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Fakten und Hintergründe zum Film "Mein Freund, der Wasserdrache"

Kino.de Redaktion |

Mein Freund, der Wasserdrache Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über den Film

„Wir möchten unbedingt glauben, dass es in dieser Welt Magie gibt. Deshalb beschäftigt die Legende von Loch Ness seit Jahrzehnten unsere Fantasie“, so die Worte von Jay Russell, Regisseur von MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE. „Ich suche nach Geschichten, die etwas über den menschlichen Geist erzählen. Ich bin fasziniert von unserem Leben auf der Erde, von all den anderen Kreaturen, die sie mit uns teilen und davon, wie jede einzelne davon die andere beeinflusst. Weil dieses Märchen die universellen Themen Magie und Freundschaft berührt, spricht es jede Altersgruppe an. Es ist wirklich ein Film für alle: auf der einen Seite für Kinder, auf der anderen für deren Eltern und auf der nächsten Seite gar für die Großeltern.“

„Ich freute mich darauf, die Freundschaft von Angus und Crusoes darzustellen“, so Alex Etel. Der junge Schauspieler erntete zuvor Beifall für seine Hauptrolle in Millions (Millions, 2004) und spielt den schottischen Jungen, der Crusoe findet und das zauberhafte Wesen innerhalb weniger Wochen vom Babyalter bis zur erwachsenen Kreatur großzieht. „Angus ist eher ein Außenseiter. In gewisser Weise bleibt er immer für sich. Als er Crusoe begegnet, freut er sich über einen neuen Freund – und ein Geheimnis. Es ist die wichtigste Freundschaft seines Lebens.“

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Für Russell hat diese Beziehung Ähnlichkeit mit einem bedeutenden Aspekt von Angus’ Leben: „Die Freundschaft zwischen Angus und dem Wasserdrachen ist äußerst wichtig: Während dieses Wesen heranwächst, wird die Beziehung eine schöne Metapher für die Verbindung, die Angus zu seinem Vater hatte. Crusoe hilft ihm dabei, sich vom Kind zum mündigen Teenager zu entwickeln. Darin liegt die Einfachheit dieser Story. Es ist schlicht ein wunderbarer Weg, die Geschichte eines Kindes zu erzählen, das heranwächst und die Realität des Lebens akzeptiert.“

Dick King-Smith, Autor des dem Film zugrunde liegenden Buchs „The Water Horse“, erklärt, warum es ihm besonders gefallen hat, die Geschichte eines kleinen Jungen und seiner Verbindung zu der Welt um ihn herum zu zeigen: „Ich glaube, was die Menschen auf diese Geschichte neugierig macht, ist das Rätselhafte. Niemand weiß mit Sicherheit, ob es den Wasserdrachen gibt, niemand weiß, wie er aussehen könnte. Man kann seiner Fantasie völlig freien Lauf lassen. Darin liegt der Spaß. Ein weiterer Anreiz ist meiner Meinung nach die Einfachheit der Story. Es ist eine geradlinig erzählte Geschichte von der Beziehung einer Familie und eines merkwürdigen, einzigartigen Tieres und von der Wirkung, die dieses Geschöpf auf eben jene Familie hat.“

King-Smith erwähnt einen weiteren Aspekt der Story, der ihm nicht aus dem Kopf gegangen ist: „Ich denke, es gibt da ein Thema, das sich durch alle meine Tiergeschichten zieht: Courage“, erklärt der Schriftsteller, aus dessen Feder auch das Buch „Babe: The Gallant Pig“ stammt. „Egal, ob es sich um körperlichen oder moralischen Mut handelt – in meinen Geschichten gerät stets ein Tier in eine missliche Lage oder irgendwelche anderen Schwierigkeiten, die letztlich durch reine Entschlusskraft bezwungen werden. Das ist das Thema, das mich interessiert.“

Um das sehr spezielle Tier im Film zum Leben zu erwecken, wandten sich die Macher an die Spezialeffekte-Zauberer von Weta Workshop und Weta Digital, die zuvor bereits für die Effekte von Lord of the Rings (Der Herr der Ringe, 2001 bis 2003), The Chronicles of Narnia (Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia, 2005) und King Kong (King Kong, 2005) sorgten. „Dies ist genau die Art von Film, die uns am liebsten ist“, schwärmt Richard Taylor, Workshop Supervisor bei Weta Workshop. „Wir bekommen die Aufgabe, eine schöne kleine Kreatur wie diese zu entwickeln. Aber die Tatsache, dass diese sich im Laufe des Films verändert und schließlich bis hin zu einem erwachsenen Wasserdrachen entwickelt, bietet uns die großartige Gelegenheit, nebenbei neue Möglichkeiten des Designs auszuschöpfen. Wir konnten in diesem Fall in Zusammenarbeit mit Jay Russell und unserem Team einige sehr besondere Dinge für einen wirklich bezaubernden Film schaffen. Ein Film wie dieser läuft dir im Laufe deiner Karriere nicht allzu oft über den Weg.“

Produzent Barrie M. Osborne, der zuvor mit Weta als Produzent der Lord of the Rings-Trilogie arbeitete, kehrte nach Neuseeland zurück und übernahm die Produzenten-Rolle auch bei MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE. Osborne stimmt zu, dass Russell – zuvor Regisseur von hoch angesehenen Familienfilmen wie My Dog Skip (Mein Hund Skip, 2000) und Tuck Everlasting (Bis in alle Ewigkeit, 2002) – der richtige Mann für den Job war, einen Wasserdrachen auf die Leinwand zu bringen. Genau wie die genannten Filme, so Osborne, erzähle MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE im Kern ganz behutsam eine Geschichte des Heranwachsens: „Der Film folgt der Entwicklung eines Jungen, der mit einer großen Tragödie fertig werden muss. Durch seine Freunde und durch diese Kreatur findet er am Ende Hoffnung, Schönheit und Leben.“

„Jay ist sehr intelligent“, fährt Osborne fort. „Er bringt sich in den Film mit allem ein, was er hat. Er ist ein sehr leidenschaftlicher Regisseur. Es ist eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

