Fakten und Hintergründe zum Film "M?nnersache"

Kino.de Redaktion |

Männersache Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktion: Der Ursprung von Männersache

Die Kunst imitiert das Leben. Die Eröffnungssequenz von MÄNNERSACHE, in der sich zwei Jungs ewige Freundschaft schwören, hätte auch in der Realität stattfinden können – wenn sich Mario Barth und Dieter Tappert ein paar Jahre früher kennen gelernt hätten. Aber weil sie sich erst als bereits einigermaßen erwachsene Männer begegneten und Freundschaft schlossen, schworen sie einander einen anderen Eid. Oliver Berben, der Geschäftsführer der Constantin Film Produktion und Produzent von MÄNNERSACHE beschreibt dies so: „Als Mario Barth und Dieter Tappert vor rund zehn Jahren beim Radio gearbeitet haben und noch ziemlich unbekannt waren, haben sie sich gesagt: ,Irgendwann machen wir mal einen Kinofilm.‘

Auf die Frage nach dem Kennenlernen der beiden Comedians muss Dieter Tappert ein wenig in seiner Erinnerung kramen: „Das ist schon ein paar Jährchen her“, sagt er. „Ich habe damals Comedy und Hörspiele für verschiedene Radiosender gemacht. In einem dieser Sender tauchte Mario auf, weil er auch mal in diese Welt reinschnuppern wollte. Da haben sich dann natürlich zwei Bekloppte gefunden. Und schon bald haben wir immer wieder herum gesponnen: Mensch, man müsste mal dies oder das zusammen machen… bis hin zu: Mensch, man müsste mal einen Film drehen!“

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Knapp elf Jahre später wurde diese „Spinnerei“ Realität. Der Auslöser für MÄNNERSACHE kam von Mario Barth selbst. „Natürlich wollte ich diesen Film nur mit Dieter zusammen machen“, gibt der Star-Comedian über die Einlösung der Abmachung zu Protokoll. „Also haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, welches Thema wir denn für einen Film nehmen. Dann war schnell klar: Wir nehmen das, was auch unsere Leben prägt. Und so kam es zu MÄNNERSACHE.“ Und augenzwinkernd fährt er, an seine Fans gerichtet, fort: „Da ist schon sehr viel Autobiografisches drin. Wenn uns die Fans von der Bühne kennen, können sie uns jetzt von einer ganz neuen Seite erleben. Da sehen sie zwar Mario Barth und Dieter Tappert, aber wir liefern jetzt noch einen Tick mehr Informationen. Alles, was die Leute über uns wissen wollen, beantworten wir in diesem Film!“

Aber ein Schritt nach dem anderen. Zunächst stand das Verfassen eines filmreifen Drehbuchs auf der Agenda – und die Suche nach einem Produzenten. „Vor knapp 2 ½ Jahren trat Mario Barth an die Constantin heran und stellte seine Idee für einen Kinofilm vor“, erinnert sich Oliver Berben. „Er wollte diesen Film schreiben und auch selbst darin mitspielen. Torsten Koch, der jetzige Verleihchef der Constantin, hat in München einen Termin arrangiert, an dem Mario und ich uns bei einem Abendessen kennen gelernt haben.“

Berben kannte Barth zu diesem Zeitpunkt noch nicht persönlich. „Ich war bis dahin auch noch in keiner Show von ihm gewesen“, bekennt er, „aber ich kannte natürlich seine DVDs und auch seine Fernsehauftritte. Der Abend mit Mario war unglaublich lustig und sehr verrückt – wir kamen kaum zum Essen, weil er ständig Vollprogramm gemacht hat. Nach drei oder vier Stunden haben wir uns dann wieder getrennt, und da war schon klar: Diesen Film wollen wir zusammen machen.“

Die sprichwörtliche Chemie zwischen dem Produzenten und dem Comedian stimmte also. „Wir haben uns in der Tat sehr gut verstanden, und ich kann seinem Humor sehr viel abgewinnen“, sagt Oliver Berben. „Seine Witze beruhen auf Anekdoten oder auf Dingen, die Mario, oder Bekannte mal selbst erlebt haben… und das mag ich sehr gern.“

Danach überzeugte sich Berben von Mario Barths einzigartiger Qualität als Bühnenkomiker: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich ziemlich spät Fan geworden bin“, sagt er. „Und zwar erst, als ich ihn im Berliner Tempodrom bei einem Live-Auftritt gesehen habe. Eine Live-Show übersteigt die DVDs und die Fernseh-Auftritte bei weitem! Wenn man merkt, was Mario mit 10.000 oder 12.000 Menschen vor Ort macht, wie er sie im Griff hat… das ist ein absolutes Phänomen, wie bei einem Rockkonzert. So etwas hatte ich vorher noch nicht erlebt.“

