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Die nächste Ebene: 8 Horrorfilme für Menschen, die schon ALLES gesehen haben

Author: Tobias HeidemannTobias Heidemann |

Platzende Augäpfel und Maden in Eingeweiden machen dich müde und matt? Wenn der menschliche Hundertfüßer über den Bildschirm kriecht, zuckt höchstens deine Achsel? Bist du einfach am Ende? Bringt es noch mehr Blut irgendwie nicht mehr? Vielleicht ist es dann Zeit für etwas ganz Neues! Vielleicht bist du bereit für: Die Metaebene! (heroischer Tusch)

Wer viele Horrorfilme gesehen hat, ist nicht mehr leicht aus der Fassung zu bringen. Wer sehr viele Horrorfilme gesehen hat, der spielt vor allem bei der massenhaft produzierten Fließbandarbeit irgendwann nur noch Bullshit-Bingo. Auch Klischees und Konventionen können dem gemeinen Horrorfan das Fürchten lehren. Doch es gibt einen Ausweg aus dieser Sackgasse. Die folgenden acht Filme haben sich die besagten Konventionen und Klischees kurzerhand selbst zum Gegenstand gemacht. Wer also auf der Suche nach echter Abwechslung ist, der sollte diesen „Meta“-Horrorfilmen unbedingt mal eine Chance geben.

Murder Party (2007)

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Ein durchschnittlicher Loser findet an Halloween eine Partyeinladung auf der Straße und geht - bedauerliches Würstchen, das er nun mal ist - tatsächlich auch hin. Ganz schlechte Entscheidung, wie sich alsbald herausstellt. Die „Party“ entpuppt sich nämlich als total tödliche Todesfalle. Oder, so wollen es jedenfalls die perfiden Fallensteller, als weltbewegendes Kunstprojekt. Was folgt, ist eine aberwitzige Meta-Abrechnung mit der urbanen Hipster-Kunstszene, die sich langsam aber sicher in immer blutigere Höhen schraubt. „Murder Party“ ist der Debutfilm von Jeremy Saulnier, welcher sich mittlerweile mit „Green Room“ und „Blue Ruin“ einen echten Namen in Hollywood gemacht hat. Ein Hochgenuss für Übersättigte.

 

Rubber (2010)

Rubber Kaufvideo-Cover

In Quentin Dupieuxs „Rubber“ erwacht ein Autoreifen in der Kalifornischen Wüste plötzlich zum Leben und bringt Menschen um. Warum? Man weiß es nicht. Egal. Es gibt keinen wirklichen Grund. Warum auch. Hollywood macht immerhin ständig Dinge, die keinen wirklich ersichtlichen Grund zu haben scheinen. Hauptsache das Publikum bekommt was zu sehen. Apropos „Was zu sehen“: Der Reifen hat telepathische Fähigkeiten. Und Liebe. „Rubber“ ist ein ziemlich postmoderner Clusterfuck, der aber auch konservative Horrorfans nicht unbefriedigt an der Straße stehen lässt. Sollte man wirklich mal gesehen haben.

 

Anguish – Im Augenblick der Angst (1987)

Im Augenblick der Angst Kaufvideo-Cover

Im Grunde reicht es vollkommen aus, die zu Beginn des Films prominent eingeblendete Warnung hier kurz zu zitieren. Die lautet frei übersetzt ungefähr so: „Während des Films, den sie gleich sehen werden, werden sie das Ziel unterschwelliger Botschaften und milder Hypnose. Dies hat keinen physischen Schmerz oder andauernde Effekte zufolge. Sollten sie trotzdem das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren oder ihren Körper zu verlassen – gehen sie bitte umgehend aus dem Kinosaal“. Na? Neugierig geworden? Genau. Bigas Lunas „Anguish“ ist eine Film-im-Film-Erfahrung, die man als anspruchsvoller Horrorfan unbedingt gemacht haben sollte.

 

Funny Games (1997)

Funny Games (Digital Remastered) Kaufvideo-Cover

Lust auf einen schön brutalen Horrorfilm? Vielleicht irgendwas im Home Invasion-Bereich? Vielleicht mal eine nette Familie, die Opfer von anonymen Eindringlingen wird. So etwas kann doch richtig spannend werden, oder etwa nicht? „Funny Games“ von Michael Haneke ist tatsächlich spannend. Und grausam. Und dann unerträglich. Und dann terrorisierend und schließlich mahnend. Ein Wolf im Schafspelz. Gewalt, Medien und Voyeurismus - niemand anderen als das Publikum selbst macht der kontroverse Regisseur Michael Haneke für die unsagbaren Gewaltverbrechen, die hier messerscharf inszeniert wurden, verantwortlich. Muss man sich antun.

 

Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Tucker & Dale vs Evil (Steelbook, + DVD) Kaufvideo-Cover

Zugegeben, die drollig konstruierte Prämisse von „Tucker and Dale vs. Evil“ klingt auf dem Papier sehr stark nach etwas, das sich am Besten in einem Festival-Kurzfilm entfaltet hätte. Der Film dreht nämlich den Backwood-Genre-Spieß um: Die bösen Hillbillys sind hier harmlose Sympathieträger, die College Kids die tatsächliche Gefahrenquelle. Haha. Doch Eli Craigs kann mehr. „Tucker and Dale vs. Evil“ wurde Opfer einer blöden Marketingkampagne. Der Film dürfte die wohl beste Meta-Horror-Klamotte der jüngeren Vergangenheit sein. Hat seine Chance unbedingt verdient.

 

Behind The Mask: The Rise Of Leslie Vernon (2006)

Behind the Mask Leihvideo-Cover

Auch wenn „Behind The Mask“ den Großteil seiner Originalität dem belgischen Meilenstein „Mann beißt Hund“ zu verdanken hat – sehenswert ist diese Slasher-Variation des Klassikers auf jeden Fall. Der Film spielt nämlich in einem Universum, in welchem Horror-Figuren wie Freddy Krueger, Jason Voorhees, Leatherface oder Michael Myers reale Personen sind. Das Ganze ist als ambivalentes Mockumentary, also als fiktionaler Dokumentarfilm, aufgezogen, in welchem ein Filmteam den „aufsteigenden“ Serienmörder Leslie Vernon bei seinem moralisch leicht fragwürdigen Kampf um Ruhm begleitet. Wurde damals etwas übersehen.

 

Pontypool (2008)

Pontypool - Radio Zombie Kaufvideo-Cover

Ein Zombiefilm ohne ein einziges Zombie-Klischee. Geht das überhaupt noch? Ist in diesem prominenten Genre nicht schon längst alles gesagt? Von wegen. Tatsächlich ist die aktive Vermeidung der gängigen Konventionen die ganz große Stärke von Bruce McDonalds ungewöhnlichem Film. Alles fühlt sich frisch an. Wer glaubt, mit dem Zombie-Genre komplett durch zu sein, der muss zumindest „Pontypool“ noch sehen. Da geht noch was!

 

The Last Horror Movie (2003)

The Last Horror Movie Leihvideo-Cover

Ist das Kunst oder kann das weg? Als das Low Budget-Projekt 2003 auf den Markt kann, konnten sich Kritiker und Publikum nicht wirklich entscheiden. Irgendwo zwischen „Henry: Portrait of a Serial Killer“ und „American Pschyo“ führt dieser Film sein eigenes Publikum zum Schafott. Auch das war nicht wirklich neu, doch unter vielen Genre-Fans genießt dieser ausgeklügelte Streifen immer noch einen guten Ruf.

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