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Fakten und Hintergründe zum Film "Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire"

Kino.de Redaktion |

Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktion: Die Show beginnt

Im Jahr 2000 veröffentlichte der britische Autor Darren Shan mit „Der Mitternachtszirkus“ (im Original: „Cirque du Freak“) den ersten Roman seiner Vampir-Serie „Darren Shan“ (im Original: The Saga of Darren Shan). Das Buch erzählt in der Ich-Form von einem Teenager, der seinem Freund das Leben retten will und dadurch in die Welt von Freaks und Vampiren gerät. Der Roman entwickelte sich dank seinem schrägen Humor und seiner düsteren Spannung sofort zum weltweiten Erfolg und fand eine große Zahl von Fans.

Die Buchserie erscheint in 37 Ländern und ist in 30 Sprachen übersetzt. „Harry Potter”-Autorin J. K. Rowling lobte den ersten Roman der Serie so: „Ein fesselndes Buch. Die Handlung mit ihren vielen Wendungen macht dem Leser Lust auf mehr.“

Im Jahr 2005 wurde die Blockbuster-Produzentin Lauren Shuler Donner durch ihren Kollegen Ewan „Jack“ Leslie auf die Bücher von Shan aufmerksam gemacht und entdeckte eine Welt der etwas anderen Freaks. Sie war schnell beeindruckt von der Kraft der Sprache sowie der präzisen Beschreibung eines Jungen, der zu schnell erwachsen wird, nachdem er sich zuvor in einen Untoten verwandelte.

Donner interessierte sich schon immer für Stoffe, die den Leser auf eine epische Reise mitnehmen: „Vampire finde ich seit langem faszinierend. ‚Der Mitternachtszirkus’ bietet nun einen völlig anderen Ansatz. Jack, der unsere Firma leitet und zugleich Produzent ist, schlug mir diese Bücher vor. Deren Stil ist unglaublich spannend, jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger.”

Besonders fasziniert war die Produzentin von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem jungen Darren und Larten Crepsley, einem 220 Jahre alten Vampir, der zehnmal langsamer altert als ein Mensch. „Bei allem Unterhaltungswert sagt das Buch sehr viel über Freundschaft und Familie aus“, erläutert Shuler Donner. „Es geht um die Frage ‚Wie hoch ist der Preis von Loyalität?’. Darren muss einen großen Preis bezahlen, um loyal gegenüber seinen Freunden und seiner Familie zu bleiben. Der Mitternachtszirkus wird zu seiner neuen Familie, Crepsley entwickelt sich zu einem Ersatzvater.”

Leslie wusste, dass der Schlüssel zu einer Verfilmung der populären Buchserie in einem packenden Drehbuch lag. „Wir waren uns sicher, dass die Bücher das Potential zu einem großartigen Film hatten“, erläutert er. „Sie bieten viele faszinierende Elemente, gerade auch für Jugendliche: Ein ganz normaler Junge wird zum Helden, Wünsche werde erfüllt und es gibt fantastische Kreaturen. Wer hätte nicht auch gerne solche Vampir-Kräfte, über die Darren verfügt?“

Nachdem sie sich die Filmrechte gesichert hatten, begannen Shuler Donner und Leslie mit der Suche nach einem passenden Regisseur, der diese Story spannend auf die Leinwand bringt. Fündig wurden die Produzenten beim renommierten Autor und Regisseur Paul Weitz, der sich mit Komödien wie dem Blockbuster „American Pie“ ebenso einen Namen machte wie mit vielgelobten Filmen wie „About a Boy oder: Der Tag der toten Ente“ und „Reine Chefsache“. Unterstützt wird er durch den preisgekrönten Drehbuchautor Brian Helgeland, der schon die eindrucksvollen Skript-Vorlagen zu „L.A. Confidential“, „Mystic River“ und „Ritter aus Leidenschaft“ schrieb.

