Meine schöne Bescherung

  1. Ø 3.5
   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Meine schöne Bescherung: Turbulente und bisweilen bitterböse Familien- und Beziehungskomödie mit der Crème de la Crème der deutschen Schauspieler.

Sara (Martina Gedeck) lebt glücklich mit ihrem vierten Ehemann Jan (Heino Ferch) und dessen Sohn aus erster Ehe zusammen, sowie ihren eigenen drei Kindern, die von drei verschiedenen Männern stammen. Da Weihnachten vor der Tür steht, lädt sie kurzerhand ihre gesamten Ex-Partner nebst familiärem Anhang ein. Der entsetzte Jan kann nicht verhindern, dass ein Abend voller Gemeinheiten seinen Lauf nimmt, an dessen Höhepunkt Sara ihre Schwangerschaft erklärt. Sie ahnt nicht, dass Jan als Vater ausscheidet.

Vanessa Jopp

Sara lebt mit ihrem vierten Ehemann Jan und ihren und seinen Kindern aus den vorherigen Ehen zusammen. Mit der Harmonie in der Patchwork-Familie ist es vorbei, als Sara zu Weihnachten all ihre Exe samt Anhang einläd. Zum Eklat kommt es, als sie ihre Schwangerschaft verkündet, denn Jan kann nicht der Vater sein.

Sara lebt mit ihrem vierten Ehemann Jan und ihren und seinen Kindern aus den vorherigen Ehen zusammen – ein weiteres Kind soll noch dazukommen, von Jan. Mit der Harmonie in der Patchwork-Familie ist es vorbei, als Sara auf die Idee komt, zu Weihnachten all ihre Ehemaligen samt Anhang einzuladen. Das führt zu diversem Knatsch und einigem Chaos. Zum Eklat kommt es dann allerdings, als sie ihre Schwangerschaft verkündet. Denn Jan kann nicht der Vater sein – er ist längst steril.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In ihrer ersten Komödie setzt Vanessa Jopp („Vergiss Amerika“, „Komm näher“) auf altbewährte Zutaten: Missverständnisse, Slapstick, Schlüpfrigkeiten, und all das an Weihnachten. Da treffen sich alle, die irgendwie mit Sara zusammen waren, ihre aktuelle Familie, die Ex-Männer mit ihren jeweiligen neuen Frauen und Kindern, eine Nachbarin, die damit gar nix zu tun hat… Und vor allem Saras Mann Jan ist deshalb total angepisst, zum Argwohn gegen die Ex-Männer kommt noch die misstrauische Eifersucht, als Sara ihr Weihnachtsgeschenk enthüllt: erneute Schwangerschaft, diesmal angeblich von Jan – der aber hat sich schon vor langer Zeit heimlich sterilisieren lassen…

    Da geht’s also drunter und drüber, Sticheleien und Streit und Turbulenz, und all das im weihnachtlichen Wohnzimmer. Das ist ein Spaß, die Dramaturgie steigert sich langsam und unaufhaltsam, einige Gags zünden auch – werden allerdings leider überdeckt von all den Plattheiten, die der Film ebenfalls bietet. Da sind Klischeefiguren versammelt: Der Soziologe, der in Fremdwörtern redet, die Heulsuse, die intrigante Zicke: typische Rollen ohne Tiefe, die nur recht funktional die Handlung in Gang halten. Zwischendurch stolpert der betrunkene Weihnachtsmann durch die Szene auf der Suche nach einem phallischen Kaktus, und damit auch wirklich jeder mit jedem wirklich alles gemacht hat, gibt’s auch noch ’ne lesbische Anmache und das obligatorische schwule Coming Out.

    Zoten und oberflächliche Komik erdrücken die Ansätze, die aus dem Film mehr hätten machen können – dabei wollte Jopp mit diesem Remake eines schwedischen Films so gerne eine intelligente Komödie mit Tiefgang machen. Sie sagt, hinter der „lustigen und auch sehr bösen Geschichte des Films“ liege ein „echtes Drama und auch ganz viel Gefühl“, denn „was die beiden Hauptfiguren durchmachen, tut richtig weh“. Tatsache ist: Man kann nicht mitfühlen. Man kann sich nicht identifizieren. Man kann lachen, aber der Reiz des Filmes reicht nicht vom Zwerchfell ins Herz oder gar ins Hirn.