„Ich genieße die Fantasie und den Rahmen der Story. Sie ist wirklich spannend – aber für mich geht es dabei vor allem um das Herz“, so Produzent Charlie Lyons. „Der Film ist sehr berührend und erinnert uns daran, dass wir beim Verlust unserer Kindheit um den Erhalt unserer Vorstellungskraft kämpfen müssen. Wenn uns ein Kind erzählt, es hätte ein Seeungeheuer im Schuppen untergebracht, sollten wir ihm besser zuhören. MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE erinnert uns daran, dass es Schönheit auf dieser Welt gibt und dass das Leben sehr wertvoll ist.“

Das Casting

Im Mittelpunkt von MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE steht Angus, der kleine schottische Junge, der sich mit der Titelfigur anfreundet. Regisseur Jay Russell hatte Alex Etel in der Hauptrolle in Danny Boyles Millions (Millions, 2004) gesehen und arrangierte ein Treffen mit dem jungen Schauspieler in England. „Sobald ich die Kamera auf ihn gerichtet hatte, brachte er die Leinwand zum Leuchten und ich wusste, dass er unser Junge war“, so Russell. „Es ist nicht einfach so, dass man einen erfahrenen Schauspieler finden muss. Wenn man mit Kinderdarstellern arbeitet, hat niemand von ihnen viel Erfahrung. Man sucht nach etwas anderem, nach einer Art Reife, die unter der Performance durchscheint. Alex bringt genau das mit. Das machte ihn in meinen Augen perfekt für den Part.“

Etel beschreibt seine Figur als einen einsamen Jungen, dessen Einsamkeit noch größer wird, als sein Vater in den Krieg zieht: „Sein Dad war sein einziger Freund – die einzige Person, die ihm nahe stand. Crusoe wird zu einer Art Ersatz-Vater: Die Dinge, die die beiden zusammen unternehmen, würden normalerweise Vater und Sohn zusammen tun. Als er lernt, Crusoe loszulassen, akzeptiert er auch, dass das Leben nie wieder so sein wird wie vor dem Tag, an dem sein Vater in den Krieg musste.“

Im Film entwickelt sich ein starkes Band zwischen Angus und Crusoe, einer mythologischen Kreatur, die sich als ziemlich echt entpuppt. „Angus braucht Crusoe genauso sehr wie Crusoe ihn braucht“, fügt Etel hinzu. „Es ist eine Geschichte über einen heranwachsenden Jungen, für den Crusoe zu dem Zeitpunkt, als er Hilfe am nötigsten hat, zu einer großen Unterstützung wird.“

Etel erklärt, dass für ihn das Aufregendste an MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE die Vorstellung war, einen Film zu drehen, der seine ganze Familie unterhalten würde: „Ich mag die Geschichte von Angus und Crusoe und ich denke, Eltern werden sie auch mögen. Man hört ja immer, dass ein Film ,Spaß für die ganze Familie‘ verspricht. In diesen Film können sich Kinder wirklich hineinversetzen und er bietet auch genug für die Eltern.“

Schauspieler Ben Chaplin, der viele wichtige Szenen mit Alex teilt, hat großes Lob für den jungen Schauspieler: „Ich kann mich an keinen anderen Elfjährigen erinnern, mit dem es so einfach und so lustig am Set gewesen wäre. Er ist wirklich gescheit, anregend, schnell und witzig. Wir hatten eine engere Bindung als unsere Figuren haben – oder zumindest eine offenere, demonstrativere Verbindung. Ich hoffe, das ist auf der Leinwand zu sehen, denn er war ein echter Kämpfer.“

Angus’ Mutter Anne wird von der Oscar®-nominierten Schauspielerin Emily Watson verkörpert. „Ich hatte nur eine Person für diese Rolle im Kopf und diese Person war Emily Watson“, so Jay Russell. „Es musste einfach Emily sein – wenn sie nein gesagt hätte, hätte ich nicht gewusst, was ich hätte tun sollen. Sie schenkt ihren Rollen eine Komplexität, die sie weder in Dialogen noch in ihrem Verhalten allein ausdrückt.“

„Ich denke, MEIN FREUND DER WASSERDRACHE steht in einer großen Tradition von Kindergeschichten mit realistischem Hintergrund“, so Watson. „Ich glaube, Kinder verstehen, wie viel dabei auf dem Spiel steht. Für meine Figur, Anne, ist es einfacher, Angus in einer Fantasiewelt leben zu lassen, als ihn mit dem schmerzhaften Leben zu konfrontieren.“

Die Filmemacher wandten sich für die Rolle des Lewis Mowbray an Ben Chaplin, eine der verschwiegensten und rätselhaftesten Figuren des Films. „Lewis’ Vergangenheit ist ein tiefes, düsteres Geheimnis“, so Russell. „Er hat mehr Leben und Tod gesehen als jede andere Figur in diesem Film. Das alles hat ihn sehr berührt, aber er hat seine Betroffenheit sehr gut unter der Oberfläche seines Verhaltens vergraben.“

„Er ist anfangs ein wenig mysteriös“, sagt Chaplin. „Er ist im Soldaten-Alter, aber er ist nicht in der Armee. Als er aus dem Nichts auftaucht, mit zwei Tagen Verspätung, um den Job als Hilfskraft bei Angus’ Mutter anzutreten, kennen wir seine Geschichte kaum.“

„Ben Chaplin ist ein sehr begabter Schauspieler. Ich gehöre schon seit Jahren zu seinen Fans“, sagt Russell. „Er hat so viele verschiedene Rollen gespielt, dass ich wusste, dass ihm auch diese zu Gesicht stehen würde. Als wir uns kennenlernten, hatten wir sofort eine Übereinstimmung, was die Figur angeht und die Herangehensweise an die Schauspielerei im Allgemeinen. Er wusste schnell, dass es wichtig für ihn werden würde, sich an Alex zu halten, weil sie so viele gemeinsame Szenen haben.“

