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Monster's Ball

Kinostart: 05.09.2002
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  • Kinostart: 05.09.2002
  • Dauer: 112 Min
  • Genre: Drama
  • FSK: ab 16
  • Produktionsland: USA
  • Filmverleih: Tobis

Filmhandlung und Hintergrund

Bewegendes Drama über einen ehemaligen Todeszellenwärter, der sich in die farbige Witwe eines Exekutierten verliebt.

Hank Grotowski (Billy Bob Thornton), Redneck-Unterschichtler par excellence, nimmt als Todestraktwärter in Louisiana an der Hinrichtung des Cop-Killers Musgrove (Sean „Puffy“ Combs) teil. Als er bald darauf tiefere Gefühle für die neue Kellnerin (Halle Berry) seines Stamm-Cafés entwickelt, ahnt er nicht, dass es sich bei dieser um die Witwe des Hingerichteten handelt. Eine seltsame Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.

Zwei herausragende Hauptdarsteller (von denen eine, Ms. Berry, den verdienten Oscar empfing) prägen das meditativ stimmungsvolle, von Kritikern hochgelobte Hollywooddebüt des in Deutschland geborenen Wahlschweizers Marc Forster.

Als Todeszellenwärter im US-Süden wird Redneck Hank Grotowski Zeuge des Todes von Copkiller Musgrove. Nach einem Streit tötet sich vor Hanks Augen auch noch sein Sohn. Als er Leticia, der Witwe Musgroves, hilft, deren Sohn überfahren wurde, beginnt der introvertierte Mann aufzublühen. Tatsächlich verliebt sich auch Leticia in ihn - doch sie weiß nichts von Hanks Vergangenheit.

Im Todestrakt des Staatsgefängnisses von Georgia versieht der Rassist Hank Grotowski mit seinem Sohn Sonny Dienst. Doch schon bei der ersten gemeinsamen Exekution verliert Sonny die Nerven und begeht kurz darauf Selbstmord. Am nächsten Tag kündigt Hank den Job, um eine Tankstelle zu eröffnen. Da lernt er die farbige Kellnerin Leticia kennen, die Witwe seines letzten Hinrichtungsopfers Lawrence Musgrove. Verbittert und desillusioniert, kommen sich die beiden Verzweifelten näher. Der Beginn einer unmöglichen Liebe.

Der rassistische Ex-Todeszellenwärter Hank Grotowski lernt die afroamerikanische Kellnerin Leticia kennen, die Witwe seines letzten Hinrichtungsopfers. Verbittert und desillusioniert, kommen sich die beiden Verzweifelten näher. Mitreißendes Südstaatendrama vom erst 31-jährigen Schweizer Marc Forster, für das Halle Berry mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Monster's Ball: Bewegendes Drama über einen ehemaligen Todeszellenwärter, der sich in die farbige Witwe eines Exekutierten verliebt.

    Weißer Todeszellenwärter verliebt sich in die schwarze Witwe eines Hingerichteten. Der zweite Spielfilm des in Deutschland geborenen und in der Schweiz aufgewachsenen Marc Forster birgt per definitionem jede Menge Zündstoff, überrascht aber vor allem damit, dass er seine beiden Hauptfiguren nie das machen lässt, was man von ihnen erwarten würde. So entwickelt sich aus einem deprimierenden Südstaatendrama ein ungewöhnlicher Liebesfilm, der an den ungewöhnlichsten Stellen Hoffnung findet. Die starken Leistungen von Billy Bob Thornton und Halle Berry tragen ihr Übriges zum Gelingen des Films bei, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt - unverständlich - noch immer keinen deutschen Verleih gefunden hat.