    Neben diesem Missverhältnis zwischen Anspruch der Regisseurin und Wirklichkeit auf der Leinwand hätte man sich auch einen spitzen und treffenden Beitrag zur aktuellen familienpolitischen Debatte erhoffen können, zu einer ohnehin schon lächerlich polarisierten Diskussion um Familie und Werte zwischen Von der Leyen und Eva Herman. Nur deshalb, so scheint es, wurde Alexandra Neldels Rolle in den Film reingeschrieben mit ihrer ganz antifamiliaristischem Position, als Widerpart zu Saras Mutterglück, die jede neue Liebe mit einem neuen Kind besiegeln will, die schon schwanger wird, wenn sie nur an Sex denkt (wie es mal im Film heißt), für die sich die frauliche Erfüllung in möglichst zahlreichem Nachwuchs ausdrückt. Eine witzige Aufmischung also in einem Streit um Gebärmaschinen und Herdprämie, um geburtsunwillige Frauen und Vernachlässigung von Kindern – entweder, weil die Mutter zu viele von zu vielen Männern hat, denen sie allen gar nicht gerecht werden kann, oder, weil sie aus Gründen des Berufs oder der Selbstfindung keine Zeit für die Kleinen hat --- das hätte man sich von Vanessa Jopp wünschen können. Doch der Film bezieht keine Position, neigt weder zur einen noch zur anderen Position, weder ironisch-satirisch noch geradlinig-ernsthaft. Und so vertut sie die Chance einer intelligenten Komödie – weder emotional noch satirisch kann Jopp ihrem Anspruch gerecht werden.

    Stattdessen also eine Mainstream-Weihnachtskomödie, die sich nur durch ihre Schlüpfrigkeiten und das häufige F-Wort von Disney unterscheidet: ein lustiges Feelgood-Movie zur Adventszeit, nicht gerade besinnlich, dafür mit viel verrücktem Trubel und harmonischem Happy End.

    Fazit: Eine lustige Weihnachtskomödie – die aber ganz an der Oberfläche von Zoten und Slapstick bleibt.
  • Zwischen kruder Klamotte und köstlicher Komödie feiert Vanessa Jopp Weihnachten, das Fest der Liebe, mit bösen Sticheleien, großen und kleinen Gemeinheiten.

    „Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all!“ tönt es durchs Haus und Sara fühlt sich rundum glücklich. Fast. Denn sie lebt „nur“ mit ihren drei Kindern von drei verschiedenen Männern und dem Spross ihres derzeitigen Gatten Jan. Von dem möchte sie auch noch Nachwuchs. Der steht zwar auf wilden Sex im Kleiderschrank, aber nicht auf Zeugung. Erst einmal träumt er von einem gemütlichen Weichnachtsfest. Doch das Vollweib hat als (böse) Überraschung die Väter ihrer Kinder und seine Ex – alle samt neuem Anhang – zum festlichen Mahl geladen. Da knirscht und kracht es bei Truthahn, Kartoffelsalat, Würstchen und Wein zwischen den Beziehungsgeschädigten, und als die gebärfreudige Hausherrin vor versammelten Gästen Jan ein besonderes Geschenk präsentiert, nämlich ihre Schwangerschaft, gerät der Heilige Abend vollends aus den Fugen. Was Sara nicht wusste: der „Vater“ ist sterilisiert! Vanessa Jopp („Engel und Joe“, „Komm näher“) zeigt sich von einer ganz anderen Seite, haut kräftig auf die Humorpauke und unterhält mit Slapstick-Einlagen an der Grenze zum Klamauk. Jede(r) in dem verrückten Haufen möchte eine Rechnung begleichen. Männer saufen, raufen und reden (in der Sauna) miteinander, Frauen ziehen übereinander her und plappern, was das Zeug hält. Wenn ein fulminant komischer Heino Ferch der durchtriebenen Jasmin Tabatabai sein Geheimnis anvertraut, wissen die Anwesenden schnell, was Sache ist. Ohne Worte. Die Schnipp-Schnapp-Fingerbewegung wird zum Running Gag. Dass dann der nachbarliche Weihnachtsmann sich mit Whisky tröstet, ein dröger Hetero sich als scharfer Schwuler outet oder zwei Ladies turtelnd in der Besenkammer verschwinden, zählt zu den kleineren Störungsfällen. Viel größer sind die Wutausbrüche und psychologischen Giftpfeile, die Eifersüchteleien und Missverständnisse – bestens inszeniert mit richtigem Timing, intelligentem Witz und viel Gefühl. Fröhlichkeit und Verzweiflung prägen die moderne Patchwork-Familie. In der Neu-Verfilmung der schwedischen Komödie „In Bed with Santa“ geht es hart und herzlich zu, aber nicht fair. Eine umwerfende Martina Gedeck als komplexe Frauenfigur mit ungezähmten Muttertrieb strahlt Anachronismus, Zeitlosigkeit und sympathische Unperfektheit aus. Das Ensemble, darunter die heulende Meret Becker, überzeugt vollends. Das Schönste an diesem chaotischen Heiligen Abend: Wir dürfen so richtig ablachen, ohne uns genieren zu müssen. Diese leider seltene Gelegenheit im deutschen Film darf man sich nicht entgehen lassen. mk.

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