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Fakten und Hintergründe zum Film "Megamind"

Kino.de Redaktion |

Megamind Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Das Schicksal ist eine lustige Sache. Sagen wir mal, Sie sind ein Baby auf dem Planeten Krypton, und genau in dem Augenblick, in dem Ihr Heimatplanet einen explosiven Abgang macht, steckt Ihr Vater Sie in eine Raumkapsel und Sie donnern Richtung Erde. Dort werden Sie von braven Farmern gefunden und aufgenommen. Sie wachsen auf, um das Böse in all seinen Erscheinungsformen zu bekämpfen – was für Sie ein Kinderspiel ist, da Sie ja mit kryptonischen Superkräften ausgestattet sind, gegen die kein Erdling anstinken kann. Aber was, wenn Sie nicht bei grundgütigen Menschen gelandet wären? Was wäre dann aus ihnen geworden?

Okay, jetzt noch mal anders: Sie sind einer von zwei Weltraumrackern, die beide von ihren Vatis in eine Flugkapsel gepfropft wurden und nun parallel Richtung Erde eilen. Da hängt es doch sehr davon ab, wo man landet – in einem palastartigen Heim mit liebevollen Eltern, wie in unserer altbekannten Lieblingsgeschichte (juhu!), oder wie der andere in einem Gefängnis für hochbegabte Kriminelle (oha!). Wenn sich Superkräfte in einem gehobenen Mittelklassehaushalt entfalten können, konzentrieren sie sich üblicherweise darauf, Gutes zu tun. Aber ähnliche Kräfte in einer abtörnenden Umgebung geschult, entwickeln sich völlig entgegengesetzt. Willkommen in unserer Geschichte von zwei Babys, die zu lebenslangen Erzfeinden heranwachsen: MEGAMIND, das kriminelle Genie, und Metroman, der charmante Strahlemann.

Normalerweise bekommt der Superschurke selten die Gelegenheit, die führende Rolle zu spielen – denn diese bleibt seinem Gegner, dem strahlenden Helden, vorbehalten. In dem 3-D-Comedy- Abenteuer MEGAMIND ist aber alles anders: Der traditionelle Superheldenfilm wird völlig auf den Kopf gestellt, denn alle Scheinwerfer sind – endlich einmal – auf das Böse gerichtet. MEGAMIND ist ein wahnsinniger, egoistischer und völlig unfähiger Superschurke, der es darauf abgesehen hat, in Metro City die Macht zu übernehmen. Doch die Ausführung seiner genialen Pläne lässt leider sehr zu wünschen übrig, um nicht zu sagen: Sie sind immer ein völliger Schuss in den Ofen, dank MEGAMINDs Nemesis Metroman, des geliebten, leuchtend weißen Beschützers der Stadt.

Regisseur Tom McGrath, der bereits die beiden „Madagascar“-Hits inszeniert hat und darüber hinaus dem autokratischen Pinguin Skipper seine Stimme lieh, würde einen Bösewicht jedem Helden vorziehen, wenn er die Wahl hätte. „Ich liebe Bösewichte“, sagt er, „und zwar seit meiner Kindheit: Darth Vader, Captain Hook, die waren so faszinierend. Sie sind die interessantesten Persönlichkeiten und haben die besten Kostüme und Waffen und dürfen die coolsten Sätze sagen. Bösewichte machen einfach am meisten Spaß.“ McGrath lag gerade in den letzten Zügen eines anderen Animationsfilms, als DreamWorks Animation mit einem Projekt an ihn herantrat, das von Ben Stillers und Stuart Cornfelds Produktionsfirma Red Hour Films kam. Die Story drehte sich um einen Superschurken, der versehentlich seinen Erzfeind erledigt und dadurch in eine tiefe Krise fällt, weil ihm der Wettkampf fehlt und er sein Leben nun für sinnlos hält.

Der Film war MEGAMIND und McGrath erkannte sofort das große Potenzial des Projekts. Er sagt: „Ein Superschurke, der seinen Erzfeind besiegt und dann einen neuen Helden erschafft, gegen den er kämpfen will, und schließlich selbst zum Helden wird, und das alles auf Basis einer Liebesgeschichte – als ich das hörte, sagte ich: Wow, das klingt wirklich einzigartig – eine Geschichte aus der Sicht des Schurken zu erzählen.“

Das MEGAMIND-Drehbuch von Alan Schoolcraft und Brent Simons orientiert sich an den bekannten und beliebten Superheldengeschichten, stellt aber die Frage: Wie sieht so eine Story aus, wenn sie von der anderen Seite erzählt wird? Eine ungeheure Herausforderung für das Team von DreamWorks Animation, denn es musste ein Superschurke geschaffen werden, der liebenswürdig, sympathisch und – am wichtigsten – witzig sein sollte. Obwohl Red Hour Films MEGAMIND ursprünglich als Live-Action-Film geplant hatte, kamen viele Beteiligte zu dem Schluss, dass sich die Geschichte als Animationsfilm am besten erzählen ließ.

