Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire

  1. Ø 2
   2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire: Verfilmung der Buchreihe über einen jungen Amerikaner, der zum Blutsauger wird und sich fortan in einem Kampf der Vampire wiederfindet.

Der 16-jährige Darren führt das normale Vorstadt-Leben eines amerikanischen Teenagers. Lediglich sein Freund Steve verleitet ihn zu der ein oder anderen Dummeheit. Steve träumt schon länger davon Vampir zu sein und als eine Zirkusshow der besonderen Art im Ort gastiert, überzeugt er Darren zu einem Besuch. Auch dieser ist schnell von der skurrilen Welt der Freaks angezogen. Seine geweckte Neugier führt schließlich auch dazu, dass er nach kurzem Tod als Vampir weidergeboren wird. Doch damit nicht genug: Bald findet er sich in einem Kampf der Vampire wieder.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eigentlich ist es schade, dass der Film sich selbst eine Falle stellt. Denn er leidet gegen Ende an zunehmender Handlungsschwäche, die Verheißungen, die er selbst aufbaut, erfüllt er nicht – Verheißungen von einem großen Krieg zwischen Vampiren und Vampyren, aufeinandergehetzt vom trickreich-intriganten Mr. Tiny, dem glatzköpfigen Fettwanst. Verheißungen auch von einem großen Zweikampf zwischen zwei ehemaligen Freunden, die sich nun auf verfeindeten Fronten gegenüberstehen. Der Große Vampirrat m Hintergrund hat kaum was zu sagen, das Buch der Seelen, das Mr. Tiny manipuliert hat, taucht auch gar nicht mehr auf, und offenbar waren John C. Reillys Crepsley, dessen Freund Gavner (Willem Dafoe) und der verstorbene Vincent so was wie legendäre Vampirgenerale gewesen, was aber auch keine große Rolle spielt.

    In den letzten 20, 30 Filmminuten zeichnet sich ab, dass dieser Film nicht das furiose Finale haben wird, auf das alles hingedeutet hat; vielmehr trägt der „Mitternachtszirkus“ offensiv die Tatsache vor sich her, dass er nur der Auftakt für ein Sequel ist, bei dem es dann – vielleicht – so richtig losgehen könnte. Das Doofe daran: Vielleicht wegen der Plotschwächen dieses ersten Teils wird der Film zumindest in Deutschland in vielen Kinos lediglich auf der Vorabendschiene programmiert, er wird allein schon deswegen kein großes Publikum erreichen, und weil er kein großer Boxoffice-Erfolg sein wird, wird es auch vielleicht überhaupt kein Sequel geben. Und der Film wird allein stehen bleiben müssen, auf Beinen, die im Lauf der 110 Minuten immer schwächer werden.

    Dabei ist der Film an sich durchaus faszinierend: Der Cirque du Freak ist in der Stadt, eine Freakshow mit abartigen Gestalten, wie sie nur eine ausreichend groteske Fantasie und die Möglichkeiten der Digitaleffekte erschaffen können: Ein Hungerkünstler ohne Bauch, ein anderer dafür mit gleich zwei Bäuchen, in die alles mögliche reinpasst, eine Dame mit nachwachsenden Gliedmaßen, eine Wahrsagerin mit Bartwuchs – Salma Hayek einer Star-Nebenrolle neben Dafoe und dem japanischen Star Ken Watanabe -, und Crepsley, der Spinnendompteur und Vampir. Er ist das Zentrum des Films, und das Zentrum des Interesses für Darren und Steve, die Teenagerjungs: Darren, der Spinnenfan, und Steve, der Vampirfan. So werden beide hineingezogen in die Welt der Mitternachtsfreaks, wo eine ganz eigene Mythologie herrscht, ein Waffenstillstand zwischen den Vampiren, die zwar Blut trinken, aber nicht töten, und den blutrünstigen und mordlüsternen Vampyren – und zwischen ihnen Mr. Tiny, hinter ihnen der Vampirrat – aber das eben nur in einem hypothetischen Sequel, das es vielleicht nie geben wird... Immerhin gibt es noch neun weitere „Cirque du Freak“-Romane, die man verfilmen könnte.

    Paul Weitz geht seinen Film mit einer erfrischenden, aber unaufdringlichen Ironie an, das ist es, was den eigentlichen Reiz des Films ausmacht. Wie sich der Film immer wieder seiner selbst bewusst ist, etwa wenn Mr. Tiny sich freut auf das große Duell zweier ehemaliger Freunde, oder wenn er gleich zu Anfang zu sehen ist mit einer großen Popcorn-Packung auf dem Friedhof, bei einer Beerdigung: das genau will der Film sein, Popcornspektakel um das Schaurige, Unterhaltsames im Morbiden. Und wenn er seine Freakshow darbietet, baut er auch die Schaulust des Kinopublikums mit ein, in die Schaulust der Freakshowbesucher im Film. Missgeburten, arme Kreaturen, missgestaltete Typen anzuschauen: Was ist das für ein unanständiger, perverser Zeitvertreib! Und zugleich weiß der Film, dass genau deshalb die Leute ins Kino kommen... und dass eigentlich, hinter den abnormen Ausformungen, eben doch Menschen stecken, weil es nicht wichtig ist, was man ist, sondern wer man ist...

