Filmhandlung und Hintergrund

Mitreißende Lovestory und bewegendes Porträt eines Alkoholikers von Ken Loach.

Der ehemalige Alkoholiker Joe hat sich von der Flasche abgewendet, nachdem er eine Saufkumpanin beinahe totgeschlagen hätte. Er versucht nunmehr mit aller Macht auf die Beine zu kommen. Unvermittelt tritt die alleinstehende Sozialarbeiterin Sarah in sein Leben, doch ihre frische Liebe ist zum Scheitern verurteilt.

Im Suff hätte Joe Kavanagh einmal beinahe seine Freundin erschlagen, deshalb versucht er, seine Sucht bei den Anonymen Alkoholikern zu bekämpfen. Leicht fällt es ihm nicht, denn Joe ist arbeitslos. Freude macht ihm nur die Fußballmannschaft, die er trainiert. Da lernt er durch Zufall die Sozialarbeiterin Sarah kennen, zu der er sich sofort hingezogen fühlt. Sie erwidert seine Gefühle und Joe schöpft Hoffnung auf ein besseres Leben. Aber dann legt er sich mit der Drogenmafia an, weil sein Freund Liam den Gangstern viel Geld schuldet…

Mitreißende Lovestory und bewegendes Porträt eines Alkoholikers von Ken Loach.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • My Name Is Joe: Mitreißende Lovestory und bewegendes Porträt eines Alkoholikers von Ken Loach.

    Nach seinem Ausflug an die internationalen Kriegsfronten von „Land and Freedom“ und „Carla’s Song“ kehrt Ken Loach zurück nach Großbritannien: Inspiriert von der ersten Hälfte von „Carla’s Song“, folgt der nimmermüde Kämpfer um die Sache des einfachen Mannes mit großer Liebe für kleine Gesten und verblüffend witzigen Szenen wie aus dem richtigen Leben einem ehemaligen Alkoholiker, der mit aller Macht versucht, wieder auf die Beine zu kommen. Daß dieses Porträt auch dann noch bewegt, wenn Loach die Handlung von einer mitreißenden Lovestory ins Melodramatische umkippen läßt, um sein Lamento über den beklagenswerten Zustand der Gesellschaft anstimmen zu können, ist der hemdsärmelig-robusten Darstellkunst von Peter Mullan zu verdanken, der mit dem Darstellerpreis in Cannes belohnt wurde.

    Die Worte „My name is Joe“, ausgesprochen bei einem Treffen der Anonymen Alkoholiker, eröffnen Loachs Trip durch die grauen Straßen von Glasgow, an deren Wegesrand er wie eine zarte Blüte eine ungeahnte Liebe erblühen läßt: zwischen dem ehemaligen Alkie Joe, der der Flasche voller Scham den Rücken gekehrt hat, seitdem er bei einem Filmriß eine Saufkumpanin halb totgeschlagen hat, und der alleinstehenden Sozialarbeiterin Sarah, die unvermittelt in Joes Leben tritt, als sie seinem Bus auf der Straße die Vorfahrt nimmt. Ganz, als habe Loach ebenfalls zufällig ihren Weg gekreuzt, entfaltet sich die Beziehung der beiden Mittdreißiger beinahe beiläufig. Gleichzeitig entwirft Loach ein sehr plastisches Bild vom Leben auf der Schattenseite der Metropole Glasgow, zeigt gleichermaßen die kleinen Freuden (Joe trainiert ein Fußballteam hoffnungsloser Verlierer, die in den ausgeleierten Trickots der deutschen Weltmeisterelf von 1974 auflaufen) wie die täglichen Sorgen, wenn Liam, ein ehemals drogenabhängiger Junge aus Joes Mannschaft, mit seiner Frau und ihrem Baby ganz alltäglich ums Überleben ringt und überdies dem lokalen Gangsterchef eine große Summe Geld schuldet. Doch bevor sich diese Handlungsvignette zum überdramatischen Showdown in den Vordergrund drängen und Joe mit sich in den Abgrund ziehen kann, gehört der Film ganz und gar dem Titelhelden und seiner Sarah. Mit spielerischer Leichtigkeit breitet Loach die stärksten Szenen seiner großen Karriere aus: Wie sich der arbeitslose Joe der zurückhaltenden Sarah nähert, indem er sich anbietet, ihre Wohnung zu tapezieren, obwohl er das noch nie zuvor in seinem Leben gemacht hat, oder die beiden sich über alte Clash-Songs ereifern, das ist realitätsnahes Briten-Kino at its best. Warum Loach den gemeinsamen Kampf der beiden wider alle Hindernisse für eine bessere Zukunft opfert, um seine nicht gerade klischeefreie Variante von „Die Faust im Nacken“ im breiten schottischen Akzent durchzudrücken, die im unweigerlichen Rückfall Joes und einer folgenden Tragödie mündet, bleibt das Geheimnis des Regisseurs. Zu gern hätte man es als Zuschauer erlebt, wenn er seinen wunderbaren Jedermann-Helden einen Triumph gegönnt hätte. Ein Zeichen der Hoffnung hätte dem Film besser gestanden als die Desillusion, daß das Vereinte Königreich unweigerlich dem Untergang geweiht ist. ts.

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