Aber trotz des außergewöhnlichen Blickwinkels brauchte die Story natürlich alle Zutaten einer richtigen Superheldengeschichte, nur dass sie eine ganz andere Richtung einschlagen sollte. Viele der Beteiligten, Fans solcher Storys, äußerten sich zu Beginn jedoch besorgt, dass der Film allzu spöttisch und nicht ehrfurchtsvoll genug mit seinem Thema umgehen würde. Eine unbegründete Furcht, wie sich schnell herausstellte, denn angefangen bei Tom McGrath war für das Team ein respektvoller Umgang mit dem Genre oberstes Gebot. Dazu Produzentin Lara Breay: „MEGAMIND sollte keine reine Parodie werden, das war uns ganz wichtig. Es hat in der Vergangenheit ja einige von ihnen gegeben und die waren weder besonders erfolgreich noch fanden wir sie besonders komisch. Außerdem lieben wir Superheldenfilme; wir würden uns niemals nur über sie lustig machen. Uns war es nur wichtig, die Erwartungen der Zuschauer zu unterlaufen, ihre tiefe Kenntnis des Genres, die sie durch Hunderte von Filmen und Comics erworben haben. Wir wollten eine unverbrauchte Geschichte erzählen, die selbst noch Genre-Fans überrascht. Nichts und niemand in MEGAMIND ist, was er zu sein scheint, und das sorgt für viele Gags, spannende Momente und überraschende Wendungen.“

Regisseur Tom McGrath ergänzt: „Superhelden-Fans werden begeistert sein, denn wir wagen einen ganz neuen Ansatz. Wir hatten viel Spaß damit, das stereotype Drumherum des Genres aufzubrechen, und ich glaube, wir haben etwas völlig Neues und Unverbrauchtes geschaffen. Und das Ganze dann auch noch in 3-D-Animation zu erzählen, war ein weiterer Vorteil gegenüber einem Live-Action-Film. Bei einem Animationsfilm kann man nahtlos gewaltige Effekte und Actionsequenzen mit kleinen, intimen, charakterbezogenen Szenen vermischen. Denn es gehört alles zusammen. Alles in MEGAMIND ist im Computer entstanden und bei Computeranimation kann man immer einen Schritt weiter gehen als bei einem Live-Action-Film und trotzdem ganz dicht an den Figuren bleiben.“

McGrath wusste, dass sich die Geschichte von MEGAMIND und Metroman animiert am besten erzählen lassen würde. Denn die schier endlosen Möglichkeiten der Computeranimation boten eine perfekte Gelegenheit, die Story und die Beziehung zwischen Held und Schurke voll auszureizen. Dazu McGrath: „In Superheldenfilmen von heute ist alles auf Hochglanz poliert mit den ganzen Polycarbon-Fasern und metallisch schimmernden Airbrush-Kostümen. Gäbe es wirklich Superhelden auf der Welt, wären sie auch ohne die glänzenden Rüstungen und ihre technischen Spielereien die allergrößten Celebrities.“

„Wir erzählen eine klassische Superheldengeschichte aus der Sicht des Schurken“, erläutert Produktionsdesigner David James. „Schurken sind oftmals viel interessanter als die Helden, aber eben auch heimtückisch. Wir standen also vor der Herausforderung, aus MEGAMIND einen sympathischen Kerl zu machen und ihm eine Vergangenheit zu geben, die die Zuschauer für ihn einnimmt.“ Produzentin Lara Breay ergänzt: „Dies ist eine klassische Erlösungsgeschichte, mit dem Unterschied, dass man noch nie einen Superschurken gesehen hat, der diese Entwicklung durchmacht – und schließlich zu einem Superhelden wird.“

Die Beziehung zwischen Metroman und MEGAMIND ist eine klassische Superheld/Superschurke- Dichotomie. Die kultigsten Bösewichte sind immer ein Zerrbild des Helden. Der Gute verkörpert Ehrverhalten, Heldenmut und das Positive im Menschen, während der Böse Gier und Machtlust repräsentiert.

„In MEGAMIND spielen wir mit der provokativen Idee, dass das Gute ohne das Böse nicht existieren kann und umgekehrt. Die Beziehung zwischen MEGAMIND und Metroman ist symbiotisch“, erklärt Chefautorin Catherine Yuh Rader. „MEGAMIND glaubt an einen gegenseitigen Respekt, an den Sportsgeist in ihren Kämpfen und dass das Gute und das Böse ein integraler Bestandteil des jeweils anderen ist. MEGAMIND sieht Metroman als seinen ultimativen Gegner und ignoriert die Tatsache, dass er jedes Mal gegen ihn verliert.“

Von einem sterbenden Planeten aus, der jeden Moment in einem schwarzen Loch zu verschwinden droht, Richtung Erde katapultiert, landet MEGAMIND versehentlich im Gefängnis von Metro City und die übelsten Verbrecher nehmen ihn unter ihre Fittiche. Er wird auch zum Bösewicht, aber nur, weil er glaubt, dass das sein Schicksal sei. Er braucht eine ganze Weile (und ein paar super duperheldenmäßige Mega-Ereignisse), um zu erkennen, wie befriedigend ein Leben als Superheld sein kann - und dass das Schicksal selten gradlinig, sondern in Schlangenlinien verläuft. Eines der größten Attribute, die eine großartige Hauptfigur mitbringen muss, ist Liebenswürdigkeit – ob böse oder nicht, das Publikum muss sich ihr verbunden fühlen. Die Tatsache, dass MEGAMIND ein blaues, böses Genie ist, das im Knast von Metro City großgezogen wurde, hätte diese Mission natürlich ausgesprochen schwierig gestalten können, doch Produzentin Denise Nolan Cascino wiegelt ab: „Er ist zwar der Bösewicht, aber wir wissen natürlich, dass er nicht wirklich ein leidenschaftlicher Killer ist. Im Gegenteil, er hat sehr hohe moralische Grundwerte.“