Solchermaßen vollends überzeugt, schob Berben das Projekt MÄNNERSACHE an. Dafür gab ihm Mario Barth erstmal sämtliche Notizen und Aufzeichnungen, die er im Zusammenhang mit seinem Filmprojekt gemacht hatte – „sozusagen das gesammelte Werk“, so Berben. „Das war eine Ansammlung von Geschichten, die er für den Film zusammengestellt hatte, kein richtiges Drehbuch, aber die Grundlage für die erste Drehbuchfassung. „Mit Dieter Tappert zusammen haben wir dann angefangen, an dieser Fassung zu arbeiten“, so Berben.

Produktion: Die Entstehung

Die erste große Hürde, die von Dieter Tappert und Mario Barth nun genommen werden musste, war ein professionelles Drehbuch. Dafür zogen sich die beiden Freunde zeitweise auf eine für ihre Ruhe und Einsamkeit bekannte Insel zurück: Mallorca.

„Wir haben uns gesagt: Wir dürfen uns nicht ablenken lassen“, grinst Mario Barth. „Dieter und ich wollten Einsamkeit, Zurückgezogenheit – und wir haben uns dafür eine einsame Insel gesucht. Da haben wir Mallorca gefunden. Dort haben wir eine Finca gemietet und angefangen zu schreiben.“ Und nachdem das Grundgerüst des Drehbuchs während des Kreativaufenthalts festgezurrt worden war, schrieb das Duo bei jeder Gelegenheit, die sich ihnen bot. „Wir haben uns auch in Berlin und Köln zusammen gesetzt und sogar in New York, als ich beruflich mal dort war“, erinnert sich Barth.

„Die Idee, dass es in dem Film ansatzweise um Marios eigene Geschichte gehen sollte, war relativ schnell geboren“, konkretisiert Dieter Tappert. „Es sind ja durchaus autobiografische Züge enthalten: vom Tellerwäscher zum Star sozusagen. Aber um dem etwas mehr Tiefe zu geben, wollten wir auch noch die Geschichte um diese Männerfreundschaft erzählen.“

Was das autobiografische Moment angeht, fährt Mario Barth fort: „Wie meine Filmfigur Paul hatte ich auch einen meiner ersten Live-Auftritte in der Schein-Bar“, sagt er. „Ich lege – in meinen Shows genauso wie jetzt in dem Film – sehr viel Wert darauf, dass alles authentisch ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Geheimnis meines Erfolges diese Ehrlichkeit ist. Ich bin so wie ich bin, ich verstelle mich nicht, und Dieter ist auch so, wie er ist. In dem Film ist darum sehr viel Autobiografisches von uns beiden.“

Wer ebenfalls relativ früh mit an Bord der MÄNNERSACHE kam, war der Regisseur und Kameramann Gernot Roll. „Das war im Januar/Februar 2008“, erinnert er sich. „Oliver Berben hat mich angerufen und mir die Regie angeboten. Er fragte mich, ob ich Zeit und Lust hätte, den Film zu übernehmen, und natürlich sagte ich Ja. Ich musste nicht lange überlegen, denn ich fühle mich immer sehr wohl, wenn ich mal aus der Ecke mit den schweren‘ Filmen heraus komme und ein bisschen was anderes machen kann.“

Auch Roll war vor der Arbeit an MÄNNERSACHE noch nicht wirklich ein Experte in Barth-Fragen. „Ich habe eine halbwüchsige Tochter zu Hause, die sich in der Comedian-Szene deutlich besser auskennt als ich“, erklärt der Regisseur. „Von ihr habe ich erstmals von Mario Barth gehört und ihn und seine Arbeit dadurch ein bisschen kennen gelernt. Mir war er also ein Begriff, allerdings muss ich gestehen: Ich hatte keine Ahnung von der Größenordnung, in der sich seine Popularität bewegt. Persönlich kennen gelernt haben wir uns dann erst beim Casting für die Rolle der Susi.“

Als Gernot Roll die Regie des Films übernahm, trug auch er seinen Teil zum Feinschliff des Skripts bei. „Das Drehbuch war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig. Es gab die üblichen Probleme: Das Buch war viel zu lang, dann kam erstmal eine Phase des Streichens, und in der war ich schon etwas eingebunden. Ich habe mit Mario Barth und Dieter Tappert, den beiden Autoren, Tage und Abende lang sehr konstruktive Diskussionen geführt.“

