Mary & Max, oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Mary & Max"

Kino.de Redaktion  

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Der Regisseur über den Film

MARY & MAX ist mein fünfter Knetanimationsfilm. Bisher befassten sich meine Filme mit dem Leben einzelner Personen, aber MARY & MAX handelt gleich von zwei Biographien. Diesen Film betrachte ich als meinen dritten entscheidenden Entwicklungssprung während der letzten zehn Jahre.

Die Trilogie UNCLE, COUSIN und BROTHER ähneln sich in Stil, Struktur und Ausführung. Mit diesen Filmen wollte ich skurrile, knappe und statische Lebenswege darstellen, also Minibiographien, um dem Publikum die Einzigartigkeit 'gewöhnlicher' Leute nahe zu bringen.

Der nächste Film, HARVIE KRUMPET, war nicht nur in seiner Laufzeit länger, er hat auch die gründliche Untersuchung des Lebens einer Person zum Thema. Dies ließ die Produktion aufwändiger, die Animation dynamischer und die Struktur der Handlung komplexer werden. Mit HARVIE wollte ich dennoch meinen einfachen optischen Stil beibehalten und die Geschichte wieder von einem Erzähler vortragen lassen. Und auch in dieser Geschichte geht es wieder um Verschiedenheit, Akzeptanz und Einsamkeit.

Mit MARY & MAX hoffe ich, meinen visuellen Stil beibehalten zu haben, wobei ich aber die Handlung dynamischer gestaltete, um den Zuschauer über die längere Spieldauer in Spannung zu halten. Auch dieser Film handelt von Anerkennung und Liebe, die sich über Andersartigkeit hinwegsetzt. Wie immer gibt es einen Erzähler, den wunderbaren Barry Humphries (in der deutschen Fassung: Boris Aljinovic), doch diesmal gibt es auch noch die Stimmen der beiden Hauptdarsteller, Mary (Toni Collette/ in der deutschen Fassung Gundi Eberhard) und Max (Philip Seymour Hoffman/ in der deutschen Fassung Helmut Krauss).

Ich habe mich immer vor übertriebener Selbstanalyse gehütet, das würde meine Arbeit als nach Richtlinien konstruiert erscheinen lassen. Ich schreibe aus dem Herzen, und wünsche mir, dass das Publikum auf mitfühlende Art und Weise daran Anteil nimmt. Ich schreibe nicht für ein bestimmtes Nischenpublikum. Vielmehr versuche ich, universell gültige Geschichten zu erzählen. Ich stelle mir vor, eine Lebensgeschichte vor einer riesigen Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen aus vielen Ländern zu erzählen, die sich alle um ein riesiges Lagerfeuer scharen. Ich versuche jeden Einzelnen in den Bann des Geschehens zu ziehen, indem ich die Erzählung mit einer Prise Humor und Melancholie würze. Komödie und Tragödie sollten ausgewogen zusammengestellt werden, Humor und Pathos patent zu mischen. Mit meinen Filmen möchte ich ALLE Sinne aufrütteln, nicht nur die Augen und Ohren! Ich sehe meine Aufgabe darin, 'das Publikum auf einer Matrix sensorischer Stimulanz zu bereichern.'

Ich finde es schwierig, MARY & MAX mit anderen Filmen zu vergleichen, weil ich keinen Animationsfilm kenne, der meinem ähnelt. Eigentlich hat MARY & MAX eher mit Spielfilmen wie 84 CHARING CROSS ROAD, ABOUT SCHMIDT etwas gemeinsam als mit anderen Animationsfilmen.

Mein kreatives Erzählen wurde hauptsächlich von anderen Kunstformen beeinflusst. So inspirierten mich die Portraits der Fotografin Diane Arbus, der Komiker und Charakterdarsteller Barry Humphries und der Karikaturist und Philosoph Michael Leunig.

