Filmhandlung und Hintergrund

Stiller Krimi mit Katharina Wackernagel als Mutter, die einen vermeintlichen Mord ihres Sohnes vertuscht.

Sabine lebt mit ihrem erwachsenen Sohn Ilya am Kochelsee. Der junge Mann will die Ferien mit seiner Freundin Cora in Italien verbringen, hat aber seinen Ausweis vergessen. Sabine weiß, dass er sich mit Cora bei einer lange verschütteten Höhle treffen will, und fährt ihm nach. Vor der Höhle entdeckt sie das leblose Mädchen. Überzeugt, ihr Sohn sei ein Mörder, verscharrt sie die Leiche und gibt Ilya später ein Alibi, nicht ahnend, dass sie damit erst recht den Verdacht auf ihn lenkt.

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Kritikerrezensionen

  • Mord am Höllengrund: Stiller Krimi mit Katharina Wackernagel als Mutter, die einen vermeintlichen Mord ihres Sohnes vertuscht.

    Krimis werden in der Regel aus der Sicht der Ermittler erzählt; in den meisten Fällen resultiert die Spannung also aus der Frage, wer eine Tat begangen hat. Mitunter steht die Identität des Täters von vornherein fest, dann ist er die Hauptfigur.

    „Mord am Höllengrund“ aber funktioniert ganz anders, und das macht den großen Reiz dieser Geschichte von Daniel Douglas Wissmann aus. In seinem Drehbuch zu „Tod am Engelstein“ (2011) ist ihm das ähnlich gut gelungen: Auslöser ist ein Mord, doch die Spannung entsteht durch die Identifikation mit der Protagonistin, aus deren Perspektive sich die Handlung entwickelt. Diese Anteilnahme funktioniert nicht zuletzt deshalb so gut, weil Katharina Wackernagel ganz normale Menschen ausgesprochen glaubwürdig verkörpern kann.

    Hier spielt sie Sabine Sonntag, eine alleinerziehende Mutter, die eines Tages glauben muss, dass ihr 18jähriger Sohn Ilya (Vincent Redetzki) seine Freundin Cora ermordet hat. Die beiden wollten nach Italien fahren, doch Ilya hat seinen Ausweis vergessen. Sabine weiß, wo sie ihn abfangen kann: Cora hat die Nacht mit einem gemeinsamen Freund, Dominik, in einer Berghöhle verbracht, deren Zugang jahrelang verschütteter war. Vor dem Eingang findet Sabine die tote Cora; Ilya, dessen Auto auf dem Parkplatz stand, ist verschwunden. Als die Polizei später seinen Wagen findet, gibt Sabine ihm ein Alibi. Aber je komplizierter das Lügengebäude wird, mit dem sie ihren Sohn beschützen will, desto mehr wächst die Überzeugung des ermittelnden Kriminalkommissar (Jürgen Tonkel), der verschwundene junge Mann habe seine Freundin ermordet.

    Regisseurin Maris Pfeiffer setzt in ihren Filmen meist auf emotionale Spannung. „Mord am Höllengrund“ gehört zwar eindeutig ins Krimigenre, doch im Vordergrund stehen die Gefühle einer Mutter, die verzweifelt um ihr Kind kämpft. Ohne je den roten Faden aus dem Blick zu verlieren, rückt Wissmann immer wieder neue Figuren ins Zentrum. Endgültig fesselnd wird die Geschichte, als ähnlich wie in „Tod am Engelstein“ ein zweiter Mord ins Spiel kommt, der allerdings bereits vor fast zwei Jahrzehnten begangen worden ist.

    Auch die Besetzung trägt maßgeblich dazu bei, dass der Film fesselt, obwohl die Inszenierung (inklusive Bildgestaltung und Musik) fast zurückhaltend ausgefallen ist: Aglaia Szyszkowitz und Bibiana Beglau spielen Sabines beste Freundinnen, die beide involviert sind, denn die eine ist die Mutter von Dominik, der selbstredend auch als Täter in Frage kommt, und die andere die Mutter von Cora. Hans-Jochen Wagner, in Krimis grundsätzlich immer zum Kreis der potenziellen Mörder zu zählen, verkörpert auch hier gewohnt überzeugend einen Verdächtigen, der als alter Verehrer zudem ein klassisches Motiv hätte; zumindest für jenen Mord, der lange zurückliegt. Neben ihrer Mutter (Eva Mattes) gibt es nur einen Menschen, dem Sabine rückhaltlos vertraut: Dorfpolizist Peter (Barnaby Metschurat) ist ein besonders aufmerksamer Freund und Helfer.

    Am Ende steigt die Spannung auch vordergründig, weil die Mutter von Dominik noch weiter geht als Sabine, um ihren Sohn zu beschützen. Trotzdem lebt der Krimi nicht zuletzt von seiner Komplexität, und die wiederum ist das Ergebnis von vielen Kleinigkeiten, die auf den ersten Blick unwichtig wirken; dabei haben gerade Details wie der Haikku, den Peter für Sabine schreibt, und die geschnitzte „Haikuh“, mit der sie sich revanchiert, großen Anteil an der Glaubwürdigkeit der Geschichte. tpg.

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