Shuler Donner erläutert den Prozess, mit dem die ersten drei Bücher von Shan zur Vorlage des Fantasy-Abenteuers wurden. „Wir hatten eine Version von Brian Helgeland, die sich streng an die Bücher hielt, die ernster und düsterer ausfiel. Dann kam Paul Weitz hinzu, dessen Aufgabe in der komischen Komponente lag.“

Die Adaption eines Romans für das Kino ist immer ein schwieriges Unternehmen, wenn aus drei Büchern ein Film gemacht wird, verdreifachen sich die Probleme.

„Es ist enorm schwer, aus drei Büchern einen Film unter zwei Stunden zu destillieren“, ergänzt Shuler Donner. „Du musst die Figuren einführen, die Welt vorstellen und dann deine Geschichte erzählen.“

Für Regisseur Paul Weitz war „Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire“ genau das Projekt, wonach er schon lange gesucht hatte: Groß. Kreativ. Und eine gelungene Mischung aus Komödie und den düstereren Seiten des Lebens. Ihm gefiel, dass sich junge Leser mit Freaks identifizieren und zugleich Fragen nach Konformität und Individualismus gestellt werden. So wichtig es ihm war, möglichst viele Details der Bücher zu übernehmen, wollte Weitz kein Sklave der Vorlage sein.

„Ich suchte gerade nach einer Geschichte, in der ein Teenager einen Vampir als Mentor bekommen sollte - und dann schickte man mir diese Bücher“, erinnert sich Weitz. „Es stecken viele düstere und groteske Elemente in dieser Geschichte – das sind genau jene Dinge, die mich schon als Kind begeisterten. Wenn man erwachsen wird, bekommt man oft das Gefühl, in eine moralische Grauzone zu geraten, in der gut und böse nicht mehr so klar getrennt sind. Das hat mich an diesen Büchern fasziniert: Darrens Geschichte ist eine Metapher für das Erwachsenwerden.“

Weitz war zudem begeistert von der Art, wie Shan jene Kreaturen beschrieb, die seit Jahrhunderten unsere Albträume bevölkern. „Es gibt so viele Geschichten und Filme über Vampire, aber nur selten findet man solch eine Vater-Sohn-Beziehung wie zwischen Crepsley und Darren“, erläutert Weitz. „In ihrer Welt töten die Vampire keine Menschen, sondern trinken lediglich ihr Blut – im Unterschied zu den ‚Vampanezen’. Die Vampanezen versuchen, die Vampire in eine Schlacht zu verwickeln und unsere Kids sind die Bauernopfer auf diesem Weg.“

Für die filmische Umsetzung von Shans düsterer Welt entschied sich Weitz für eine Mischung aus visual effects, eindrucksvollen Kostümen, modernster animatronic und guten alten Stunts. Um dieses Ziel zu erreichen, engagiert Weitz ein Team kreativer Topleute. „Mir war wichtig, dass ich mit einem Team arbeite, das gute Ideen hat und erfinderisch ist. Mit etlichen Leuten hatte ich bereits zuvor gearbeitet“, erläutert der Autor und Regisseur.

Gemeinsam mit seinem langjährigen Produzenten Andrew Miano, mit Leslie und Shuler Donner begann Weitz mit der Produktion. Miano fasst die Begeisterung der Produzenten für Darrens Story so zusammen: „Mit 16 wollten wir uns von den Eltern ablösen. Als Teenager will man seine eigenen Wege gehen. Und dieser junge Held hat die Möglichkeit, in eine verrückte, alternative Welt zu reisen. Er bemerkt gar nicht, dass er nun ein halber Vampir ist. Ich glaube, die Folgen werden ihm erst später langsam klar.“

Nachdem Drehbuch und Team zusammengestellt waren, ging es darum, die Schauspieler für die Vampire und Freaks aus der Welt des Darren Shan zu besetzen.

Produktion: Die Besetzung

Die Reise von Darren beginnt in jenem Moment, als er einen Pakt mit Crepsley schließt und sich dem Wanderzirkus anschließt. Für Weitz und die anderen Produzenten war die richtige Kombination der Schauspieler so wichtig wie das passende Produktionsdesign.