Ich sehe in jedem neuen Film eine leere Leinwand, die es mit originellen, starken und oft auch tabuisierten Inhalten zu füllen gilt. Deshalb hoffe ich, dass MARY & MAX Grenzen sprengt und dem Publikum etwas erfrischend Anderes bietet, etwas, das die Welt der Animation bislang noch nicht geboten hat.

Der Film hat viele dunkle Momente. Da gibt es eine Menge 'Schwarz' in der Farbpalette, die die Stimmung des Films bestimmt. Zwei Welten werden gleichzeitig dargestellt: Marys Umfeld, eine australische Vorstadt und Max‘ Häuserschluchten von New York City. Marys Welt ist in Brauntönen gehalten, die von Max in Tönen von Schwarz, Weiß und Grau. Für beide Welten wird stellenweise nach Rot gegriffen, um gewisse Objekte symbolisch hervorzuheben. Ich bemühe mich immer um minimale Farbvariation. Damit entsteht ein fester optischer Stil, im Gegensatz zu der verdrehten und clownesken Farbwelt der meisten Trickfilme.

Schließlich hat MARY & MAX weitaus mehr dynamische Kamerabewegungen als meine früheren Filme. Das verdanke ich der Mitarbeit des Kameramanns Gerald Thompson und seiner genialen Bewegungssteuerung. Mit der fließenden und nahtlosen Kameraführung und dem Beleuchtungsdesign machte Gerald diese Welten viel realistischer, als dies in herkömmlichen Animationsfilmen der Fall ist. Er brachte Techniken des Spielfilms zur Anwendung und schuf damit eine einzigartige Ästhetik.

Warum diese Geschichte?

Max ist meinem Brieffreund in New York frei nachempfunden, dem ich mehr als zwanzig Jahre schrieb. Er ist eine wirklich interessante Person, und die Kreation dieses Films ist eine Hommage an ihn und den archetypischen Underdog, auf den das Kinopublikum weltweit immer wieder trifft. Wie Max leidet auch er an Asperger, und ich habe das Syndrom gründlich recherchiert. Ich möchte dem Publikum nicht nur die Welt der Aspies, wie sie salopp genannt werden, vorstellen, sondern auch mit den vielen Missverständnisse aufräumen, die selbst unter sogenannten Experten vorherrschen.

Viele Leute sagen, dass sie sich anders fühlen als die Anderen, dass sie irgendwie nicht reinpassen, und ich bin einer von ihnen. Selbst mit all den Erfolgen und Anerkennungen, die mir meine Filme einbrachten, fühle ich mich oft einsam und nicht im Einklang mit dem Rest der Welt. Häufig bin ich traurig, fühle mich verfolgt und unsicher. Ich finde die Welt oft ungerecht. Ich kann mich ohne weiteres in die Erfolglosen, Missachteten, Ausgegrenzten und Melancholiker hineinversetzen. Ich fühle mich einfach zu solchen Menschen und ihren Geschichte hingezogen. Ich finde Menschen generell faszinierend, die ganz gewöhnlichen aber auch die Exzentriker. Denen möchte ich etwas erzählen, und deren Geschichte möchte ich hören und auf der großen Leinwand sehen.

Und ich WEISS, das Publikum will auch Geschichten über die Verschiedenheit unserer Mitmenschen sehen. Das wurde mir tausendfach bestätigt. In meiner Diele steht eine Kiste mit hunderten von Zeitungsausschnitten, Emails und Briefen, die sich auf meine Arbeit beziehen. Fast täglich erhalten wir Fanpost, und das nicht erst seit der Auszeichnung mit dem Oscar®. Wir bekommen ergreifende Briefe von Leuten, die an Tourette Syndrom, Alzheimer und Depressionen leiden. Diese Briefe werden von Jung und Alt geschrieben, sie kommen aus Schweden oder Tokio. Wer immer die Filme auf der großen Leinwand gesehen hat, oder im Flieger, auf einem Filmfestival, im Internet oder selbst auf dem Handy, sie alle sagen, dass sie die Filme berührt haben. Bei einigen veränderte es das Leben, bei anderen nahm es etwas Druck aus dem Alltag.

