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TV-Drama: Die Beziehung eines Ehepaares muss durch einen Schlaganfall des Mannes auf eine völlig neue Basis gestellt werden.

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Kritikerrezensionen

  • Mit einem Schlag: TV-Drama: Die Beziehung eines Ehepaares muss durch einen Schlaganfall des Mannes auf eine völlig neue Basis gestellt werden.

    Eine großartige und wundervoll gespielte Komödie: Eigentlich wollte Maria ihren Mann verlassen, doch der ist ihr zuvor gekommen.

    „Ich zeige dir den Weg in den Himmel“, hatte er ihr einst versprochen. Gut dreißig Jahre später muss sich Maria eingestehen, dass die Aufbruchstimmung von damals in einem Leben von der Stange versickert ist: Jakob hat früh die Firma seines Vaters übernommen, Maria ihm all die Jahre über den Rücken frei gehalten. Mit dieser Selbstaufgabe aber soll nun endlich Schluss sein; heute Abend will sie es ihm sagen. Da hat Jakob einen Schlaganfall. Als er im Krankenhaus erwacht, ist seine Vergangenheit wie weggewischt. Und schlimmer noch: Sobald sein Gehirn zur Ruhe kommt, wird alles gelöscht, was er zuletzt über sich rausgefunden hat. Für Maria ist das fatal: Als Frau von Ehre will sie Jakob erst verlassen, wenn er das auch mitbekommt.

    Auch wenn es angeblich ein Zeitungsbericht war, der Christian Jeltsch auf die Idee zu seinem Drehbuch gebracht hat, so gibt es natürlich auch prominente Kinovorbilder, Christopher Nolans Thriller „Memento“ etwa. Noch größer sind die Parallelen zu „50 erste Dates“: Hier verliebt sich ein Mann in eine Frau, die ihn am nächsten Tag nicht mehr erkennt, weshalb er sie immer wieder aufs Neue erobern muss. Maria will Jakob zwar loswerden, aber weil der Gatte für immer verloren geglaubte Seiten offenbart, fällt ihr das zunehmend schwerer.

    Getreu der tröstenden Einsicht, jede Tragödie berge komisches Potenzial, reduzieren Jeltsch und Regisseurin Vivian Naefe die negativen Folgen des Schlaganfalls vor allem auf ihre komischen Seiten. Das klappt tadellos, weil Peter Simonischek Jakobs Hilflosigkeit fabelhaft anrührend spielt und weil Gisela Schneeberger ihm eine kongeniale Partnerin ist; nur so funktionieren sein Wandel vom egozentrischen Kotzbrocken zum Sympathieträger und ihre emotionale Achterbahnfahrt. Natürlich ist es eigentlich gar nicht komisch, dass ein Mann nach jedem Erwachen mühsam aufs Neue lernen muss, wer er ist. Aber Simonischek und Schneeberger spielen das einfach wundervoll, wenn Jakob wieder mal die Augen aufschlägt, erstaunt um sich blickt und Maria ihm mit schwindender Geduld erklärt, wo er sich befinde und wer sie sei, wobei sie hin und wieder auch kleine Bosheiten einbaut.

    Eine Vielzahl liebevoller Details und eine Inszenierung, in der nicht eine Einstellung überflüssig ist, runden die Dramödie zu einem großartigen, höchst kurzweiligen Film ab, dessen tragisches Potenzial immer wieder durch einen höchst sympathischen trockenen Humor aufgefangen wird. tpg.

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