Um in MEGAMINDs krimineller Energie das Liebenswürdige hervorzuheben und der Figur den richtigen Ton und die nötige Balance zu geben, wandten sich die Filmemacher an den brillanten Komiker Will Ferrell. „Das war der Schlüssel zur Figur“, sagt Breay. „Will Ferrell hat die Fähigkeit, einen gigantischen Egomanen mit Weltherrschaftstick auf eine Weise zu spielen, die ihn nicht nur urkomisch, sondern auch liebenswert erscheinen lässt. Er zeigt die Verletzlichkeit und Sehnsucht, die in diesem verrückten Clown steckt, sodass man einfach auf seiner Seite sein muss.“

Ferrell ergänzt: „MEGAMIND gibt wirklich alles, um hart und böse zu sein, denn er möchte unbedingt ernst genommen werden. Aber letztlich hat niemand wirklich Angst vor ihm. Vielleicht liegt es an der blauen Hautfarbe – die ist wirklich nicht besonders furchteinflößend.“ Metromans Herkunft ist der von MEGAMIND ganz ähnlich – beide stammen von Planeten ab, die dasselbe traurige Schicksal ereilte. Auch seine Eltern haben ihn in einer Flugkapsel zur Erde geschickt, kurz bevor sein Heimatplanet zerstört wurde. Doch im Gegensatz zu MEGAMIND landete Metroman in einem komfortablen, gehobenen Mittelklassehaushalt. Tom McGrath sagt dazu: „Er ist der Typ, der auf der Sonnenseite steht. Er sieht schon als Kind fabelhaft aus und ist auch sonst vom Schicksal gesegnet. Kaum raus aus der Kapsel, kann er fliegen und Laserstrahlen abschießen. Ihm ist lebenslang alles immer zugeflogen, während MEGAMIND es nur schwer hatte.“ Im Gegensatz zu MEGAMIND hatte Metroman eine privilegierte Kindheit, und das ist ihm wohl bewusst.

Seine Superkräfte entwickelten sich früh, „als Kleinkind um das Haus herumzufliegen mit seiner Ersatzmutter im Schlepptau, war eine leichte Übung für den Mini-Superhelden“, sagt Catherine Yuh Rader, Head of Story. „Dank einer Portion Glück und seiner angeborenen Fähigkeiten ist sein Leben immer ein müheloser Spaziergang gewesen – und jeder liebt ihn.“

Produktion: Die Besetzung / Stimmen

Metroman ist der heißeste Promi in Metro City und gleichzeitig ihr Beschützer. Die Bewohner der Stadt blicken zu ihm auf und gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass er MEGAMIND in Schach hält. Dazu Produktionsdesigner David James: „Es ist ein bisschen so wie damals in der High School bei dem Kapitän des Football-Teams oder dem Schülersprecher. Man muss ihn einfach mögen.“

Aber Metromans größter Held hat noch eine andere Seite, die von seinen Fans unbemerkt bleibt. Wie James weiter erläutert: „Ich will nicht zu viel verraten, aber der berühmte, gewaltige, wuchtige Kerl, den jeder liebt, ist in Wirklichkeit vielleicht gar nicht so großartig.“

Als MEGAMIND seinen Erzfeind Metroman überraschend eines Tages tatsächlich besiegt, ist der Schurke untröstlich. Sein ganzes Leben bestand bislang nur daraus, sich körperlich und geistig mit seinem Erzfeind zu messen, und nun soll plötzlich alles vorbei sein? „Denn hinter MEGAMINDs manischem Gelächter, seinen schurkischen Sperenzchen und technischen Taschenspielertricks verbirgt sich eigentlich ein liebenswert naiver und verletzlicher Kerl“, erklärt Rader. „Und der möchte das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse unbedingt wiederherstellen und seinen Lebenssinn zurückhaben.“

Metroman hingegen wittert die Chance auf ein neues Leben. Ihn stört es, dass ihn die Bewohner als selbstverständlich hinnehmen; warum sich noch um irgend etwas sorgen – Metroman kommt doch eh, um uns zu retten. „So wie MEGAMIND als ‚das Böse‘ definiert wird, ist Metroman eben ‚das Gute‘“, sagt der Regisseur. „Aber vielleicht hat er gar keine Lust, der Held zu sein, der die Stadt aufräumt, sondern träumte immer schon von etwas ganz anderem. Im Film findet er einen Weg, seiner wahren Leidenschaft nachzugehen.“

Nicht alle Bösewichte sind kaltherzig – auch sie können Liebe empfinden. MEGAMIND verliert sein Herz an Roxanne Ritchi, die freche, intelligente und wunderschöne Reporterin, die mit ihrem Mikro immer da zu finden ist, wo etwas passiert. Darum ist die scharfzüngige Journalistin bei MEGAMINDs Versuchen, die Herrschaft über Metro City an sich zu reißen, auch fast immer seine Geisel. Dabei wird sie stets von Metroman gerettet, obwohl das oft gar nicht nötig ist. „Sie ist willensstärker als jede andere Figur des Films und kann auf sich selbst aufpassen“, sagt McGrath. „Sie ist bissig und sarkastisch und wird von Comedian Tina Fey gesprochen. „Es war sehr lustig, den Bösewicht und die Heldin zusammenzubringen, als würden Lex Luthor und Lois Lane plötzlich Gefallen aneinander finden, die Gelegenheit bekommen, zusammen zu sein … und sie nutzen.“ Tina Fey sagt: „Ich mag sie. Ich finde, sie ist sehr durchsetzungsfähig und trotzdem menschlich. Außerdem gefällt mir, dass sie sich vor nichts fürchtet. Und natürlich mag ich die ganze Aufmerksamkeit – ich meine natürlich sie, sie mag die ganze Aufmerksamkeit.“