    Mit endlos geduldigen Bildern, stoisch und unaufgeregt wie das Leben in den amerikanischen Südstaaten selbst, verankert Forster seinen Film zunächst auf wohlbekanntem „Dead Man Walking“-Terrain. Ohne dass sie es ahnen, überschneidet sich im Todestrakt des Gefängnisses von Angola, Louisiana, das Schicksal der zwei Hauptfiguren, deren Lebensumstände unterschiedlicher nicht sein könnten. Hank Grotowski ist der weiße Chefaufseher der Death-Row-Wächter, die gerade den Monster’s Ball, den Abend vor der Hinrichtung eines Gefangenen, begangen haben und nun den Ritus der Hinrichtung vorbereiten. Tatsächlich ist das ganze Leben von Hank geprägt von den immer gleichen Ritualen. Hineingeboren in eine Dynastie von Gefängnisaufsehern, pflegt er seinen bettlägrigen Vater, einen chauvinistischen Südstaaten-Rassisten reinsten Wassers, und muss resigniert erkennen, dass er den eigenen Sohn Sonny, einen orientierungslosen Tunichtgut, der die gleiche Prostituierte wie sein Vater frequentiert, mehr und mehr hasst. Auf die Hinrichtung wartet indes der schwarze Copkiller Musgrove, dessen Ehefrau Leticia verzweifelt um ein bisschen Würde im Leben kämpft. Um den stetig wachsenden Druck und ihren zunehmend fetter werdenden Sohn zu ertragen, sagt sie nicht nein zum Alkohol oder schlägt auch schon einmal zu (eine unglaublich intensive Szene), obwohl sie weiß, dass ihre Probleme damit nicht gelöst werden. Beide - Hank und Leticia - stecken in der Sackgasse. Marc Forster hat die Chuzpe, die unerträglich direkt gezeigte Hinrichtung von Musgrove auf dem elektrischen Stuhl als Katalysator für Hank und Leticia zu nutzen, um sie aus ihrer Lethargie zu schocken. In unmittelbarer Abfolge spult „Monster’s Ball“ eine ganze Reihe tragischer und in ihrer Häufung fast schon grotesken Zufälle ab - Sonny begeht Selbstmord, Hank wirft seinen Job hin, er wird Zeuge, wie Leticias Sohn überfahren wird und später im Krankenhaus stirbt - ganz als wollte „Monster’s Ball“ sagen, dass schon ein echtes Wunder nötig ist, um diese beiden disparaten und desperaten Figuren zusammenzuführen und den ewigen Kreislauf der Gewalt durchbrechen zu lassen. Als die beiden nach zögernder Annäherung schließlich zusammenkommen, brechen ihre aufgestauten Gefühle in einer absurden Sexszene wie Sturzbäche los. Ein Happyend ist dennoch nicht in Sicht, zu viele Stolpersteine liegen noch im Weg für eine gemischtrassige Beziehung. Und tatsächlich ist es die allerletzte Szene, ein einziger entscheidender Blick von Halle Berry und der darauffolgende Kameraschwenk, der diese bittere und doch sehr zärtliche Ballade zu einem bewegenden Erlebnis werden lässt, das sich genauso entschieden gegen die Konventionen sträubt wie seine Protagonisten. Billy Bob Thornton macht sich hervorragend mit einer gütigen, sympathischen Variation seines Schweigers aus „The Man Who Wasn’t There“, während Glamour-Beauty Halle Berry, zuletzt Schlagzeilenfutter wegen ihres medienwirksamen Nacktauftritts in „Passwort: Swordfish“, mit dem Porträt einer nicht allzu strahlenden Frau am Ende ihrer Kraft ungeahnte darstellerische Tiefe offenbart: Grenzenlosen Mut beweist sie nicht nur bei der vielpublizierten und für die US-Kinoauswertung abgeschwächten Sexszene, sondern in einer ganzen Reihe von Momenten, inklusive ihres wunderbaren Blicks ganz am Ende des Films. Wunderbar ist auch, wie sich „Monster’s Ball“ aus der harten Schale des Todesstrafen-Melos herauswindet und den eigenen Glauben an den Humanismus Oberhand gewinnen lässt. Ein ungewöhnlicher Film, der nie bereit ist, den Status quo anzuerkennen und allein, aber nicht nur, für sein Engagement Applaus ernten sollte. ts.
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