Filmhandlung und Hintergrund

Der Titel führt auf den ersten Blick in die Irre. Denn in „My Son the Fanatic“ geht es nicht primär um islamischen Fundamentalismus, sondern um eine Love-Story zwischen einem pakistanischen Taxifahrer und einer englischen Prostituierten. Nach der Kurzgeschichte von Drehbuchautor Hanif Kureishi rührt Udayan Prasad einen multikulturellen Mix an, verbindet geschickt Drama und Komödie. Der in Indien geborene und in England...

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Kritikerrezensionen

  • Der Titel führt auf den ersten Blick in die Irre. Denn in „My Son the Fanatic“ geht es nicht primär um islamischen Fundamentalismus, sondern um eine Love-Story zwischen einem pakistanischen Taxifahrer und einer englischen Prostituierten. Nach der Kurzgeschichte von Drehbuchautor Hanif Kureishi rührt Udayan Prasad einen multikulturellen Mix an, verbindet geschickt Drama und Komödie.

    Der in Indien geborene und in England aufgewachsene Udayan Prasad griff schon in „Brothers in Trouble“ (Berlinale 1996) die Schwierigkeiten von Einwanderern aus dem indischen Subkontinent auf. In seinem zweiten Spielfilm, einer zeitgenössischen Tragikomödie, läßt er nicht nur Fundamentalismus und westlichen Hedonismus aufeinanderprallen, sondern auch noch einen Generationskonflikt eskalieren. Parvez (überzeugend der indische Schauspieler Om Puri) hält im Norden Englands seine Familie als Taxifahrer über Wasser und hat sich assimiliert. Seine Frau (Gopi Desai) dagegen möchte am liebsten die neue Heimat verlassen, der Sohn sich von den liberalen Eltern distanzieren. In Ermangelung von Werten wendet er sich den militanten Islamisten zu und besinnt sich auf seine kulturellen Wurzeln. Bei seinen nächtlichen Taxifahrten begegnet Parvez oft der Prostituierten Bettina (Rachel Griffith, demnächst in „Die Hochzeit meines besten Freundes“), die ihn durch ihre Liebenswürdigkeit fasziniert. Es kommt wie es kommen muß: Die beiden Außenseiter nähern sich einander an, sukzessive entwickelt sich eine Beziehung, die alle Beteiligten vor Probleme stellt, denn Toleranz ist weder die Stärke der Immigranten noch der Engländer. Was als Satire beginnt, endet als anrührende Liebesgeschichte. Als dann der Sohnemann in religiösem Eifer eine Kampagne gegen Prostitution startet, gerät der Vater zwischen die Fronten, muß sich zwischen Familie und neuer Liebe entscheiden.

    Hanif Kureishi, der für Stephen Frears „Mein wunderbarer Waschsalon“ das Buch schrieb und 1991 seinen ersten Film, „London kills me“, drehte, geht es wieder um eine multikulturelle Melange aus Sexualität und Religion, Freiheit und Zwang, Liebe und Schuldgefühl. Im Mittelpunkt steht die Krise eines Mannes, der sich immer an andere anpaßte und dabei eigene Bedürfnisse vergaß, weder in der englischen Gesellschaft noch bei seinen asiatischen Freunden Akzeptanz fand. Als alle Strukturen um ihn herum zusammenbrechen, beginnt er ein eigenes Leben. „My Son the Fanatic“, die erste Zusammenarbeit zwischen BBC Film und UGC, ist ein herzerwärmendes Feel-Good-Movie. Udayan Prasad inszeniert keine larmoyante Sozial-Saga, sondern eröffnet einen optimistischen Blick in die Gegenwart, kriegt die Kurve zu Situationskomik und Ironie, ohne die wesentliche Thematik aus dem Auge zu verlieren. Er läßt es stark menscheln und bietet gute Unterhaltung. mk.

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