Mittlere Reife

  1. Ø 5
   2012
Mittlere Reife Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Mittlere Reife: TV-Drama um fünf Schüler, die mit dem hierzulande üblichen Schulsystem nicht zurecht kommen.

In der Auseinandersetzung zwischen dem von Referendarin Mechthild Bremer verkörperten Idealismus und dem Realismus der erfahrenen Lehrerin Karin Scholz scheint die ältere Kollegin Recht zu behalten. Der liberale Kurs des neuen Rektors ist ihr sichtlich zuwider. Und dann muss die ohnehin überforderte Referendarin auch noch fünf renitente Schüler beim als Ethikkurs verpackten Nachsitzen beaufsichtigen.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Das bemerkenswert gut gespielte Jugenddrama vermittelt eine positive Botschaft, ohne die Schattenseiten des Schulalltags auszublenden.

    In wenigen Genres sind die Archetypen noch so ausgeprägt wie in Schulfilmen. „Mittlere Reife“ hat sie ebenfalls zu bieten, die älteren Lehrer, denen der Alltag den Glauben an das Gute im Schüler ausgetrieben hat, und die jüngeren, deren Ideale unangenehmen Härtetests unterzogen werden. Kein Wunder, dass man auch für diese Eigenproduktion des Hessischen Rundfunks das obligate düstere Ende aller Schuldramen erwartet. Aber schon in ihrem Drehbuch zu „Marias letzte Reise“ ist es Ariela Bogenberger gelungen, einer Tragödie auch heitere Seiten abzugewinnen. „Mittlere Reife“ blendet die Schattenseiten des Schulalltags keineswegs aus, und zwischendurch gesellen sich auch noch weitere soziale Abgründe dazu. Dennoch verströmt der Film im Gegensatz zu vergleichbaren Werken über Jugendliche im Schulumfeld („Sie hat es verdient“, „Homevideo“, demnächst „Ein Jahr nach morgen“) eine sympathische Zuversicht.

    Danach sieht es zunächst überhaupt nicht aus, denn in der Auseinandersetzung zwischen dem von Referendarin Mechthild Bremer (Bernadette Heerwagen) verkörperten Idealismus und dem Realismus der erfahrenen Lehrerin Karin Scholz (Johanna Gastdorf) scheint die ältere Kollegin Recht zu behalten. Der liberale Kurs des neuen Rektors (Herbert Knaup) ist ihr sichtlich zuwider. Und dann muss die ohnehin überforderte Referendarin auch noch fünf renitente Schüler beim als Ethikkurs verpackten Nachsitzen beaufsichtigen. Der Handlungskern erinnert an „Der Frühstücksclub“ (1985) von John Hughes: Fünf renitente Schüler werden zum Nachsitzen verdonnert, können sich anfangs nicht ausstehen, beginnen dann aber, sich anzufreunden. Auch Bogenberger bedient zunächst die Klischees, um sie dann um so gründlicher zu hinterfragen: Der hübsche blonde Hohlkopf (Sonja Gerhardt) hat mehr auf dem Kasten, als man glaubt; der Aussiedlersohn (Anton Rubtsov) mit den vermeintlichen Kontakten zum Rotlichtviertel hilft den dort beschäftigen Damen beim Behördenkram; der hyperaktive Sohn (Jannik Schümann) des Rektors ist ein Computergenie; das sozial extrem benachteiligte Mädchen (Isabel Bongard) mit dem Trinkervater ist hochbegabt; der jugendliche Anarchist (Vincent Redetzki) ist ein begnadeter Zeichner. Unter der Führung von Martin Enlen zeigen gerade die jugendlichen Darsteller herausragende Leistungen. Sie haben zwar für ihr Alter bereits erstaunlich viel Erfahrung, aber hier mussten sie ganz andere Herausforderungen bewältigen, und das ist ihnen ausnahmslos bemerkenswert gut gelungen. tpg.

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