Für die Besetzung von Darrens Mentor, des legendären Vampirs Larten Crepsley, der mit Lichtgeschwindigkeit laufen kann, trafen die Filmemacher eine ungewöhnliche Entscheidung: Sie engagierten John C. Reilly, einen Schauspieler, der vor allem für seine komischen Rollen bekannt ist. „Crepsley sollte ein seltsamer, exzentrischer Typ sein”, erläutert Weitz. „Er entspricht nicht dem üblichen Bild eines düsteren Vampirs. Ich benötigte dafür einen überzeugenden Charakterschauspieler und John hat genau diese Voraussetzung bestens erfüllt.“

Als Vorbereitung las Reilly intensiv alle 12 Bücher von Shans Serie, um das Universum Larten Crepsley zu verstehen. „Durch die Lektüre bekam ich ein gutes Gespür für den Stoff und all das, was die Fans daran so lieben“, erläutet er. „Ich habe bei den Dreharbeiten genau darauf geachtet, dass wir der Welt des ‚Mitternachtszirkus’ möglichst treu bleiben.“

Über seine Vorbereitung auf die Rolle des zweihundert Jahre alten Vampirs sagt Reilly: „Es war wie bei meinen anderen Figuren auch. Ich las das Drehbuch, machte meine Recherchen und so erwuchs Crepsley langsam zum Leben. Ich habe mich bei der Entwicklung der Figur an der Beschreibung aus dem Buch orientiert.“ Einen Unsterblichen zu spielen, bot für Reilly einen besonderen Reiz. „Man spielt nicht häufig eine Figur, die schon 220 Jahre alt ist. Für mich war das eine spannende Erfahrung, schließlich geht es auch um die Frage: wie zynisch wird man nach so vielen Jahren wohl sein?“

Die Rolle des geheimnisvollen Zirkus-Besitzers Mr. Tall übernimmt der japanische Schauspieler Ken Watanabe, der dem westlichen Publikum vor allem durch seine oscar®nominierte Rolle in „Last Samurai“ an der Seite von Tom Cruise bekannt ist. Mr.Tall ist der selbstbewusste Unterhändler zwischen Vampiren und Vampanezen, der seinen Zirkus mit freundlicher, zugleich harter Hand führt. Er rettete Evra, den Schlangenjungen als Baby und toleriert seit langem das Verhalten von Crepsley.

Über die Besetzung des Mr.Tall mit Watanabe sagt Leslie: „Die Bücher sind in Japan außerordentlich populär und Ken ist ein großer Star in seiner Heimat. Mit seiner Verpflichtung konnten wir genau diese Fans erreichen. Weil dieser Zirkus durch die ganze Welt reist, passt es zudem gut, dass seine Mitglieder multinational sind.“

Die Rollen von Darren und seinem besten Freund Steve spielen die beiden relativ jungen Darsteller Chris Massoglia und Josh Hutcherson. Wie zuvor in „American Pie“, „About a Boy oder: Der Tag der toten Ente“ und „Reine Chefsache“ entschied sich Weitz für Schauspieler, die noch nicht berühmt sind. „Es ist ein besonderes Vergnügen für mich, relativ unbekannte Kids für große Rollen zu besetzen und ihnen meinen Stempel aufzudrücken“, erläutert Weitz. „Vom ersten Tag an waren Chris und Josh durch eine herzliche Freundschaft verbunden, was für die Story nützlich war: Zwei Kids, die enge Freunde sind, gehen in völlig unterschiedliche Richtungen.“

Der 17jährige Massoglia sagt über seine Figur des Darren, der vom normalen Schülerleben in die Welt der Vampire gerät: „Ich war sehr aufgeregt, als ich vom Casting hörte. Einen Vampir als Mentor zu haben und selbst ein halber Vampir zu werden, finde ich sehr cool. Mein erstes Treffen mit Paul verlief sehr angenehm.“