Beispielsweise rief mich vergangene Woche eine Frau an und sagte, ihre beste Freundin hätte sich in ihren letzten Stunden HARVIE KRUMPET immer und immer wieder angeschaut, bevor sie an Krebs starb. Oft bin ich den Tränen nahe, und ich werde fortwährend an die Kraft des Erzählens erinnert. Dann fühle ich mich von der Reaktion der Menschen tief beschämt, und zugleich bin ich glücklich über die Möglichkeit, in ihrem Leben etwas bewirken zu können.

Ich beabsichtige nicht, mit meinen Filmen solche Reaktionen auszulösen. Es geschieht einfach so, jeden Tag, ungewollt. Manchmal sage ich mir, am liebsten würde ich die Filme gratis zugänglich machen. Wenn ich unter den Zuschauern sitze und sehe, wie etwas, woran ich mit Leib und Seele gearbeitet habe, nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch bewegt und Trost spendet – das ist ein unbezahlbares Gefühl. Vor einiger Zeit wurde mir klar, dass es ein wunderbares Privileg ist, bei den Mitmenschen etwas Positives zu bewirken.

Wer weiß, vielleicht entstehen meine Filme aus reinem Egoismus. Wie auch immer, ich bleibe bis auf weiteres bei meiner Knetmasse. Das ist eine zeitraubende und aufwändige Beschäftigung, doch das scheint nun mal mein Los zu sein.

Die Produktion über den Film

Als seine Produzentin und langjährige Kreativmitarbeiterin werde ich oft um meine Meinung gebeten. Was ich als durchgehendes Muster in allen Werken von Adam Elliot erkenne, ist die Akzeptanz von Andersartigkeit.

Es ist wohl eine universelle Binsenweisheit, dass wir uns alle nach Anerkennung und Liebe sehnen, aber auch, dass wir alle verschieden sind. Wenn sich also jemand für die Andersartigkeit anderer Personen öffnet, dann bietet das fesselnden und aussagekräftigen Stoff für einen Film.

Adams Stimme als Autor ist unschuldig, aber nicht naiv. Wie ein Kind, das auf einen Behinderten zeigt und ruft „der Mann hat keine Beine“, sorgt auch Adam für Betretenheit unter denen, die wissen, ‚was sich schickt‘. Aber seine Beobachtungen und Fragen sind zutreffend, ehrlich und nicht mit Werturteilen behaftet.

Nachdem ich den Film COUSIN gesehen hatte, wollte ich mit Adam zusammen arbeiten. Noch nie hatte ich einen so außergewöhnlich ehrlichen Film über Behinderung gesehen. Der Film drückte nicht nur deutlich aus, was für ihn als Kind zerebrale Kinderlähmung zu sein schien, sondern auch, wie irritierend Andersartigkeit sein kann, wie schwierig es ist, damit fertig zu werden.

Ich glaube, das ist der Schlüssel zu Adams Arbeit. Mitunter fällt es schwer, offen, nett und entgegenkommend zu sein. Die Andersartigkeit eines Menschen gelten zu lassen, ist nicht immer einfach, aber lohnenswert. In der Tat gibt es einem sehr viel.

Ich glaube, alle Künstler träumen davon, dass sie in den Köpfen und Herzen derer, die sich mit ihnen befassen, etwas zum Vorteil bewirken. Jedenfalls hoffen wir das.

Die Personen: Marys Welt

Mary Daisy Dinkle.

