Fakten und Hintergründe zum Film "M?rzmelodie"

Kino.de Redaktion |

Märzmelodie Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Interview mit Jan Henrik Stahlberg

Bei MÄRZMELODIE dreht sich alles um Musik. Warum eigentlich?

Tja, wenn die Gefühle der Charaktere so groß werden, dass Wörter nicht mehr reichen, dann fangen sie zu singen an. Die Überhöhung gefällt mir sehr, das hat was Komisches oder auch sehr Emotionales und ist gar nicht so weit weg von der Realität. Meist macht man doch auch gezielt Musik an, wenn man sehr traurig oder sehr froh ist. Ich bin ein großer Fan von ON CONNAÎT LA CHANSON, dem Vorläufer, auch wenn er ganz anders ist.

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Inwiefern?

Na ja, wir singen keine französischen Chansons, sondern deutsche Songs. Und die Story ist völlig anders. Als ich das Drehbuch bekam, war da auch ein Tape mit Musik im Kuvert. Dann las ich eine Seite nach der anderen, hörte einen Song nach dem anderen und merkte: Die Rolle musst du unbedingt haben. Ich war echt begeistert.

Konnten Sie sich gleich mit der Rolle des Thilo identifizieren?

Er war mir gleich sympathisch. Looser sind fast immer sympathisch, und Thilo ist auch noch so ein schrulliger Typ irgendwie. Als Schauspieler einen Schauspieler zu spielen, der seinen Beruf nicht auf die Reihe kriegt, macht echt Spaß.

Kennen Sie das Gefühl?

Logisch, es gibt tausend Sachen, die man immer besser machen könnte und will. Aber Gott sei dank war das nie so wie bei Thilo, dem geht’s ja wirklich saudreckig. Sagen wir es so: Wie Thilo Wein verkaufen, musste ich nie seit ich die Schauspielschule fertig habe.

Erzählen Sie doch mal von Ihren Anfängen.

Angefangen habe ich in München und bin dann ziemlich schnell nach Brüssel gewechselt, um dort Schauspiel auf Französisch zu studieren. Wegen der Sprache und ich war verliebt. Nach der Schule kam dann aus Deutschland eine Hauptrolle in einer Serie auf mich zu. Zeitgleich begann ich mit Kumpels an eigenen Ideen zu werkeln, an Theaterstücken und Kurzfilmen.

Inzwischen leben Sie wieder in Berlin?

Ja. In Berlin begegnen mir solche Typen wie Thilo oft. Eigentlich ist der Zug schon abgefahren, aber dadurch dass alle anderen auch jeden Abend gemütlich ihr Bier trinken und rumlabern, fällt es nicht so auf. Wenn alle in der gleichen Blase leben, fällt es auch keinem mehr auf. Zu Thilos Charakter passt auch, dass er es nicht schafft, Anna von seinen Gefühlen zu erzählen. Er kommt auch sonst im Leben nicht in die Puschen. Sein Problem ist, dass er nicht weiß, was er vom Leben will.

Wann platzt die besagte Blase?

Bei Thilo platzt sie nicht wirklich, aber als er sich verliebt, ist er zumindest nicht mehr allein in seiner Blase. Durch Anna muss Thilo, der irgendwie nie „den Arsch aus der Hose kriegt“ Farbe bekennen und beginnt, um sie zu kämpfen, was für ihn sicherlich nicht so einfach ist. Thilo denkt ja immer noch, dass irgendwann ein Bus kommt, der ihn mit nach Hollywood nimmt.

Und Sie?

Nee, ich habe das aber schon verarbeitet. Mein nächster Film SHORTCUT TO HOLLYWOOD ist die Persiflage eines Idioten, der denkt, dass er mit einer Idee in Hollywood ganz groß rauskommen wird. Was Thilo angeht, nehme ich an, dass er noch nicht mal in den Bus einsteigen würde, wenn er anhält.

Sie fahren zweigleisig, arbeiten als Regisseur und als Schauspieler. Gab es Kompetenzgerangel am Set von MÄRZMELODIE?

Ach Quatsch, Martin ist ein klasse Regisseur, der genau weiß, was er will. Ich halte mich auch nicht für einen wirklichen Regisseur. Ich bin Schauspieler, das habe ich gelernt und mache ich auch bei meinen eigenen Filmen am liebsten. Wenn ich als Schauspieler gebucht bin, ist es angenehm, Kontrolle oder Verantwortung für vieles abzugeben und sich „nur“ aufs Spielen konzentrieren zu können.

Hatten Sie beim Singen Hemmungen?

Überhaupt nicht. Liegt daran, dass ich immer gern gesungen habe, auch klassisches Zeug wie Schubert und so, und früher als Straßenmusikant aufgetreten bin. Und da ich wusste, dass meine wirkliche Stimme nicht zu hören sein wird, ging mir jeder falsche Ton natürlich einfach von den Lippen.

Martin Walz hat Ihre Darbietung einer kurzzeitigen Amnesie überzeugt. Wie spielt man das?

Gute Frage.

Das Gefühl, wenn man mal kurzfristig auf dem Schlauch steht, kennt man doch, oder?

Umso mehr man sich dann Druck macht, sich sofort an einen Namen zu erinnern oder was auch immer, desto größer wird der Druck der Luftblase. Und Thilo steht da schon ne ganze Weile auf dem Schlauch. Druck muss er sich gar nicht mehr machen.

Konnten Sie mit den deutschen Songs was anfangen?