    Die Welt des „Mitternachtszirkus“ ist wirklich lustig, auf unschuldige Art gruslig, durchaus auch spannend, immer wieder angemessen düster – etwas Tim-Burton-haftes ist zu spüren, eine Hinwendung zur Schauerromantik von E.T.A. Hoffman und den Gothic Novels – im Gegensatz zur Romantikschnulze des „Twilight“-Films, den Paul Weitz Bruder Chris inszeniert hat. Aber was der Film zeigt, das hält dem Hintergrund halt nicht stand. Auch Darren, der vampirgewordene Jugendliche, wirkt in seiner Darstellung immer blasser, je mehr seiner Figur das Blut fehlt, das er nicht trinken mag... Und so ist dieser Film einer der seltenen Fälle, dessen wahre Qualitäten erst durch ein Sequel aufgezeigt würden – so es denn einigermaßen ordentlich gemacht sein wird. Erst, wenn die Geschichte weitergeht, wird sie sich so richtig sich entfalten können; dieser erste „Mitternachtszirkus“-Film ist nicht mehr als ein Vorgeschmack; und wenn wir Pech haben, wird nichts mehr nachfolgen.

    Fazit: Ausflug in die morbid-schaurig-düstere-witzig-ironische Welt der Mitternachtsfreaks; allerdings leider mit abflauender Handlung zum Ende hin, die stark auf ein Sequel hindeutet, das aber noch nicht angekündigt, vielleicht noch nicht mal angedacht ist.
  • Teenvampir-Fantasyfilm mit kuriosem Figurenensemble, der auf einer populären zwölfteiligen britischen Buchreihe basiert.

    Grundsätzlich fühlt man sich sowohl an die „Harry Potter“ als auch die „Twilight“-Franchises erinnert. Ob „Mitternachtszirkus“ aber auch an den Erfolg der beiden Megahits anschließen kann, bleibt abzuwarten. Regisseur und Koautor Paul Weitz, der Bruder von „New Moon“-Regisseur Chris Weitz, hat damit zu kämpfen, dass er den Auftakt eines angepeilten Franchise abzuliefern hatte, was vor allem die Einführung einer Menge Figuren mit sich brachte, wohingegen die Story ohne wirklichen Abschluss auskommen muss.

    Darren Shan (so auch der Name des Autors der Buchvorlage, hier etwas farblos von Chris Massoglia dargestellt) gilt als Musterschüler, dessen einziger Makel seine Freundschaft mit dem rebellischen Steve (Josh Hutcherson) zu sein scheint. Als Steve, der schon lange davon träumt ein Vampir zu werden, erfährt, dass ein geheimnisvoller Wanderzirkus in ihre Stadt kommt, überredet er Darren zu einem nächtlichen Besuch. Unter den zahlreichen Freaks, wie einem Schlangenjungen und einer Lady mit Bart (Salma Hayek mal ganz anders), erkennt Steve auch den legendären Vampir Larten Crepsley (John C. Reilly). Dieser hat eine schmucke rot-blaue Spinne („Spiderman“ lässt grüßen!) als Haustier, die Darren beim Besuch in Crepsleys Garderobe fasziniert einsteckt. Dadurch wird eine Kettenreaktion in Bewegung gesetzt, die zu Darrens Beerdigung und seiner Wiederauferstehung als Vampir führt. Diese bricht allerdings das 200-jährige Friedensabkommen zwischen den blutrünstigen „Vampaneze“ und den vergleichsweise zivilisierten Vampiren. Crepsley wird nun zum Mentor und Beschützer von Darren und bringt ihn zum Camp der Freaks, das von Mr. Tall (Ken Watanabe) geleitet wird. Denn nicht nur die Vampaneze haben es auf den frisch gebissenen Vampir abgesehen, sondern auch sein vor Neid und Wut schäumender Freund Steve, der bei der Gegenfraktion landet, wird zu seinem erbitterten Feind.

    Kurz darauf fällt auch schon der Vorhang. Aufregendere Abenteuer sind somit beim angedeuteten Sequel zu vermuten. Immerhin ist ein schillerndes Panoptikum von Freaks eingeführt worden, das neben bissigen Gollum-artigen Zwergen und einem gelenkigen Mädchen mit Affenschwanz, auch eine Dame umfasst, die ihre abgehackte Hand nachwachsen lassen kann. Der Ton fällt insgesamt ironisch aus, von schwelender Romantik oder magischem Zauber fehlt jede Spur, was wohl als Gegenrezept zur „Twilight“-Reihe gedacht ist. Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich zeigen. ara.

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