Mary ist acht Jahre, drei Monate und neun Tage alt. Sie hat Augen in der Farbe schmutziger Pfützen und ein kackafarbenes Muttermal. Ihre Lieblingsfarbe ist Braun, und ihre Lieblingsspeise ist gezuckerte Kondensmilch, dicht gefolgt von Schokolade. Sie bastelt Halsketten aus Chipstüten, die sie im Ofen schrumpft, und das tägliche Leben verläuft nach der jeweiligen Farbe ihres Stimmungsrings. Mary hätte gerne einen echten Freund, einen, der nicht aus Muscheln, Zweigen oder Fischgräten geformt ist.

Noel Norman Dinkle.

Noel arbeitet in einer Fabrik, wo er Schnüre an Teebeutel heftet. Sein Wochenend-Hobby ist das Ausstopfen von toten Vögeln, die er am Straßenrand findet. Sein geheimer Wunsch ist es, sich als Rentner einen Metalldetektor zuzulegen und Schätze aufzuspüren. Am liebsten trägt er cremefarbene Safarianzüge, und in der Gartenlaube nimmt er schon mal ein Gläschen Baileys Irish Cream zu sich. Noel kann sich nur noch acht kümmerliche Strähnen quer über die Glatze kämmen.

Vera Lorraine Dinkle.

Vera ist süchtig nach billigem Sherry, Radioreportagen über Cricket, Backen und Ladendiebstahl. Sie wäre gerne Bluessängerin, doch das ist ihr Geheimnis. Sie raucht Alpine Light und trägt weichgegerbte Mokassins. Einmal klebte eine Packung tiefgefrorener Fischstäbchen an ihrem BH.

Len Graham Hislop.

Len ist Kriegsveteran. Er hat keine Beine, die wurden von Piranhas abgeknabbert. Sein kostbarster Besitz ist ein Collingwood-Fußballkäppi. Len leidet an Agoraphobie, was sich dramatisch verschlimmerte, seit neulich der Eismann mit dem Lieferwagen seinen Briefkasten niederwalzte.

Ralph Keith Dinkle, (Opi Ralph).

Ralph ist Marys Großvater, er wurde in einer Scheune in den Boroniabergen geboren. Er riecht wie eingelegte Zwiebeln, und sein größtes Vergnügen ist es, mitten im Winter vom Hafendamm in Frankston ins eiskalte Wasser zu springen, was seine Brustwarzen erigieren lässt. Sein Problem sind die Haare, die ihm üppig aus Nase und Ohren sprießen.

Damian Cyril Popodopolous.

Damian ist Marys Nachbar, seit langem das Objekt ihrer Sehnsucht. Er riecht nach Zitronenspüli, und seine Haut ist zarter als die Rückseite eines Löffels. Er stottert fürchterlich, und er liebt es, Mutters Rosen zu gießen, die Boy George und Weiße Trikkotage heißen. Wenn er groß ist, möchte er Schauspieler werden, oder beim Konditor die Torten verzieren.

Die Personen: Die Welt von Max

Max Jerry Horowitz.

Max ist ein dreihundertfünfzig Pfund schwerer Atheist jüdischer Provenienz, lebt in New York, leidet am Asperger-Syndrom und einer unstillbaren Gier nach Schokoladen-Hotdogs. Außerdem spielt er leidenschaftlich gern die New Yorker Lotterie und verschlingt jede Ausgabe des National Geographic. Er hat acht Trainingsanzüge, die alle schwarz sind, und er ist so groß wie ein 1,80 m hoher Baum. Max hätte gerne einen Freund, einen, der nicht unsichtbar ist, er liebt Haustiere und Gummifigürchen.

Ivy Ruby Bevan.

Ivy wohnt nebenan, auch sie ist Atheistin, und ihr Gesicht ist faltiger als der Hintern eines Elefanten. Sie ist fast blind und nur noch sehr spärlich behaart.

Ihr geheimer Wunsch ist ein Pauschalflug, irgendeiner, und sich eine Gesichtsbehandlung mit Kaviar leisten zu können. Ivy kocht gerne Suppen und unterzieht sich regelmäßigen Darmspülungen, weil sie glaubt, das würde sie um Jahrzehnte verjüngen.

