Mein Lover, sein Vater und ich!

Filmhandlung und Hintergrund

Höchst unterhaltsame Variante des Romantic-Comedy-Dauerbrenners "eine Frau zwischen zwei Männern".

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Kritikerrezensionen

  • Mein Lover, sein Vater und ich!: Höchst unterhaltsame Variante des Romantic-Comedy-Dauerbrenners "eine Frau zwischen zwei Männern".

    Katharina Müller-Elmau und Hendrik Duryn brillieren in einer ebenso ungewöhnlichen wie großartig gespielten romantischen Sat.1-Komödie

    Eigentlich schade, dass der Titel die Überraschung vorwegnimmt, aber auch so ist der Effekt nicht schlecht: Kaum hat sich Nicole vom deutlich jüngeren Liebhaber getrennt und beim Klassentreffen in der Provinz ihre alte Leidenschaft für den einstigen Schulschwarm erneuert, stellt sich raus, dass die beiden Männer Vater und Sohn sind. Das Sujet „Eine Frau zwischen zwei Männern“ ist wahrlich nicht originell, aber Autorin Sarah Schnier gewinnt der Konstellation ausgesprochen überraschende Seiten ab, zumal sie die vermeintliche Erwartbarkeit der Handlung mehrfach durchkreuzt. Endgültig zu einem aus dem Romanzen-Einerlei herausragenden TV-Movie aber wird die Komödie durch Holger Haases Inszenierung. „Mein Lover, sein Vater und ich“ beeindruckt durch eine Bildgestaltung, die immer wieder um neue Wege bemüht ist. Das gilt zwar nur bedingt für das Lichtkonzept (Berlin kühl, Münsterland warm), aber umso mehr für viele einzelne Einstellungen und Kamerafahrten (Uwe Schäfer), deren Kunstfertigkeit oft im beiläufigen Detail liegt. Haase inszeniert den durchaus nachdenklichen Humor bis hin zur beredten Schlusseinstellung angenehm lakonisch; außerdem macht es großen Spaß, den beiden Hauptdarstellern zuzuschauen. Katharina Müller-Elmau nutzt das Spektrum, das ihr die zentrale Rolle der alternden Chefeinkäuferin eines angesagten Online-Portals bietet, weidlich aus. Hendrik Duryn ist als Darsteller des früh Vater gewordenen und nach wie vor begehrenswerten Mittvierzigers Axel eine ähnlich perfekte Besetzung wie Müller-Elmau, und das nicht bloß, weil es in dieser Altersklasse neben ihm und Henning Baum nicht viele Schauspieler gibt, die sich unbekleidet sehen lassen können. Er hat darüber hinaus das nötige Charisma, um auch die nachdenkliche Seite der Rolle glaubhaft zu spielen: Axel hat Angst um die ohnehin fragile Beziehung zu seinem Sohn. Zu loben sind auch der Schnitt (Marco Baumhof), vor allem für die flotte Auftaktsequenz, das Produktionsdesign (Ralf Küfner) für Axels „Bücherscheune“, eine Art gigantisches Regal mit Schlafplatz, und schließlich das Kostümbild (Ingrida Bendzuk) für die ausgefallenen Kleider Nicoles. Zwar nutzt auch „Mein Lover, sein Vater und ich“ weidlich das unerschöpfliche Repertoire der Popmusik, bedient sich aber weder bei den aktuellen Charts noch beim ansonsten für dieses Genre unvermeidlichen Frank Sinatra. Und wenn man denkt, jetzt sei eine Steigerung eigentlich nicht mehr möglich, verblüfft der Film mit einem „Psycho“-Zitat. tpg.

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