Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Morning Glory
  4. News
  5. Fakten und Hintergründe zum Film "Morning Glory"

Fakten und Hintergründe zum Film "Morning Glory"

Fakten und Hintergründe zum Film "Morning Glory"
Poster Morning Glory

Streaming bei:

Alle Streamingangebote

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Die Geschichte von Frauen am Arbeitsplatz in sexy Screwball-Komödien ist legendär. Das reicht von Rosalind Russell, die es in HIS GIRL FRIDAY („Sein Mädchen für besondere Fälle“, 1941) mit Cary Grant als hinterhältigen Redakteur zu tun bekam, bis zu Melanie Griffith als hart arbeitende Sekretärin aus einfachen Verhältnissen, die sich in WORKING GIRL („Die Waffen der Frauen“, 1988) als ihre einflussreiche Chefin ausgibt. Frauen, die es an die Spitze schaffen wollen, haben sich im Verlauf der Geschichte Hollywoods als smarte, schlagfertige und ansprechende Heldinnen erwiesen, die in Komödien eine besonders gute Figur abgeben.

Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna hat seit Langem ein Händchen für Geschichten über die Mühen und Triumphe junger Frauen, die am Arbeitsplatz ihren Weg gehen. Das schlug sich zunächst nieder in ihrem Drehbuch für die Erfolgskomödie THE DEVIL WEARS PRADA („Der Teufel trägt Prada“, 2006), basierend auf einem Bestseller über eine junge Assistentin, die sich todesmutig gegen ihre Chefin aus der Hölle durchsetzt.

Mit einem erfrischend modernen Ansatz erzählt sie jetzt das Porträt einer resoluten, aufstrebenden Fernsehproduzentin, die sich einen der stressvollsten Jobs der Welt ausgesucht hat: das Erstellen von Nachrichten für das Morgenfernsehen – ein Beruf, der ebenso berühmt wie berüchtigt dafür ist, junge Menschen zu Höchstleistungen anzuspornen… oder direkt ins Irrenhaus zu befördern.

McKenna ging bei der Arbeit von ihrer Hauptfigur aus: Becky Fuller ist eine ambitionierte Produzentin einer lokalen Nachrichtensendung, deren Arbeitsplatz gerade wegrationalisiert wurde. Mit einem Mal sehen die beruflichen Zukunftsaussichten für die 28-Jährige ebenso mau aus wie ihr eigentlich nicht existentes Liebesleben. Dann erhält sie die Chance in die in New York produzierte nationale Morgensendung „Daybreak“ einzusteigen. Ihr ist bewusst, dass ihre Erfolgschancen nicht allzu gut stehen. Trotzdem will sie diese einmalige Gelegenheit nicht kampflos verstreichen lassen. Das heißt aber auch, dass sie sich auf einen Frontalzusammenstoß mit einem Mann gefasst machen muss, der das genaue Gegenteil von ihr ist: Mike Pomeroy. Er ist eine Legende unter den Nachrichten-Anchors, ein Mann, der nichts ausstehen kann, was auch nur im Entferntesten den Eindruck macht, es könnte weich, süß oder knuffig sein, aber sich mit all diesen Eigenschaften konfrontiert sieht, als es Becky gelingt, ihn als neuen Komoderator – und wie sie hofft: Retter – ihrer Show zu verpflichten. McKenna unterbreitete ihre Idee J. J. Abrams, der sofort begeistert war von der Spannung, die sich aus dem stetigen Hin und Her zwischen einer zu allem entschlossenen Newcomerin und einem notorischen Stinkstiefel, der zu keinem Preis der Welt bereit ist, sich als Teamplayer auszuzeichnen, ergibt.

„Der Motor von MORNING GLORY ist die unglaublich unterhaltsame Dynamik, die zwischen diesen beiden großartigen Figuren besteht“, erklärt Abrams. „Becky ist eine junge Frau, die sich voller Enthusiasmus in ihre neue Arbeit stürzt, weil sie nichts mehr will, als dass alle anderen an sie glauben. Mike dagegen ist ein einstmals gefeierter und mittlerweile aufs Abstellgleis abgeschobener Nachrichtenpionier, der die bloße Idee von Morgenshows grundlegend ablehnt und nun alles in seiner Kraft Stehende unternimmt, Beckys Leben schwer zu machen. Mir gefiel, wie Aline diesen klassischen, mit Energie geladenen Old-School-Ton perfekt traf, als wäre MORNING GLORY ein Film von Preston Sturges. Die Morgennachrichten sind eine großartige Kulisse für eine Arbeitsplatzkomödie, weil die Atmosphäre stets geladen ist, aber Aline fand auch einen Erzählansatz, der ungemein frisch ist. Sich in ihrem Beruf durchzusetzen, bedeutet Becky alles, aber Mike hat nicht vor, es ihr leicht zu machen.“

Das Team von Abrams’ Produktionsfirma Bad Robot war auch angetan von der Vorstellung, all den Wahnsinn hinter den Kulissen einer jener Morgenshows zeigen zu können, mit denen Amerika jeden Tag aufsteht. Darin gibt es nicht nur durchgeknallte Wetterberichte, unkontrollierbare Tiere und Kochrezepte für Lasagne zu bestaunen, sondern auch die verzweifeltesten Versuche der Fernsehgeschichte, mit außergewöhnlichen Gimmicks die Quoten nach oben zu treiben. „Wer schon einmal ein paar der Clips auf YouTube gesehen hat, weiß, dass die Morgennachrichten voll sind mit den aberkomischsten Sachen, die jemals auf Video festgehalten wurden“, merkt Burk an. „Es war aufregend, über das komische Potenzial einfach nur nachzudenken.“

Und es stand außer Zweifel, dass es McKenna gelingen würde, eben jenes Potenzial in der endgültigen Drehbuchfassung komplett auszuschöpfen. „Wir sind alle große Fans von Alines Arbeit“, sagt die ausführende Produzentin Sherryl Clark, die für die Spielfilmproduktion bei Bad Robot verantwortlich zeichnet. „Wir hätten uns niemanden vorstellen können, der geeigneter für das Drehbuch gewesen wäre.“

Eines der Markenzeichen von Aline Brosh McKenna sind ihre dynamischen Dialoge. Aber sie glaubt auch an umfassende Vorbereitung und, wenn es sein muss, Recherche am eigenen Leib. Also stellte sie den Alarm ihres Weckers kurz entschlossen auf mitten in der Nacht und begann, ihre Tage selbst hinter den Kulissen sämtlicher New Yorker Morgenshows zu verbringen. Sie wollte eine Vorstellung davon bekommen, wie das Leben einer jungen Fernsehproduzentin tatsächlich aussieht.

