Filmhandlung und Hintergrund

Dritter Film der nordischen Dorfkrimireihe mit Hinnerk Schönemann als Privatdetektiv Finn Zehender.

Ein Schweizer Banker will den deutschen Behörden die Namen prominenter Steuerflüchtlinge verraten. Weil auf der Liste auch Regierungsmitglieder stehen, soll der Verfassungsschutz verhindern, dass sie in falsche Hände gerät. Nach einem Bombenanschlag hat der Banker seinen Kindern einen Hinweis auf das Versteck der Liste gegeben. Staatsanwältin Sonntag vertraut die beiden Halbwüchsigen den Privatdetektiv Finn Zehender an; und der hat nun die Schergen eines Syndikatchefs am Hals.

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Kritikerrezensionen

  • Mörderische Jagd: Dritter Film der nordischen Dorfkrimireihe mit Hinnerk Schönemann als Privatdetektiv Finn Zehender.

    Mörderisch sind sie immer, die Provinzkrimis, die Markus Imboden nach Drehbüchern von Holger Karsten Schmidt dreht. Zum dritten Mal spielt Hinnerk Schönemann die Rolle des Privatdetektivs Finn Zehender, der eine gewisse Neigung zur Großmäuligkeit hat, weshalb ihn seine Kontrahenten gern unterschätzen.

    Aber die Tradition des Trios ist viel älter. Für Imboden und Schmidt ist „Mörderische Jagd“ nach Filmen wie „Mörderische Erpressung“ oder „Der Tote in der Mauer“ bereits die siebte Zusammenarbeit. Schönemann ist zum fünften Mal mit von der Partie und dank seines doppelbödigen Spiels der perfekte Hauptdarsteller für die gern schwarzhumorigen Geschichten, die aber nie reine Komödien sind; für den Nordsee-Western „Mörder auf Amrum“ hat das Trio den Grimme-Preis bekommen. Zur „Familie“ gehört auch der großartige Thomas Thieme, der in der Rolle des unberechenbaren, aber dem Detektiv mittlerweile uneingeschränkt zugetanen früheren Dorfpolizisten Mühlfellner immer wieder wunderbare Auftritte hat. Bindeglied dieser großartigen Gemeinschaft ist Produzentin Claudia Schröder, die Schmidt und Imboden vor gut zehn Jahren zum ersten Mal zusammen geführt hat.

    Diesmal orientiert sich Schmidts Drehbuch an der „MacGuffin“-Tradition Alfred Hitchcocks: Die handelnden Personen jagen einem ganz bestimmten Objekt der Begierde nach, wobei die Schurken selbstredend bereit sind, über Leichen zu gehen. In „Mörderische Jagd“ ist der „MacGuffin“ eine Liste mit Steuerflüchtlingen, die ihr Geld Schweizer Banken anvertraut haben. Weil sich unter den Namen neben diversen Großindustriellen auch einige Regierungsmitglieder befinden, will der Verfassungsschutz die Liste sicherstellen, damit sie nicht in falsche Hände gerät; zum Beispiel in die eines Syndikatchefs. Nach einem Bombenanschlag hat der Banker seinen Kindern einen Hinweis auf das Versteck der Liste gegeben. Agnes Sonntag (Katja Danowski), die stellvertretende Staatsanwältin, hat die beiden Halbwüchsigen dem einzigen Mann anvertraut, dem sie wirklich trauen kann: Finn Zehender. Und der hat nun die Killer am Hals.

    Der Titel ist selbstredend Programm; die Momente der Ruhe sind überschaubar, dafür gibt es diverse Schießereien, bei denen es durchaus zur Sache geht. Dramaturgisch mag sich Schmidts Drehbuch an den Klassikern orientieren, zumal es auch diesmal wieder Western-Elemente enthält, aber von der Harmlosigkeit früherer „Päng, du bist tot“-Filme ist Imbodens Umsetzung weit entfernt. Die Jagd fordert unschuldige Opfer, und deren Blut klatscht auch mal plakativ an die Wand. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Szenen von verblüffender Heiterkeit, weil Schönemann den trockenen Humor der Dialoge mit viel Understatement wiedergibt und selbst ernste Augenblicke auf unnachahmliche Art mimisch konterkariert. Außerdem hat er einen Gegenspieler, der beiden, Figur wie Darsteller, auf Augenhöhe begegnet: Roeland Wiesnekker, gleichfalls schon bei „Mörder auf Amrum“ dabei, spielt einen gläubigen Killer, der seine Opfer gern mit einem passenden Bibelzitat ins Jenseits befördert.

    Das Schönste an den Filmen sind trotzdem Szenen wie jene gleich zu Beginn, als der gelangweilte Finn während einer Oberservierung so viele Fotos von sich selbst macht, bis schließlich der Akku leer ist; und den will er dann mit Hilfe der Autobatterie wieder aufladen. Dazu die scheinbaren Nonsens-Dialoge Mühlfellners, die Thieme mit tiefem Ernst deklamiert, oder die unvermittelten Lebensweisheiten des Detektivs („Die Salzstange ist das Baguette des kleinen Mannes“): Solche Rollen sind Geschenke für Schauspieler, solche Filme Geschenke für die Zuschauer. Den überraschendsten Gag hat sich Schmidt für den Schluss aufgehoben: Dass selbst die Geduld Gottes endlich ist, zeigt vor allem, dass Schmidt und Imboden ihr gemeinsames Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft haben. tpg.

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