Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht

Filmhandlung und Hintergrund

In der Regel dauert es ein Jahr, bis ein Film nach Ende der Dreharbeiten ins Fernsehen kommt. Für „Mozart“ wurde noch im Dezember gedreht - und bereits Anfang Februar wird der Film ausgestrahlt. Eine erstaunliche Leistung, die allerdings zur Folge hat, dass das „Bio-Pic“ immer im Winter spielt. Der unnötig sperrige Titel fasst zusammen, was wohl das größte Dilemma im Leben des Komponisten gewesen ist: Bis zuletzt...

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Kritikerrezensionen

  • In der Regel dauert es ein Jahr, bis ein Film nach Ende der Dreharbeiten ins Fernsehen kommt. Für „Mozart“ wurde noch im Dezember gedreht - und bereits Anfang Februar wird der Film ausgestrahlt. Eine erstaunliche Leistung, die allerdings zur Folge hat, dass das „Bio-Pic“ immer im Winter spielt.

    Der unnötig sperrige Titel fasst zusammen, was wohl das größte Dilemma im Leben des Komponisten gewesen ist: Bis zuletzt hat er vergeblich versucht, dem engen Salzburg zu entfliehen und in München Fuß zu fassen. Glaubt man Autor Benedikt Röskau und Regisseur Bernd Fischerauer, der das Drehbuch zusätzlich bearbeitet hat, lag dies nicht zuletzt an Kretins, die das Genie Mozarts nicht mal annähernd beurteilen konnten, aber eben Geld und Sagen hatten; eine nicht eben leise Kritik auch an heutigen Zuständen, darf man unterstellen.

    Vielen Zuschauern wird „Amadeus“, Milos Formans mitreißendes Porträt des Komponisten als Popstar, noch in guter Erinnerung sein. Fischerauer hatte also die Wahl, sich deutlich von Forman abzusetzen oder ihm nachzueifern. Er wählte den Mittelweg, was zwar nachvollziehbar, aber nicht die klügste Lösung gewesen ist. Formans Einfluss wird immer dann deutlich, wenn sich der Titelheld (Xaver Hutter) als fröhlicher Flucher oder lustvoller Lebemann geriert. In diesen Momenten wirkt der Film jedoch, als habe Brachialkabarettist Michael Mittermaier mal was Neues probiert.

    Gewöhnungsbedürftig ist auch die Ausstattung. Der Rokoko-Schnickschnack mit seinen gepuderten Perücken, den rosigen Bäckchen der Herren und ihren geschminkten Lippen wirkt mitunter wie gruseliger Mummenschanz. Das wiederum kann durchaus Fischerauers Absicht gewesen sein kann: Sein Held ist meist in natura zu sehen. Der intrigante Graf Seeau (Hans-Michael Rehberg), ein unappetitlicher Lustgreis, repräsentiert die dekadente Welt bei Hofe.

    Am ehesten wird Fischerauers „Mozart“ den Seherwartungen gerecht, wenn Hutter den modernen Helden geben darf und den „durchlauchtigsten Durchlauchten“ allerlei Unbotmäßigkeiten an den Kopf wirft. Überzeugend ist der junge Schauspieler auch als fanatischer Komponist, dem die Arbeit wichtiger ist als das leibliche Wohl. Gerade der Umgang mit der Musik aber ist das Manko des Films: Wer nicht ohnehin Klassikfreund ist, dem erschließt sich nicht, weshalb Mozart ein Genie gewesen ist. Natürlich ist man beeindruckt, wenn schon der Sechsjährige eigene Kompositionen präsentiert; aber warum sein Werk die Welt verändert und bis heute überdauert hat, das erklärt der Film nicht. tpg.

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