Clark sagt: „Eines der größten Komplimente erhielten wir von Morley Safer (legendärer Journalist von CBS News), der uns fragte, ob Aline tatsächlich niemals für eine Morgenshow gearbeitet habe, weil er alles so unglaublich genau und akkurat fand.“ Je mehr sie in Erfahrung brachte, desto mehr kam McKenna zu der Überzeugung, dass es in MORNING GLORY um mehr gehen musste als um den ohnehin längst nicht mehr so leidenschaftlich ausgefochtenen Krieg zwischen Nachrichten und Unterhaltung.

Stattdessen wollte sie ihre Heldin mit einer ganz anderen, viel aktuelleren Realität konfrontieren: dass man Nachrichten und Unterhaltung mittlerweile nicht mehr auseinanderhalten kann. Mike Pomeroy mag standhaft an seinem Glauben festhalten, dass die wahren Nachrichten den Lauf der Welt beeinflussen, und Becky mag noch so beeindruckt von seinen Fähigkeiten als Reporter sein, aber sie weiß nur zu gut, dass die Welt sich so sehr verändert hat, dass Mike einen neuen Weg finden muss … oder auf dem Abstellgleis landet. Und so sehr sie ihre eigene Karriere anschieben will, will sie unter allen Umständen auch seine Karriere retten, auch wenn er sie in den Wahnsinn treibt.

„Alines Drehbuch greift die Debatte auf und streift in ihrer Geschichte die Bedeutung von Nachrichten, aber das ist nicht wirklich, was im Mittelpunkt des Films steht“, erklärt Clark. „Vielmehr geht es um ein Mädchen, das ein Underdog ist. Sie kommt in die große Stadt, um die Morgenshow in Amerika mit den schlechtesten Quoten zu retten – und das ist nur möglich, wenn es ihr gelingt, einen der zynischsten und abgebrühtesten Menschen, den es auf dem Planeten gibt, zu bekehren.“

Vom frühesten Entwicklungsstadium an träumten Aline Brosh McKenna und J. J. Abrams davon, Harrison Ford für die Rolle des mit allen Wassern gewaschenen Nachrichtenmannes Mike Pomeroy zu gewinnen. „Ich hatte eine Ahnung, dass die Rolle etwas für ihn sein würde, weil sie seinem ausgeprägten Sinn für Humor absolut entspricht“, meint Abrams, der vor fast 20 Jahren erstmals mit Ford gearbeitet hatte, als Drehbuchautor von REGARDING HENRY („In Sachen Henry“, 1991). „Wenn der Name Harrison Ford fällt, denkt man instinktiv an einen waschechten Actionhelden, an Han Solo und Indiana Jones. Dabei vergisst man, wie unglaublich witzig er sein kann. Es ist nur schon eine ganze Weile her, dass er eine wirklich großartige komische Rolle hatte.“

Gleich nach der Zusage Fords machte man sich auf die Suche nach einem geeigneten Regisseur. Schnell einigte man sich auf einen Namen: Roger Michell hatte in dem sensationell erfolgreichen Film NOTTING HILL („Notting Hill“, 1999) mit Julia Roberts und Hugh Grant, eine unwahrscheinlich erscheinende Liebesgeschichte zwischen dem berühmtesten Filmstar der Welt und einem unscheinbaren Londoner Buchverkäufer, bereits sein ausgeprägtes Gespür für entwaffnende Comedy unter Beweis gestellt.

Michell fiel außerdem auf mit seinem Oscar® nominierten Drama VENUS (2006) mit Peter O’Toole in einer seiner meistgelobten Darstellerleistungen, dem von der Kritik geschätzten THE MOTHER („Die Mutter – The Mother“, 2003) und dem Thriller CHANGING LANES („Spurwechsel“, 2002).

„Roger Michell kann einfach alles. Er hat einen ganz unverkennbaren Stil, eine ganz eigene Eleganz, die einem sofort auffällt“, sagt Abrams. „Roger gab MORNING GLORY einen wunderbar lebhaften Look, und er entlockte allen unseren Schauspielern umwerfende Leistungen.“

Das Drehbuch war eine große Überraschung für den Regisseur. „Ich wollte unbedingt wieder in Amerika arbeiten und einen Film drehen, der den Menschen Spaß macht“, berichtet Michell. „Als ich das Drehbuch las, merkte ich sofort, dass es großes Potenzial besaß. Es spielt in einer realen Welt mit großem Wiedererkennungswert, die Welt des Morgenfernsehens, die sich zu meiner Verblüffung als verführerischer und interessanter erwies, als ich jemals gedacht hätte. Der Humor steckte in den Figuren und darin, wie sich Becky Fuller mit bloßem Willen und Charme durchsetzt und diesen bunt zusammengewürfelten Haufen Menschen zum Erfolg führt.“

Die Kombination von McKenna, Ford und Michell war bereits ausgesprochen vielversprechend, aber es wurde noch besser, als man zwei weitere Wunschdarsteller gewinnen konnte: Der aufstrebende Jungstar Rachel McAdams wurde für die fordernde Rolle der Becky Fuller verpflichtet, und mit Diane Keaton kam eine unumstrittene Leinwandlegende für den Part der Colleen Peck an Bord, die sich legendäre verbale Schlagabtausche mit der von Harrison Ford gespielten Figur liefert.

„Die Gelegenheit zu haben, diesen beiden Ikonen dabei zuzusehen, wie sie aufeinander losgehen, ist absolut unbezahlbar“, merkt der ausführende Produzent Guy Riedel an. „Harrison und Diane waren so großartig in ihren Rollen, dass man sich wünschte, ihre Streitereien würden niemals aufhören. Wir wollten im Verlauf des Drehs immer noch mehr Dialoge schreiben, damit wir ihnen noch mehr bei ihrem Gekabbel zusehen konnten.“

