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Montag Morgen

Lundi matin: Skurril-melancholische Pastorale um einen Arbeiter, der seinem Heimatdorf nach Venedig entflieht.

Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Skurril-melancholische Pastorale um einen Arbeiter, der seinem Heimatdorf nach Venedig entflieht.

Der Hobbymaler und passionierte Raucher Vincent (Jaques Bidou) leidet unter seinem monotonen Alltag in der Provinz: Jeden Tag um fünf Uhr in der Früh aufstehen, in die Fabrik fahren (wo Rauchen verboten ist!), die selben doofen Dorfgesichter sehen, und abends nervt die liebe Familie. Kurz entschlossen genehmigt er sich einen Ausbruch aus dem Laufrad, leiht sich Geld bei seinem Onkel und besteigt den nächsten Zug nach Venedig, der Stadt seiner Träume.

Der aus Georgien stammende, seit dreißig Jahren in Frankreich tätige Bilderzauberer Otar Iosseliani („Die Günstlinge des Mondes„) serviert eine weitere lichtdurchflutete Landpartie voll feinem Humor, skurriler Charaktere und leichtfüßiger Poesie. Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären der diesjährigen Berlinale.

Arbeiter Vincent raucht eines Tages seine Zigarette vor dem Fabriktor bei seinem heimischen Dorf zu Ende, dreht seinem alten Leben den Rücken zu und reist mit dem Geld des Vaters nach Venedig. Doch dort wird er bestohlen und muss feststellen, dass die Fabrikarbeiter genau wie zu Hause ihre Kippe ausdrücken, bevor sie zur Arbeit gehen.

Darsteller und Crew

  • Roberto Cicutto
    Roberto Cicutto
    Infos zum Star
  • Jacques Bidou
  • Arrigo Mozzo
  • Anne Kravz-Tarnavsky
  • Narda Blanchet
  • Radslav Kinski
  • Dato Tarielashvili-Iosseliani
  • Adrien Pachod
  • Otar Iosseliani
  • Jeremy Rochigneux
  • Christian Cabollet
  • Anna Lamour-Flori
  • Emmanuel de Chauvigny
  • Pascal Aubier
  • Myriam Laidouni-Denis
  • Pascal Chanal
  • Lily Lavina
  • Yannick Carpentier
  • Armand Chagot
  • Nicoletta Prevedello
  • Stephanie Dupont
  • Martine Marignac
  • Maurice Tinchant
  • Luigi Musini
  • William Lubtchansky
  • Nicolas Zourabichvili

Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Montag Morgen: Skurril-melancholische Pastorale um einen Arbeiter, der seinem Heimatdorf nach Venedig entflieht.

    Mit schöner Regelmäßigkeit gewann Otar Iosseliani (zuletzt „Marabus“, 1998 Fipresci-Preis des Europäischen Filmpreises) in Venedig den Silbernen Löwen als Regiepreis oder Großen Preis der Jury (für „Die Günstlinge des Mondes“, 1984; für „Und es ward Licht“, 1989; für „Jagd auf Schmetterlinge“, 1992 für „Briganten, Kapitel VII“, 1996). Der diesjährige Regiepreis der Berlinale ist insofern fast als Würdigung seines Gesamtwerks zu verstehen. Der im Pariser Exil arbeitende Georgier ist mit seinen wie Pianostücke von Erik Satie wirkenden filmischen Promenaden Einer, der die skurrilen verschrobenen Dinge des alltäglichen Lebens heiter, besinnlich und mit hintergründig feinem Witz aufspürt und ihre Poesie entfaltet.

    In seiner neuesten Pastorale (so hieß sein 1976 entstandener, 1980 in Berlin mit dem Fipresci-Preis ausgezeichneter vierter Film) führt losseliani in ein französisches Dorf, in dem der passionierte Raucher Vincent eines Tages seine Zigarette vor dem Fabriktor zu Ende raucht, aus seinem Ritual gewordenen Leben aussteigt und mit dem Geld des Vaters nach Venedig reist. Dort wird sein Geld gestohlen und Vincent begegnet genau den schrulligen Personen, die sein eigenes Dorf so liebenswert machten. Und auch in Venedig drücken die Fabrikarbeiter genau wie er vor dem Fabriktor ihre Kippe aus, bevor sie durchs Tor treten.

    Mit angenehm minimalem Dialog verlässt sich Iosseliani auf die Kraft der starken, geschmeidigen und konzentrierten Bilder der Kamera (William Lubtchansky), die immer wieder von der leichtfüßigen Erzählung abschweift und anderen Personen im Dorf (Vincents Kinder, Teens, Pfarrer, Briefträger, Mann im Rollstuhl) oder in Venedig (Taschendieb, der verarmte Adelige, den Iosseliani selbst spielt) folgt. Das ergibt eine Landpartie wie in Jean Renoirs Klassikern und den Schwebezustand wie in „Brot und Tulpen“ und ist doch so köstlich schnurrig wie alle Filme von Iosseliani, der aus der Belanglosigkeit bezaubernde Poesie schafft (man achte auf die wunderbare Tonkulisse) und mit diesem Aussteiger-(Heimkehrer-)Film seine ganz eigene Klasse gegen Routine und Dogma-Wackelwelt stellt. ger.
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