Der erfahrene Schauspieler David Morrissey übernahm die Rolle des Captain Hamilton. „Ich glaube, David hat die schwierigste Rolle überhaupt, denn Captain Hamilton ist ein extrem unsicherer Mann“, findet Russell. „David hat eine komplette Biografie für Hamilton erfunden, um sich besser an die Figur annähern zu können. Nichts davon findet man im Film, aber David wusste genau, wo Hamilton als Junge zur Schule ging, was er als Heranwachsender in den Ferien unternommen hat und, das Wichtigste, dass er zu den Privilegierten gehörte. Obwohl man das von einem erwachsenen Hamilton erwartet, hatte er nie die richtige Vorbereitung auf die Verantwortung als Anführer einer militärischen Truppe. Er ist ein Mann, der sich nach außen hin als Verantwortlicher gibt, aber tief im Inneren weiß, dass er darauf nie vorbereitet war, weil er diese Position durch Begünstigung erhalten hat. Das ist der Bogen, den David in der Figur entdeckte.“

„Er ist ein pflichtbewusster Mann“, sagt Morrissey über seine Figur. „Er ist sehr feinfühlig, aber er hat einen Job zu erledigen und er lässt es nicht zu, dass ihm dabei Gefühle in die Quere kommen.“

Für Russell war es äußerst entscheidend, den richtigen Schauspieler für den Part des Erzählers zu finden: „Ich fühlte sehr stark, dass wir nicht nur einen weiteren guten Schauspieler brauchten, sondern einen guten Schauspieler für genau diesen Part. Weil er nur kurz auf der Leinwand zu sehen ist, wollte ich, dass wir uns sofort mit ihm verbündet fühlen und sofort in die Geschichte hineingezogen werden, die er zu erzählen hat. Das kann man nur bei einem so großartigen Schauspieler wie Brian Cox.“

Als er nach einem Jungen für die Rolle des Angus suchte, sah sich Russell auch nach einer jungen Dame mit Tiefgang um – für die Besetzung von Angus’ Schwester Kirstie: „Der Part von Kirstie war ebenfalls schwierig zu besetzen. Wie schon beim Casting von Angus wusste ich, dass die Rolle von einer unerfahrenen jungen Schauspielerin gespielt werden sollte. Es ist wichtig für mich, dass Angehörige derselben Familie in einem Film so wirken sollen, als würden sie wirklich zusammengehören und die gleichen Gene haben. Priyanka Xi hat das gleiche Licht in ihren Augen und das gleiche Temperament wie Emily und sogar äußerlich Ähnlichkeit. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich herausfand, dass sie auch noch eine gute Schauspielerin ist.“

Crusoes wird zum Leben erweckt

Natürlich gab es noch eine Figur mehr, die den Film prägen würde: die Titelfigur Crusoe. Die Aufgabe, Crusoe zum Leben zu erwecken, wurde Weta Digital und Weta Workshop übertragen, die für die Effekte der Lord of the Rings (Herr der Ringe)-Trilogie, von King Kong (King Kong, 2005) und von The Chronicles of Narnia (Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia, 2005) verantwortlich waren.

„Weil die Kreatur eine so zentrale Figur im Film ist, war unsere wichtigste Aufgabe der Versuch, seine Persönlichkeit zu definieren“, so Academy Award®-Gewinner Joe Letteri, Sr., Visual Effects Supervisor bei Weta Digital. „Das allerwichtigste war, dass Crusoe ein Tier sein sollte – er sollte zwar Persönlichkeit haben, aber nicht vermenschlicht werden. Auch sehr wichtig war, dass wir die Vorstellung vermittelten, dass Crusoe eine Kreatur ist, in der sich Angus wiedererkennt.“

„Dieser Film erforderte, dass wir einiges gemacht haben, dass das Publikum zuvor noch nicht gesehen hat“, fügt Letteri hinzu. „Die Spezialeffekte-Abteilung spielte eine immens große Rolle während der Dreharbeiten, denn Crusoe musste in viele Elemente der realen Welt passen. Jede Lichtveränderung, die Wasserbewegungen, alles, was am Set bewegt wurde, sollten dabei helfen, das Gefühl zu vermitteln, dass Crusoe tatsächlich dort vor der Kamera war, als die Szene gedreht wurde.“

Der erste Schritt bei diesem Prozess war der Entwurf der sagenhaften Kreatur. Da noch niemals jemand einen Wasserdrachen gesehen hatte, war das Feld ganz offen. Russell: „Crusoes Conceptual Designer Matt Codd und ich schauten uns zunächst alle möglichen Arten von Tieren und Kreaturen an. Weil wir unsere eigene Version der Legende kreieren würden, hatten wir das Gefühl, dass es etwas Einzigartiges werden musste. In die Original-Konzeptzeichnung dieser Kreatur flossen ein halbes Dutzend verschiedene Tiere in Gesicht und Körper ein. Wenn Sie die Original-Konzeptzeichnung genau anschauen, sehen Sie ein Adlerauge und die Schnauze eines Pferdes. Es ist eine Art Hund dabei, etwas von einem Dinosaurier und sogar eine kleine Giraffe. Wir wollten, dass die Zuschauer das merkwürdige Gefühl bekommen: ,Ich habe diese Kreatur schon einmal gesehen, aber ich bin mir nicht sicher, was es ist‘.“

Weil der Film Crusoe beim Aufwachsen vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenen innerhalb weniger Wochen folgt, mussten die Teams des Weiteren mehrere Stadien des Wachstums für das Tier entwerfen. Crusoes Artdirektor ist Gino Acevedo, Senior Prosthetics Supervisor bei Weta Workshop. Er erklärt, dass zum Design mehrere wichtige Elemente gehören, damit das Publikum erkennt, dass es in jeder Szene dieselbe Kreatur sieht. „Wir gaben ihr spezielle kleine Kennzeichen und Färbungen, so dass sich die Kreatur bis zur letzten Minute des Films beim Heranwachsen fließend weiterentwickeln kann.“