Produktion: Die Besetzung

Essenziell für das Gelingen von MORNING GLORY war die schwierige Aufgabe, die Hauptfigur zu besetzen. Becky Fuller musste verletzlich sein, lebhaft, aber auch schlau und raffiniert genug, um sich von ganz unten nach ganz oben zu arbeiten, auch wenn ihre Erfolgsaussichten erschütternd gering zu sein schienen. „Wir brauchten jemand, dem man wirklich die Daumen drückt“, erklärt J. J. Abrams. „Sie musste temperamentvoll sein und witzig. Gleichzeitig musste man ihr aber auch glauben, und das war der vertrackte Teil, dass sie eine durchaus tiefgründige, belesene Person ist. Rachel McAdams bringt all das mit. Sie trifft die klassischen Komödienelemente voll ins schwarze, aber ihre Figur hat außerdem viel Herz, ist ehrlich und emotional.“ Sherryl Clark fügt hinzu: „Rachel ist wie ein frischer Wind. Sie stürzte sich kopfüber in die Rolle, und ich finde, sie macht aus Becky einen durch und durch nachvollziehbaren Menschen, dem man sich sofort nahe fühlt. Jeder fühlt sich mal wie ein Underdog, und Rachel fängt dieses Gefühl der Unsicherheit und wachsenden Verzweiflung perfekt ein.“ McAdams verspürte auf der Stelle eine Seelenverwandtschaft mit Becky. Mit ihren Marotten und ihrer Unermüdlichkeit konnte sie sofort etwas anfangen.

„Ich denke, dass das viele junge Menschen kennen. Man fängt in einem neuen Job an und eckt sofort bei den Mitarbeitern an, allesamt erfahrene Profis, die haargenau wissen, wie ihre Arbeit zu machen ist – und dass man sie nur so machen kann“, sagt sie. „Ich fand es super, dass sich Becky keine Sekunde entmutigen lässt und sich der Situation mit ihrem großartigen Dickkopf entgegenstemmt, auf den sie sich immer verlassen kann. Und so stellt sie den Status quo auf den Kopf.“

McAdams arbeitete eng mit der Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna zusammen, um ihre hartnäckig entschlossene Figur in- und auswendig kennenzulernen. „Aline ist eine großartige Autorin, sie kennt ihre Figuren ganz genau. Deshalb war es ausgesprochen wertvoll, sie als Mitstreiterin an meiner Seite zu wissen“, erzählt McAdams. „Es war großartig, sie während der gesamten Produktion zurate ziehen zu können, Anregungen von ihr zu erhalten und neue Ideen auszutauschen. Bis zum Schluss feilten wir an der Figur, fügten Kleinigkeiten hinzu und machten aus Becky eine Figur aus Fleisch und Blut.“ Mit einer Intensität, die Becky Fuller gefallen würde, stellte McAdams ihre eigenen Recherchen an. Sie besuchte sämtliche Morgenshows in New York, weil sie selbst herausfinden wollte, wie sie wirklich funktionieren.

„Ich habe mit allen Beteiligten geredet, den Produzenten, den Menschen, die die Geschichten recherchieren, den Kameraleuten, den Jungs im Senderaum. Ich wollte verstehen, wie das abläuft, aus jedem erdenklichen Blickwinkel. Ich habe entdeckt, dass man sich dort in einer ganz eigenen Sprache verständigt“, berichtet sie. „Alles passiert in atemberaubender Geschwindigkeit. Gerade noch herrscht totale Panik und jeder rastet aus, dann geht’s richtig zur Sache, und kurz darauf reißen sie Witze, lachen und machen Mittagspause. Mich hat die elektrisierende Atmosphäre wirklich beeindruckt, die Arbeit ohne Netz und doppelten Boden: Wenn man etwas gesagt hat, kann man es nicht mehr rückgängig machen. Das macht mir richtig Angst.“

Überrascht war Rachel McAdams auch von der Erkenntnis, dass das Produzieren von Morgenshows eine körperlich ausgesprochen fordernde Arbeit sein kann. „Becky ist eine deutlich größere Actionheldin, als ich es mir anfangs hätte träumen lassen“, lacht sie. „Ich musste viele Treppen auf und ab rennen und immer überall präsent sein, um all diese verschiedenen Menschen mit all ihren unterschiedlichen Agendas auch nur annähernd unter Kontrolle zu halten. Das war überraschend, hat aber auch richtig viel Spaß gemacht.“

Am Set hatte Rachel McAdams ihre Figur so sehr verinnerlicht, dass selbst der Regisseur überrascht war. Roger Michell erinnert sich: „Rachel hatte mir erzählt, dass sie sich selbst nicht unbedingt als Komödiantin beschreiben würde. Aber mir war sofort klar, dass sie wunderbar komisch sein kann und das ihr komödiantisches Können von einem lebendigen Herzschlag angetrieben wird. Sie hat eine liebenswerte, unschuldige Energie, die sich entscheidend auf den Film überträgt. Becky hat einen absurd anstrengenden Beruf, aber Rachel spielt sie wie ein Kind, das den ersten Tag an der Schule verbringt. Rachels Wesen treibt den Film, in demsie zeigt, wie sich Becky kraft ihres Willens und Charmes durchsetzt.“

Dieser Charme wird auf eine schwere Probe gestellt, als Becky zu realisieren beginnt, dass ihr langjähriges Nachrichtenvorbild Mike Pomeroy womöglich als Kollege nicht ganz so traumhaft ist. Es sieht vielmehr schnell so aus, als ob er seinen Ruf als einer der schlimmsten Menschen der Welt nicht ganz unverdient hat. Je stänkernder und widerborstiger sich Mike allerdings gibt, desto entschlossener wird Becky – eine Dynamik, deren Darstellung Rachel McAdams gemeinsam mit Harrison Ford überaus genossen hat.

„Harrison hat Mike wunderbar gespielt. Er ist so ungerührt, so trocken, so sarkastisch, dass ich wirklich den Eindruck hatte, ich würde mir an ihm die Zähne ausbeißen. Er spielte so unauffällig und doch so lebendig, dass es eine sehr spannende Herausforderung war, mit ihm vor der Kamera zu stehen“, erinnert sich McAdams. Für Guy Riedel lässt sich die Klasse von McAdams’ Spiel an ihrer Interaktion mit Harrison Ford bemessen. Er meint: „Rachels Art ist so unbändig und witzig wie ein Cheerleader, sodass der Kontrast zu Mike Pomeroy, der so bitter und zornig ist, nicht größer sein könnte. Wie sie sich gegen ihn stemmt, das ist das Beste, was ich mir vorstellen kann.“

McAdams war aber nicht minder gespannt, mit Diane Keaton vor der Kamera zu stehen: „Ich liebe es, wie Diane ihre Colleen spielt: Man kann immer ihr Herz sehen. Sie spielt eine Frau, die zu allem bereit ist, sich selbst in das Kostüm eines Sumoringers packt, um ihre Zuschauer zu einem Lächeln zu bewegen und dafür zu sorgen, dass die Sendung gesehen wird. Sie spielt Colleen als witzige und starke, aber auch verletzliche Figur.“

