Filmhandlung und Hintergrund

Verfilmung der Geschichte von Marco Weiss, der acht Monate in einem türkischen Gefängnis verbrachte, weil er angeblich eine minderjährige Engländerin vergewaltigte.

Marco W. hat gemeinsam mit seinen Eltern einen unbeschwerten Urlaub an der türkischen Riviera genossen. Doch kurz vor der Abreise geschieht das Unfassbare. Der 17-Jährige wird am letzten Urlaubstag verhaftet. Er soll eine minderjährige Britin vergewaltigt haben. Marco W. muss ins Gefängnis. Immer wieder steht er vor Gericht, immer wieder wird ein Urteil vertagt. Erst nach 247 zermürbenden Tagen, die Marco unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem türkischen Gefängnis verbringt, darf er wieder nach Deutschland und zu seiner Familie zurück.

Bilderstrecke starten(13 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

5,0
1 Bewertung
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis: Verfilmung der Geschichte von Marco Weiss, der acht Monate in einem türkischen Gefängnis verbrachte, weil er angeblich eine minderjährige Engländerin vergewaltigte.

    Die Schlagzeilen sind noch gut in Erinnerung: Acht Monate schmorte ein junger Deutscher in türkischen Gefängnissen, weil er angeblich eine minderjährige Engländerin vergewaltigt haben sollte. Sat.1 und Zeitsprung haben aus Marcos Erlebnissen einen sehenswerten Film gemacht.

    Das Drehbuch von Johannes Betz („Der Tunnel“, „Hindenburg“) hält sich eng an die Vorlage, in der Marco Weiss seine Haft beschrieben hat. Unter der Regie von Oliver Dommenget ist ein Film entstanden, der mit einem erstaunlich niedrigen Kolportage-Anteil auskommt, auch wenn die Inszenierung der Haftbedingungen lebhaft an den ganz ähnlichen Sat.1- Zweiteiler „Für immer verloren“ (2003) erinnert. Auch Marcos Geschichte hätte den üblichen Rahmen gesprengt. Die Länge von 110 Minuten ist völlig angemessen. Obwohl nach dem Prolog im Grunde nicht mehr viel passiert, vermeiden Buch und Regie jeden Leerlauf. Der Film konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Schauplätze: das Gefängnis, den Gerichtssaal und das Haus von Familie Weiss, wobei die Knastszenen naturgemäß am bedrückendsten sind. Bei der Bildgestaltung haben Dommenget und sein Kameramann Georgij Pestov konsequent auf alles verzichtet, was Marcos Aufenthalt in dieser Vorhölle auch nur im geringsten menschenwürdig erscheinen lassen könnte. Die Aufnahmen sind kühl und düster, Farben fehlen fast völlig, Gemäuer und Einrichtung sind völlig runtergekommen, die hygienischen Zustände katastrophal und die Mitgefangenen Schwerverbrecher, denen man nicht auf einer einsamen Straße begegnen möchte. Gefühle zeigt einzig Abdullah (Bülent Sharif), der später prompt der Homosexualität bezichtigt und furchtbar verprügelt wird; ein offenbar unverzichtbares Versatzstück des modernen Gefängnisfilms. Immerhin gibt es keine Vergewaltigung. Veronica Ferres und Herbert Knaup spielen die Eltern routiniert und verkörpern ihre Hilflosigkeit und Verzweiflung überzeugend verkörpern. Herausragend ist die Leistung des jungen Vladimir Burlakov. Gerade in den diffizilen gefühlvollen Szenen, die bei übertriebener Interpretation leicht ins Kitschige abgleiten können, wirkt Burlakov erstaunlich souverän. Er knüpft damit nahtlos an die Leistung in Dominik Grafs Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ sowie vor allem seine Verkörperung des deutschrussischen Mafioso in dem Drama „Schurkenstück“ an. Enorm zur Authentizität des Films trägt auch die Fremdsprachlichkeit bei. Während in öffentlich-rechtlichen Auslandsgeschichten grundsätzlich alle Einheimischen fließend deutsch sprechen, wirkt die Rechtsprechung der türkischen Justiz erst recht willkürlich und ignorant, weil Familie Weiss kein Wort versteht. Nur so kann Betz auch auf einen Übersetzungsfehler in der ersten Anhörung hinweisen, der für den weiteren Verlauf der Anklage fatale Folgen hatte. tpg.

News und Stories

  • Sat.1 sichert sich Primetime-Sieg mit "Marco W."

    Der Sender Sat.1 konnte sich am Dienstagabend mit dem TV-Film „Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis“ klar den Primetime-Sieg in der Zielgruppe sichern. Beim Gesamtpublikum musste sich der Film jedoch gegen die starken ARD-Serien geschlagen geben. 2,51 Millionen der 14- bis 49-jährigen Zuschauer schalteten ein, was in der Zielgruppe einem Marktanteil von tollen 20,3 Prozent entsprach. Dagegen mussten sich sogar...

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Sat.1 präsentiert TV-Film "Marco W." mit Veronica Ferres

    Am Dienstagabend, 22. März 2011, präsentiert der Sender Sat.1 um 20.15 Uhr den eigenproduzierten TV-Film „Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis“ mit Veronica Ferres in der Hauptrolle. Der Sat.1-Film beruht auf wahren Ereignissen: Der damals 17-jährige Marco W. wurde 2007 in der Türkei wegen angeblichem sexuellen Missbrauch einer 13-jährigen Britin verhaftet und verbrachte 247 Tage im Gefängnis. Der Sender...

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Sat.1 verfilmt Marco Weiss-Geschichte mit Veronica Ferres

    Der letzte Urlaubstag 2007 in der Türkei veränderte das Leben von Marco Weiss und seiner Familie für immer. Der damals 17-Jährige wurde kurz vor der Abreise verhaftet und verbrachte 247 Tage in Untersuchungshaft, denn die Mutter einer 13-jährigen Britin hatte ihn wegen angeblichem sexuellen Missbrauchs ihrer Tochter angezeigt. Der Sender Sat.1 verfilmt nun dieses Schicksal mit dem Film „247 Tage“. In den Hauptrollen...

    Ehemalige BEM-Accounts  

Kommentare