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Marabus

Kinostart: 12.10.2000

Filmhandlung und Hintergrund

Groteske Gesellschaftssatire und Panoptikum skurriler Figuren in dem die Reichen arm und die Armen reich sein wollen.

Madame ist eine vielbeschäftigte Geschäftsfrau, die nur mit dem hauseigenen Hubschrauber unterwegs ist und Gartenpartys organisiert. Der Herr des Hauses liebt Wein, seinen Hund und seine Modelleisenbahn, während der Sohnemann inkognito als Tellerwäscher arbeitet. Das ungewöhnlichste Haustier der reichen Familie ist ein Marabu, der die Bediensteten verschreckt.

Darsteller und Crew

  • Niko Tarielashvili
    Niko Tarielashvili
  • Lily Lavina
    Lily Lavina
  • Philippe Bas
    Philippe Bas
  • Stephanie Hainque
    Stephanie Hainque
  • Mirabelle Kirkland
    Mirabelle Kirkland
  • Amiran Amiranaschwili
    Amiran Amiranaschwili
  • Joachim Salinger
    Joachim Salinger
  • Emmanuel de Chauvigny
    Emmanuel de Chauvigny
  • Otar Iosseliani
    Otar Iosseliani
  • Martine Marignac
    Martine Marignac
  • William Lubtchansky
    William Lubtchansky
  • Ewa Lenkiewicz
    Ewa Lenkiewicz
  • Nikolos Surabischwili
    Nikolos Surabischwili

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Marabus: Groteske Gesellschaftssatire und Panoptikum skurriler Figuren in dem die Reichen arm und die Armen reich sein wollen.

    Der georgische Regisseur und Wahl-Pariser Otar Iosseliani macht seit gut drei Jahrzehnten konsequent seine Filme, ohne sich um Trends oder Mainstream zu scheren. Seine phantastischen, immer ein wenig surrealen, erfindungsreichen, witzigen Geschichten handeln von Menschen, die sich den Regeln der etablierten Gesellschaft gern widersetzen, sich nicht so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird. „Marabus“ ist so ein Film, in dem so mancher nicht das ist, was er zu sein scheint, weil das Leben nur scheinbar lustig, in Wirklichkeit traurig ist. Was den Film nicht daran hindert, eine brillante schlitzohrige Komödie zu sein für ein Publikum, das Spaß an intelligent amüsanter Unterhaltung jenseits der Sitcoms findet.

    Schauplatz von „Marabus“ ist das heutige Paris, in dem erfreulicherweise nach wie vor Lebensraum und Ambiente ist für Herumtreiber, Lebenskünstler, Eigenbrötler und jede Menge anderer bizarrer Typen. Und wenn es sie nicht gäbe, würde Otar Iosseliani sie erfinden. In seinem Film, zu dem er auch das Drehbuch schrieb, geht es daher auch ziemlich turbulent zu, was das Sein und Schein der Menschen anbetrifft, die wirkliche und die erträumte Identität, Wohlstand oder Armut. Nicolas ist knapp 20 und der älteste Sohn einer wohlhabenden Familie, in der die Mutter eine herrische Geschäftsfrau und der Vater (von Iosseliani selbst gespielt) ein glücklicher Trinker ist. Nicolas möchte lieber arm sein, freundet sich mit Obdachlosen und Vagabunden an, zieht als Fensterputzer und Geschirrspüler durchs Viertel. Er verliebt sich in die Tochter des Bistrowirts, die nicht an ihm interessiert ist, weil sie nicht ahnt, welch reiches Bürschchen sich hinter den unauffälligen Klamotten verbirgt..

    Iosseliani lässt seinen Anarcho-Gedanken freien Lauf und geht mit Spielermentalität dem alten Menschheits-Begehren nach, mit dem sich die ewig Unzufriedenen genau das wünschen, was sie nicht haben, und immer exakt das sein wollen, was sie nicht sind. So wird Gaston, das Gegenteil von Nicolas, es im Leben zu etwas bringen, weil er pragmatisch auf sein Ziel zugeht, indem er sich wie ein Reicher kleidet, auf der gemieteten Harley Davidson die bourgeoisen Mädchen anmacht und ganz realistisch auf die Tochter und Erbin der Bistrowirts setzt, die ihn für einen smarten Geldsack hält.

    So amüsant der Film anzuschauen ist, so komödiantisch sein Erzählton, so täuscht er doch bei allem Aberwitz absurder Situationen nicht über eine tiefe Melancholie und den spürbaren Hauch von sanftem Pessimismus des Autors hinweg. Man muss kämpfen, mogeln, lügen, hart arbeiten, um einen Platz auf der Sonnenseite des Lebens abzukriegen, sagt Iosseliani mit diesem Film und tut dies wunderbar unpädagogisch mit seiner schon fast orientalistischen Fabulierkraft und einem abgehoben schrägen Gleichnis über den Zustand unserer Welt, wie es pfiffiger und widerspenstiger kaum sein kann. Auf eine besondere, phantasievoll anarchische Art ist für Iosseliani das Leben ein Baustelle. Nicht nur in Paris. fh.

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