Obwohl sie jeden Morgen aufs Neue in den Krieg ziehen muss, findet Becky immer noch genügend Zeit für ihren romantischen Frieden, da sie sich trotz einer wenig überzeugenden H i s t o r i e amouröser Fehlschläge i n den Nachrichtenmagazinproduzenten Adam Bennett (Patrick Wilson) verliebt. Jahrelang war Becky zu beschäftigt mit ihrer Arbeit, um überhaupt zu realisieren, wenn sie etwas für jemanden empfand, aber Adam lässt nicht so leicht locker. „Zuerst will Becky nur Informationen aus ihm herausholen, weil sie herausfinden will, wie das merkwürdige Wesen namens Mike Pomeroy wirklich tickt“, erläutert McAdams. „Becky ist so ahnungslos, was Männer betrifft, dass sie Adams Signale völlig falsch interpretiert. Der Anfang der Beziehung ist ziemlich holprig, aber … sagen wir einfach, alles geht gut aus.“ McAdams hinterließ auf Wilson jedenfalls einen bleibenden Eindruck: „Sie spielt Becky mit einer wunderbaren, leidenschaftlichen Energie, ohne jemals überdreht oder verrückt zu wirken oder Distanz zum Publikum zu schaffen. Es war ziemlich einfach, sich in sie zu verlieben.“

In seiner ersten Komödie seit Jahren übernimmt Harrison Ford die Darstellung einer überlebensgroßen Figur: Mike Pomeroy, auch bekannt als „die drittschlimmste Person auf der ganzen Welt“, den ätzenden und bissigen, wenngleich auch brillanten Old- School-Nachrichten-Anchor, der sich gezwungen sieht, absolut gegen seinen Willen die Komoderation der luftig-leichten Morgenshow seines Senders zu übernehmen. Einst, als den Nachrichten noch Bedeutung beigemessen wurde und Anchormen das Nonplusultra in männlicher Vertrauenswürdigkeit waren, war Mike buchstäblich ein Fernsehgott, ein richtiger Strippenzieher in der Welt der Politik und internationalen Beziehungen. Doch längst sind seine Quoten in den Keller gerattert, und der Job, der ihm mehr bedeutete als alles andere in seinem Leben, hat praktisch aufgehört zu existieren. Mike stellt fest, dass er einsamer ist und zorniger auf die Welt, als er es sich jemals hätte vorstellen können. Es kann eigentlich nicht schlimmer werden, denkt er … Bis er Becky Fuller kennenlernt und es ihr bravourös gelingt, ihn für ihre Morgenshow zu verpflichten, wo er sich mit Beiträgen über Zahnbürsten und Prostata-Untersuchungen herumschlagen muss.

„Im Grunde ist es einfach so, dass Mike die neue Richtung, die sein Leben eingeschlagen hat, erniedrigend findet“, erklärt Harrison Ford. „Er findet nicht, dass es seine Karriere verdient hat, auf diese Weise zu Ende zu gehen – als Moderator der Morgensendung, die die niedrigsten Einschaltquoten in der Geschichte des Fernsehens zu verzeichnen hat. Das ist einfach unter seiner Würde. Er nimmt das Verbreiten von Nachrichten sehr, sehr ernst. Und ganz sicher wird er vor der Kamera nicht kochen oder Haushaltstipps geben oder Belanglosigkeiten mit seiner Moderationskollegin austauschen.“

Und doch: Je mehr er sich mit Becky Fuller anlegt, desto mehr erkennt er, dass sie eine verwandtere Seele ist, als er es gedacht hätte: Wie er ist sie ein Workaholic durch und durch und bereit, für ihren Job alles zu opfern. Ford sagt: „Ihre Beziehung ist sehr witzig. Aber sie ist auch ungemein emotional.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine wirkliche Verbindung. Ich denke, Mike treibt Becky zu Höchstleistungen an, weil er ihr seine Art von Journalismus für die Morgenshow aufdrängen will. Aber auch sie treibt ihn an, wieder beweglicher zu werden, nicht so verknöchert zu sein. Dieser Prozess führt zu vielen wunderbar komischen Szenen.“

Roger Michell war begeistert, mit Harrison Ford an einer Komödie arbeiten zu können. „Die Rolle warperfekt für ihn, sie passte ihm wie ein Handschuh“, berichtet der Regisseur. „Ich denke, er spürte auch,dass dies die Rolle für ihn war, um einmal etwas anderes anzupacken.“

Die Mischung aus Humor und der genauen Beobachtung menschlicher Macken stach Harrison Ford gleich bei der ersten Lektüre des Drehbuchs ins Auge. „Es war eines der lustigsten und intelligentesten Drehbücher, das ich seit Langem gelesen habe“, sagt er. „Die Dialoge sind stark, die Beziehungen wahrhaftig, der Sinn für Humor ist sehr erwachsen. Die ungemein hohe Qualität fand ich einfach unwiderstehlich. Ich spiele gerne in Komödien mit, aber mir fällt auf, dass die meisten Komödien nicht ambitioniert genug sind. Diese Komödie dagegen war ausgesprochen gut geschrieben.“

Ford gefielen besonders die an die klassischen Komödien mit Hepburn und Tracy erinnernden verbalen Scharmützel zwischen seiner Figur und der von Diane Keaton gespielten Colleen Peck. „Diane bringt etwas ganz Besonderes mit“, betont Harrison Ford, der die Schauspielerin vor den Dreharbeiten noch nie getroffen hatte. „Sie ist die perfekte Person dafür, genauso gut auszuteilen, wie sie einsteckt. Wir hatten viel Spaß dabei, diesen bissigen, bösen Humor auf Film festzuhalten. Besonders lustig ist, dass genau ihre unablässige Streitsucht vor der Kamera ,Daybreak‘ endlich wieder zu einem Erfolg werden lässt, weil sich herumspricht, wie die beiden, die einander offenkundig nicht ausstehen können, Tag für Tag auf Sendung miteinander umspringen.“ Michell sagt: „Ihr Umgang miteinander ist faszinierend. Diane ist bereit, alles zu unternehmen, die Einschaltquoten für ihre Sendung wieder nach oben zu treiben. Und Harrison ist bereit, nichts zu tun. Es macht wirklich Spaß zuzusehen, wie sie sich gegenseitig angiften.“

Ford machte es auch viel Spaß, mit Rachel McAdams vor der Kamera zu stehen – vor allem weil er aus der ersten Reihe zusehen konnte, wie sie sich anstrengt, seine unerhört schlecht gelaunte Figur für ihre Sache zu gewinnen. „Ich kann ehrlich sagen, dass ich mich nicht erinnern kann, jemals mit jemandem gearbeitet zu haben, der in eine Rolle mehr Humor und Emotion gesteckt hat als Rachel“, sagt er voller Anerkennung. „Sie ist die Art von Schauspielerin, die alles in einer Situation wahrhaftig sein lässt.“

In einer seiner Lieblingsszenen hatte Ford die Gelegenheit, an einem Tisch im 21 Club mit einem Trio von Nachrichtenlegenden zu sitzen: Gemeinsam mit den Kollegen Morley Safer, Chris Matthews und Bob Schieffer gibt sich Mike Pomeroy in dieser Szene ordentlich die Kante.

