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Über die Produktion

Mr. Beans Leben begann im Jahr 1990 auf den Fernsehschirmen Großbritanniens. Mittlerweile ist er längst – dank Rowan Atkinsons einzigartiger Fähigkeit, gewinnende physische Comedy und Slapstick mit einer liebenswerten Persönlichkeit zu vereinen – weltweit zu einem Star geworden. Die TV-Serie „Mr. Bean“ wurde auf der ganzen Welt verkauft, und dies führte die Autoren Rowan Atkinson und Richard Curtis dazu, einen Spielfilm zu schaffen: „Bean: The Ultimate Disaster Movie“ („Bean – Der ultimative Katastrophenfilm“, 1997), in dem sein Titelheld die Kunstwelt in Los Angeles aufmischte.

Nach dem enormen Erfolg des ersten „Bean“-Films – er spielte bei seinem Kinostart weltweit über 260 Millionen Dollar ein – war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Filmemacher entschließen sollten, ihre Figur erneut auf die Leinwand los zu lassen. Allerdings waren sie sich einig darüber, dass sie stilistisch und erzählerisch auf keinen Fall den bereits bekannten Pfad einschlagen wollten.

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„Wir hatten immer das Gefühl, dass Mr. Bean noch einen Film tragen würde, aber der sollte sich von dem ersten Film stark unterscheiden“, erläutert Rowan Atkinson, der preisgekrönte Schauspieler und Autor, der zusammen mit Richard Curtis die Comedy-Figur geschaffen hatte. „Den ersten Film haben wir vor zehn Jahren gedreht, und wenn wir eine direkte Fortsetzung im Auge gehabt hätten, wäre diese logischerweise vor acht oder neun Jahren entstanden. Aber wir haben uns Zeit genommen, um nachzudenken und die Sache reifen zu lassen.“

Es war einfach für Atkinson, wieder in die Figur von Bean zu schlüpfen, obwohl seit dem letzten Mal eine ganze Dekade verstrichen ist. „Seit dem letzten Film habe ich ihn nicht sehr oft besucht – das letzte Mal habe ich ihn bei einer britischen Kindersendung gespielt, das war vor rund zwei Jahren. Aber ich habe es nicht als schwierig empfunden, mich wieder in ihn hinein zu versetzen, ihn zu verstehen und zu wissen, wie er sich in bestimmten Situationen verhält. Ich muss nicht mehr an ihm arbeiten oder lange darüber nachdenken, wie er auf bestimmte Dinge reagiert. Ich kenne ihn instinktiv, und seine kindlichen Instinkte wirken sehr stark auf mich. Die Herausforderung beim Drehen war es für mich, dass ich im Zentrum des Films stehe, so ziemlich in jeder Szene auftrete und dabei sicher stellen muss, dass die Beziehungen zwischen Bean und den Menschen, die er trifft, gut funktionieren.“

Atkinson reizte außerdem die Chance auf einen anderen Stil des Filmemachens, die sich ihm mit dem neuen Film bot. „Ich habe immer daran geglaubt, dass ein Film über Mr. Bean in einem europäischen Stil gedreht werden sollte“, sagt er. „Der erste war eher im amerikanischen Stil. Er hatte die Geschichte, das Format und den Ton einer amerikanischen Familienkomödie. Ich war immer an der Idee interessiert, dass Mr. Bean das pro-aktive Element ist – jenes Element, das die Story voran treibt – statt ein reaktives Element, eine Art Satelliten-Figur, die im Hintergrund steht, während die Geschichte von den anderen Figuren voran getrieben wird. Das war jedoch das Prinzip des ersten Films.“