Roxanne hat einen interessanten Effekt auf MEGAMIND. Obwohl sich beide ihr Leben lang kennen – schließlich ist sie stets das Opfer seiner „genialen“ Coups – haben sie im Film die Möglichkeit, sich tatsächlich kennenzulernen. Tom McGrath erklärt: „Durch seine Beziehung zu Roxanne beginnt MEGAMIND, das Gute in der Welt zu sehen. Wie jeder, der sich verliebt, sieht er die Welt mit anderen Augen. Das beeinflusst ihn sehr und führt schließlich dazu, dass er der rettende Held wird.“ Aber MEGAMIND ist nicht der Einzige, der Roxanne verfällt. Ihr polteriger Kameramann, Hal Stewart, ist seit Jahren in Roxanne verknallt. McGrath dazu: „Er sieht sie ständig durch die Kameralinse. Es gibt zwar ein Gerücht, dass sie mit Metroman zusammen ist, aber das stört Hal nicht. Er ist fest entschlossen, sie zu erobern.“

Um sich zu Hal/Tighten inspirieren zu lassen, dem Nerd, der kurzzeitig ein Superheld wird, um dann zum gefährlichen Superschurken zu mutieren, sahen sich die Designer Comics aus der Glanzzeit des Mediums an. Produktionsdesigner David James beschreibt ihn folgendermaßen: „Ein schluffiger Kameramann. Er ist unsere Version des jungenhaften Fotografen, des Sidekicks … aber eben neidisch und abscheulich.“

Bei dem Versuch, einen neuen Superhelden zu erschaffen, versorgt MEGAMIND Hal mit Superkräften (und macht aus ihm den Superhelden Tighten), aber Hal hat alles andere als ehrenwerte Absichten. „Er denkt sehr schnell, dass er dank seiner neuen Superkräfte auch endlich das Mädchen haben kann“, sagt McGrath. „Aber Roxanne bewertet jemanden nicht nach Macht und Kraft, sondern nach seinem Wesen. Sie weist Hal zurück, und das wird zum Auslöser seines düsteren Rachefeldzugs.“

Breay ergänzt: „Leider sucht sich MEGAMIND mit Hal den denkbar schlechtesten Kandidaten aus und sein Plan fällt wie ein Kartenhaus zusammen.“ Der junge Comedy-Star Jonah Hill spricht Hal: „Ich glaube nicht, dass Hal wirklich böse ist. Er reagiert nur auf seine Gefühle – er sieht Roxanne täglich und hat ihre Gesten und Kommentare manchmal eben etwas falsch interpretiert. Seine Zuneigung zu ihr ist unerschütterlich; ich halte das für Hingabe. Andere würden ihn vielleicht als Stalker bezeichnen, aber das finde ich nicht.“

Ein Bösewicht ist immer nur so gut wie seine rechte Hand, und MEGAMIND könnte keinen loyaleren Mitschurken haben als Minion. Er wurde seinerzeit von MEGAMINDs Eltern beauftragt, auf ihren Sohn aufzupassen, und ist seitdem nicht von der Seite seines superbrillanten Meisters gewichen. „In Minion haben wir uns geradezu verliebt“, sagt Produzentin Breay, „was schon überraschend ist, denn schließlich handelt es sich bei ihm um eine im Labor gezüchtete Fisch-Gorilla-Roboter- Scheußlichkeit. Aber David Cross’ Performance ist einfach unwiderstehlich. Minion ist der beste Freund, den sich ein Superschurke nur wünschen kann.“

Für die Filmemacher ging die Beziehung zwischen MEGAMIND und Minion weit über ein reines Meister-Diener-Verhältnis hinaus. „Sie kannten sich schon als Babys und das macht ihr Verhältnis zueinander zu einem der innigsten des ganzen Films“, sagt der Regisseur. „MEGAMIND ist der Träumer und Minion der Macher. Er würde seinem Boss kaum empfehlen, von einer Klippe zu springen, aber wenn MEGAMIND es trotzdem täte, wäre Minion schon unten und hätte ein Netz aufgespannt.“

Manchmal braucht eben auch extreme Brillanz eine helfende Hand. „Minion ist der persönliche Assistent, der im Schatten des bösen Genies die Arbeit macht“, sagt Breay. „Aber er ist auch das Herzstück des Films; die loyale Stimme der Vernunft; der beste Freund, der MEGAMIND schließlich vor sich selbst schützen muss.“

„Der ganze Film dreht sich um die Beziehungen zwischen MEGAMIND, Roxanne, Metroman und Hal“, erklärt Tom McGrath. „Wir haben es also mit einem Liebesquadrat zu tun statt mit dem üblichen Liebesdreieck, und das macht es sehr interessant – die Dynamik zwischen den Figuren und die Beziehungen, die sich entwickeln oder enden. Aber dreidimensional fliegende Superhelden schaden dem Film natürlich auch nicht!“