„Sie erzählten mir unglaubliche Geschichten davon, was ihnen im Verlauf ihrer Karriere alles passiert ist. Nichts davon darf man in der Öffentlichkeit wiederholen“, sagt Ford. „Es war ein richtig lustiger Tag.“

Michell erinnert sich: „Wir hatten nur ein ganz kleines Zeitfenster, in dem wir die Szene drehen konnten, weil diese drei sehr bedeutenden Nachrichtensprecher nur kurz gleichzeitig in New York sein konnten. Sie mussten alle kurz darauf wieder wegen anderer wichtiger Termine weg, wir hatten also Glück, sie überhaupt für unseren Film gewinnen zu können. Harrison war davor tatsächlich ganz schön nervös. Er hatte keinen dieser Jungs davor jemals getroffen, und doch musste er als Mike Pomeroy so tun, als wäre er seit Jahren mit ihnen befreundet. Er hat seine Sache natürlich ausgezeichnet gemacht. Aber auch sie waren nervös, weil sie mit Harrison Ford vor der Kamera stehen durften. Aber nachdem das Eis gebrochen war, erzählten sie sich Kriegsgeschichten und mussten viel lachen. Es war ganz ungezwungen.“ Letztlich ging es Harrison Ford nicht anders als Becky Fuller. Der ewige Brummbär Mike Pomeroy, der nichts anderes will, als dass sein Lebenswerk etwas bedeutet, wuchs ihm regelrecht ans Herz.

„Wenn ich etwas an ihm wirklich verstanden habe, dann ist es sein Bedürfnis, immer die bestmögliche Arbeit abzuliefern“, fasst Ford zusammen. „Mike mag snobistische Urteile fällen, Urteile, die aufgeblasen und selbstgerecht sein mögen. Aber am Ende des Tages will er doch nur das Richtige machen, egal was er von sich geben oder wie es erscheinen mag. Tatsächlich ist er ein bemühter, aufrechter Mensch.“

Als Mike Pomeroy zum Team von „Daybreak“ stößt, prallt er nicht nur frontal mit Becky Fuller zusammen, sondern auch mit der Frau, die seine Komoderatorin und seine ständige Gegenspielerin sein wird: Colleen Peck, die flatterhafte ehemalige Schönheitskönigin, deren Karriere auf belanglosem Geschnatter und der Bereitschaft, auf Sendung wirklich alles mitzumachen, egal wie lächerlich es auch sein mag, basiert.

Peck wird von einer Schauspielerin gespielt, die die nuancierte Komödie zu einer amerikanischen Kunstform gemacht hat: Die Academy Award-Gewinnerin und dreimal für einen Oscar® nominierte Diane Keaton wurde mit ihren Filmen mit Woody Allen berühmt und kann seither auf eine der vielfältigsten und erstaunlichsten Karrieren Hollywoods verweisen. Guy Riedel sagt: „Diane spielt das alte Schlachtross mit Hingabe. Ihre Colleen Peck ist eine Frau, die ihre Nische gefunden hat. Und auch wenn sie ihre Arbeit nicht mehr so lieben mag wie am Anfang, so findet sie doch, dass sie sich als Überlebende der Morgenshowkriege einen gewissen Status verdient hat. Als Mike Pomeroy auf der Bildfläche erscheint und sie mit herablassender Verachtung behandelt, ist das der Startschuss für einen fortwährenden Schlagabtausch zwischen den beiden. Und Diane holt aus jedem Moment dieses Krieges ein Maximum an Komödie heraus.“

Keaton sagt, sie habe sofort gewusst, dass sie bei MORNING GLORY mitspielen wollte. „Ich habe in meinem Leben mittlerweile eine Menge Filme gemacht. Und jedes Mal wollte ich aus demselben Grund mitspielen: das Drehbuch – und Aline hat ein fantastisches geschrieben. Es ist lustig, es geht einem nahe, und es ist ungemein menschlich.

Colleen nennt sie selbst „die Frau, die man zu hassen liebt. Sie ist selbstverliebt, sie ist eitel, sie ist oberflächlich, und sie ist nur daran interessiert, auf Sendung zu bleiben. Sie würde alles unternehmen, um auf Sendung zu bleiben. Sie würde ihre eigene Mutter verkaufen! Letzten Endes will sie aber, glaube ich, nur dem Publikum gefallen.“

Doch nachdem es mit den Quoten für „Daybreak“ endgültig in den Keller geht, muss sie etwas tun, was sie als wirklich extrem betrachtet: Sie muss nicht nur einen Komoderatoren akzeptieren, sondern auch, dass es sich dabei ausgerechnet um Mike Pomeroy handelt, den weltberühmten Nachrichten Anchor, der für Colleen nur ein abschätziges Lächeln übrig hat. Keaton war begeistert, mit Harrison Ford zusammenarbeiten zu können. „Wenn Harrison einen Raum betritt, dann ist es, als würde Mount Rushmore durch die Tür kommen. Er ist eine regelrechte Ikone“, berichtet Diane Keaton. „Er ist wie niemand sonst. Ich denke auch, dass dies eine seiner besten Rollen ist. Er ist hart, zynisch, bösartig, abschätzig, unmöglich… und doch charmant und umwerfend komisch. Im Film kommen wir vielleicht nicht so gut miteinander aus, aber in Realität habe ich mich natürlich Hals über Kopf in ihn verliebt.“

Die blitzschnellen verbalen Schlagabtausche zwischen den beiden machten Keaton während des gesamten Drehs große Freude. „Das sind doch genau die Szenen, auf die man sein ganzes Leben lang wartet“, erzählt sie. „Was als harmloses Geplapper beginnt, wandelt sich binnen kürzester Zeit in verbale Kriegsführung. Was könnte mehr Spaß machen, als sich mit Harrison Ford zu bekriegen?“