Tim Bevan, der Produzent und einer der Geschäftsführer von Working Title Films, erläutert, wie die kreativen Elemente zusammen kamen: „Als wir die Arbeit an ,Johnny English‘ („Johnny English“, 2003) beendet hatten, schlug ich Rowan vor, dass wir zwei weitere Filme entwickeln sollten, und einer davon sollte eine Fortsetzung zu ,Bean‘ sein.“ Er und Richard Curtis waren sich darüber einig, dass an einen Film über die gleiche Figur mit einer anderen kreativen Ambition herangegangen werden, und dass man ihn so rein und filmisch wie möglich umsetzen müsse. „Die Figur des Bean hat eine bestimmte Einfalt“, fährt Bevan fort, „und jemand hatte die geniale Idee, dass wir Simon McBurney mit ins Boot holen sollten, den Mitbegünder des Theatre de Complicite. Er hat sehr viel Erfahrung mit Bewegung und Pantomime. Im Grunde streben er und Rowan nach dem gleichen Ziel, nämlich das Publikum durch mehr oder weniger stumme Comedy zu begeistern.“

McBurney war gleich von der Vorstellung begeistert, mit Rowan Atkinson zusammen zu arbeiten. „Rowan ist als Darsteller absolut einzigartig“, erklärt er. „Ich habe ihn in den frühen achtziger Jahren das erste Mal getroffen und bei der Arbeit beobachtet, als ich noch sehr jung war. Und ich war hingerissen von seiner Bühnenarbeit, weil er einer jener Schauspieler war, die auf die Bühne gehen und das Publikum in Verzückung versetzen und zu Lachkrämpfen führen konnten, obwohl keiner genau wusste, was er da gerade macht. Er hat eine einzigartige physische Präsenz und eine unglaubliche Vorstellungskraft als Darsteller. Er ist in der Lage, auf etwas in bestimmter Weise zu reagieren, die sich kein anderer vorstellen kann – er geht in seiner Figur auf und beginnt, mit ihr zu spielen. Er spielt und erfindet andauernd, und das macht ihn so besonders.“

Die Arbeit mit einer Figur, die sich eher durch Handlung als durch gesprochenes Wort ausdrückt war ein weiterer starker Ansporn. „Ich liebe die stumme Komödie in all ihren zahllosen Formen“, sagt McBurney, der schon immer eine Hommage an die Komödien der Stummfilmzeit machen wollte. „Also setzte ich mich zuerst mal mit Rowan hin, und wir schauten uns die Filme von Buster Keaton, Charlie Chaplin, Harold Lloyd und Karl Valentin an. Wir haben auch ein paar Sachen von Jacques Tati gesehen, und ich dachte, es sei bestimmt aufregend, einen Film zu machen, in dem Bean so wenig wie irgend möglich spricht. Er ist ein wunderbarer Charakter, und es geht bei ihm eher darum, dass er Dinge tut statt Dinge sagt.“

Produktion: Die Besetzung

Die Filmemacher waren sich darüber im Klaren, dass Vergleiche zu Jacques Tatis klassischer französischer Komödie „Les Vacances de Monsieur Hulot“ („Die Ferien des Monsieur Hulot“, 1953) nicht ausbleiben würden, aber Rowan Atkinson formuliert es folgendermaßen: „Der Film ist getrieben von Mr. Beans Vorhaben, einen wunderschönen Strand aufzusuchen. Er ist nicht sonderlich von ,Les Vacances de Monsieur Hulot‘ inspiriert. Die Essenz dieses Films war, dass er fünf Minuten lang reist und dann anderthalb Stunden am Strand ist. Wir dagegen reisen anderthalb Stunden lang während der Laufzeit des Films und sind anschließend fünf Minuten lang am Strand. Also machen wir es genau umgekehrt.“

Als verschiedene mögliche Handlungsabläufe durchgespielt wurden, arbeitete sich schnell ein Schlüsselelement des Films heraus: die Einführung einer weiblichen Hauptfigur. „Bevor Simon mit an Bord kam, haben wir schon darüber nachgedacht, dass wir vielleicht einen Film über Bean und eine Frau drehen sollten“, sagt Bevan. „Als Simon dazu kam, meinte er, dass Bean keine Figur sei, die sich auf der Leinwand verlieben würde. Aber er fand die Idee, dass in der Geschichte eine Frau involviert sein müsste, sehr reizvoll. Simon und Rowan entschieden sich dafür, dass der Film eine Reise sein sollte, und dass wir ihn so simpel und einfach wie möglich halten. Unser Held sollte in die Ferien ans Meer fahren, und der Film dreht sich ganz um seine Reise an den Strand – und all die Hindernisse und Probleme, die auf dieser Reise auftreten.“