Produktion: Das Design

Bei den ersten Designentwürfen hatte MEGAMIND noch ein eher stereotypes Alien-Aussehen, aber das änderte sich im Verlauf der Produktion. Art Director Timothy J. Lamb erinnert sich: „Ursprünglich entwarfen wir einen spindeldürren Kerl mit einem riesigen Kopf. Aber so ein extremes Figurendesign gleicht sich meist automatisch der Geschichte an. MEGAMIND sollte lustig und in Roxanne verliebt sein, es war also wichtig, dass sein Look auch zu diesen Aspekten des Films passt und er nicht nur wie ein blaues Alien aussieht, das Verwüstungen anrichtet.“ Es ist eine psychologische Tatsache, dass die Umgebung einer Person sehr viel über sie aussagt, und MEGAMIND bildet keine Ausnahme. Lamb dazu: „MEGAMIND heckt ständig etwas Neues aus, deshalb herrscht bei ihm immer Chaos. Sein ganzes Umfeld ist eine Ansammlung von allen möglichen Teilen und Dingen. Deshalb befindet sich sein Versteck auch in einem verlassenen Kraftwerk.“

Auch Minion hat sich, wie die meisten anderen Figuren, stark verändert, je weiter die Produktion voranschritt. Tom McGrath dazu: „Lara und ich sahen uns die Entwürfe an. Ursprünglich glich er einem Gorilla ohne Kopf, aber das gefiel uns nicht und wir fingen nochmal von vorn an. Uns schwebte ein Roboterdesign vor, das wie ein Gorilla wirken sollte, mit einem Fisch im Glas als Kopf.“ Minions Design ist ausgesprochen detailliert und kompliziert. Sein Körper ist fast eine eigenständige Figur, die dem sprechenden Fisch im Glas ebenbürtig ist. Dazu Produktionsdesigner James: „Wir legten ihn instinktiv zwischen furchteinflößend und doof an: Er ist ein Roboter, folgt aber ganz anderen Bewegungsabläufen. Sein Aufbau besteht aus einem furchtbar komplizierten Rig aus Plättchen und ausziehbaren Armen. Das haben wir in sein Animationsmodell eingefügt, damit er ganz normale cartoonhafte sogenannte Squash and-stretch-Animationstechniken ausführen konnte.“

Metroman besteht auch aus mehr als nur Masse und gutem Aussehen. Unter all seinen Muskeln und Superkräften verbirgt sich eine komplizierte Figur. „Zu Anfang gaben wir Metroman so ein schleimiges Gebrauchtwagenhändler-Auftreten“, erinnert sich Jason Schleifer, Head of Character Animation. „Aber wir fanden schnell heraus, dass das nicht sonderlich überzeugend war, und legten ihn stattdessen etwas ehrlicher an und konzentrierten uns auf die schwierige Situation, in der er sich befindet. Und siehe da, schon hatten wir eine aufrichtige, überzeugende Figur – aber auch eine mit fetten Muskeln, die Strumpfhosen trägt.“

Zum Superheldenmythos gehört natürlich auch das Mädchen in Gefahr. Einige Mädels jedoch begegnen der Not mit eigener Stärke und Frechheit – wie Roxanne Ritchi. Sie ist die Herzensdame fast aller Männer des Films. Deshalb war es wichtig, ihre Schönheit und gleichzeitig ihre Charakterstärke zu betonen. Dazu Art Director Lamb: „Wir fanden, dass eine Kurzhaarfrisur am besten zu ihr passt, aber so eine Frisur verursacht ihre ganz eigenen Probleme. Es kostete viel Mühe, Roxanne trotzdem weiblich aussehen zu lassen.“ Ausgezeichnete Charakterisierung ist der Schlüssel zu einer guten Geschichte. Tom McGrath sagt: „Man kann so viel Budenzauber veranstalten, wie man will, wenn man keine starken Charaktere hat und ihnen nicht gerecht wird, wird sich niemand für die Geschichte interessieren.“

Obwohl MEGAMIND ein dürrer, blauer Superschurke ist, werden sich die Zuschauer auf seine Seite schlagen. Character Effects Supervisor Damon Riesberg lobt die Animatoren dafür, dass sie die Titelfigur so herzenssympathisch gestaltet haben, dass MEGAMIND nicht unausstehlich, sondern unwiderstehlich ist. „Wir wussten von Anfang an, wie stilisiert er aussieht“, erinnert sich Riesberg. „Ein gigantischer blauer Kopf, riesige Augen, einfach bizarr. Darum hat es mich total überrascht, welche tiefen Gefühle die Animatoren aus ihm herausgekitzelt haben. Ich bin sicher, das Publikum wird MEGAMIND lieben.“ Eine feste Konstante des Films ist die leichte und lustige Grundstimmung. Produzentin Denise Nolan Cascino erklärt: „Durch Toms lockeren Erzählton macht die Geschichte noch mehr Spaß. Die Figuren sind unwiderstehlich und charmant und man identifiziert sich völlig mit dem Bösewicht, weil er sich so viel Mühe gibt … wenn auch aus den falschen Gründen.“

Head of Story Catherine Yuh Rader findet, dass der Film einen substanziellen Kern hat und nicht nur aus Augenfutter, Action und Abenteuer besteht. „Ich hatte anfangs die Befürchtung, MEGAMIND würde ausschließlich auf Fans von Superhelden Comics zugeschnitten“, sagt sie. „Doch das war unbegründet, denn der Film spricht wirklich jeden an – er ist eine zeitgemäße, herzliche und gleichzeitig respektlose romantische Komödie.“