Doktor Bernard Hector Hazelhoff.

Doktor Bernard Hector Hazelhoff ist Max‘ Psychiater, manchmal auch sein Aerobiclehrer. Er machte Rubicks Würfel in Amerika bekannt, und es ist sein unerschütterliches Credo, man solle nie schwerer sein als sein Kühlschrank, und man solle nichts essen, was größer ist als sein Kopf. Neulich sagte er, Max‘ seltsame Persönlichkeit sei eine unheilbare Behinderung, Asperger Syndrom genannt.

Mister Alfonso Ravioli.

Mr. Alfonso Ravioli ist Max‘ unsichtbarer Freund, der auf einem hölzernen Stuhl in einer Wohnungsecke hockt. Er liest leidenschaftlich gerne Selbsthilfeliteratur und plant, Max für immer zu verlassen und auf Weltreise zu gehen. An regnerischen Tagen hört er klassische Musik und raucht Zigarren.

Marjorie Hyacinth Buttersworth.

Marjorie ist in derselben Weightwatchers-Gruppe wie Max, den sie ganz für sich haben will. Sie ist süchtig nach Heidelbeer-Twinkies, fehlt auf keiner Friedens-Demo, liebt parfümierte Kerzen, und belästigt Männer im Aufzug.

Mu der Kater.

Mu ist die Kurzform von Mundgeruch, der sein Markenzeichen ist. Er lief Max zu, nachdem ihm eine Jugendbande mit einer Luftpistole ein Auge ausgeschossen hatte. Mu genießt die Geborgenheit und den Ausblick auf New York. Vor kurzem fraß er den Zierfisch Henry den 28.

Mister Biscuit.

Mister Biscuit ist der Papagei, er knabbert gerne leicht-salzige Cracker, liebt Sonnenuntergänge und, wenn Max mal nicht hinschaut, liest er das National Geographic. Er leidet an der Zwangsvorstellung, man würde ihn beim Fressen beobachten.

Produktionsnotizen

MARY & MAX ist eine 92-minütige Knetanimation, die den Weg vom Skript bis zur Leinwand in fast fünfjähriger Arbeit zurücklegte. Es ist der zweite in Australien produzierte Stopmotion-Knetfilm. (Der erste war $9.99)

Fünfzig Leute waren über ein Jahr mit den Filmaufnahmen beschäftigt, wobei sie im Durchschnitt etwa zweieinhalb Minuten Animation pro Woche schafften. Jeder der sechs Knetanimatoren kreierte täglich 4 Sekunden Film.

Der Film hat ungefähr 132.480 Einzelbilder, die mit sechs hochauflösenden Canon Digitalkameras aufgenommen wurden.

Es gab zehn Animationsstufen, mit denen sich ein siebenköpfiges Kamerateam befasste.

Adam Elliot schrieb nicht nur das Drehbuch und führte Regie, er war auch der Production Designer und entwarf alle Figuren.

Adam wurde von den Schwarz-Weiß-Portraits der New Yorker Fotografin Diane Arbus inspiriert, auch ihr Thema waren soziale Randgruppen. Eine der Figuren, die bei der Eröffnungsmontage von New York kurz gezeigt werden, ist Diana Arbus nachempfunden, sie schaut aus einem Fenster.

Adam zeichnete auch die Schriftzüge für verschiedene Dinge, wie Etiketten von Minibierflaschen, Straßenschilder, und viele von den Briefen, die Mary und Max austauschen. Das Design der Kulissen- und Requisitenkonzepte ist die Kreation der Firma Square i. Sie saß wochenlang an dem zeichnerischen Entwurf eines jeden Teils, was dann in der Werkstatt handgeformt und zusammengebaut wurde.