„Wie in jeder stummen Komödie treibt ein simples Verlangen die Handlung an – in diesem Fall Beans Verlangen, in Frankreich Urlaub zu machen“, fährt McBurney fort. „Die Geschichte ist ganz von seinen Handlungen motiviert, ganz in der Tradition von Buster Keaton – er hat eine Idee, er verliebt sich und verfolgt das Mädchen – oder Chaplin in ,The Gold Rush‘ („Goldrausch“, 1925), in dem er loszieht, weil er Geld machen will. Es gibt keinen psychologischen Überbau, alles ist sehr, sehr simpel. In MR. BEAN MACHT FERIEN versucht er, irgendwohin zu gelangen, und er schafft es einfach nicht.“

Die ersten Diskussionen brachten das Team auf zwei weitere Elemente: Es sollte in dem Film gesprochen werden, aber nur französisch oder eine andere Sprache, die nur wenige verstehen. Und Bean sollte drei Worte französisch sprechen können: Oui, Non und Gracias.

„Ich bereue es immer noch ein bisschen, dass Mr. Bean im ersten Film so viel geredet hat“, sagt Atkinson. „Indem wir Bean nun in eine Umgebung stellen, in der er die Sprache nicht versteht, muss er auf stumme Art mit den Situationen fertig werden, und damit waren wir in der Lage, zu der Reinheit zurück zu kehren, die Mr. Bean ausmacht.“

Das Team entschied sich weiter, Bean bei seiner Reise zwei Figuren an die Seite zu stellen: einen Jungen und eine Frau. Der von Max Baldry gespielte Junge wird zu Beans Verantwortung, denn er kämpft darum, ihn zu seinen Eltern zurück zu bringen, obwohl der Junge kein englisch spricht. Die von Emma de Caunes gespielte Frau ist weniger von romantischem Interesse, sondern wird vielmehr unfreiwillig in Beans Abenteuer hinein gezogen.

„Wir hatten bei der Besetzung dieser Rollen sehr viel Glück“, sagt Atkinson. „Emma de Caunes ist alles, was wir uns gewünscht hatten. Sie ist in der Lage, Verletzlichkeit zu zeigen, hat aber gleichzeitig sehr viel Lebhaftes – und genau das ist unsere Vorstellung von einer französischen Schauspielerin. Und Max Baldry ist sehr aktiv, sehr lebhaft, immer am Ball und sehr natürlich.“

Die Co-Produzentin Caroline Hewitt meint: „Für die Rolle der Sabine haben wir nach jemandem gesucht, der weder zu jung noch zu reif ist. Es gab eine Altersgrenze, über die hinaus die Figur nicht mehr so interessant war, und wenn sie zu jung war, bestand die Gefahr, dass sie zu süß wirkte. Emma traf genau die Mitte, die ist genau im richtigen Alter. Sie kennt Höhen und Tiefen einer Schauspieler-Karriere, und das ist sehr hilfreich bei dieser Figur. Max war der erste Junge, der bei den Castings durch unsere Tür kam. Er hat alles verändert, denn wir haben bemerkt, dass er fließend russisch spricht, und das passte zu unserem Anspruch, nach einem Jungen zu suchen, der eine Fremdsprache beherrscht. Max hat eine ganz fantastische Energie. Er hat eine große Gelassenheit und ist ziemlich aufgeweckt – er weiß genau, was er tut.“

Für Emma de Caunes, einen von Frankreichs „rising stars“ und Darstellerin in „La Science des Rêves“ („The Science of Sleep: Anleitung zum Träumen“, 2006), war die Entscheidung, den Part der Sabine anzunehmen, sehr einfach. Schließlich kannte sie die Figur des Mr. Bean schon sehr gut – dank ihres Vaters, des TV-Moderators Antoine de Caunes. „Als ich 15 oder 16 Jahre alt war, brachte mein Vater immer die Videotapes von ‚Mr. Bean‘ mit nach Hause, und ich war ganz verrückt danach. Er brachte mich immer zum Lachen und ich bin ein riesiger Fan. Ich liebe die Tatsache, dass er so unschuldig ist, beinahe wie ein Kind, und dass wir ihn alle so gut verstehen können. Und es steckt eine ganze Menge Poesie in unserem Film. Ich wollte auch die Gelegenheit nutzen, um mit Rowan zu arbeiten, denn ich halte ihn für einen unglaublichen Schauspieler. Seine Rolle ist mehr als nur burlesk, er ist ein fantastischer Komiker, und ich habe es sehr genossen, ihm bei der Arbeit und bei der Improvisation zuzusehen. Für mich ist er ein moderner Charlie Chaplin.“

