Ein Mann unter Verdacht

  1. Ø 3.2
   2016
Ein Mann unter Verdacht Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein Mann unter Verdacht: Justizthriller mit Petra Schmidt-Schaller als Anwältin und Mark Waschke als ihr mordverdächtiger Mandant.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das ZDF hat das Genre des unterkühlten Thrillers entdeckt: Nach „Tödliche Gefühle“ zeigt das „Zweite“ erneut einen Krimi, der dem Hollywood-Stil des Neo-Noir-Kinos entspricht. Zentrale Figur der Geschichte ist ein erfolgreicher Architekt, den Mark Waschke so geschickt verkörpert, dass die Frage nach Schuld oder Unschuld tatsächlich bis zum Schluss offen bleibt.

    Als Hauptrolle genießt Robert Altmann automatisch gewisse Sympathien, zumal der ermittelnde Polizist (Peter Kurth) den Fall persönlich nimmt und ihn unbedingt überführen will. Tatsächlich sprechen alle Indizien gegen Altmann. Allem Anschein nach hat er nach einem Streit seine anstrengende Frau Anja (Deborah Kaufmann) ermordet. Angeblich wollte sich Anja scheiden lassen; da ihr sowohl das Haus als auch die Firma gehören, hätte sich Altmann von seinem Lebensstil verabschieden müssen. Bei seinen Aussagen verwickelt er sich in Widersprüche. Erschwerend kommt hinzu, dass sein Schwiegervater (Hanns Zischler), ein einflussreicher Mann, seine Beziehungen spielen lässt; für ihn steht außer Frage, dass seine Tochter nicht mehr lebt. Es gibt nur ein Problem, nämlich keine Leiche; trotzdem kommt es zum Prozess.

    Viel interessanter als die Toten aber sind in Filmen dieser Art die Lebenden. Stefan Kolditz macht aus dem Paar ein Trio und bringt auf diese Weise zusätzliche emotionale Spannung in die Geschichte: Altmann lässt sich von Lavinia Bertok (Petra Schmidt-Schaller) verteidigen, einer Anwältin, die noch keinen Prozess verloren hat. Pikanterweise war sie vor vielen Jahren nicht nur mit Altmann, sondern auch mit Anja liiert, und als sie mit ihrem Mandanten eine Nacht verbringt, gibt es auch dank der entsprechenden Inszenierung durch Thomas Stuber, der zuletzt ebenfalls nach einer Kolditz-Vorlage die sehr gute „Tatort“-Episode „Verbrannt“ gedreht hat, viel Raum für Spekulationen.

    Natürlich lebt „Ein Mann unter Verdacht“ vor allem von der Frage, ob die Hauptfigur, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, tatsächlich ein Mörder ist, denn für die scheinbar erdrückenden Indizien lassen sich auch ganz andere Erklärungen finden. Nicht minder spannend sind die Gedankenspiele, wer mit wem unter einer Decke steckt. Das funktioniert ausgezeichnet, weil Petra Schmidt-Schaller ihre Rolle ähnlich undurchsichtig anlegt wie Mark Waschke den Architekten: betont kühl, sehr beherrscht und gerade im Umgang mit den Ermittlern überlegen bis an den Rand der Arroganz.

    Obwohl Kolditz‘ Drehbuch ziemlich raffiniert ist, gibt es doch die eine oder andere Schwachstelle. Die Polizei weiß zum Beispiel, dass sich Anja bei einem nächtlichen Anruf nach ihrem Verschwinden keineswegs im Ferienhaus der Familie aufgehalten hat; die Behauptung, in Wirklichkeit habe sich ihr Mobiltelefon zu diesem Zeitpunkt in der Küche befunden, erscheint allerdings weit hergeholt. Auch die Einleitung des Schlusses ist nicht überzeugend, zumal das Finale vor Gericht ruhig etwas kraftvoller hätte ausfallen können. Trotzdem ein sehenswerter Thriller, in dem nicht zuletzt die hintergründige Musik von Bert Wrede großen Anteil daran hat, dass man sich seiner Sache nie sicher sein kann. tpg.

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