Im Film funktionieren die super. Ich kannte viele gar nicht, hab ja viel vorher im Ausland gelebt und es war spannend, da mal reinzutauchen. „Nur nicht aus Liebe weinen“ von Zarah Leander und Element of Crime kannte ich vorher. Ich mag sonst eher Klassische Musik oder Ethno-Zeug, wo ich nichts verstehe – immer wenn kein Text da ist, kommen mir Bilder, stelle ich mir was vor, erzählt mir die Melodie ihre eigene Geschichte. Und das finde ich das Starke an MÄRZMELODIE: Wo Worte nicht reichen, beginnt Musik.

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Wie war das, als Sie das Drehbuch zu MÄRZMELODIE das erste Mal in den Händen hatten?

Das Drehbuch habe ich in einem Rutsch durchgelesen und mich sofort darin wieder gefunden. Ich dachte gleich: Was für ein besonderer Film! Die Rolle von Anna war auf eine Art so normal und dann wieder so gestört – dieser Widerspruch hat mich gereizt. Sie arbeitet als Lehrerin, merkt aber, dass der Job ihr keinen Spaß macht und muss dann den Mut entwickeln, ihren Beruf an den Nagel zu hängen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele Menschen da wieder finden.

Kommt Ihnen das auch bekannt vor?

Bei mir war das etwas anders. Ich war eigentlich ganz zufrieden mit meinem Job als Zahnarzthelferin. Ich kannte gar nichts anderes. Bei einem Polo-Turnier hat mich dann die Casterin von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ angesprochen und die Sache nahm ihren Lauf.

War es ein heimlicher Wunsch, Schauspielerin zu werden?

Nein, überhaupt nicht! Manchmal habe ich ein richtig schlechtes Gewissen, weil es ein Traum von so vielen ist und bei mir sich die Chance einfach so ergeben hat.

Nach der ersten Serienrolle haben Sie Schauspielblut geleckt und inzwischen drehen Sie ohne Pause, oder?

Dieses Jahr lief super, ich habe unheimlich viel drehen und unterschiedliche Charaktere spielen können. Für X Filme wollte ich schon immer mal arbeiten, gerade weil diese Firma für eine besondere Art von Filmen steht. Erst habe ich eine kleine Rolle in MEINE SCHÖNE BESCHERUNG gespielt und dann die Hauptrolle in MÄRZMELODIE bekommen.

Wie lief das Casting?

Am Anfang habe ich angenommen, dass ich singen muss und dachte mir: Die sind ja mutig, ich kann doch überhaupt nicht singen! Später habe ich dann natürlich mitbekommen, dass wir zwar am Set singen müssen, aber zum Playback. Wenn man sich einmal getraut hat, vor Publikum zu singen, hat das was total Befreiendes. Später hat uns Andreja Schneider von den „Geschwister Pfister“ gecoacht und das war eine super Vorbereitung. Am Set habe ich meine Songs trotzdem immer extra laut einspielen lassen, damit mich keiner hört.

Das klingt nach vergnügten Dreharbeiten.

Das waren sie, obwohl mir Martin Walz Lachverbot erteilt hatte! Weil meine Figur Anna die meiste Zeit ja ziemlich niedergeschlagen ist, Selbstzweifel hat und dann kommt auch noch der Liebeskummer dazu. Die Stimmung sollte also nicht zu ausgelassen sein, damit ich mich gut auf die Rolle der Anna einlassen konnte. Die Lisa, die ich in „Verliebt in Berlin“ gespielt habe, erlebt zwar auch immer wieder ihre Rückschläge, ist aber eine Frohnatur. Dagegen ist Anna viel dünnhäutiger und blüht erst am Ende des Films richtig auf.

Und sie ist nicht blond, sondern brünett. Wie kam das?

Die Idee des Regisseurs. Ich fand die Vorstellung gleich super und habe mich auch schnell an die dunklen Haare gewöhnt. Die meisten meiner Freunde waren auch ganz begeistert, eigentlich hätte ich sie ganz gerne so gelassen.

Wie lief die Zusammenarbeit mit Martin Walz?

Sehr gut, er arbeitet sehr genau und weiß was er will. Anna hat zum Beispiel nicht in vollen Sätzen geredet. Sie hat immer angefangen zu sprechen und dann wieder aufgehört. Das war teilweise recht schwierig. Wenn du dann aber einen Regisseur an deiner Seite hast, der auch das Buch geschrieben hat, hilft das sehr. Er kann dir genau erklären, warum die Figur sich in dieser oder jener Situation so oder so benimmt.

Und wie lief es mit Ihrem Partner Jan Henrik Stahlberg?

Ich denke, ziemlich gut! Die Energie hat zwischen uns gestimmt. Das ist ja bekanntlich schon die halbe Miete, wenn man ein Liebespärchen spielt. Am Set habe wir immer „Warum bin ich so vergesslich“ gesungen. Der Song wird mich auf immer und ewig an Jan Henrik erinnern.

Im Film singt Ihre Figur immer wieder, um ihre Gefühle auszudrücken. Wie ist das im echten Leben?

Eigentlich nur beim Auto fahren und dann am liebsten schön laut! Im Winter ist das kein Problem, im Sommer schon, weil ich ein Beetle Cabriolet fahre und an der Ampel jeder mitbekommt, was ich für Musik höre und ob ich am Singen bin. Die meisten finden das lustig, wenn sie einen dabei erwischen. Ich bin echt gespannt, wie die Zuschauer unsere Gesangseinlagen aufnehmen werden! Ich hoffe, sie sind bereit für das Experiment. Schließlich ist MÄRZMELODIE gerade durch die Song-Einlagen ein ganz besonderer Film geworden.

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