Crusoe macht dabei aber trotzdem auch Veränderungen durch. „Jay wollte, dass er als Baby eine sehr helle Farbe hat und beim Heranwachsen dunkler wird“, bemerkt Acevedo. „Als er im Teenageralter ist, hat er viel von seinem Babyspeck verloren und seine eigentliche Gestalt bildet sich aus, seine Muskeln werden definierter. Wenn wir zum erwachsenen Crusoe kommen, hat seine Haut einen schönen Farbwechsel, vom dunklen Kopf bis zum hellen Unterbauch.“

„Als wir uns vorzustellen versuchten, welche Größe Crusoe haben würde, stellte Weta Digital ein Model von Angus her und setzte ihn auf Crusoes Rücken“, fährt Acevedo fort. „So konnten wir herumspielen und Crusoe ausmessen, bis wir eine Größe fanden, die für beide bequem passte.“

Acevedo und das Team von Weta übernahmen dann die Verfeinerung und die Feinabstimmung des Designs nach Russells Instruktionen. Sie fügten Charakteristika von Seehunden und Plesiosauriern hinzu und ein paar feine Falten und Details. Danach schuf Weta eine Ton-Skulptur der finalen Kreatur, eine sogenannte „Maquette“. Als diese von Russell freigegeben war, fertigte Weta eine solide Urethan-Kopie von Crusoe, die für die Herstellung von Farbmodellen verwendet werden konnte.

Um sich Inspiration für die Farbgebung dieser märchenhaften Kreatur zu holen, kehrte Acevedo zurück in die reale Welt: „Als wir seine Farbe entwarfen, stellten wir uns die Umgebung vor, in der Crusoe leben würde. Die Gewässer in Schottland sehen durch die vielen Algen sehr düster und dunkel aus. Crusoe ist eine märchenhafte Kreatur, die seit Hunderten von Jahren darin lebt. Er musste in der Lage sein, sich selbst gut zu tarnen, sonst hätte man ihn längst gefangen und er wäre in Sea World geendet!“

Von diesem Punkt aus begann Acevedo mit dem Entwurf eines Farbschemas mit kunterbuntem Muster: „Wir waren dabei recht extrem und da Crusoe keine reale Kreatur ist, mussten wir uns schon etwas Besonderes ausdenken, um es interessant zu machen.“

Als Acevedos Entwurf fertig war, wurde alles an Weta Digital weitergereicht, die die Urethan-Kreatur einscannten, um am Computer ein zweidimensionales Model zu erschaffen und Crusoes Skelett, Muskelstruktur und Haut zu entwickeln. Vor allem seine Haut stellte einen bedeutenden technischen Forschritt für Weta Digital dar. „Wir haben ein neues Programm extra für Crusoes Hautbeschaffenheit kreiert“, erklärt Letteri. „Wir können die kleinsten Veränderungen auf seiner Haut sehen, wenn er ins Wasser geht oder aus dem Wasser herauskommt.“

Mit dem fertigen Entwurf der Kreatur war die nächste Herausforderung die der Trickfilmzeichner, um Crusoe zum Leben zu erwecken. „Was wir schon sehr früh in Bezug auf die klare Bestimmung von Crusoes tierischer Persönlichkeit mit Jay diskutierten, war die Idee, Hunde zum Vorbild für die Bewegungen zu nehmen – insbesondere Hunde im Welpenalter, denn in diesem Stadium lernt das Publikum Crusoe ja tatsächlich kennen“, so Letteri. „Hunde sind sehr ausdrucksstark. Obwohl sie Hunde sind, kann man dennoch ihre Emotionen an ihrem Gesicht ablesen.“

Außerdem sollte Crusoe auf ähnliche Weise Gefühle wecken: „Weil Crusoe nicht sprechen kann, liegt seine Ausdrucksstärke in den Augen“, sagt Acevedo.

Die Trickfilmzeichner begannen ihre Arbeit lange, bevor auch nur eine Einstellung Film gedreht war. Sie testeten, wie sich die Kreatur bewegen würde und lieferten damit die Inspiration für die Schauspieler, die während der Dreharbeiten eine Puppe (die später digital ersetzt wurde) oder eben gar nichts als Gegenüber haben sollten. „Wir führten sogleich ein paar Tests durch, um ein Gespür dafür zu bekommen, wie verspielt Crusoe ist, wie isoliert er sich manchmal fühlt, wie er auf Angus und die Menschen um ihn herum reagieren könnte. Das nahmen wir dann als Ausgangspunkt.“

Laut Richard Taylor, Workshop Supervisor bei Weta Workshop, hat Weta gute Erfahrungen mit der Vorgehensweise gemacht, während des Drehs eine Puppe für die Interaktion mit den Schauspielern und den Elementen der realen Welt zu verwenden – was die Oscar®-Gewinne beweisen: „Bei den Filmen, die wir in der Vergangenheit gedreht haben, stellten wir fest, dass sie umso besser wurden, je stärker eine körperliche Instanz am Set präsent ist. Das war gut bei Andy Serkis zu sehen, der erst Gollum und dann Kong spielte. So etwas kann die Performance enorm bereichern – nicht die der Kreatur, sondern die der Schauspieler, die ihr gegenüber stehen. Die Abteilung für digitale Effekte kann die beste Arbeit der Welt leisten, aber wenn der Schauspieler nicht das emotionale Zusammenspiel mit der Kreatur reflektieren kann, hast du gar nichts in der Hand. Der Schauspieler kann auf diese schöne Art und Weise etwas sehr Besonderes schaffen und uns gibt es die Möglichkeit, ein bisschen wie in der Badewanne mit einem Gummitier herumzuspielen.“

„Die Puppen sind aus Silikon hergestellt, also sehr wabbelig“, erklärt Acevedo. „Wir verwendeten Stangen, um sie zu lenken, und es war ziemlich erstaunlich, wie sie sich bewegten und im Wasser schwammen. Wir hatten auch eine blaue Version der Wasserdrachen-Puppe, das machte es Weta Digital leichter, sie später aus jeder Einstellung wieder zu entfernen.“