Keaton gefiel auch die Aussicht auf Slapstick – und davon bekommt Colleen Peck mehr als genug. „Ich bin ein großer Fan von richtig derbem Slapstick, und ich erhielt bei MORNING GLORY einige Gelegenheiten, mich zum Affen zu machen“, sagt Keaton. „Ich habe eine Szene, in der ich mit Mr. 50 Cent singen muss. Meine Tochter hat sich für mich geschämt, aber ich habe noch nie so viel Spaß in meinem Leben gehabt.“

Schnell war am Set klar, dass Diane Keaton vor nichts zurückschrecken würde. „Am allerersten Drehtag musste ich mich in einen Fatsuit zwängen und gegen einen Sumoringer antreten“, erinnert sie sich. „Wenn es um Slapstick geht, komme ich gerne einfach an den Set und lege los. Das ist eine Einstellung, die einen auch leicht in Schwierigkeiten bringen kann. Ich stand da also mit diesem 200-Kilo-Mann, der sehr nett und freundlich war. Ich musste auch nichts anderes machen, als ihn einfach zu berühren. Und auf einmal geriet ich ins Wanken und fiel hin. Von wegen einfach loslegen: Bei einem Sumoringer sollte man sich das besser zweimal überlegen.“

Im Laufe ihrer Karriere hat Diane Keaton mit den größten Filmemachern aller Zeiten zusammengearbeitet. Der Dreh mit Roger Michell war dennoch ganz anders als das, was die Schauspielerin bislang gewohnt war. „Ich habe noch nie mit jemand gearbeitet, der so ist wie er“, sagt sie. „Er hat keine Angst vor voreingenommenen, starrsinnigen Menschen. Er hört jedem zu, was er zu sagen hat. Er respektiert alle Meinungen. Aber dann trifft er seine eigenen Entscheidungen darüber, was am besten für seinen Film ist. Man weiß, dass man sich bei Roger in guten Händen befindet.“

Becky Fuller gibt alles für ihren Job. Doch dann stellt sie fest, dass es noch etwas anderes gibt – oder besser: einen anderen, nämlich Adam Bennett, einen sehr attraktiven Nachrichten-magazinproduzenten, der sich als erster Mann in ihrem Leben erweist, der gewillt ist, sich nicht von ihrem wahnwitzigen Terminplan überrollen zu lassen. Adam wird von Patrick Wilson gespielt, den man aus eher dramatische Rollen kennt, zum Beispiel aus der HBO-Miniserie „Angels in America“, die ihm ein Nominierung für einen Golden Globe® einbrachte, oder als Nite Owl in der Comicverfilmung WATCHMEN („Watchmen – Die Wächter“, 2009) oder als mit seinem Leben unzufriedener Ehemann in LITTLE CHILDREN („Little Children“, 2006). Dass er auch Komödien beherrscht, bewies er unlängst in THE SWITCH („Umständlich verliebt“, 2010).

In MORNING GLORY konnte er nun auch eine romantische Seite von sich präsentieren. Sein Adam ist sozusagen das Yin zu Beckys Yang, er ist die Ruhe, sie ist der Sturm. „Das war wirklich ein neues Abenteuer für mich“, überlegt Wilson. „Das ist die Art von Komödie, die mich anspricht, weil es um großartiges Geschichtenerzählen und starke Figuren geht.“ Und es gibt für ihn sogar eine unmittelbare Verbindung zu dem Thema des Films.

Sowohl der Vater als auch der Bruder von Patrick Wilson sind im wahren Leben Anchormen im Fernsehen. Sein Vater ist seit 25 Jahren Sprecher der Abendnachrichten in Tampa, Florida. Patrick Wilson kann sich an Familienabendessen erinnern, bei denen sein Vater voll geschminkt am Tisch saß – mit Taschentüchern im Hemdkragen, damit das Hemd frisch bleibt. Weil er die Nachrichtenwelt selbst aus dem Effeff kennt, verstand Wilson, wie authentisch ihre Darstellung im Drehbuch war. „Ich war fasziniert, wie punktgenau Aline festgehalten hatte, wie es bei einer Nachrichtensendung wirklich zugeht“, sagt Wilson über das Skript. „Ich fand es nicht nur ungeheuer lustig, sondern auch absolut authentisch und voller Wahrheit.“

Auch die Beziehung zwischen Adam mit Becky gefiel Wilson, weil sie so erfrischend ehrlich und erwachsen ist. „Sie sind zwei Menschen mit völlig unterschiedlicher Energie, aber genau das gefällt Adam an Becky“, meint Wilson. „Becky steckt voller regelrecht leidenschaftlicher Energie, und Rachel hat das geradezu meisterlich gespielt. Adam kann nichts anderes tun, als sie zu erden und nach Möglichkeit immer wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen.“

Das ist natürlich kein Prozess, der reibungslos abläuft, aber das trägt nur zum allgemeinen Spaß bei – und macht ihre Beziehung noch heißer. „Ich denke, dass Becky und Adam sich mit etwas herumschlagen, was viele Menschen kennen: Eine Beziehung am Laufen zu halten, während man weiter an seiner Karriere arbeitet, kann einen ganz schön aufreiben“, merkt Wilson an. „Und wenn man es mit einer getriebenen Frau wie Becky zu tun hat, die ständig jongliert zwischen einem wirklich anstrengenden Beruf und einem richtigen Privatleben, dann ist es noch schwerer. Das kann nicht ohne Reibungen und größere Missverständnisse ablaufen, aber beide sind gewillt, es immer und immer wieder zu versuchen.“

J._J. Abrams sagt: „Patrick fiel so etwas wie die, Freundin-Rolle‘ zu, aber er hat etwas ganz Besonderes daraus gemacht: Seine Darstellung kommt von Herzen, sie ist liebenswert, witzig und voller Selbstironie. Ich halte ihn für einen großartigen Schauspieler.“

