Filmhandlung und Hintergrund

Nach dem eher bescheidenen Abschneiden von „Fegefeuer der Eitelkeiten“ (15,4 Millionen Dollar) verfolgt Brian De Palma eine Politik, die er bereits nach „Scarface“ mit „Der Tod kommt zweimal“ praktizierte. Mit „Mein Bruder Kain“ ließ der eigenwillige Filmemacher auf eine teure Produktion erneut einen kleinen Film folgen, mit dem er sich auf vertrautem Thriller-Terrain bewegt. Dabei treibt Brian DePalma das Verwirrspiel...

Vor Jahren wurde Carter Nix von seinem Vater in einer Gruppe mit vier weiteren Kindern zu Versuchszwecken mißbraucht. Als erwachsener Mann lebt er in dem Wahn, seinem Vater erneut vier Kinder sammeln zu müssen. Dabei schreckt der in zahlreiche Persönlichkeiten aufgespaltene Carter auch vor Mord, wenn es sein muß an der eigenen Ehefrau, nicht zurück. Doch dafür schickt Carter sein Alter ego Kain vor.

Vor Jahren wurde Carter Nix von seinem Vater in einer Gruppe mit vier weiteren Kindern zu Versuchszwecken mißbraucht. Als Erwachsener lebt er in dem Wahn, seinem Vater erneut vier Kinder bringen zu müssen. Dabei schreckt der schizophrene Carter auch vor Mord nicht zurück. Doch dafür schickt Carter sein Alter ego Kain vor.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach dem eher bescheidenen Abschneiden von „Fegefeuer der Eitelkeiten“ (15,4 Millionen Dollar) verfolgt Brian De Palma eine Politik, die er bereits nach „Scarface“ mit „Der Tod kommt zweimal“ praktizierte. Mit „Mein Bruder Kain“ ließ der eigenwillige Filmemacher auf eine teure Produktion erneut einen kleinen Film folgen, mit dem er sich auf vertrautem Thriller-Terrain bewegt. Dabei treibt Brian DePalma das Verwirrspiel mit dem Zuschauer in absurde Höhen. Fast scheint es, als parodiere der Hitchcock-Epigone sich selbst und amüsiere sich dabei prächtig, dem Zuschauer den Atem zu rauben und ihn gleichzeitig dabei auf den Arm zu nehmen.

    Seine Geschichte ist ein einziges Vexierspiel, bei dem der Zuschauer ständig zwischen Visionen, Alpträumen und Realität unterscheiden muß, will er der Handlung folgen. Diese wird weitgehend vom Standpunkt eines Geisteskranken erzählt, was im Verein mit der Nebenhandlung vom Seitensprung der Gattin eine bewußt kompliziert gehaltene Handlungsstruktur bedingt. John Lithgow („Ricochet - Der Aufprall“) spielt in einer Fünffachrolle den psychisch vielfach gespalteten Charakter Carter Nix und alle seine halluzinierten Alter egos. Carter wurde von seinem Vater Dr. Nix vor 20 Jahren zu Studienzwecken in eine Kontrollgruppe von vier weiteren, gekauften Kindern gesteckt und nahm daran sichtbaren Schaden. Als Erwachsener glaubt Carter, sein Vater sei zurückgekehrt, und er müsse mit seinem Zwillingsbruder Cain dafür sorgen, daß das Experiment noch einmal stattfinden kann. Neben seinem eigenen Kind raubt er andere Kinder, deren Mütter bzw. Babysitter er brutal ermordet. Der Stoff bietet DePalma reichlich Gelegenheit, sich vor Vorbildern wie Orson Welles („Im Zeichen des Bösen“), Hitchcock („Psycho“ vor allem) und Michael Powell („Peeping Tom“) zu verbeugen. Souverän setzt er sein Markenzeichen ein, die freischwebend dahingleitende Kamera, die elegant todesumwehte Figuren umfließt und neugierig in Fahrstühle lugt, die mörderischen Fallen gleichen. Damit weiß De Palma diesmal den Zuschauer jedoch weniger zu fesseln, als mit dem fast statisch abgelichteten Verhör des gestörten Täters durch eine Polizeipsychologin. In dieser Szene erreicht er auch ohne ästhetische Mätzchen eine filmische Intension, bei der sich einem unwillkürlich die Nackenhaare sträuben. Hier scheint die Realität eines authentischen Krankheitsbildes durch, die weit entfernt ist von der Effektehascherei eines Kinokonstrukts. gas.

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