„Einmal gab es gab einen lustigen Zwischenfall mit der Puppe“, erinnert sich Acevedo weiter. „In einer Szene zerrt Crusoe an einem Stiefel von Angus’ Vater. Die Puppe war mit einem Seil an den Stiefel angebunden und Alex zog daran. Jay sagte ihm die ganze Zeit ,Zieh’ kräftiger, zieh kräftiger!’ Und Alex zog dann so kräftig, dass der Kopf der Puppe auf einmal abgerissen wurde. So mussten wir eine neue Puppe herstellen – aber dieses Mal wurde das Seil im Mund befestigt, so dass Alex noch so sehr daran ziehen konnte, wie er wollte, ohne dass der Kopf nochmals abgerissen werden würde.“

Zu Beginn der Geschichte muss Crusoe zunächst aber erst mal aus seinem magischen Ei schlüpfen. Das Ei, welches schon sehr besonders und markant aussehen musste, dass es von Angus bemerkt und heimgebracht wird, wurde ebenfalls von Weta entworfen. „Ich spielte mit vielen verschiedenen Designs und Formen “, so Acevedo, „und dann, eines Nachts, hatte ich die Idee, dass es hier in Neuseeland ja eigentlich angebracht wäre, eine Paua(Seeohr)-Muschel zu verwenden. Das ist eine sehr schöne Muschel, die sich ganz besonders anfühlt. John Harvey, einer unserer Workshop-Techniker, taucht häufig und entdeckte ein großes Stück Paua-Muschel, von dem auch Jay fand, dass es hervorragend funktionierte.“

„Bei der Herstellung des Eis begannen wir mit einer Knetmasse aus Ton. Dann verbrachten wir viel Zeit am Strand und sammelten Muschel- und Korallenstückchen, die wir hinzufügten. Sobald das Modell fertig war, machten wir einen Abguss aus Urethan, den wir ausschnitten und in den wir die Paua-Muschel einfügten“, fährt Acevedo fort. „Guy Williams von Weta Digital hatte die Idee, kleine Magneten zu benutzen, um die Stücke zusammenzuhalten. Letztlich war es wie ein Puzzle, das so oft, wie wir es brauchten, wieder zusammengesetzt werden konnte.“

Weta Digital war außerdem verantwortlich für das Design und die Herstellung von Crusoes Unterwasserwelt. Letteri: „Nach einem Vor-Visualisierungs-Video, in dem wir Jay zeigten, wie es unter der Oberfläche aussehen würde, begannen wir mit dem Aufbau von Unterwasser-Schluchten, Pflanzen, Fischen, Booten und allem anderen, was wir da unten sehen. Eine größere Herausforderung war die Lichtsetzung unter Wasser, denn Jay wollte den Zauber des diffusen Lichts, das unter Wasser herrscht, einfangen,. Wir wollten außerdem, dass Angus glaubwürdig bleibt – dass er sich auf Crusoe wohl fühlt, wenn es gefragt ist, aber sich auch fürchtet, wenn er ängstlich sein soll.“

Die Drehorte und die Dreharbeiten

Vor Beginn der Dreharbeiten beschlossen die Filmemacher, dass der größte Teil von MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE in Neuseeland gedreht werden sollte. Der Film sollte aber auch eine Location in Schottland haben, nämlich die Außenansicht des Grundstücks, auf dem Angus mit seiner Mutter und Schwester lebt. Gedreht wurde auf Ardkinglas, einem Landsitz mit einem über hundert Jahre alten Gebäude.

„Jay hatte das Ardkinglas-Haus schon einmal besucht und sich darin verliebt, deshalb war es der erste Ort, den ich bei der Locationsuche besichtigte“, so Setdesigner Tony Burrough. „Ich war schon oft in Schottland. Aber bei meinem Besuch auf Ardkinglas sah ich das Land mit anderen Augen, als ich es in den Kontext mit unserer Geschichte stellte.“

„Seit Jahrhunderten gab es verschiedene Häuser auf diesem Stück Land. Sie wurden immer wieder durch Feuer zerstört“, fährt Burrough fort. „Das Haus, das heute dort steht, wurde tatsächlich im Jahr 1910 errichtet, aber es sieht viel älter aus, denn es erinnert in seinem Baustil an die herrschaftlichen Gutshäuser mit ihren mittelalterlichen Mauern, Brückengeländern und Türmen. Auch wenn es nicht gerade kolossal ist, erkennt man überall ältere architektonische Stile. Und wenn man das Haus betritt, hängen dort Gemälde des schönen Gebäudes aus dem georgianischen Zeitalter, das einst niedergebrannt war, an den Wänden.“

Das Gebäude war ein Jahrhundert lang im Besitz derselben Familie. Neben traditionellen Einnahmequellen wie Vermietung, Landwirtschaft, Forstbetrieb und Jagd findet man auf dem Anwesen heute eine ganz Reihe weiterer Unternehmensbereiche wie eine Baumschule und ein Gartencenter, eine Krebsfarm, einen Lebensmittelladen und eine Austernbar, eine Mine, eine Lachsfarm und eine Zuchtfabrik für junge Lachse.

Während er in Schottland unterwegs war, fand Burrough Zeit, die Gegend zu erforschen, die als Inspiration für den Rest des Films dienen würde, sobald die Dreharbeiten auf der anderen Erdhalbkugel wieder aufgenommen werden würden: „Ich fuhr hoch zum Loch Ness und besuchte ein oder zwei Dörfer, um ein Gespür dafür zu bekommen, wie die Dinge heute aussehen, und um zu erforschen, wie das Leben für zwei Generationen vor uns gewesen sein mag.“

Der größte Teil des Films wurde in Neuseeland gedreht. Das Land hat nicht nur eine gut etablierte Film-Community, die bewiesen hat, dass sie Filmproduktionen jeder Größenordnung beherbergen kann, sondern auch aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft eine Vielzahl verfügbarer Locations – ganz zu schweigen davon, dass Wellington die Heimat von Weta Workshop und Weta Digital ist, zweier wichtiger Mitspieler bei diesem effektlastigen Film. Neuseeland wurde damit zur idealen Location.