Produzentin Cascino achtete darauf, dass der Film seinem komödiantischen Anspruch gerecht wurde, ohne dabei die Aspekte eines traditionellen Superheldenfilms zu vernachlässigen. Sie sagt: „Ich gab mir selbst die Aufgabe, einen objektiven Blick zu bewahren. Viele, die an dem Film mitgearbeitet haben, sind absolute Fans des Superheldengenres. Und mir gefällt der Gedanke, dass ich als Einfluss von außen dafür gesorgt habe, dass der Film ein möglichst breites Publikum anspricht.“

Man braucht schon eine erstklassige Art Direction, um eine Welt zu erschaffen, die außergewöhnlich und gleichzeitig glaubwürdig ist. Produktionsdesigner David James betont: „Tim Lamb ist der Art Director und ein fantastischer Illustrator. Zusammen mit seinem Team hat er Aussehen und Feeling von MEGAMINDs Universum geprägt. Dabei ließen sie sich von Gemälden und anderen Quellen inspirieren und sorgten während der Produktionsphase für eine gleichbleibende Qualität – beim Rigging der Figuren angefangen, über das Modeling, die Oberflächen und schließlich die Lichtsetzung.“ „Alle Beteiligten haben ihre ganze künstlerische Kreativität und ihr Können eingebracht“, so James weiter. „Es ist eine höchst befriedigende Erfahrung zu sehen, wie sich eine einfache Idee und eine Skizze zu einer Schlacht in einer komplett ausgedachten Stadt entwickelt, die aussieht, als würde sie tatsächlich existieren.“

„Jeder der Computertechniker ist ein echter Künstler“, lobt McGrath. „Man kann mit ihnen reden wie mit Schauspielern. Das Wunderbare an der Animation ist: Jedes Detail im Film kann so designt werden, dass es die Geschichte akzentuiert – etwas Allumfassendes wie die Beleuchtung, aber auch so kleine Besonderheiten wie die Graffitis in Metro City.“ Dazu McGrath: „Ich wollte den Film wie eine Schlacht zwischen Elvis und Alice Cooper aufziehen: einen stilisierten Kampf, der die unterschiedlichen Rockstar-Typen widerspiegelt. Und dank der talentierten Menschen, die an dem Film mitgewirkt haben, sind sie auch so eindeutig differenziert.“

Art Director Tim Lamb sagt: „Es brachte Spaß, sich mit MEGAMINDs Schurken-Accessoires zu beschäftigen, denn sie scheinen alle direkt aus einer Rock’n’Roll-Show zu stammen. Alles hat diesen Rockband-Touch, viel Leder und Nieten, und weil er auch noch ein einfallsreiches Genie ist, verfügt er über coole Gadgets und große Roboter, die auch alle den Eindruck machen, als wären sie Requisiten eines Stadionkonzerts.“

Doch Rockstar-Schlachten hin oder her – kein Zuschauer interessiert sich für einen Film, der nicht glaubwürdig ist. „Deshalb ist es umso wichtiger, diese ganzen fantastischen Elemente so zu verpacken, dass das Publikum sich damit identifizieren kann. Das ist uns gelungen“, findet James. „Ich sage immer gern, das Drumherum darf den Figuren nie die Schau stehlen. Die Sets haben also eine klare Funktion: Sie müssen uns so vertraut sein, dass wir sie mühelos akzeptieren, und sie dürfen nicht so umständlich sein, dass man sie näher erläutern muss.“

Außerdem ist es wichtig, dass sich die Persönlichkeit einer Figur deutlich in ihrer Umgebung niederschlägt, denn so lässt sich ihr Handeln besser nachvollziehen. Dazu David James: „Für MEGAMIND haben wir im Film eine richtige Ideenwand angelegt, die seine herrlich verdrehten Gedankengänge visualisiert – alles, was in seiner Welt eine Rolle spielt, findet sich dort wieder. Wir haben ständig versucht, dem Superhelden- und Science Fiction-Film neue witzige Seiten abzugewinnen.“ „Um die Ausdrucksstärke unserer Figuren zu steigern, besuchten wir Improvisationsunterricht oder einen Aktzeichenkurs. Oder wir holten für einen Tag einen Künstler von außerhalb hinzu, um mit ihm über ‚Macht‘ zu reden – welche Körperhaltung jemand einnimmt, der Macht und Energie in sich spürt“, erklärt Character Effects Supervisor Damon Riesberg.

Die Aufgabe, diese ganze Energie in Bewegung zu setzen, fiel Kent Seki zu, dem Chef der Prävisualisierungsabteilung. Er arbeitete schon in einer sehr frühen Produktionsphase mit den Filmemachern zusammen und stellte einen Plan auf, der die gesamte Kinematografie enthielt – von den Kamerawinkeln bis zur Beleuchtung – und sich mit der Vision des Regisseurs Tom McGrath deckte.

