Nägel mit Köppen

Filmhandlung und Hintergrund

Fortsetzung der TV-Komödie "Butter bei die Fische" von 2008 über die Liebe einer "Ruhrpottpflanze" zu einem Schleswig-Holsteiner Dorfpastor.

Pastor Petersen droht der Verlust seiner Kirchengemeinde und damit auch seines Amtes: Die Pfarreien der Dörfer Norderup und Toestrup sollen fusionieren, aber die spießigen Nachbarn stören sich daran, dass Petersen und seine Freundin in wilder Ehe leben. Petra, kernige Westfälin, will sich nicht erpressen lassen und bietet den Spießern aus Norderup einen Auftritt, den sie nie vergessen werden. Derweil suchen und finden ihre Freundinnen aus dem Ruhrgebiet ebenfalls ihr kleines Glück.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nägel mit Köppen: Fortsetzung der TV-Komödie "Butter bei die Fische" von 2008 über die Liebe einer "Ruhrpottpflanze" zu einem Schleswig-Holsteiner Dorfpastor.

    „Butter bei die Fische“ war eine sympathische, liebevoll erzählte und ausgesprochen erfrischend gespielte Kuppelkomödie, von Lars Jessen mit wunderbar leichter Hand inszeniert. Im Grunde erzählt Autor Georg Weber die Geschichte nun ein zweites Mal: Kerniger Ruhrpottcharme trifft maulfaule Nordlichter.

    Damals musste der Toestruper Pastor Petersen (Peter Heinrich Brix) seine marode Kirche retten, diesmal droht er seine Kirchengemeinde und damit auch sein Amt zu verlieren: Das vom einflussreichen Großbauer Bosefeld (Peter von Strombeck) angeführte Nachbardorf Norderup ist gegen eine Fusionierung; weil der Pastor und seine westfälische Lebensgefährtin Petra Koslowski (Ulrike Kriener) nicht verheiratet sind. Damit das Ensemble aus Teil eins komplett ist, kommt Petras Freundin Inge (Gerburg Jahnke) aus dem Ruhrgebiet zu Besuch, und auch Sohn Mikis (Oliver Wnuk) schaut im nördlichsten Zipfel des Landes vorbei. Der Rest ist Schweigen, was die Einheimischen angeht; vor allem Knud (Jan Peter Heyne) lässt in seiner stillen Zuneigung zu Inge lieber Briefe sprechen. Mit von der Partie ist auch wieder das Pärchen Stefanie und Heinrich (Elena Uhlig, Bjarne Mädel).

    Im Grunde wirkt der Film wie eine Serienfolge: selbe Figuren, gleiches Vorzeichen, ähnliche Konflikte. Einen bedeutsamen Unterschied aber gibt es doch: Regie führt nicht mehr Lars Jessen, der gerade seine norddeutschen Erzählungen gern mit viel trockenem Humor und sanfter Bosheit umsetzt, sondern Walter Weber. Der Schweizer hat ebenfalls ein Händchen für subtilen Humor, wie er mit einigen Beiträgen zu den ZDF-Krimireihen „Wilsberg“ und „Ein starkes Team“ bewiesen hat. „Nägel mit Köppen“ aber wirkt stellenweise recht betulich und tempoarm. Allerdings machen die Schauspieler das wieder wett. Gerade Brix spielt den Pastor stark zurückgenommen und agiert daher in einer ganz anderen Liga als in „Pfarrer Braun“ oder „Neues aus Büttenwarder“, wo er meist den Kasper gibt. Ulrike Kriener, aufgewachsen in Oberhausen und im Gegensatz zu Brix eine Schauspielerin der leisen Töne, darf dafür dem Affen Zucker geben. Georg Weber hat sich erneut einige große Szenen für seine Frau ausgedacht. Für den verblüffendsten Moment des Films sorgt Petra, als sie gemeinsam mit einigen Altrockern ins Nachbardorf donnert und den schockierten Kirchenvorstand mit nackten Tatsachen konfrontiert; das ist allerdings auch das Ende der Annäherungsversuche zwischen den beiden Dörfern. tpg.

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