„Als ich in Neuseeland ankam, lautete meine erste Aufgabe: ,Finde Schottland!‘“, so Burrough. „Ich ließ mir einige Luftaufnahmen zeigen und mein Blick blieb an einer Aufnahme von Queenstown hängen. Als ich mit dem Hubschrauber flog, erkannte ich, dass es funktionieren könnte. Als ich den kleinen Weg sah, der auf der einen Seite zum See führt, wusste ich, dass ich es gefunden hatte. Ich stieg aus dem Hubschrauber aus und fand mich von Ginster (einer Vegetationsart, die man normalerweise in Schottland findet) umringt wieder. Mein erster Gedanke war: ,Wow, das ist Schottland hoch drei‘“.

Für Produzent Barrie M. Osborne, der zuvor in Neuseeland die Lord of the Rings (Herr der Ringe)-Trilogie drehte, war dieser Film wie eine Rückkehr nach Hause. Einer seiner Jobs war das Finden passender Gegenstücke für Schottland. „Wir fanden eine großartige Location auf der anderen Seite von Lake Wakatipu, eine Schaffarm mit 40.000 Schafen. Wir beschlossen, dort zu drehen, aber es war keine einfache Wahl.“ Der Grund für die Herausforderung: Wellington, am Südende der Nordinsel gelegen, mag eine wachsende und fähige Film-Community besitzen. Lake Wakatipu in der Nähe von Queenstown aber befindet sich über 400 Meilen entfernt, in der Mitte der Südinsel. „Es gibt nicht wirklich eine Filmcrew in Queenstown, obwohl es ein paar gute Leute in der Werbefilmbranche da unten gibt, darunter John Mahaffie, ein guter Kameramann und Regisseur, der unsere Second Unit geleitet hat. Dort zu drehen bedeutete letztlich, dass wir einen großen Teil der Crew aus Wellington nach Queenstown bringen mussten. Außerdem gab es auf der Schaffarm keine gepflasterten Straßen – es waren alles Farmwege. Wir mussten einige davon befestigen, damit wir unsere Fahrzeuge bewegen konnten. Wir mussten außerdem eine einsturzgefährdete Brücke reparieren. Dann mussten wir unsere Crew täglich hin und zurück mit Fähren über den See schicken, was auch eine ziemliche Übung in Sachen Zeitplanung war. Aber wir hatten alle das Gefühl, dass das Ergebnis das Ganze Wert war und das spricht für sich selbst.“

Am ersten Tag der Hauptdreharbeiten versammelten sich Cast und Crew auf einem Anlegesteg am Rande des Sees, um an einer traditionellen Maori-Segnung teilzunehmen. Die Ältesten des Maoristamms traten bei der Zeremonie auf und beschenkten Regisseur Jay Russell und die Schauspieler Emily Watson, Alex Etel, Ben Chaplin und David Morrissey mit den traditionellen grünen Steinen, die ihre Träger vor Unglück schützen.

Die ersten drei Wochen der Dreharbeiten fanden auf der anderen Seeseite von Queenstown statt und beinhalteten den Transport von über 200 Cast- und Crew-Mitgliedern in Schiffen zu den Sets. Der Winter hatte gerade in Queenstown begonnen und die Berge trugen bereits den ersten Schnee. Das Entscheidende war, dass der See die meiste Zeit ruhig blieb – ein ungewöhnliches Phänomen für diese Saison. Die Reise über den See bot eine erstaunliche Sicht während des Tages und unglaubliche, sternenklare Himmel in der Nacht.

„Es war eine taffe Location, denn wir arbeiteten in der Nacht“, erklärt Alex Etel. „Es war wirklich kalt und wir waren nahe am Wasser. Wir benutzten Regentürme und gefrierender kalter Regen prasselte die ganze Zeit auf uns herab. Die Kollegen der Kostümabteilung waren wirklich Profis: Sie hielten mich so warm, wie sie nur konnten.“

Aber derartige Konditionen können die schauspielerischen Leistungen auch unterstützen, erklärt David Morrissey: „Die Figuren geraten in einen Sturm und wir müssen das in Erinnerung rufen – mit sehr kaltem Regenwasser. Das ist großartig für einen Schauspieler. Es ist wunderbar, zu fühlen, dass du da bist, und dass du es wirklich erlebst. Das Wasser ist rauh, die Wellen kommen und der Regen gefriert. Das ist etwas, womit ich arbeiten kann, die unbequeme Natur ist dabei sehr wichtig.“

Nach Abschluss der Arbeiten in Queenstown flog die Crew mit Charter-Maschinen weiter, um in den Stone Street Studios in Wellington die Dreharbeiten fortzusetzen. Die Produktion dort beschränkte sich hauptsächlich auf Bühnenarbeit in den unglaublichen Sets von Ausstatter Tony Burrough. Am beeindruckendsten war der enorme Wassertank, der für Außenaufnahmen gebaut wurde, einer der größten Tanks der Welt mit über 4,2 Millionen Liter Fassungsvermögen. „Er ist zweieinhalb Meter tief und hat fast Dreiviertel der Größe eines Football-Felds“, erklärt Osborne. An drei Seiten war der Tank mit ungefähr 70 x 100 Meter Blue Screen umgeben.

Laut Osborne hatten alle Abteilungen – Kamera, Grip, Licht – Mitspracherecht beim Design des Tanks. „Obwohl wir innerhalb des Tanks waren, drehten wir ja draußen und wir hatten wir mit ziemlich harten Wetterbedingungen zu kämpfen, weil der Film ja im Winter spielt“, so Osborne. „Also floss am Ende in den Entwurf des Tanks der Input aller Abteilungen ein. Zum Beispiel hatten wir eine großartige Crew für die mechanischen Effekte, die eine Schiene für Crusoe auf dem Boden des Tanks einplante. Ich wollte später noch ein wenig mehr Flexibilität, also bat ich darum, eine Crusoe-Vorrichtung auf einem Jet-Ski zu errichten, die sie wundersamerweise innerhalb von vier Tagen fertig hatten.“

Für Alex Etel erforderten die Szenen im Tank das Erlernen einer ganz neuen Fähigkeit: Als die Dreharbeiten begannen, konnte er kaum schwimmen. Um die Szenen selbst spielen zu können (und sich nicht auf ein Stuntdouble zu verlassen), trainierte Etel wochenlang mit Stunt Coordinator Augie Davis.

