Filmhandlung und Hintergrund

Pilotfilm für eine neue ZDF-Krimireihe mit einem höchst ungewöhnlichen Ermittlertrio.

Ludwig Schaller, Ex-Chef der Münchner Mordkommission, bekommt eine letzte Chance, sich in seinem Job zu bewähren. Mit zwei neue Kollegen, dem forschen Harald Neuhauser, der sich mit Frauengeschichten immer wieder in Schwierigkeiten bringt, und der unerfahrenen Angelika Flierl, Nichte des Polizeipräsidenten, soll er alte Fälle aufarbeiten. Ihr erster Einsatz führt das Trio ins Münchner Umland, wo ein Mann spurlos verschwunden ist. Die Gattin vermutet Mord, die örtlichen Behörden glauben aber, dass der Vermisste Mafiakontakte unterhielt und sich nach Italien abgesetzt hat.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • München Mord: Wir sind die Neuen: Pilotfilm für eine neue ZDF-Krimireihe mit einem höchst ungewöhnlichen Ermittlertrio.

    Mit feinem Gespür für Milieu, Tonalität und Atmosphäre schickt Urs Egger die neuen, unkonventionellen ZDF-Samstagabendermittler auf ihren ersten Fall.

    Ein nackter Mann springt gleich zu Beginn aus dem Fenster - Harald Neuhauser heißt der agile Herr, Polizeibeamter und notorischer Frauenheld, auf der Flucht vor dem anrückenden Fußballstar-Gatten der Geliebten. Kollegin Angelika Flierl - talentlose Möchtegernsängerin - wiederum zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine Befähigung für den Polizeidienst mitbringt, ihren Job verdankt sie dem Umstand, dass sie die Nichte des Polizeipräsidenten ist. Fehlt noch „Psycho“ Ludwig Schaller, Ex-Chef der Mordkommission, dem eigenwillige Ermittlungsmethoden den Job gekostet haben.

    Dieses unkonventionelle Trio, klug besetzt mit Marcus Mittermeier, Bernadette Heerwagen und Alexander Held, nimmt in „München Mord“, einer ZDF-Auftragsproduktion der TV60Filmproduktion (Produzenten: Sven Burgemeister und Andreas Schneppe), erstmals die Ermittlungen auf. Ins Münchner Umland, die fiktive Gemeinde Englbach, führt der erste, konsequent betitelte Fall „Wir sind die Neuen“. Ein Mann (Gunther Gillian) ist verschwunden, die Ehefrau (Julia Koschitz) sich sicher, dass er ermordet wurde. Die örtliche Polizei - weder diensteifrig noch sonderlich interessiert - vermutet hingegen, dass der Vermisste, Jaguarfahrer und Besitzer eines schmucken Eigenheims, Mafiakontakte unterhielt und sich nach Italien abgesetzt hat.

    Zügig führt Urs Egger nach dem schlüssig konstruierten Skript von Alexander Adolph und Eva Wehrum die Figuren ein. Lustvoll fies zieht Christoph Süß als Vorgesetzter der neu gegründeten Abteilung, die eigentlich liegengebliebenen Papierkram abarbeiten soll, vom Leder und spricht vollmundig von „flacher Hierarchie“ und „Transparenz“, während Neuhauser Flierl rät doch ein „Gedicht zu schreiben“, als diese anmerkt, dass sie bezüglich des Verbrechens „ein komisches Gefühl“ hat.

    Nach dem modern gehaltenen Vorspann - zügig geschnittene Münchner Impressionen - kommt der Plot schnell auf den Punkt. Um Animositäten zwischen Land- und Stadtbewohnern, „Zuagroaste…“, geht es, um Vorurteile, „die ist promisk…“, um Gerüchte und üble Nachrede. Der Tonfall ist bayerisch humorvoll ohne in Volkstümelei abzugleiten, die Bilder - viel Nebel und Regen - sind stimmungsvoll, die Charaktere komplex. Für Krimifreunde kommt die Auflösung nicht unerwartet, mit der heftigen, furios umgesetzten Schießerei, die das Finale einläutet, ist aber nicht zu rechnen. Man darf auf die nächste Episode der Samstagserie, „Die Hölle bin ich“, gespannt sein. geh.

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