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Mr. Reliable

Kinostart: 04.12.1997

Filmhandlung und Hintergrund

Drama über die Belagerung eines Unschuldigen durch die Polizei. Nach einem authentischen Fall humorvoll inszeniert.

Der aus dem Gefängnis entlassene Dieb Wally mietet eine Bretterbude an und zieht dort mit seiner Freundin Beryl ein. Als er wegen einer Lappalie Besuch von der Polizei bekommt, dreht er aus Angst, wieder festgenommen zu werden, durch und richtet eine Waffe auf sie. Die Ereignisse überschlagen sich: die Polizei vermutet, daß Wally Betty gefangen hält.

Als eines Tages zwei Cops aus dem entfernten Sydney vor seiner Haustür mit Handschellen wedeln, brennen bei Gelegenheitsgauner Wally im australischen Outback die Sicherungen durch. Als er die Cops mit ziellosen Schrotschüssen von seinem Grund vertreibt und lauthals verkündet, er habe eine Frau und ein Kind (die Polizei assoziiert: Geiseln) sammelt sich eine Armee von Sicherheitskräften, Medienvertretern und Schaulustigen um das Haus. Im Nu wird aus der „Geiselnahme“ ein Volksfest und Wally zum Star.

Drama über die Belagerung eines Unschuldigen durch die Polizei. Nach einem authentischen Fall humorvoll inszeniert.

Darsteller und Crew

  • Colin Friels
  • Jacqueline McKenzie
  • Paul Sonkkila
  • Frank Gallacher
  • Aaron Blabey
  • Lisa Hensley
  • Ken Radley
  • Neil Fitzpatrick
  • George Shevtsov
  • Barry Otto
  • Geoff Morrell
  • Nadia Tass
  • Don Catchlove
  • Terry Hayes
  • Jim McElroy
  • Michael Hamlyn
  • David Parker
  • Peter Carrodus
  • Philip Raymond Judd

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mr. Reliable: Drama über die Belagerung eines Unschuldigen durch die Polizei. Nach einem authentischen Fall humorvoll inszeniert.

    Schon mit ihrem Debütfilm „Malcolm“ (1985) bewies Nadia Tass ein Händchen für schrägen Humor. Seitdem verfolgt sie zielstrebig ihre Karriere u.a. mit den Komödien „Big Steal“ und „Reine Glückssache“. In „Mr. Reliable“ erzählt sie mit bösartiger Komik, wie ein Kleinkrimineller zum Volkshelden wird - auf eine ganz spezielle Art, wie es nur in „down under“ passieren kann.

    Bei den internationalen Hofer Filmtagen 1996 amüsierte sich das Publikum bei der witzig verfilmten, wahren Begebenheit aus dem Jahre 1968. Auch in diesem fernen Eckchen der Welt wehte in der Zeit der Pariser Studentenrevolten ein Hauch von Anarchie. Nur sind es in Glenfield, einem Kaff in der Nähe Sidneys, nicht die Studenten, die die Polizei auf Trab bringen, sondern ein eigentlich ganz normaler Mann, Wally Mellish. Mit seiner Freundin Beryl („Angel Baby“ Jaqueline McKenzie) und dem frischgeborenen Nachwuchs will er nur eins: seine Ruhe. Die wird von der Polizei gestört, die ihn wegen kleiner Vergehen festnehmen will. Als Wally ausrastet und die Uniformierten mit einer Schrotflinte vertreibt, rückt bald die Ordnungsmacht in Kompaniestärke an, um den Widerspenstigen zur Raison zu bringen. Wally erweckt den Eindruck, seine Freundin als Geisel zu halten, verlangt gar einen Pfarrer, um sie zu heiraten und hängt dann noch sechs Tage „Honeymoon“ im eingekesselten Haus dran. Während drinnen sich die Seelen finden, kocht draußen die Volksseele. Bei Würstchen und massenhaft Bier übt sich die Menge in Solidarität mit dem Underdog, der nach acht Tagen einen Deal mit der Regierung abschließt und als freier Mann die Stätte des Ungemachs verläßt.

    Die gebürtige Griechin Nadia Tass, die es in den sechziger Jahren nach Australien verschlug, inszeniert dieses Scharmützel zwischen schlitzohrigem Normalo und schwerfälliger Bürokratie als unterhaltendes Stück Kino voller Absurdität mit Liebe zum Detail. Die Belagerungsaktion, die damals einen riesigen Medienrummel entfachte und als erstes „live to the air“-Verbrechen gilt, beschwört auf der Leinwand die Aufbruchstimmung der sechziger Jahre, den zivilen Ungehorsam, das Aufbegehren aus einem ganz anderen Blickwinkel. Wie das bunte Völkchen vor Wallys Haus in Picknick-Atmosphäre Politik macht und denen „da oben“ Grenzen aufzeigt, wie Wally der Regierung auf der Nase herumtanzt, das weckt Sympathie. Wieder setzt Nadia Tass auf einen Außenseiter, der in einer Ausnahmesituation über sich hinauswächst. Daß die fast unglaubliche Posse funktioniert, liegt an den wild zusammengewürfelten Charakteren. Vor allem aber an Colin Friels, einem der bekanntesten Schauspielern des fünften Kontinents, der schon in „Malcolm“ sein Talent für skurrile Figuren bewies und inzwischen international mit Filmen wie „Angel Baby“ oder „A Good Man in Africa“ reüssierte. Wenn er mit Bauernschläue die Ordnungsmacht aufs Kreuz legt und mit Chuzpe seine Forderungen durchsetzt, ist das ein ganz besonderes Komödienfutter. Der ungleiche und mit wunderlichen Waffen geführte Kampf zwischen David und Goliath sollte auch bei uns die Lachmuskeln reizen. mk.
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