Max Baldry, der hier sein Spielfilmdebüt gibt, kannte sich vor den Dreharbeiten ebenfalls schon mit Mr. Bean aus: „Ich bin in Polen aufgewachsen, und wir haben dort immer ,Mr. Bean‘ gesehen. Er ist auf der ganzen Welt bekannt. Eines Tages haben wir am Arc de Triomphe gedreht, ein Bus voller japanischer Touristen kam vorbei, und die haben die Fenster aufgerissen und laut ,Mr. Bean! Mr. Bean!‘ gerufen. Das war so witzig. Für mich war es sehr aufregend, mit Rowan Atkinson zu arbeiten, und manchmal war es sehr schwer für mich, nicht einfach loszulachen, weil ich ihn so unglaublich komisch finde.“

Für die Rolle des Carson Clay wandten sich die Filmemacher an Willem Dafoe, einen von Amerikas besten Schauspielern, zu dessen Filmen der Oscar®-gekrönte „The English Patient“ („Der englische Patient“, 1996), „The Life Aquatic With Steve Zissou“ („Die Tiefseetaucher“, 2004) und „Spider-Man“ („Spider-Man“, 2002) zählen. „Carson ist eine lustige Figur“, erläutert die Co-Produzentin Caroline Hewitt, „denn sie ist eine Karikatur des prätentiösen Arthouse-Regisseurs, der Werbespots drehen muss, um über die Runden zu kommen und dann den langweiligsten Arthouse-Film inszeniert, den die Menschheit je gesehen hat. Willem zeigte sich sehr offen und großzügig und hat den Part sofort bekommen. Wir haben ihm für die Szene auf dem Roten Teppich bei dem Filmfestival eine Freundin zur Seite gestellt, die ungefähr 3 Meter größer ist als er. Er hat’s verstanden und konnte prima damit umgehen.“

Es brauchte nicht viel, um Dafoe zu überzeugen, die Rolle anzunehmen. „Ich bin ein riesiger Fan von Rowan“, gibt er zu Protokoll, „und ich liebe meinen Part. Ich spiele eine Arthouse-Primadonnna, einen Regisseur, der in seinen eigenen Filmen auftritt, der aber des Geldes wegen Joghurt-Werbung macht. In den Augen von Mr. Bean ist er ein echter Kerl, aber Bean ist wie ein Stachel in seinem Fleisch.“

Produktion: Die Dreharbeiten

MR. BEAN MACHT FERIEN war für Dafoe auch in anderer Hinsicht reizvoll, denn der Film erlaubte es ihm, aus seiner komfortablen Zone auszubrechen, was filmische Genres betrifft: „Er ist anders als alles, was ich bisher gemacht habe, und das hilft mir stets, meinen Appetit wach zu halten. Es fühlte sich für mich wie ein Abenteuer an, denn ich habe neue Zugänge erlernen müssen. Der Film ist physische Comedy, und die ist sehr befreiend. Und das hat eine Menge Spaß gemacht.“

Das Kommando übernahm Steve Bendelack, Regisseur von britischen TV-Hits wie „Little Britain“ und „French and Saunders“ sowie des Spielfilms „The League of Gentlemen’s Apocalypse“ (2005). Nach den Worten von Produzent Tim Bevan ist Bendelack eine offensichtliche Wahl: „Wir brauchten jemanden, der einen Sinn für Comedy und schon mit Komödianten gearbeitet hat, aber auch ein Gespür für das Kino hat. Steve war genau diese Person.“