Die Rolle von Darrens bestem Freund und späterem Gegenspieler spielt der 16jährige Josh Hutcherson, der in „Die Brücke nach Terabithia“ und „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zu sehen war. Bislang meist als braver Junge besetzt, war Hutcherson begeistert von der Chance, seine fiesen Seiten zeigen zu können. Über seine Rolle sagt er: „Es ist das Schicksal von Steve, ein Vampaneze zu werden. Er ist wie besessen von Vampiren und wollte schon immer das Leben von Nomaden führen, die nach ihren eigenen Regeln leben.“

„Chris und Josh sind großartige Typen, die schnell Freunde wurden”, berichtet Miano. „Sie treiben gerne Sport und haben jede freie Minute Basketball gespielt. Diese reale Freundschaft ist auf der Leinwand spürbar, wir hatten großes Glück mit diesen beiden wunderbaren Teenagern.“

Als Darren und Steve zum ersten Mal die Welt des Mitternachtszirkus betreten, treffen sie auf Menschen und Wesen, die sie zuvor nie erlebten. Bislang brachte das Verhalten der beiden Teenager ihren Lehrer Mr. Kersey (Patrick Breen aus „Verrückte Weihnachten“) zur Weißglut und beschämte Darrens Eltern (Don McManus aus „Ocean’s Thirteen“ und Colleen Camp aus „Mein Schatz, unsere Familie und ich“). Nur die kleine Annie (Newcomer Morgan Saylor) war fasziniert vom großen Bruder.

Shuler Donner erläutert die Welt der Freaks: „Diese Figuren sind echt wild. Wir haben die schöne Madame Truska, gespielt von Salma Hayek, der ein Bart wächst und wir haben Alexander Ribs (Orlando Jones), einer der dünnsten Männer der Welt. Dann wäre da Corma Limbs (Jane Krakowski), die über einen abnehmbaren und nachwachsenden Arm verfügt. Und es gibt Gertha Teeth (Kristen Schaal), die mit ihren Zähnen an einem Fahnenmast hängen kann oder Rhamus Twobellies (Frankie Faison), der alles essen und in seinem Magen zerlegen kann. Mein Liebling ist Evra, der Schlangenjunge (Patrick Fugit), der seinem Namen alle Ehre macht.“

Die Produzentin fährt fort: „Das komische Potential dieser Figuren war für mich überzeugend. Unser Zirkus sollte keine pathetische Angelegenheit werden, sondern ein Mittel, um Menschen mit Behinderungen zu verstehen. Letztlich hat doch jeder von uns kleine Macken – nur schieben wir das immer ganz weit weg.“

Madame Truska ist nicht nur die frustrierte Freundin von Crepsley, die bärtige Lady ist zudem eine verlässliche Wahrsagerin, die Darren vor dem drohenden Krieg zwischen Vampiren und Vampanezen warnt. Über ihre Besetzung sagt Weitz: „Ich suchte eine Frau, die sinnlich ist und sich zugleich einen Bart wachsen lassen kann. Salma hat beides erfüllt - und sie ist zudem sehr komisch.“

Die Schauspielerin sieht ihre Figur als Frau, die „stark ist und genau weiß, was sie tut. Gleichzeitig kann sie sehr freundlich und verletzbar sein.“ Wie für Shuler Donner steht auch für Hayek bei den Artisten nicht die Abnormität, sondern ihre Menschlichkeit im Vordergrund. „Madame Truska ist verliebt in einen Vampir. In ihr kann man viele Wünsche entdecken, die jede Frau hat. Sie möchte, dass dieser Mann sie so liebt wie sie ist und mit ihr lebt. Ich finde es faszinierend, wie diese seltsame Frau mit ganz normalen Problemen zu kämpfen hat.“

John C. Reilly sagt über die komplexe Beziehung zwischen Truska und Crepsley: „Zum Prinzip eines Vampirs gehört: ‚Lass dich nicht mit Sterblichen ein, weil sie viel schneller altern und irgendwann vor deinen Augen sterben.’ Wenn man sich in einen Sterblichen verliebt, erlebt man, wie der Partner viel schneller altert als man selbst. Darin liegt der Schmerz solch einer Liebe.“