Davis erklärt: „Die Produktion baute für Crusoe eine Unterwasser-Reit-Vorrichtung, was zugleich verlangte, dass Alex eine ganze Weile unter Wasser tauchen musste. Alex hatte ungefähr 20 Unterwasser-Einstellungen zu drehen und für jede Einstellung musste er seinen Atem etwa 20 Sekunden lang anhalten. Er hielt sich an der Unterwasser-Vorrichtung fest und trug einen Gewichtsgürtel, der ihn unten hielt. Er war von Sicherheitstauchern umgeben und hatte einen Sauerstoffschlauch, den er jederzeit erreichen konnte. Alex bewerkstelligte die Wasserszenen außerordentlich gut und verbrachte unglaubliche viel Zeit mit unserem Tauchlehrer. Er kann seinen Atem geschätzte 45 Sekunden anhalten – das ist beeindruckend für jemanden, der mit dieser Umgebung nicht vertraut war.“

Etel hatte Spaß an seinem Stunt-Training: „Augie war einer der ersten, die ich beim Dreh kennenlernte und er brachte mir viel bei. Mit den Stunties macht es wirklich Spaß zu arbeiten, sie sind sehr professionell. Augie brachte mir viel über Wasser bei und wie ich meine Luft anhalten kann. Es war wirklich hilfreich, das alles zu wissen, bevor es in den Tank ging.“

Die Ausstattung

Für Ausstatter Tony Burrough, der zuvor mit Regisseur Jay Russell an Tuck Everlasting (Bis in alle Ewigkeit, 2002) und Ladder 49 (Im Feuer, 2004) arbeitete, war es „das Wichtigste, sichtbar zu machen, dass wir uns im Schottland des Jahres 1942 befinden. Wir mussten unser eigenes, glaubwürdiges Schottland in Neuseeland erschaffen. Es war äußerst bedeutsam, dass die Welt, die wir kreierten, vollkommen glaubwürdig wurde, so dass die Kreatur, die offensichtlich der Fantasie entsprungen ist, ebenfalls glaubwürdig ist.“

„Jay und ich arbeiten lange genug zusammen, dass mir klar ist, dass er es ganz sicher zu nutzen weiß, wenn ich ihm ein schönes Set präsentiere“, so Burrough weiter. „Jay liebt es, Atmosphäre zu kreieren, die magischen Eigenschaften auszunutzen, die man mit einem Film erschaffen kann. Er erzählt Geschichten genauso gerne mit Bildern wie mit Worten und es ist mein Job, ihm dabei zu helfen, diese Bilder zu finden.“

Als er die Innenausstattung der Killin Lodge auf einer Bühne Tausende von Meilen von Schottland entfernt errichtete, hatte Burrough freie Hand beim Design: „Ich begann mit der Sichtung verschiedener Referenzen, englischer Gutshäuser und großer schottischer Jagdhütten. Am Ende bauten wir einen Häuser-Mix, der auf allen unterschiedlichen Bildern basierte. Ich nahm einen wundervollen Kamin, den ich in einem Haus gesehen hatte, eine fantastische Treppe und ein interessantes Tür-Detail. Ich wollte dem Haus eine bestimmte Geschichte geben, aber ich musste auch Sorge dafür tragen, dass das Innere zum Äußeren passte. Ich wusste, dass das bestehende Haus nicht so alt war. Was ich kreierte, war also ein Viktorianisches Haus, das auch auf das Elisabethanische und Jakobäische Zeitalter zurückgreift und dem ein wenig mittelalterliches Mauerwerk hinzugefügt wurde. Das war genau das, was die Architekten des Viktorianischen Zeitalters taten: Sie haben aus verschiedenen Epochen gestohlen und das Ganze neu ausgearbeitet, neu entworfen und mit neuen Details versehen. “

„Weil das Ardkinglas-Haus – das echte Haus in Schottland, das wir für die Außenaufnahmen verwendeten – so groß ist, waren die Innenräume in unseren Entwürfen ebenfalls sehr groß“, fügt Burrough hinzu. „Wir behielten außerdem im Hinterkopf, dass das Innenset die große Verfolgungsjagd tragen musste, die in dem Haus stattfinden sollte. Die Kamera konnte durch die Räume sausen, der Jagd ins Esszimmer folgen, wo alle bei einem förmlichen Dinner an einer riesigen Tafel sitzen.“

„Details waren mir dabei sehr wichtig“, fährt Burrough fort. „Denn wir folgen einer kleinen Kreatur – 15 oder 20 Zentimeter lang – durch das Haus, während sie von einem Hund gejagt wird. Also musste die Kamera sehr niedrig über den Böden schweben und man kann diese genau erkennen: das Parkett, den Korridorboden aus Stein und den Küchenboden. All die verschiedenen Beschaffenheiten und Oberflächen waren wichtig.“

Ein weiteres Detail, das Burrough besonders interessant fand – auch wenn nur wenige Kinobesucher es bemerken werden – ist die Kreation des Familienwappens: „Ich entwarf das Wappen, weil ich wollte, dass das Haus eine Geschichte bekommt. Wir kennen die Familie nicht, denn sie taucht im Film nicht auf, aber ihre Präsenz ist spürbar. Das Haus liegt am See und der See führt zum Meer, das Meer ist das Motto und es gibt Meeresgeschöpfe im Familienwappen. Mein Gedanke war, dass das Haus vielleicht eine Geschichte hatte, die mit mythischen Seekreaturen zusammenhängt. Es war eine großartige Gelegenheit, die Idee von einem Wasserdrachen mit einzubauen.“

