Filmhandlung und Hintergrund

Unterhaltsame und lehrreiche Dokumentation über Kaiser Wilhelm II., den zu seiner Zeit meistfotografierten Mann der Erde.

Der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., ist beseelt von der Idee, sich selbst, den Staat und das Reich als Gesamtkunstwerk zu inszenieren. Mit beeindruckender Hartnäckigkeit gelingt es dem eitlen Regenten, sich bei seinen zahlreichen Reisen und Unternehmungen stets ins beste Bild zu rücken. 1918 wird er nach 30-jähriger Regentschaft zum Abdanken gezwungen. 1941 stirbt er in Kasteel Huis Dorn in Holland.

Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, ist von der verrückten Idee beseelt, sich selbst, den Staat und das Reich als Gesamtkunstwerk zu inszenieren. Dabei gelingt es dem eitlen Regenten durch unglaubliche Hartnäckigkeit, sich bei seinen zahlreichen Reisen und Unternehmungen stets ins beste Licht zu rücken. Nach 30-jähriger Regentschaft wird er 1881 zur Abdankung gezwungen. Schließlich lebt Wilhelm II. bis 1941 mit Requisiten, Bildern und Filmen aus seiner Glanzzeit im Exil, und zwar im luxuriösen Kasteel Huis Doorn in Holland.

Der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., inszeniert sich selbst, den Staat und das Reich als Gesamtkunstwerk. Peter Schamoni gelingt ein unterhaltsamer und lehrreicher Dokumentarfilm über Wilhelm II., den ersten Superstar des 20. Jahrhunderts.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Majestät brauchen Sonne: Unterhaltsame und lehrreiche Dokumentation über Kaiser Wilhelm II., den zu seiner Zeit meistfotografierten Mann der Erde.

    Die inszenierte Selbstdarstellung in den Medien hatte einer schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begriffen: Deutschlands letzter Kaiser Wilhelm II. Er war die meist fotografierte und meist gefilmte Persönlichkeit seiner Zeit.

    Der Monarch galt als eitel, Kunst war für ihn zuallererst Verherrlichung und Stabilisierung der Hohenzollerndynastie.

    Für die Abkürzung I.R (Imperator Rex) erfanden die Berliner schnell einen anderen Begriff, „immer reisefertig“. Denn der Herrscher trieb sich besonders gerne auf seiner Yacht im Mittelmeer oder in den nordischen Fjorden herum, oder zog mit dem Hof-Sonderzug durchs Land – zum „Repräsentieren“. Und das mussten Kameramänner festhalten – erst auf Fotos, dann auf Film. „Majestät brauchen Sonne“ hieß es, denn bei gutem Wetter machte auch der Kaiser eine gute Figur, nicht umsonst kennt man heute noch den Ausdruck „Kaiserwetter“. Peter Schamoni nähert sich dem „brillantesten Versager der Weltgeschichte“, wie ihn King George V. mal nannte, aus kunst- und filmhistorischem Interesse, beschreibt ihn als zerrissenen Menschen, nicht nur als preußisches Militär-Monster. Als der leicht behinderte Wilhelm 1888 im Drei-Kaiser-Jahr sein Amt antrat, glaubte er wirklich, die Krone von Gott geerbt zu haben. Er ähnelte wenig seinem liberal orientierten Vater Friedrich III., blieb dem autoritären Denken bis zu seinem Tode 1941 im holländischen Exil verhaftet.

    Zu bewundern die Akribie, mit der das Archivmaterial recherchiert und zusammengesetzt wurde, sogar aus der privaten Filmsammlung des Kaisers durfte sich Schamoni bedienen, oft standen ihm Bilder von mehreren Kameraleuten aus verschiedenen Ländern zur Verfügung, die ein- und dieselbe Situation aufgenommen hatten. Das Material wurde von 16 auf 24 Bilder pro Sekunde gebracht und digital nachbearbeitet, nicht verfälscht, sondern rekonstruiert, wie der Regisseur betont. Filmhistorisch

    ist dieses Werk interessant, es gibt sogar ein Farbfilmexperiment aus dem Jahre 1913: die Hochzeitsfeier der Kaisertochter Viktoria wurde von drei Kameras aufgenommen, durch verschiedene Filter wird der Eindruck eines farbgetreuen Filmbildes erweckt. Mario Adorf spricht sensibel den Kommentar, Otto Sander „würdig“ den Originaltext des Kaisers. In den Hintergrund bei diesem Porträt gerät jedoch die politische Dimension. Wilhelm II war nicht nur eine skurrile Persönlichkeit, sondern unter seiner Ägide brach der Zweite Weltkrieg aus. Und dass er Hitler 1940 telegrafisch zur Einnahme von Paris gratulierte, zeugt nicht gerade von Distanz zum Nationalsozialismus. Etwas mehr Kritik und weniger „Kaisertreue“ hätten dieser formal beeindruckenden Dokumentation nicht geschadet. mk.

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