Darren ahnt nicht, dass er schon vor seiner Geburt auserkoren war für den Krieg zwischen den Vampiren und den Vampanezen. Der Anführer dieser Sekte, der ironischerweise auf den harmlosen Namen Mr. Tiny hört, wird von Michael Cerveris gespielt. Seinen Stellvertreter, den Killer Murlaugh, verkörpert Ray Stevenson. Über den Psychopathen sagt Leslie: „Murlaugh ist ein schöner Kontrast zu Crepsley und wird schließlich sein entscheidender Gegner. Dieser Kampf hat Konsequenzen für das Schicksal der Menschheit und die Geschichte der Vampire.“ Über Schauspieler Stevensen sagt der Produzent: „Ray hat einen schrägen Humor. Er stammt aus Irland, muss aber mit einem nordenglischen Akzent sprechen. Wenngleich er eine bedrohliche, furchterregende Kreatur ist, gibt es stets ein kleines Zwinkern in seinen Augen bei ihm.“

Die Rolle von Crepsleys langjährigem Freund Gavner Purl spielt der preisgekrönte Schauspieler Willem Dafoe, mit dem Weitz bereits in seinem letzten Film „American Dreamz – Alles nur Show“ arbeitete, wo er den machtbesessenen US-Vizepräsident verkörperte. Um Purl ein zeitloses Aussehen zu geben, ließen sich Weitz und seine Kostümbildnerin Judianna Makovsky von alten Fotos von Salvador Dali inspirieren, auf dem er seinen berühmten Zwirbelbart trägt.

Produktion: Wundersame Kräfte - Spezialeffekt

Gemeinsam mit visual effects supervisor Todd Shifflett von Rhythm & Hues und Produktionsdesigner William Arnold machte sich Weitz an die Entwürfe für das Aussehen des Films. Für seine Welt der Untoten ließ sich der Regisseur von Malern des deutschen Expressionismus aus den 20er und 30er Jahren inspirieren. Mit Hilfe von Prothesen, reichlich Make-up sowie dem Einsatz von CGI-Effekten entstanden all jene Kreaturen, die sich Autor Darren Shan ausgedacht hatte.

Eine besondere Herausforderung für die Effektleute war der Bartwuchs der geheimnisvollen, verführerischen Wahrsagerin Madame Truska. Ihr Bart sollte plötzlich wachsen und dabei natürlich wirken – was mit etwas Hilfe von CGI-Effekten möglich wurde. Jedes Detail war genau geplant, von der Schnelligkeit des Sprießens der Haare bis zur Form des Bartwuchses, wobei die Mimik der Schauspielerin als Richtschnur diente.

„Es war viel Arbeit und hat viele Stunden in der Maske gekostet, aber es war aufregend, sich selbst mit einem Bart zu sehen“, amüsiert sich Salma Hayek. „Es macht Spaß, sich zu verkleiden und eine andere Person zu werden.“

Der Regisseur hat sich nicht selten gewundert, dass seine Schauspieler bei diesen harten Dreharbeiten nie gemeutert haben: „Ich dachte mir immer wieder beim Drehen: ‚Mein Gott, was machst du da? Das ist doch völlig bizarr.’ Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich zu weit gehen würde.“

Die von Jane Krakowski gespielte Corma Limbs hat die faszinierende Fähigkeit, dass ihre Gliedmaßen nachwachsen, wenn sie abgerissen (oder in einigen Fällen, verspeist) wurden. Für die Nahaufnahmen von Corma wurde zuvor ein kompletter Cyberscan der Schauspielerin angefertigt. Zudem wurden ein künstlicher Arm und eine Hand von Krakowski nachgebildet, die zum Einsatz kamen, wenn Wolfman ihre Gliedmaßen abreißt.

Das Ergebnis der Effekte sollte jedoch nicht allzu blutig ausfallen, das Konzept von Weitz war, dass die Zuschauer von den Freaks fasziniert sind und sich gruseln, aber er wollte keinen blutigen Horrorfilm. Weil Liebe bekanntlich blind und hungrig macht, gibt es eine Szene, in der Alexander Ribs seiner Freundin Corma ein Stück vom Finger abbeißt – für diesen besonderen Effekt kam ein Stückchen harter Schokolade als Fingerkuppe zum Einsatz.