„Es gab so viele Möglichkeiten, den Film zu bebildern, weil wir alle schon so viele Superhelden- und Actionfilme gesehen haben“, sagt Head of Layout Nol Meyer. „Wir haben uns der unterschiedlichsten Vorbilder bedient“, erinnert er sich, „beim japanischen Anime, bei Kung-Fu-Film, Superheldenfilmen, und dann daraus unsere ganz eigene Filmsprache gebastelt – dabei kam es uns oft nur auf eine einzige Einstellung oder Kamerabewegung an oder nur auf ein bestimmtes Gefühl, das wir in einer Sequenz erzeugen wollten. Aber diese Bildsprache prägt den ganzen Film.“

Die ganzen halsbrecherischen Actionszenen stellten Meyer, Seki und das Prävisualisierungsteam vor ganz besondere Herausforderungen. „Der Unterschied zwischen MEGAMIND und anderen Superheldenfilmen ist, dass wir eine Komödie gedreht haben, die trotzdem ein Superheldenfilm ist. Wir wollten die coole Action eines traditionellen Superheldenfilms in unser Abenteuer integrieren und dennoch einen komödiantischen Erzählton anschlagen.“

Um das Komödiantische, die Action und die emotionalen Seiten des Films noch weiter zu verstärken, beauftragten die Filmemacher die Komponisten Lorne Balfe und Oscar®-Preisträger (und insgesamt achtfach Nominierten) Hans Zimmer mit dem Score. „Hans hat den Score zu fast jedem Superheldenfilm geschrieben, der im letzten Jahrhundert herausgekommen ist“, witzelt McGrath. „Doch ihre Aufgabe bestand nun darin, echte Superheldenmusik zu komponieren, die unserem Blick auf das Genre gerecht wird.“

„Sie haben sich auf den Charme und die Herzlichkeit unseres Films konzentriert und die Musik entsprechend so nuanciert, dass sie hervorragend zum Gesamtbild passt“, so McGrath weiter. „Ich glaube, sie hatten ebenfalls viel Spaß dabei, denn normalerweise sind Superheldenfilme doch eher düster und sehr dramatisch. Bei uns konnten sie sich richtig austoben – was die Untermalung von Comedy, Action und Herz angeht. Weil sie schon so viele Superheldenfilme vertont hatten, verfügten sie einerseits über immense Erfahrungen, waren andererseits aber ganz scharf drauf, die üblichen Pfade zu verlassen und nach einem neuen Weg zu suchen, der unsere Geschichte eines angeblichen Mieslings, in dem das Herz eines Helden schlägt, perfekt untermalt. Es war klasse, mit ihnen zu arbeiten.“

Produktion: 3D-Film entsteht

Obwohl man bei DreamWorks Animation durch die ganzen vorangegangenen Filme über weitreichende Erfahrungen verfügte, eigene Welten zu erschaffen, stellte Metro City für die Macher eine willkommene neue Herausforderung im ganz großen Stil dar. James dazu: „Wir haben noch nie eine Stadt von diesen Ausmaßen konzipiert. Als wir die Designs zu MEGAMIND sahen, war uns klar, dass wir ganz Metro City bis zum letzten Winkel bauen mussten, weil Superhelden bei ihren Flügen nun einmal sehr weit rumkommen. Die Figuren sollten sich bei irgendwelchen Gebäuden aufhalten können, um im nächsten Moment abzudüsen und auf die Spitze des höchsten Gebäudes der Stadt zu fliegen und einen Panoramablick auf die ganze Umgebung freizugeben. Das stellte uns vor riesige Aufgaben.“

So groß und komplex Metro City auch ist, waren sich die Filmemacher immer bewusst, dass die Stadt und ihre Details nicht von den Figuren und ihrer Geschichte ablenken durften. „Ich wollte sie grafisch und hinsichtlich der Kameraführung so spektakulär wie möglich gestalten“, sagt Produktionsdesigner David James. „Aber das Design an sich durfte nicht so überfrachtet sein, dass es erklärungsbedürftig wurde. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich der Schauplatz immer unterzuordnen hat.“

Das Visual-Effects-Team ließ sich von echten Metropolen inspirieren, etwa von San Francisco, wo sie die ganze Detailfülle, die eine pulsierende Stadt zu bieten hat, mit der Kamera einfingen. Aber was wäre eine Stadt ohne ihre Bewohner? Die Visual-Effects-Künstler haben ihre Trickkiste ganz weit geöffnet, um den möglichst abwechslungsreichsten und individuellsten Menschenauflauf zu gestalten. „Die Gestaltung dieser zweitrangigen Hintergrundfiguren macht oft besonders viel Spaß, denn bei den Designs kann man wirklich verrückt spielen“, sagt Art Director Lamb begeistert.

Doch um möglichst viele Variationen herzustellen, musste das Team schnell ein Verfahren finden, mit dem sich die einzelnen Bürger individuell gestalten ließen, ohne dass es zu viel Zeit kostet. „Vorhang auf für technische Zauberei“, so Lamb weiter. „Wir verwendeten ein automatisches Programm, mit dem sich verschiedene Körper gestalten ließen – groß, mager, fett, klein, alt, jung – und dann mischten wir sie mit verschiedensten Köpfen, die zu der Körperform passten. So konnten wir ganz einfach Gott spielen.“