Die 212 Figuren des Films wurden aus unterschiedlichen Polymeren, Tonen, Kunststoffen und Metallteilen hergestellt. Die komplizierten Figuren wurden mit Kugelgelenken ausgestattet. Von den Hauptfiguren gab es bis zu einem Dutzend verschiedener Ausführungen.

Für den Film wurden 133 verschiedene Sets gebaut. Schauplätze der Handlung sind ein Vorort in Australien und die Millionenmetropole New York, mit verschiedenen Farbpaletten – Braun für Australien, Grau für Amerika. Die Verschiedenheit und Komplexität der Sets war extrem, sie reichte von einer Wüsteninsel bis hinauf in den Schokoladenhimmel. Das New Yorker Großstadtpanorama war die größte und zeitaufwändigste Herausforderung. Die ganze Werkstatt mit ihren 20 Mitarbeitern verbrachte zwei Monate mit der Ausführung.

475 Miniaturrequisiten mussten geformt werden, vom mundgeblasenen Miniweinglas, bis zu einer funktionsfähigen Underwood-Schreibmaschine. Design und Ausführung der Schreibmaschine dauerten 9 Wochen.

Um den Figuren Sprechbewegungen und Gesichtsausdruck zu verleihen, mussten sie mit auswechselbaren Mundpartien aus Knetmasse ausgestattet werden, die für jedes Einzelbild herausgenommen und durch ein anderes Teil ersetzt werden mussten. Für 1.026 Mundpartien wurde geschmolzenes Plastilin in Gummiformen gegossen. Max hatte mehr als 30 Münder, um zu sprechen und seine Emotionen ausdrücken zu können.

886 Plastilinhände mit Drahtskeletten und Gelenken wurden gegossen und bearbeitet.

394 individuelle Pupillen von der Durchschnittsgröße eines Marienkäfers wurden in Handarbeit hergestellt, und ein weißglänzender Punkt wurde aufgemalt.

147 maßgeschneiderte Kostüme wurden von unseren beiden Kostümdesignern kreiert. Marys Hochzeitskleid war dem von Lady Diana nachempfunden, und Ivys Springeranzug war nach dem Springeranzug der Mutter von Fotografin Annie Leibowitz modelliert.

38 winzige Glühbirnen mussten entworfen, gebaut, verdrahtet und beleuchtet werden. Sie wurden für alles Mögliche gebraucht, beispielsweise Stehlampen oder die Scheinwerfer des Eiscremeautos.

808 Schächtelchen für Earl-Grey-Teebeutel wurden ausgeschnitten, gefaltet, geklebt und mit Airbrush bemalt. Irgendwann mal waren wir alle, von der Produzentin bis zum Boten, mit dem Basteln von Teebeutelschächtelchen beschäftigt.

Für die vielen Figuren, Kulissen und Requisiten wurden 632 Gummiformen benötigt. Vom Augapfel bis zum Fußbodenbrett musste alles in Formen gegossen werden.

120 Noblets wurden hergestellt. Den Bildnern wurde viel freie Hand gewährt, mit dem Ergebnis, dass einige nicht ganz salonfähige Kreationen dabei heraus kamen!

73 kg Plastilin wurde zu Mündern, Händen und den Protoplastiken der Puppen geformt. Die Mischung jeder Charge von Plastilin musste in Farbton, Textur, Konsistenz und Schmelzpunkt genau abgestimmt werden.

12 Liter (= 2.400 Teelöffel) flüssiges Sexgleitmittel wurde zu Tränen oder auch reißenden Urwaldflüssen verarbeitet. Unser Laufbursche war überhaupt nicht glücklich, wenn er wieder einmal in der Apotheke geschickt wurde, um einen dringend benötigten Karton Gleitmittel zu besorgen.

Um das Team bei Laune zu halten, verarbeitete unser Koch 260 kg Tomaten, 280 kg Kaffeebohnen und 2.600 l Milch. Über 7.800 Muffins wurden verspeist, wovon 5.236 auf den Regisseur entfielen, heißt es.

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