Der doppelte Bauch von Rhamus Twobellies entstand mit Hilfe von modellierten Prothesen. Für diese Prozedur musste Schauspieler Frankie Faison täglich fünf Stunden in der Maske verbringen, wo er mit etlichen Litern Klebstoff behandelt wurde. Die Szene, in der er eine ganze Fackel verschlingt, entstand mit Hilfe schneller Schnitte und den Spezialeffekten von R&H. Über die besonderen Schluckqualitäten von Twobellies sagt visual effects supervisor Todd Shifflett: „Wir haben uns gefragt: ‚Wie groß können wir seinen Mund machen, ohne dass es grotesk aussieht?’ Man kann viel mit Effekten machen, aber alles sollte plausibel für die Zuschauer bleiben. Wir haben Fotos bearbeitet und so den passenden Mund ein bisschen animiert. Dann haben wir Paul gefragt, wie furchterregend er das Ergebnis haben wollte.“

Der Einsatz von realen Effekten war den Filmemachern wichtig. Schauspieler und Effektspezialist Tom Woodruff trug als Wolfman ein vollständiges Kostüm und bewegte sich auf 20 Zentimeter hohen Stelzen. Vier erfahrene Effektleute bewegten gleichzeitig per Fernbedienung den Mechanismus von Wolfman und brachten so auch Augen, Wangen und Lippen zum Leben.

Die Szene, in der Darren gemeinsam mit Rebecca den Käfig von Wolfman reinigen sollen, beschreibt Miano folgendermaßen: „Wolfman sitzt auf seinen Hinterbeinen in der Ecke des Käfigs, er sabbert und spuckt. Wir benötigten vier Puppenspieler für sein Gesicht: Einen für die Augenbrauen, einen für den Mund, einen für die haarige Stirn und einen für das Sabbern. Die Jungs haben fantastische Arbeit geliefert.“

Um aus einem relativ dünnen Schauspieler den fülligen Mr. Tiny zu machen, kamen Gesichtsprothesen, ein Körperanzug und Silikonhände zum Einsatz. „Ich wollte keinen übergewichtigen Schauspieler engagieren, das Ergebnis sollte allein mit der Maske erreicht werden“, berichtet Weitz. „Michael Cerveris ist ein wunderbarer Broadway-Schauspieler, der weit mehr bietet als der übliche ‚Darsteller im fetten Körperanzug’. Michael ist jene seltsame Figur in dieser Geschichte, die zwischen Leben und Tod pendelt.“

Zu den Kreaturen, die vollständig am Computer erzeugt wurden, gehören die 80 Zentimeter kleinen Figuren, die tote Seelen sind und von Mr. Tiny aus toten Vampiren erschaffen wurden. Dank eines merkwürdigen Waffenstillstands dürfen diese Wesen unter Aufsicht von Mr. Tiny vorübergehend im Wanderzirkus bleiben.

Eine entscheidende Rolle in der Geschichte kommt Crepsleys hypnotisierender Spinne Octa zu. Ihr Biss führt dazu, dass Darren seine Familie verlässt und ein Vampir wird. „Als Darren und Steve den Zirkus besuchen, will Darren die Spinne stehlen“, erläutert Massoglia. „Doch Octa beisst Steve, dem im Krankenhaus nicht mehr geholfen werden kann. Um seinen Freund zu retten, muss Darren den Diebstahl beichten und Crepsley um Hilfe bitten. Der verlangt dafür einen hohen Preis: Darren muss ein Vampir werden.“

Über das Konzept für die computergenerierte Octa sagt visual effects supervisor Todd Shifflett: „Wir haben überlegt, welche Farbe die Spinne haben sollte. Farben haben in der Natur ja immer eine besondere Rolle. Octa sollte Charakter haben, zugleich sollte das Aussehen ihr tödliches Potential deutlich machen.“