Allerdings stellen alle Beteiligten fest, dass es keine wirklich massiven Hürden und Schwierigkeiten bei der Drehbuchentwicklung gab. „Es ging ja in erster Linie ums Weglassen“, sagt Roll. „Wir hätten mit dem ursprünglichen Drehbuch locker einen zweieinhalbstündigen Film drehen können, aber das wollten wir ja alle vermeiden.“

Die reine Drehbucharbeit war nach rund 1 ½ Jahren beendet. Kein ausufernd langer Zeitraum, besonders für das Buch einer Komödie. „In Anbetracht dieses durchaus schweren Genres – es ist wesentlich leichter, Zuschauer zum Weinen zu bringen als zum Lachen – sind anderthalb Jahre keine sonderlich lange Zeit“, bemerkt Oliver Berben. Der erfahrene Produzent stand den Film-Neulingen Tappert und Barth dabei stets hilfreich zur Seite ebenso wie Gernot Roll, der bereits seit über 30 Jahren als Kameramann und Regisseur über eine unschätzbare Erfahrung im Filmgeschäft verfügt. „Das war auch die Grundidee dieser Zusammenarbeit“, sagt Oliver Berben. „Mario ist in dem, was er tut, irrsinnig gut. Und er weiß sehr genau, was bei seinem Publikum ankommt. Was ihn aber auch auszeichnet und warum ich ihn so schätze ist: Er ist überhaupt nicht beratungsresistent. Er weiß ganz genau, dass er sich mit MÄNNERSACHE in einem für ihn unbekannten Medium bewegt, und darum hört er auch zu. Er ist jemand, der auch Ratschläge annimmt und sehr schnell lernt.“

Berben hatte vor diesem Projekt noch nie mit Stand-up-Comedians gearbeitet, und Mario Barth und Dieter Tappert hatten sich noch nie Gedanken über die Dramaturgie eines Films machen müssen. Gerade darum zahlte sich die Kombination aus: „Wir hatten eine tolle Zusammenarbeit“, schwärmt Berben. „Jeder von uns konnte seine Erfahrungen und seine Kenntnisse in seinem Bereich einbringen.“

Große Stars bis in die kleinste Rolle: Die Besetzung von MÄNNERSACHE

Auch die Besetzung von MÄNNERSACHE lief absolut problemlos ab. Natürlich stand von vornherein fest, dass Mario Barth und Dieter Tappert die beiden Hauptfiguren spielen würden. „Und noch eine Person war von Anfang an klar“, verrät Oliver Berben: „Michael Gwisdek als Pauls Papa. Dass Anja Kling die Rolle der Susi spielen würde, stand ebenfalls relativ schnell fest. Wir haben für diesen Part zwar viel gecastet, aber es hat sich schnell heraus gestellt, dass sie als Susi perfekt ist.“

Dieter Tappert, der vor der Kamera einen großen Teil seiner Drehzeit mit Anja Kling verbrachte, schwärmt in den höchsten Tönen von seiner Filmpartnerin: „Wie man so schön sagt: Die Chemie stimmte hervorragend zwischen uns“, erinnert er sich. „Und sie ist ja auch eine richtige Schauspielerin, im Gegensatz zu Mario und mir – wir sind ja ,nur‘ Komiker. Da saßen wir manchmal schon da und dachten: ,Wow!‘ Die Arbeit mit ihr macht sehr viel Spaß, weil Anja so unglaublich professionell ist, das gleichzeitig aber nicht raushängen lässt.“

Auch Gernot Roll bemerkt, dass es für die Filmemacher nicht besonders schwierig war, den passenden weiblichen Gegenpart für Paul und Hotte zu finden. „Es war sehr schnell klar, dass Anja die Rolle spielen würde, nicht zuletzt, weil jeder von uns sie auch sehr mochte“, sagt er. „Sie hat uns einfach mit ihrer wunderbaren Präsenz komplett überzeugt, danach mussten wir nicht mehr lange überlegen und diskutieren. Anja ist sehr vielseitig und das ist ihr großes Potenzial.“

MÄNNERSACHE ist bis in die kleinsten Nebenrollen hochkarätig und dennoch überraschend besetzt – auch dies war von Anfang an der Wunsch von Barth und den anderen Beteiligten. „Das Buch und die Hauptdarsteller haben uns die Möglichkeit gegeben, verschiedene Charaktere in den Nebenrollen sehr hochwertig mit wunderbaren Cameos und Gastauftritten zu besetzen“, sagt Oliver Berben. „Auch das war der Zusammenarbeit zwischen Mario und mir zu verdanken. Das ist ein großes Bonbon, und in diesem Fall waren das Figuren, die förmlich nach bestimmten Darstellern geschrieen haben. Wir haben beim Schreiben teilweise bereits im Kopf gehabt, wer welche Rolle spielen sollte. Und das Schöne war: Diese Kandidaten haben auch sofort zugesagt.“

