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Mal was anderes?

Kinostart: 07.04.2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Launige Mischung aus romantischer Komödie und Gesellschaftssatire, die den italienischen Politikbetrieb aufs Korn nimmt.

In der italienischen Politik geht nichts ohne die richtigen Beziehungen und eine besondere Interpretation von Recht. Das bekommt auch der naive Piero zu spüren, der in einer norditalienischen Stadt als Nachwuchskraft im verlogenen Parteibetrieb dient. Die abgebrühten Funktionäre spannen den leichtgläubigen Piero vor den Wahlkampfkarren, doch nicht um ihn, sondern Adele, die eigentliche Gegenkandidatin zum Bürgermeister, nach vorn zu bringen. Doch der Plan misslingt, und Piero wird plötzlich zum Favoriten.

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Kritikerrezensionen

  • Mal was anderes?: Launige Mischung aus romantischer Komödie und Gesellschaftssatire, die den italienischen Politikbetrieb aufs Korn nimmt.

    Italienische Feel-Good-Beziehungskomödie um einen schwulen Nachwuchspolitiker, der mitten im Wahlkampf mit einer Kollegin eine Affäre beginnt.

    Seit den Tagen von „Don Camillo und Peppone“ hat sich in Bella Italia offenbar nicht viel geändert, außer, dass man heute den Bunga-Bunga tanzt. Die Berlusconisierung des Landes bleibt verschlüsselt, Zielscheibe des Spottes sind inkompetente Allüren erzkonservativer Lokalpolitiker, die spätestens dann Nebensache werden, wenn sich die heiteren Beziehungs-Turbulenzen aufstauen und eine progressive romantische Komödie aufblüht, die ihre „Männer al dente“ serviert.

    So spielen auch Ferzan Ozpeteks Stammschauspieler Luca Argentero und Filippo Nigro die Hauptrollen als Homo-Pärchen Piero und Remo, das unter die Räder der Politik gerät. Piero ist naive Nachwuchskraft im verlogenen Parteibetrieb einer norditalienischen Stadt, wo geklüngelt wird, als sei man der CSU-Stammtisch. Also spannen die zynisch abgebrühten Funktionäre den scheinbar leicht zu manipulierenden Idioten vor den parteiinternen Wahlkampfkarren, um Adele (Claudia Gerini aus „Die Unbekannte“), die eigentliche Gegenkandidatin zum Bürgermeister, zu schützen. Doch der Plan misslingt und Piero wird zum Favoriten. Womit er sich bei der homophoben Machtelite Todfeinde schafft, allen voran seine Kontrahentin Adele, Spitzname: Frau Dobermann.

    Wie es Piero schafft, die Zicke zu zähmen und eine Feindschaft in Zuneigung zu verwandeln, ist eine Unwahrscheinlichkeit, die der erfahrene Regieassistent Umberto Carteni in seinem launigen Debüt nicht überzeugend löst. Doch ist unbedingter Realismus auch nicht der Motor, sondern vielmehr warmherzige Unterhaltung mit Stil; und die gelingt ihm: Mokiert er sich zunächst satirisch über das stupide Gebaren von Betonmauern einweihenden Bürgermeistern, schickt er im Anschluss einen Idealisten ins Haifischbecken. Nun beginnt eine Umarmungstaktik, die eiskalte Biester als sexuell ausgehungerte Scheidungsopfer enttarnt, auf dass man sich nach Screwball-Manier heftig ineinander verguckt.

    Diese Affäre stürzt beide ins emotionale Chaos und lässt ihr eilig errichtetes Lügengebäude naturgemäß wie ein Kartenhaus in sich einstürzen, was Gefühle statt Ideologien aufs Trapez bringt. Damit bringt Carteni sein Thema Familie als Ménage à trois auf den Punkt, feiert ein bisexuelles Coming-out als Liebesgeständnis an die Patchwork-Familie, die das katholisch-konservative Land umkrempelt - mit groovigem Soul von James Brown über Aretha Franklin bis Amy Winehouse. tk.

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