3-D erfreut sich im Kino zunehmender Beliebtheit, vor allem aus dem Animationsfilm ist es kaum noch wegzudenken. Und weil DreamWorks Animation CEO Jeffrey Katzenberg die Richtung vorgegeben hat, dass das Studio zukünftig nur noch in 3-D produzieren wird, setzt DWA alles daran, die 3-D-Methode und damit auch seine 3-D-Filme immer weiter zu perfektionieren. Der Chef der Prävisualisierungsabteilung, Kent Seki, regt zur Diskussion an: „Könnte man einem Publikum von vor zwanzig Jahren einen Actionfilm von heute zeigen, würden die Zuschauer durchdrehen, weil der Filmschnitt so unglaublich schnell geworden ist und in den letzten Jahren so viele traditionelle Filmregeln gebrochen wurden. Uns bereiten diese Filme hingegen keine Verständnisprobleme, weil sich das heutige Publikum mitentwickelt und unter anderem an diese schnellen Schnittfolgen längst gewöhnt hat. Bei 3-D ist es genauso. In zehn Jahren wird es Filme geben, die könnte man uns heute nicht zeigen, weil wir gar nicht wüssten, wohin wir zuerst gucken sollen. Dank 3-D entwickeln wir gerade eine zusätzliche, neue Bildsprache. Es sind wirklich aufregende Zeiten für Filmemacher dank der Renaissance der 3-D-Technik.“

Dem kann der weltweit führende Stereoscopic Supervisor Phil Captain 3D McNally nur beipflichten. „3-D wird normal und 2-D-Filme einfach uninteressanter sein“, glaubt er. „Das ultimative Filmerlebnis wäre es doch, sich wie in einem fantastischen Traum zu fühlen. Wenn es uns gelänge, diesen Zustand im wirklichen Leben zu erzeugen, dann würden wir die Zuschauer an diesen Traumort versetzen, um unsere Geschichten zum Leben zu erwecken. Das wäre die ideale Erzählform, um Geschichten zu genießen.“

Dabei gehe es gar nicht um gewaltige Explosionen und epische Schlachten – McNally findet, dass sich die 3-D-Expertise bei Minion am besten auszahlt. „Minion hat buchstäblich ein Aquarium als Kopf, und jedes Mal, wenn man ihn ansieht, gibt es diese äußerst detaillierten Lichtbrechungen und Reflexionen. Das macht ihn für mich räumlich sehr interessant, als würde man durch eine Lupe sehen, mit seinen Kräuselungen, kleinen Wellen und Verzerrungen. Das ist wirklich etwas Besonderes.“

Von der Finesse des digitalen Filmemachens berauscht, die es erfordert, so eine Figur zu erschaffen, fühlten sich McNally und die anderen Künstler wie die Kinder im 3-D-Süßigkeitenladen – deshalb war zeitweise eine gewisse Selbstbeherrschung notwendig. Dazu David Lipton, Head of Effects: „Manchmal dachten wir, ob es nicht cool wäre, wenn dies oder das direkt in die Kamera fliegen würde? Doch dann mussten wir die Seherfahrungen berücksichtigen und aufpassen, dass wir es nicht übertreiben. Die erste Wahl war immer, die Aufmerksamkeit des Publikums nicht zu stören. Wenn etwas aus der Leinwand springt, bringt einen das schnell raus.“

Obwohl 2-D-Animation durchaus in der Lage ist, Charaktere und ihre Persönlichkeit perfekt zu gestalten und zu vermitteln, glaubt Phil McNally, dass 3-D die Möglichkeiten der Animation noch um ein Vielfaches vergrößert: „Animation erweckt die Figuren zum Leben. 3-D sorgt für eine zusätzliche Ebene. Selbst jetzt noch, nachdem ich schon an so vielen 3-D-DreamWorks-Produktionen mitgearbeitet habe, ist es ganz normal, dass wir völlig hingerissen sind, wenn wir Einstellungen das erste Mal in 3-D sehen. Es haut mich immer noch um, vor diesen Figuren zu stehen und dabei eine echte Präsenz zu spüren.“

Produzentin Denise Nolan Cascino sagt: „Ich glaube, Superheldenmythen sind seit jeher so populär, weil sie uns suggerieren, dass alles möglich ist. Und wir lieben diese fantastische Vorstellung. Wie wäre es, Superkräfte zu besitzen? Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, so ein Fantasy-Abenteuer zu erschaffen, aber ohne die ganzen düsteren Begleiterscheinungen einer Superhelden-Story. Bei MEGAMIND ist alles möglich und gleichzeitig lacht man sich schlapp.“

„MEGAMIND ist zu allererst ein schreiend komischer Film“, ergänzt Produzentin Lara Breay. „Aber er erzählt auch eine zu Herzen gehende Geschichte von Liebe und Erlösung, in der Will Ferrell, Brad Pitt, Tina Fey, Jonah Hill und David Cross trotzdem sehr viel in die Luft jagen. Sehr viel!

MEGAMIND war für alle Beteiligten etwas Besonderes, weil es der komplexeste und technisch anspruchsvollste Film ist, an dem wir bislang gearbeitet haben. Was mussten wir nicht alles überwinden, um die Story in dieser epischen und explosiven Form auf die Leinwand zu bringen! Aber den Zuschauern darf das natürlich herzlich egal sein. Sie wollen einfach eine atemberaubende Geschichte sehen, und zumindest was das betrifft, hoffe ich, dass sie bei uns zufrieden sein werden.“

„Letztlich läuft die Story von MEGAMIND auf Erlösung hinaus“, sagt Regisseur Tom McGrath abschließend. „Der Film sagt eigentlich aus: Egal, was dich im Leben erwartet und wie viel Mist du gebaut hat, es ist nie zu spät, die richtigen Entscheidungen zu treffen. MEGAMIND findet schließlich seine wahre Bestimmung und wird genau der Superheld von Metro City, den die Stadt niemals wirklich hatte. Er braucht zwar ein bisschen Anlauf, aber letztlich kriegt er es hin.“

News und Stories

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