Die Herausforderung für Bendelack war es, Bean in einer neuen Umgebung zu inszenieren. „Es war interessant für mich, die erprobten und für gut befundenen Dinge, die Rowan als Mr. Bean tut, mit etwas zu kombinieren, das er vorher noch nie getan hat. Wir sehen ihn in diesem Film in einem viel größeren Kontext. Es war spannend, ihn in die reale Welt mit realen Charakteren zu stellen und mit dieser Nebeneinanderstellung zu spielen. Ich war an der Subtilität seiner Darstellung interessiert. Wir hatten eine großartige Zusammenarbeit, denn Rowan kennt seine Figur so gut. Ein Teil seiner eigenen Persönlichkeit wird ungekünstelt in dieser Figur heraus gearbeitet, und es ist sehr interessant, damit zu arbeiten.“

Caroline Hewitt bezeugt die Leichtigkeit, mit der Rowan Atkinson in seine Figur schlüpft: „Rowans Fokus und seine Konzentration sind außergewöhnlich. Ich habe ihn während der Dreharbeiten kennen gelernt und konnte beobachten, wie er sich in Mr. Bean verwandelt, und das war fast wie ein Schock. Es ist, als ob eine andere Persönlichkeit seinen Körper komplett übernimmt. Es ist nicht wie bei anderen Schauspielern, die ihre Figuren entdecken. Rowan weiß ganz genau, wer Bean ist, er kann mit absoluter Autorität sagen: ,Als Bean würde ich dies niemals tun.‘ Er ist komplett in dieser Figur verankert. Es ist unglaublich faszinierend, das zu beobachten.“

Der Film spielt beinahe ausschließlich in Frankreich, und den Filmemachern war es sehr daran gelegen, ein Frankreich zu zeigen, dass die Vorstellungen von Bean – und vielleicht auch die des Publikums – dieses Landes über den Haufen wirft.

„Wir haben oft und lange darüber diskutiert, dass Bean eine klischeehafte Vorstellung von Frankreich haben müsse“, sagt McBurney. „Seine Vorstellung ist bestimmt von dem Joghurt-Werbespot, den er am Ende sprengt – ein Frankreich, dass aus friedlichen historischen Dörfern in wunderbaren Landschaften besteht und von Männern mit Baskenmützen bevölkert wird, die in den Cafés in der Sonne sitzen und Pernod trinken. Beans Frankreich stellt sich allerdings als Fiktion heraus. Das wahre Frankreich ist ein bisschen anders. Ich habe lange Zeit in Frankreich gelebt, und ich wollte es als sehr modernes Land darstellen, das extrem urbanisiert ist und von einem unglaublichen Sinn für Design lebt. Das wahre Frankreich besteht aus Autobahnen, der modernen Achitektur von La Defense und dem Cannes Film Festival. Natürlich gibt es ein paar simple Gags, die man nur über dieses Land machen kann und denen wir auch nicht widerstehen konnten, Dinge, die mit Fahrrad fahren zu tun haben, dem Trampen oder dem Essen. Der Schlüssel ist, dass wir Bean sehen, wie er mit einer Kultur umgeht, die nicht seine eigene ist. In der TV-Serie muss er oft in ungewohnten Situationen reagieren. Hier ist er in einem komplett ungewohnten Land. Also wird aus dem ganzen Land die Situation, und alles kann potenziell in einer Katastrophe ausarten.“

Und Atkinson ergänzt: „Frankreich ist ein recht großes Land mit einer relativ kleinen Bevölkerungsdichte für diese Landmasse. Es gibt einige spektakuläre und wunderbare Gegenden, die wir versucht haben einzufangen. Wir wollten Einiges von der außergewöhnlichen Architektur und den Landschaften von Frankreich in den Vordergrund stellen, denn es hat etwas unglaublich Komisches, wenn die kleine Figur von Mr. Bean in diesem gewaltigen Kontext steht. Ich glaube, es war Charlie Chaplin, der gesagt hat: ,Das Leben ist eine Tragödie in der Nahaufnahme, aber eine Komödie in der Totalen‘. Genau dieses Element kommt hier zum Vorschein: Je weiter die Kamera zurückgeht, desto amüsanter wird die Figur in dieser Landschaft.“

Die Dreharbeiten fanden im Lauf von 12 Wochen im Sommer 2006 in London, Paris, dem Luberon und Cannes statt, wo sowohl der Strand als auch Le Palais, der Gastgeberort der Filmfestspiele von Cannes, als Drehorte zur Verfügung standen.

