Mitternacht im Garten von Gut und Böse

  1. Ø 3
   1997
Mitternacht im Garten von Gut und Böse Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Mitternacht im Garten von Gut und Böse: Romanadaption um einen skandalträchtigen Mord in einer Südstaatenstadt mit detailliertem Lokalkolorit.

Der Manhattaner Magazinreporter John Kelso taucht in Savannah, Georgia, in eine neue Welt ein. Dort erregt ein Mord unter Lokalberühmtheiten die Gemüter der zumeist skurrilen Einwohner: Der neureiche Antiquitätenhändler und Exzentriker Jim Williams soll seinen jungen, rabiaten Lover Billy Hanson ermordet haben. Alle Einwohner wenden sich ab vom ehemals respektierten Bürger.

Eigentlich hätte der New Yorker Journalist John Kelso nur einen Zeitungsartikel über das alljährlich in Savannah stattfindende Weihnachtsfest des homosexuellen Südstaatlers Jim Williams verfassen sollen. Doch als der schwerreiche Antiquitätenhändler Williams auf der High-Society-Party seinen Liebhaber Billy Hanson angeblich in Notwehr erschießt, verändert sich auch Kelsos Leben. Mit Hilfe der Barsängerin Mandy, der Voodoo-Priesterin Minerva und des Transvestiten The Lady Chablis versucht er, die Hintergründe der Tat aufzudecken.

Klatschreporter John Kelso verschlägt es für eine Party in die tiefsten Südstaaten. In Savannah, Georgia, erregt der Tod eines Strichers, geduldeter Liebhaber des reichen und exzentrischen Gastgebers Jim Williams die Gemüter der zumeist skurrilen Bewohner. Gediegene Bestselleradaption von Clint Eastwood.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • „Vom Winde verweht“ auf Meskalin – so charakterisiert John Cusack in der Rolle des Journalisten John Kelso das sich vor seinen Augen entfaltende skurrile Szenario in Savannah, Georgia. Altmeister Clint Eastwood („Absolute Power“) stellt das Lokalkolorit in seiner ausgesprochen entspannt inszenierten Romanadaption von John Berendts Bestseller (seit nunmehr über drei Jahren in den Hitlisten und vor kurzem erstmals Nummer eins!) um einen skandalträchtigen Mord in der High-Society der faszinierenden Südstaaten-Stadt in den Mittelpunkt und bevölkert es mit einer ganzen Parade bizarrer Mitspieler.

    Als dem Drehbuchautoren John Lee Hancock (der für Eastwood bereits 1993 „A Perfect World“ verfaßte) erstmals angeboten wurde, den vielschichtigen Roman zu adaptieren, lehnte er zunächst aufgrund der Komplexität des Stoffs ab. Schließlich war es aber Hancock, der Eastwoods Interesse für das Projekt mit seinem Drehbuch wecken konnte – bevor dieser überhaupt das Buch gelesen hatte. Der Regisseur ist bekannt für seine Vorliebe für unkonventionelle Stoffe und die True-Crime-Geschichte war genau nach seiner Fasson. Im Buch berichtet Autor Berendt aus der eigenen Perspektive, für den Film wurde der Part des Manhattaner Magazinreporters John Kelso (Cusack) geschaffen, der daher in erster Linie als passiver Beobachter durch die Geschehnisse führt. Er besucht die alljährliche Weihnachtsparty des neureichen Antiquitätenhändlers Jim Williams (Kevin Spacey unternahm für seine Rolle erschöpfende Nachforschungen und scheint mit seiner großartigen Darstellung eines Gentleman-Exzentrikers geradezu den Buchseiten entstiegen zu sein). Kelso wird Zeuge einer verstörenden Auseinandersetzung des homosexuellen Gastgebers mit seinem rabiaten Redneck-Liebhaber Billy Hanson (Jude Law). Am nächsten Morgen ist Hanson tot. Williams beteuert, ihn in Selbstverteidigung erschossen zu haben, doch das muß er erst in einer langwierigen Gerichtsverhandlung unter Beweis stellen. Das Gros seiner sogenannten Freunde, die seine diskret ausgelebte sexuelle Orientierung bis dato geflissentlich übersehen hat, stellt sich nun bigott empört gegen den Lebemann.

    Ähnlich wie im Roman nimmt sich Eastwood zunächst viel Zeit, dem Zuschauer eine Führung der Örtlichkeit und der Bewohner der einzigartigen Stadt zu geben, die bewußt jeglichen Fortschritt verweigert. Jack N. Greens Kameraarbeit fängt den schwülen Charme Savannahs mit seinen moosbehangenen Alleen und seiner malerischen Architektur ein. Nach und nach lernt man eine Vielzahl der verschiedenen Mitglieder der Gemeinde mit ihren individuellen Marotten kennen. Da tummeln sich aufgedonnerte Damen der Gesellschaft, ein verwirrter Einsiedler spaziert mit angebundenen Schmeißfliegen herum, ein anderer führt ein Hundehalsband an der Leine aus, eine Voodoopriesterin namens Minerva (Irma P. Hall) zelebriert ihr Santeria am örtlichen Friedhof, eine singende Floristin (Eastwood-Tochter Alison) wird in einem etwas überflüssig anmutenden Subplot zum Love Interest Kelsos gemacht, Williams‘ Anwalt (Jack Thompson) begeistert als Südstaaten-Perry-Mason, und allen die Schau stiehlt der glamouröse Transvestit The Lady Chablis, der/die sich mit bewundernswertem Selbstbewußtsein selbst spielt. Bei einem so umfangreichen Aufgebot an Figuren bleibt es nicht aus, daß einige von ihnen zur bloßen Staffage geraten. Der Reiz des Buches ist es jedoch, daß diese exzentrische Gemeinde mit diversen Anekdoten und ausgefeilter Lokalhistorie zu plastischem Leben erweckt wird, um den Leser der exotischen Magie von Savannah erliegen zu lassen. Die Limitierung des Mediums kann jedoch nur einen Bruchteil des zweifellos faszinierenden Lokalkolorits zulassen. Eastwood, der für seinen spartanischen Stil bekannt ist, scheint hier die Zügel so manchesmal ein wenig locker zu lassen, wobei sich vor allem das Gerichtssaaldrama unnötig lange hinzieht (dabei komprimierte man die tatsächlichen vier Verhandlungen auf eine einzige). Das langsame Entblättern der Mordumstände will zudem keine rechte Spannung erzeugen. Es war Dirty Harry mehr daran gelegen, ein entlarvendes

    Gesellschaftporträt zu zeichnen – und als solches weiß „Midnight in the Garden of Good and Evil“ trotz mancher Längen dennoch zu überzeugen. ara.

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