Der Mann, der womöglich am meisten fasziniert und irritiert von Becky Fuller ist, ist ihr neuer Boss beim Sender IBS, Jerry Barnes: Er weiß, dass ihre Aufgabe mehr als nur unmöglich ist und kann nicht recht glauben, dass sie nicht einfach scheitert, sondern sogar erste Ansätze von Erfolg hat. Die Rolle wird von Golden-Globe®-Gewinner Jeff Goldblum gespielt, der ein Händchen dafür hat, jeden Part – sei er komisch, dramatisch oder beides – zu etwas ganz Persönlichem und Denkwürdigem zu machen. Zu Beginn mag Barnes vielleicht noch Beckys misstrauischer Vorgesetzter sein, aber im Verlauf wird er ein überaus beeindruckter Vertrauter. „Zu sagen, Jeff sei sehr gut für die Rolle, ist eine schamlose Untertreibung“, sagt Bryan Burk. „Er hat so einen trockenen Humor und ist immer ganz offen und dabei doch so charmant. Das macht ihn zum idealen Mitstreiter für die alles auf eine Karte setzende Becky Fuller. Es war ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten. Wir können es nicht erwarten, ihn wieder für eine Rolle gewinnen zu können.“ Jerry ist von Anfang an ganz offen und ehrlich zu Becky. Er sagt ihr, dass es eine schreckliche Arbeit sein werde, „Daybreak“ zu produzieren, dass die Bezahlung noch schlimmer sein werde und dass er sich fast zu hundert Prozent sicher sei, dass sie scheitern werde. Doch trotz aller Warnungen beginnt sie ihn von sich zu überzeugen, Schritt für Schritt.

„Ich denke, dass Jerry sofort sieht, dass es sich bei Becky um eine außergewöhnliche Person handelt“, merkt Jeff Goldblum an. „Er spricht es nicht aus, aber da ist etwas an ihr, das ihn sofort für sie einnimmt. Er sieht, dass sie unglaublich hart arbeitet. Und ihre Leidenschaft für ihren Beruf spricht ihn ganz unmittelbar an, denn das hat ihn ursprünglich einmal in die Nachrichtenwelt geführt, auch wenn die sich mittlerweile stark gewandelt hat.“

Er fährt fort: „Ich denke aber auch, dass Jerry sofort erkennt, dass Becky ein Mensch ist, der dazu neigt, sich etwas zu sehr über seinen Beruf zu definieren, und deshalb alles andere vernachlässigt hat – ihr Liebesleben, ihr Privatleben. Ihr Leben sitzt nicht einfach auf der Rückbank – es ist gar nicht im Auto! Ich finde also, dass Jerry sich nicht nur von ihrem Potenzial im Nachrichtenraum angezogen fühlt, sondern auch, weil er glaubt, sie könne ein kompletterer Mensch werden. Er kann förmlich dabei zusehen, wie sie sich zu einer unglaublichen, liebenden, ausgeglichenen Frau entwickelt.“

Das wahre Leben erwies sich als perfekter Spiegel für das Drehbuch, denn Rachel McAdams gelang es gleichermaßen, Jeff Goldblum für sich zu gewinnen. „Das ganze Erlebnis, mit ihr zu arbeiten, hat mich verzückt“, sagt er. „Sie ist einfach Wahnsinn, ich war begeistert von dem, was wir miteinander geleistet haben.“

J. J. Abrams war angetan, wie Goldblum förmlich in seiner Figur verschwand. „Ich bin seit ,Tenspeed and Brown Shoe‘ ein Fan von ihm“, merkt er an. „Und ich finde, dass seine Arbeit in MORNING GLORY absolut spektakulär ist. Er ist wunderbar sardonisch und hebt sich ganz unaufdringlich von allen anderen Figuren des Films ab.“

Produktion: Die Dreharbeiten

MONRNING GLORY hätte man nirgendwo anders drehen können als vor Ort in New York City, dem Zentrum des amerikanischen Traums, der Heimat der nationalen Morgennachrichten und der Stadt, von der Becky Fuller immer geträumt hat: Nirgendwo anders wollte sie es jemals zu etwas bringen.

Robert Michell ließ nicht nur die einmalige Atmosphäre des Big Apple eine wichtige Rolle in seinem Film übernehmen, er ging sogar so weit, in einem echten, immer noch bedingt einsatzfähigen Fernsehstudio in Manhattan zu drehen, was entscheidend zu der Authentizität des Films beiträgt und die Comedy entsprechend in der Realität verankert. Michell tat sich für den Film mit einem künstlerischen Stab zusammen, zu dem Kameramann Alwin Küchler, Szenenbildner Mark Friedberg und Kostümdesigner Frank Fleming zählen. Gemeinsam machte man sich daran, den schieren Wahnsinn von „Daybreak“ inmitten der ungeheuren Energie von NYC zum Leben zu erwecken.

„Ich liebe es, wenn ich in New York arbeiten kann“, gibt der Regisseur zu Protokoll. „Der Big Apple hat so viele verschiedene Geschichten, unterschiedliche Persönlichkeiten, dass man niemals Gefahr laufen könnte, hier nicht neue Wege zu finden, wie man eine Geschichte mithilfe der Stadt erzählen kann. Mir gefällt ganz besonders, wie MORNING GLORY zwischen den engen, klaustrophobischen, intensiven Innenaufnahmen und den großen, aufregenden Momenten wechselt, wenn Becky draußen ist, die Fähre über den Hudson nimmt oder bei Morgengrauen über die Brooklyn Bridge schlendert. Sie lässt sich von der Stadt inspirieren.“

J. J. Abrams fügt hinzu: „Man kann die Energie, dieses Licht, die schiere Größe von New York einfach an keinem anderen Ort der Welt einfangen oder reproduzieren. Die Atmosphäre beim Dreh in New York ist hundert Prozent anders als in jeder anderen Stadt. Roger rückte diese Tatsache in den Mittelpunkt des Films.“

So wie zuvor bereits Aline Brosh McKenna begab sich auch Roger Michell vor Beginn der Produktion auf eine Reise in die Welt der Morgennachrichten. Er wollte bereit sein, die Welt von „Daybreak“ als „Show in einer Show“ zu erschaffen. Er war mächtig davon beeindruckt, was man zu leisten hat, um in dieser Welt zu bestehen – und hatte damit noch mehr Respekt vor dem, was Becky Fuller in ihrem neuen Job erwartet.

„Die Menschen beim Morgenfernsehen führen ein merkwürdiges und anstrengendes Leben. Sie fangen um drei in der Frühe an, sie sind um zehn Uhr morgens fertig. Und am nächsten Tag können sie sich nicht einmal erinnern, was bei der letzten Sendung passiert ist, weil all das Kämpfen, der Wettstreit und die Ekstase, wenn ein Vorschlag akzeptiert wird, wieder von vorne beginnt. Ich kann verstehen, dass das funktioniert wie eine Droge, die süchtig macht. Aber ich sehe auch, wie schnell man ausgebrannt sein kann“, überlegt Michell.