Die Werkstatt war ebenfalls ein wichtiges Set. „Sie ist Angus’ geheime Welt“, so Burrough. „Sie war die Werkstatt seines Vaters. Angus hat Bilder seines Vaters, Karten und einen Kalender an die Wand gehängt. Es ist sein Heiligtum, eine private Welt, in der er der Realität entfliehen kann.“

Die Kamera

Für den erfahrenen Kameramann Oliver Stapleton war die Hauptattraktion des Films die Möglichkeit, mit Weta Digital zusammenzuarbeiten: „Es war in gewisser Weise eine Abwendung von meinen vorangegangenen Arbeiten, denn hier waren reichlich CGI und viele verschiedene technische Sequenzen involviert. Dank digitaler Bildaufzeichnung hat man viel mehr Möglichkeiten als je zuvor, aber die Freiheit kann auch bedeuteten, dass Disziplin verloren geht, wenn man nicht aufpasst. Man denkt ,Ich drehe das mal einfach ganz flach, und wir bringen das später in Ordnung‘. Je mehr ich über Digital Imaging weiß, umso weniger glaube ich, dass das richtig ist – ich glaube, es ist weiterhin absolut notwendig, dass die Vorbereitungsarbeiten absolut korrekt sind.“

Von Anfang an waren Russell und Stapleton hinsichtlich des Looks des Films einer Meinung. „Der Stil ist in gewisser Weise ziemlich traditionell“, bemerkt Stapleton. „Die Story des Films ist in vielerlei Hinsicht sehr intensiv und tiefgründig, so dass die klassische Kameraarbeit der beste Weg war, die ohnehin bereits spektakulär und actionlastige Geschichte noch zu unterstreichen.“

Die Kostüme

„Das wichtigste an dieser Story ist, dass du an den Wasserdrachen glaubst“, erklärt Kostümdesigner John Bloomfield. „Damit das geschieht, muss sichergestellt sein, dass der gesamte Hintergrund stimmt – und dazu gehören auch die Kostüme. Alles, was wir zu tun hatten, musste so echt sein, dass der Zuschauer nicht für eine Sekunde anzweifelt, dass es sich um die reale Welt handelt.“

„1942 ist sehr gut dokumentiert“, fährt Bloomfield fort. „Zufällig handelt es sich um das Jahr, in dem ich geboren bin, insofern kenne ich es gut. Der Film spielt in Schottland, also haben wir es nicht gerade mit einer Phase großartiger Farbigkeit zu tun. Es war eine Zeit der Nutz-Kleidung – niemand gab Geld für Kleider aus. Deshalb sah ich mir keine Modezeichnungen von 1942 an. Ich suchte nach Stücken, die vielleicht 1935 gekauft worden wären. Es sollte einfach ein monotoner, vernünftiger Look sein.“

„Als ich nach Neuseeland kam, fand ich eine großartige Quelle für Stoffe“, fährt Bloomfield fort. „Und das Beste davon ist gestrickt – ich hatte einige Stricker hier, die einen großartigen Job machten, und die Qualität neuseeländischer Wolle ist unglaublich. Das trug dazu bei, einen realistischen Look zu erzeugen – schwere Stoffe, die wir heute so nicht mehr tragen würden.“

Bloomfield bemerkt, dass Alex Etel trotz seiner Reife noch immer ein Junge unserer Zeit ist. „Auch wenn Alex absolut großartig ist – aber man musste ihm klar machen, dass diese Kleidung kein Anlass zur Belustigung war.“ Bloomfield erklärt, dass Etel jedoch offen für die Kostüme seiner Figur wurde, als er verstand, dass sie in diese Zeit gehörten. „Die Hosen sollten richtig in seiner Taille sitzen, er sollte ein weites Hemd und diese Schuhe mit den dicken Wollsocken tragen. Ich zeigte ihm Fotografien echter Kleidungsstücke und erklärte ihm Dinge, an die ich mich erinnerte, z.B. wie es war, diese ganze Wolle auf der Haut zu tragen. Er hat es wirklich verstanden. Die Szenen am Strand sagen viel über seine Figur aus: Er steht dort in all seinen Kleidern, den kurzen Hosen, dem Pullover, den langen Strümpfen und Stiefeln, während die anderen Kinder am Strand in ihren Badeanzügen schwimmen. Sie zeigen, wie isoliert Angus ist.“

Bloomfields andere Herausforderung lag in der Ausstattung der Armee-Einheit, die zur Killin Lodge kommt. „Die Armee befolgt Königliche Vorschriften und wir mussten einfach nur genau rekonstruieren, was wir auf den Fotos und in den Wochenschauen gesehen haben. Ich habe mein Bestes getan, aber es ist ein Minenfeld. Du kannst Bücher lesen, Bücher über Königliche Vorschriften, und es trotzdem niemals richtig hinkriegen – jeder hat seine eigene Meinung darüber. Es gibt viele Fotos, aber Fotos sind oft trügerisch – wenn sie sich fotografieren lassen, tragen die Menschen ihre besten Stücke, Dinge, die sie tatsächlich niemals auf dem Feld getragen hätten. Es ist immer ziemlich schwierig, die Realität des Lagerlebens und genau das, was vor sich ging, zu treffen.“

„Authentizität ist ein Wort, das immer eine Rolle spielt, wenn man einen Kostümfilm dreht“, so Russell. „Ich wollte sicher gehen, dass das Militär nicht nur nach Militär aussieht, sondern auch wie Militär spielte. Der einzige Weg, auf dem man das bekommt: Man muss jemanden dazu holen, der die Truppen trainiert. Wir hatten das Glück, dass wir einen Soldaten der Neuseeländischen Armee namens David Strong bekamen. Ich bin sicher, dass viele der Statisten keine Ahnung hatten, wozu sie da sein würden, als sie sagten, sie würden gerne Statisten bei einem Film sein. Sie ahnten nicht, dass sie tatsächlich der Armee beitreten würden. David ließ sie marschieren, Drills ausüben und salutieren und große Waffen abfeuern.“

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