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„Monster Hunter“ wegen Rassismus-Vorwurf nach einem Tag aus den Kinos entfernt

„Monster Hunter“ wegen Rassismus-Vorwurf nach einem Tag aus den Kinos entfernt
© Sony Pictures

Aufgrund einer kontroversen Szene im Film wurde die Videospielverfilmung „Monster Hunter“ kurz nach Kinostart in China wieder aus den Kinos entfernt.

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Das ging dann wohl ordentlich nach hinten los: Die Videospielverfilmung „Monster Hunter“ von „Resident Evil“-Regisseur Paul W.S. Anderson mit Milla Jovovich in der Hauptrolle wurde nach nur einem Tag direkt wieder aus den chinesischen Kinos entfernt. Der Grund ist eine brisante und knapp zehn Sekunden dauernden Szene im Film: In dieser Szene sagt der asiatisch-stämmige US-Rapper/-Schauspieler Jin Au-Yeung (MC Jin) in seiner Rolle als US-Soldat „Look at my knees. What kind of knees are these?“ und gibt daraufhin selbst die Antwort: „Chi-knees“.

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Das Problem: Dieser Spruch ist einem alten Reim entlehnt, der dazu genutzt wurde, asiatisch-stämmige US-Bürger*innen rassistisch zu beleidigen. In China werden ausländische Filme wie vielerorts im Originalton mit Untertiteln gezeigt. Der Satz von MC Jin wurde in den Untertiteln mit einer chinesischen Redewendung ersetzt, wie Niko-Partners-Analyst Daniel Ahmad über Twitter wissen lässt:

Grob übersetzt lautet die Redewendung: „Männer knien nur vor dem Himmel und ihren Müttern.“ Das führte bei einigen Kinogänger*innen in Verbindung mit dem mutmaßlich rassistischen Ursprung des Satzes wohl zu der Annahme, es bestehe eine versteckte politische Aussage dahinter, China solle sich den Vereinigten Staaten beugen. Das Publikum reagierte daraufhin entsprechend negativ. Die Kontroverse und der Aufschrei sollen Quellen zufolge auch dazu geführt haben, dass sämtliche Vorführungen von „Monster Hunter“ im Land vorerst gestoppt wurden:

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„Alle Vorführungen von ‚Monster Hunter‘ sind aktuell abgesagt in China. Die Kinobetreiber*innen wurden direkt um Mitternacht herum ohne genaue Begründung darüber informiert. Die Industrie glaubt aber, dass es dabei um einen rassistischen Scherz über Chinesen geht, über den sich das Publikum in sozialen Medien äußerte.“

Skandale gab es in Hollywood schon häufig. Hier sind die krassesten Fälle:

„Monster Hunter“: Erboste Kinogänger*innen bombardieren Videospielunternehmen mit schlechten Bewertungen

Das Interessante dabei ist, dass mit Tencent eigentlich ein chinesisches Unternehmen hinter den Machern steckt und jeder Film, der in chinesischen Kinos laufen will, vorerst genau von einer Kommission überprüft werden muss. Man war wohl offenbar nicht der Meinung, dass dieser beiläufige Satz, der die oft grobe Kameradschaft unter Soldaten aufzeigen soll, eine derart heftige Reaktion provozieren würde. Das beweist im Grunde nur, welch ungeheure Kraft hinter der den sozialen Medien entsprungenen Cancel-Kultur stecken kann.

Dies zeigt sich nun auch auf der Gaming-Plattform Steam und betrifft das japanische Unternehmen Capcom, Macher der „Monster Hunter“-Videospiele. Chinesische Nutzer*innen haben hierbei den aktuellen Teil „Monster Hunter: World“ aufs Korn genommen: Über 2000 negative Bewertungen gab es in der Zeit vom 4. bis 5. Dezember 2020. Dabei beziehen sich diese den Kommentaren nach auf den Film selbst.

Capcom Asia sah sich aufgrund dieser Negativ-Flut dazu gezwungen, sich in einer offiziellen Stellungnahme auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo vom Film zu distanzieren. Man sei sich der Kontroverse im Klaren, so das Unternehmen. Gleichzeitig betont es, nicht bei der Produktion der Verfilmung beteiligt zu sein. Man werde aber Kontakt zu den betreffenden Unternehmen aufnehmen und diese darüber unterrichten, heißt es weiter.

Auch Constantin Film hat sich mittlerweile zur Kontroverse zu Wort gemeldet (via Deadline) und sich beim chinesischen Publikum entschuldigt: Es sei keine Absicht gewesen, Menschen mit chinesischer Herkunft zu diskriminieren, zu beleidigen oder anderweitig zu verletzen, so die Produktionsfirma. Nun soll die besagte Szene aus dem Film entfernt werden. Ob „Monster Hunter“ dann allerdings wieder in den chinesischen Kinos laufen wird/darf, ist aktuell nicht klar. Für Sony Pictures ist das ein herber Schlag: „Monster Hunter“ startete erst am 3. Dezember 2020 in den chinesischen Kinos und spielte laut Deadline bis zum Stopp am 4. Dezember 2020 innerhalb von nicht mal 24 Stunden rund 5,3 Millionen US-Dollar ein.

Asien und ganz besonders China ist in Corona-Zeiten der einzige Filmmarkt, wo Produktionen wieder fast wie vor der Krise laufen können. Regisseur Andersons „Resident Evil“-Filme liefen auch mit Erfolg in China, weswegen große Erwartungen und Hoffnungen in den dortigen Kinostart der 60 Millionen US-Dollar teuren Videospielverfilmung gesetzt wurden.

In Deutschland soll „Monster Hunter“ am 28. Januar 2021 in den Kinos starten, sollten diese dann geöffnet haben.

In „Monster Hunter“ werden allerhand Ungeheuer erlegt. Diese Fabelwesen hier aber gehören zu anderen Filmen. Wisst ihr welche?

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