Leslie war begeistert von der Kombination aus realen Tricks und CGI-Effekten: „Shifflett und seinem Team ist es gelungen, dass Octa nicht nur wie eine Spinne aussieht, sondern auch eine Persönlichkeit besitzt. Sie kann nicht sprechen, dennoch besteht ein besonderes Verhältnis zwischen ihr und Crepsley und später auch zu Darren. Paul war es wichtig, dass die Menschen auf die CGI-Kreaturen reagieren. Wenn Octa etwa durch die Gänge der Schule rennt, sind die Reaktionen der Statisten einfach grandios.“

Darrens Freundin Rebecca, liebevoll „Monkey Girl” genannt, wird von Jessica Carlson gespielt. Sie wurde mit einem steuerbaren Schweif ausgestattet, der an einem Gürtel befestigt war und per Fernsteuerung auf und ab bewegt werden konnte. Für einige Szenen wurde der Schweif in der Postproduktion hinzugefügt, etwa als Rebecca im Theater an ein Seil gefesselt ist. Hier erscheint der Schweif als Schatten auf dem Vorhang, der die Knoten öffnet und damit die Flucht ermöglicht.

Produktion: Dreharbeiten in Louisiana

Bei ihrer Suche nach geeigneten Schauplätzen wurden die Filmemacher in Louisiana fündig. „Es ist cool in einer Stadt zu sein, die wieder auf die Füße kommt“, erläutert Weitz. „Es gibt ein wunderbar altes, heruntergekommenes Theater in New Orleans, das wir für verschiedene Szenen benutzten. Es diente als Kulisse für die Freakshow zu Beginn des Films und für die Sequenz, in der Darrens Eltern entführt werden.“

Produktionsdesigner William Arnold war begeistert von den großartigen Möglichkeiten, die sich in Louisiana boten. „Mit den großen Eichen, etwa in Darrens Straße, wollten wir ein Gefühl vom mittleren Westen vermitteln“, erläutert er. „Die Eichen wurden zu einer Art roter Faden. In der Friedhofsszene wirken die Gräber bei Nacht zwischen den großen alten Eichen sehr unheimlich, ganz ähnlich ist es beim Zirkuslager. Das Licht unter diesen alten Bäumen ist einfach ganz einzigartig.“

Schon früh wollte Weitz ein altes, verlassenes Theater als Kulisse für die Szene, in der Darren und Steve die verrückte Welt des Mitternachtszirkus zum ersten Mal betreten. „Dieser Zirkus ist sehr geheimnisvoll“, erläutert Produzentin Shuler Donner. „Wir fanden dieses alte Theater, an dem Hurrikan Katrina seine Spuren der Vernichtung hinterlassen hatte. Mit seiner großen Bühne und den sehr üppigen Dekors war es der perfekte Schauplatz für uns.“

Die Brücken des City Parks von New Orleans dienten als Kulisse für Darrens Weg in den Zirkus. Für den Zirkus selbst wurde ein Winn-Dixie Lagerhaus zu einem düsteren, geheimnisvollen Schauplatz umgebaut. Weil die jungen Schauspieler zur Nachtzeit nicht lange drehen durften, wurden alle Sequenzen ins Innere verlegt, wo durch die entsprechende Beleuchtung jede Tageszeit imitiert werden konnte. Jedes Zelt und jede Hütte spiegelte dabei den Charakter der Bewohner wider. Den Zuschauern sollte so das Gefühl vermittelt werden, gemeinsam mit Darren eine neue Welt zu entdecken.

