Kommissar Ruiz mit mehreren Schussverletzungen im Krankenhaus erwacht, stellt er fest, dass ihm die Erinnerung an die letzten Tage fehlt. Mit Hilfe des Psychiater Joe Jessen rekonstruiert er die Ereignisse. Nach und nach setzt sich ein Bild zusammen: Vor Jahren hatte Ruiz einen Päderasten beschuldigt, ein Mädchen verschleppt und ermordet zu haben. Die Leiche ist aber nie gefunden worden; und jetzt haben sich Entführer gemeldet und wollen Lösegeld.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Neben der Spur: Amnesie: Zweiter Thriller mit Ulrich Noethen und Juergen Mauer nach einem Roman von Michael Robotham.

    Wer die Bücher von Michael Robotham nicht kennt, wird überrascht sein: Im zweiten Film der Reihe steht nicht mehr Psychiater Joe Jessen (Ulrich Noethen) im Zentrum, sondern Kommissar Vincent Ruiz (Juergen Maurer).

    In den Romanen des australischen Autors wechseln sich die beiden als Hauptfigur ab. Nachdem Jessen in „Adrenalin“ von Ruiz erst als Frauenmörder verdächtigt und schließlich gerettet wurde, bekommt der Psychiater nun die Gelegenheit, sich zu revanchieren: Der Leiter des Hamburger Morddezernats ist mit mehreren Schussverletzungen halbtot ans Elbufer getrieben worden und leidet unter retrograder Amnesie; die letzten Tage sind wie ausgelöscht. Gemeinsam versucht das Duo zu rekonstruieren, mit welchem Fall Ruiz beschäftigt war. An den verschiedenen Schauplätzen entsteht nach und nach ein Bild: Vor drei Jahren hatte der Kommissar einen Mann beschuldigt, ein kleines Mädchen entführt und ermordet zu haben. Aber nun gab es eine Lösegeldforderung, und Ruiz macht sich gleich doppelt Vorwürfe: weil er einen Unschuldigen ins Gefängnis gebracht hat; und weil die Übergabe des Lösegeldes offenbar komplett daneben gegangen ist.

    Für Buch und Regie war erneut das Kinoduo Cyril Boss und Philipp Stennert („Neues vom Wixxer„, „Jerry Cotton“) zuständig, das mit „Adrenalin“ sein TV-Debüt gegeben hat. Ihr Film ist eine fesselnde Mischung aus Krimi und Psycho-Thriller, denn um dem Polizisten helfen zu können, muss sich Jessen erst mal in dessen Seelenleben begeben. Dabei kommen naturgemäß auch Aspekte zum Vorschein, die Ruiz gern für sich behalten hätte. Darstellerisch ist das vorzüglichstes Fernsehen. Noethen und Maurer scheinen sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzuspornen, zumal beide gewissermaßen nach innen spielen; die Intensität ihrer gemeinsamen Auftritte ist allein eine Frage der Ausstrahlung.

    Das dramaturgische Konzept ist nicht minder interessant, denn zunächst haben die beiden Ermittler buchstäblich nichts in der Hand, zumal in Ruiz‘ Erinnerungsfetzen maßgebliche Teile fehlen. Das erinnert zwar an das derzeit beliebte Erzählmuster, mit einem Cliffhanger zu beginnen und dann die Vorgeschichte nachzureichen, ist aber mehr als bloß eine halbwegs originelle Variante: weil Ruiz die Ereignisse ein zweites Mal durchlebt, aber diesmal dank der Unterstützung durch den Psychiater andere Schlüsse zieht.

    Ähnlich reizvoll wie schon in „Adrenalin“ ist zudem die Umsetzung. Gerade das Zusammenspiel von Bild- und Tonebene hat großen Anteil an der speziellen Atmosphäre des Films, weil neben der Thrillermusik (Christoph Zirngibl) auch die Geräusche eine große Rolle spielen. Das gilt erst recht für die ausgezeichnet besetzten Nebenfiguren, allen voran Joachim Król als Kommissar aus der internen Abteilung, der überzeugt ist, der Kollege täusche seine Amnesie nur vor. Ungemein markant ist auch der eher kurze Auftritt von Jens Harzer als vermeintlicher Päderast; der Schauspieler hat zuletzt in „Boy 7“ einen charismatischen Schurken mit Hollywoodformat gespielt. tpg.

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