Als Michell und sein Team bereit für „Daybreak“ waren, mussten sie erst einmal ein Zuhause für die Sendung finden. Schließlich errichtete Szenenbildner Mark Friedberg seine Sets im Inneren eines echten, wenngleich mittlerweile stillgelegten Fernsehstudios, das in Spanish Harlem liegt und den Namen Metropolis trägt. Einst war Metropolis das Zuhause von Sendungen aus der goldenen Zeit des Fernsehens wie „Your Show of Shows“ und „Howdy Doody“, aber mittlerweile ist es nur noch die Hülle eines Gebäudes, in dem sich aber immerhin noch wichtige Studio-Utensilien wie Lichtleisten an der Decke befinden. In dieser Hülle ließ Friedberg von Grund auf das ein wenig heruntergekommene Zentrum von „Daybreak“ entstehen. „Mark leistete ganze Arbeit und schuf Kulissen, die aussahen, wie nach seiner Vorstellung die Morgensendung mit den schlechtesten Quoten in Amerika aussehen müsste“, sagt Clark. „Alles sieht aus, als wäre es in den 80er-Jahren stecken geblieben. Es sieht klasse aus.“

Auf Michells Geheiß schuf Friedberg auch die komplette Identität des fiktiven Senders IBS, zu dessen erfolgreichen Shows auch eine nicht ganz unironisch „Found“ betitelte Sendung gehört.

„Mein größtes Ziel für den Look des Films war, dass sich alles ganz und gar echt anfühlen sollte“, meint Michell. „Ich wollte keine Attrappen, ich wollte ein voll und ganz funktionales Studio. Und das bekamen wir auch. Wir hatten einen richtigen Senderaum, und die Leute darin bedienten richtige Kontrollknöpfe. Das war aufregend.“

Er erzählt weiter: „Ich glaube, die Menschen wollen immer sehen, wie etwas funktioniert, wie es hinter den Kulissen aussieht. Und MORNING GLORY bietet sehr viel davon, weil wir den großen und auch sehr komischen Kontrast zeigen, der zwischen der mühelos aussehenden Sendung, wie sie ausgestrahlt wird, und all dem Schweiß, den Mühen und dem Ärger, es genauso aussehen zu lassen, liegt. In der Sekunde, in der die Kamera abblendet, ist die ganze Illusion auf einen Schlag dahin. Das wird in den Sets reflektiert, in denen man Korridore voller Requisiten, Menschen in Ritterkostümen aus dem Mittelalter, Strauße, Kamele und alle möglichen Gäste sieht.“

Kameramann Alwin Küchler, der jüngst bei Filmen wie SOLITARY MAN („Solitary Man“, 2009) oder SUNSHINE („Sunshine“, 2007) das Licht setzte, hatte eine doppelte Aufgabe zu erledigen. Er musste nicht nur einen Film drehen, sondern auch Live-Fernsehen festhalten, was oftmals bedeutete, dass gleichzeitig drei Filmkameras und drei Fernsehkameras zum Einsatz kamen. Um das Live-Fernsehen noch realistischer zu gestalten, brachte Michell den erfahrenen Fernsehregisseur Don King an Bord, der an Morgensendungen wie der „Today Show“ und „The View“ gearbeitet hat. Ihm fiel die Aufgabe zu, die Live-Übertragungen von „Daybreak“ für MORNING GLORY zu inszenieren. „Roger bestand darauf, dass alles in ,Daybreak‘ so abläuft, als handele es sich um eine echte Show“, sagt Riedel. „Ich denke, all die Details tragen dazu bei, dass wir uns noch mehr in die Figuren und ihre Beziehungen zueinander verlieben.“

Michell schickte sogar Harrison Ford und Diane Keaton in ein Ausbildungslager für Nachrichtensprecher. „Sie mussten all die kleinen Tricks lernen, wie man sich verhält, wenn man vor mehreren Kameras gleichzeitig steht. Das ist gar nicht so einfach, wie es aussehen mag“, merkt er an. „Es war sehr wichtig, dass es so rüberkam, als wüssten sie, was sie da als Moderatoren anstellen. Und das ist ihnen wirklich gelungen.“ Trotz all der Vorbereitung und Detailverliebtheit in allen Designbereichen war Michell auch jenes Quäntchen Chaos wichtig, das nötig ist, um eine Komödie an einem Filmset absolut lebendig und überzeugend entstehen zu lassen. „Mein Ansatz ist einfach. Bereite so viel wie möglich vor. Aber wenn die Kamera läuft, dann muss man auf den Moment warten, den man nicht erwartet“, erklärt er. „Die Besetzung bei diesem Film war sehr lebendig im gemeinsamen Umgang und sehr witzig, also gab es viele der von mir erhofften Momente.“ Einer dieser Momente kam, als Matt Molloy, der Ernie, den bedauernswerten Wetterfrosch von „Daybreak“, spielt, von Becky Fuller dazu angehalten wird, aus Flugzeugen zu springen, in gigantischen Achterbahnen mitzufahren oder in einem Düsenjäger Loopings zu fliegen – während er den Wetterbericht verkündet!

„Matt war der Brüller“, lacht Rachel McAdams. „Wir haben uns gebogen vor Lachen.“ „Er hat uns allen die Schau gestohlen“, pflichtet ihr Diane Keaton bei. Am Ende der Dreharbeiten hatten sich alle Beteiligten an MORNING GLORY miteinander angefreundet – ein bisschen so, wie es den Menschen von „Daybreak“ im Film geht, nachdem sie von der unermüdlichen Becky Fuller nach vielen Irrungen und Wirrungen zusammengebracht worden sind.

„Dieser Film ist keine konventionelle romantische Komödie“, fasst Michell zusammen. „Es gibt ein bisschen Romantik und jede Menge Reibungen, aber wenn man es auf den Punkt bringt, dann geht es um Menschen, die eine Familie schaffen. Am Ende des Films entdecken all die Leute, die gemeinsam in diesem kleinen, verrückten Universum arbeiten, dass sie wie eine große Familie sind. Das ist etwas, was Mike Pomeroy, Harrisons Figur, niemals hatte, etwas, wonach Becky Fuller immer gesucht hat. Und obwohl all diese Menschen unmöglich zueinander zu passen scheinen und sich gegenseitig lautstarke Beleidigungen an den Kopf werfen, kommen sie doch zusammen – und Becky bekommt, was sie sich immer gewünscht hat.“