„Für Darren sollte es sein wie die Entdeckung des kleinen fremdartigen Dorfes im Musical Brigadoon“, erläutert Leslie. „Die Zirkuswagen stehen im Kreis und überall kann man spannende Details entdecken, sei es das kleine Haus von Merman oder das Zelt von Evra.“

„So etwas hat man vorher noch nicht gesehen”, ergänzt Produzentin Shuler Donner. „Alle Zelte sind im Kreis aufgestellt und wirken wie eine Familie. Jedes Zelt hat seinen eigenen Charakter. Das Zelt des Schlangenjungen Evra ist aus Schlangenhaut und jenes von Mr. Tall ist natürlich sehr groß. Die Bedeutung der Zelte wird durch ihre Farben unterstrichen. Als Darren diese Welt betritt wird ihm sofort klar, dass dies ein sehr aufregender und amüsanter Ort ist.“

Als Darren sich zum ersten Mal zum Vampir verwandelt, ist er 1,5 Meter unter der Erde in einem Grab und wird von Larten Crepsley gerettet. Diese Szene entstand in Baton Rouge, eineinhalb Autostunden außerhalb von New Orleans entfernt. Den Ortswechsel erklärt Miano so: „New Orleans liegt auf dem Meeresspiegel, deswegen befinden sich die Gräber in Krypten. Man kann kein tiefes Grab schaufeln, weil es sofort überflutet würde.

In Baton Rouge hatten wir diese Probleme nicht.“

Dass die nächtlichen Dreharbeiten auf einem Friedhof für Team und Darsteller bisweilen unheimlich waren, ließ sich nicht vermeiden. „Man kann viele Kulissen bauen“, erläutert Miano. „Aber wenn so viele Leute durch einen Friedhof mit zahlreichen Gräbern laufen, muss man an den realen Schauplatz gehen. In dieser Größenordung wäre eine gebaute Kulisse zu kompliziert.“

Produktion: Die Stunts der Vampire

Für das schnelle Erklettern von Häusern, das Fallen in offene Gräber und die Kämpfe in einem alten Theater waren zahlreiche gewagte Stunts notwendig. Die Vampire und Vampanezen sind extrem schnell, sie kämpfen mit messerscharfen Fingernägeln und schleudern jeden Gegner mit großer Geschwindigkeit in die Luft.

Zu einer entscheidenden Szene gehört der Kampf auf dem Friedhof zwischen Crepsley und Murlaugh um den Besitz des „Erwählten“ Darren Shan.

Die Sequenz entstand bei einem langen Nachtdreh, der teilweise im echten Friedhof stattfand. Als Crepsley und Murlaugh zum Grab kommen, soll Darren so schnell wie möglich fliehen. Damit Crepsley seinen Schützling Darren im entscheidenden Moment fast fünf Meter in die Luft schleudern kann, wurde der Schauspieler Massoglia an Gurten aufgehängt. Hier erlebt das Publikum zum ersten Mal, mit welcher ungeheuren Geschwindigkeit sich Vampire bewegen. „Vampire sind unglaublich schnell“, erläutert John C. Reilly. „Sie bewegen sich wie ein Blitz. Man holt tief Luft und schon ist man ganz woanders.“

Für die Rettungsaktion für Steve, als Darren und Crepsley an der Wand des Krankenhauses hochklettern, wurden Massoglia und Reilly vom Stuntteam in ein Gurtzeug gesteckt, in dem sie lange ausharren mussten.

Beim Angriff von Octa auf Steve in der Schule, simulierte zunächst ein Laser die Bewegung der Spinne. „Als das Tier unter mein Hemd krabbelt, wurden seine Bewegungen durch einen kleinen Mechanismus simuliert“, berichtet Hutcherson. „Ich wurde überall verkabelt und ein Puppenspieler steuerte per Fernbedienung die kleinen Motoren, die den Eindruck erwecken, als würde Orca an mir hoch kriechen.“

Der entscheidende Kampf zwischen Darren und Steve findet im gleichen Theater statt, wo beide Teenager die erste Vorstellung des Mitternachtszirkus erlebten. Für den finalen Schlagabtausch der einst besten Freunde wurden die Schauspieler in Gurtzeug gesteckt, in dem sie gegeneinander antreten. „Wir wurden immer wieder hochgezogen und fallen gelassen“, lacht Massoglia. „Ich war der Typ, der Prügel bekommt, durch die Luft fliegt und von Gebäuden fällt. Aber es war ein großer Spaß.“

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