Dank den Organisatoren des Festivals war es zum ersten Mal überhaupt einem Filmteam gestattet, auf dem Roten Teppich während des Festivals zu drehen. „Es war unglaublich, dass uns erlaubt war, dort zu filmen“, sagt Hewitt. „Es stellte sich heraus, dass Giles Jacob, der Präsident des Festivals, ein Fan von Mr. Bean war und die Idee einfach mochte. Alle waren überwältigend freundlich und zuvorkommend und halfen uns in jeder erdenklichen Art und Weise. Wir haben eine Szene gedreht, als eine echte Film-Entourage über den Roten Teppich ging – wir sind einfach ganz frech hinter ihnen mitgegangen. Und für die etwas komplexeren Szenen haben wir eine Strecke von drei öffentlichen Strandabschnitten an der Croisette in Beschlag genommen.“

Für Emma de Caunes war es eine seltsame Erfahrung, über den Roten Teppich zu schreiten, als würde hier ein echter Film seine Premiere erleben. „Ich war sehr aufgeregt, denn niemand wusste wirklich, dass wir hier nur einen Film drehen. Die Menschen in Frankreich kennen mich ein wenig, und sie brüllten: ,Emma!‘ Ich dachte dabei immer nur: ,Nein, ich bin Sabine!‘ Es war echt lustig. Und es ist großartig, dass wir ein Stück dieses Irrsinns, den Cannes ausmacht, in unserem Film einfangen konnten.“

Den Film in Cannes spielen zu lassen war nur eine Art von McBurney, MR. BEAN MACHT FERIEN als Hommage an die Kunst des Filmemachens anzulegen: Durch den ganzen Film hindurch hat Bean eine Videokamera, und ein narrativer Teil findet durch die Bilder statt, die Bean mit seiner Kamera aufnimmt.

„Die großen Stummfilmkomödianten haben immer mit der Idee des Kinos gespielt“, sagt McBurney. „Heutzutage nimmt jeder eine Videokamera mit, wenn er in Urlaub fährt. Das hat uns die Erlaubnis gegeben, mit diesem Moment zu spielen. Wenn Bean eine Videokamera in die Hand nimmt, wird es interessant – man sieht, was er sich gerade betrachtet, und das wird zu einem Fenster dessen, was er denkt und fühlt. Und es zahlt sich am Ende aus, wenn er bei dem Film Festival ist. So ist es unvermeidlich, dass Film und Film kollidieren. Damit hatten wir die Gelegenheit, auf amüsante und clevere Art und Weise mit der Vorstellung zu spielen, was real ist und was nicht.“

„Es ist ein sehr wichtiges Element der Geschichte, dass Bean immer eine Videokamera dabei hat“, ergänzt Atkinson. „So spielen sich zwei Filme ab, während man im Kino sitzt – der Film, den wir gedreht haben und der, den Bean während seiner Erfahrungen auf dieser Reise macht. Es wird interessant, denn diese beiden Filme verschmelzen, überlappen und widersprechen sich natürlich, und so erzeugen wir ein Gefühl dafür, dass die Natur von Filmen und des Filmemachens selbst im Zentrum der Geschichte stehen.“

„Ich hoffe, dass MR. BEAN MACHT FERIEN dem gegenüber, was die Menschen an dieser Figur lieben, so wahrhaftig wie möglich ist – vielleicht sogar wahrhaftiger als alles, was wir vorher mit dieser Figur gezeigt haben“, schließt Atkinson. „Ich hoffe, dass wir eine reinere Repräsentation von Bean geschaffen haben und dass die Zuschauer sich wieder von dieser Figur begeistern lassen, ihr zujubeln und mit ihr sympathisieren – mehr als sie es je zuvor getan haben.“

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