Zu diesen Gastauftritten kamen Stars wie Jürgen Vogel, Uwe Ochsenknecht, Sido oder Leander Haussmann ans Set. Für Mario Barth gingen dabei diverse Träume in Erfüllung: „Das war einfach super!“, schwärmt er. Und er verrät, wie er die genannten Kollegen zu den Cameos überreden konnte: „Mein Opa, den ich sehr geschätzt habe, hat immer gesagt: ,Junge, es ist wichtig zu fragen! Ein Nein hast du schon, wenn du nicht fragst – ein Ja kannst du immer noch kriegen’. Mit dieser Einstellung gehe ich schon lange durchs Leben. Mittlerweile kennen mich Menschen wie Jürgen Vogel oder Uwe Ochsenknecht oder haben mich zumindest in einer Live-Show gesehen. Sie wissen genau, dass ich alles in ein Projekt investiere, was ich habe – Kraft, Energie, Zeit und Ideen. Als ich Jürgen Vogel zum Beispiel beim Essen gefragt habe, ob er mitmachen will, hat er nur gefragt: ,Machst du den Film?‘ Ich habe ja gesagt, und er hat geantwortet: ,Klar, dann mach ich mit’. Das fand ich sehr schön.“

Auch Uwe Ochsenknecht musste nicht lange überredet werden. „Ich habe Uwe in Hamburg getroffen“, fährt Barth fort. „Wir haben was gegessen und getrunken, ich habe ihm von dem Film erzählt und gesagt: ,Ich brauch dich – es ist zwar nur ein Drehtag und ne ganz kleine Rolle, aber ich hätte so gern, dass du diese Rolle spielst’. Und er sagte: ,Es gibt keine kleinen Rollen, es gibt nur kleine Schauspieler!‘ Nicht vergessen: Wir reden hier von Uwe Ochsenknecht!“

Obwohl sich die Filmemacher bei der Besetzung der Nebenrollen nicht eisern festlegten, bekamen sie am Ende ihre Wunschkandidaten. „Ein besonderes Highlight war für mich auch die Mitwirkung von Thomas Thieme – dass der mitgespielt hat, fand ich richtig klasse. Auch Leander Haussmann war ein Wunschkandidat von mir, so Gernot Roll.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Nachdem die Besetzung fest stand, wurde im Sommer 2008 in Berlin gedreht. Die erste Klappe fiel Ende Mai, die Dreharbeiten wurden nach drei Wochen unterbrochen, weil Mario Barth am 12. Juli 2008 im Berliner Olympiastadion seine Rekordshow vor 70.000 Zuschauern mit seinem Programm „Männer sind primitiv, aber glücklich!“ spielte und damit ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde. Nach zweiwöchiger Drehpause wurde die Arbeit an MÄNNERSACHE bereits zwei Tage nach dem legendären Auftritt wieder aufgenommen. „Durch die Unterbrechung für seine Rekord-Show haben sich unsere Dreharbeiten relativ lange hingezogen“, resümiert Gernot Roll. „Für die Show muss man Mario übrigens allerhöchsten Respekt zollen. Ich war natürlich auch im Stadion! Man muss dabei gewesen sein, um es zu glauben: Ein Mann rennt nur mit einem Mikrofon über eine Bühne und 70.000 Menschen sind begeistert. Faszinierend, dass so etwas funktioniert!“ Nach rund 40 Drehtagen fiel die letzte Klappe im August.

Gedreht wurde fast ausnahmslos an Originalschauplätzen. „Das war der Wunsch von allen Beteiligten“, erläutert Oliver Berben. „Die Motive wurden vor allem in Berlin-Kreuzberg ausgesucht. Was natürlich auch daran lag, dass Mario aus Kreuzberg stammt.“ Im Studio wurden lediglich am Ende der Dreharbeiten ein paar Szenen gedreht. Ansonsten waren sämtliche Wohnungen und Bars ebenso wie die Locations der Außenaufnahmen Originalmotive.

Für Gernot Roll war diese Herangehensweise nicht unbedingt optimal, aber die Dreharbeiten stellten ihn dennoch vor keine großen Probleme. „Aufgrund meiner Herkunft bin ich ein gelernter Studio-Regisseur“, erläutert er. „Ich sage immer: Filme gehören im Studio gemacht, unbelastet von äußeren Bedingungen. Hier haben wir an Originalmotiven gedreht, allerdings unter Studio-artigen Bedingungen. Die äußeren Einflüsse konnten wir dadurch auch weitgehend ignorieren.“

Natürlich war es klar, dass MÄNNERSACHE nur in einer Stadt spielen kann. Auf die Frage, ob diese Stadt vielleicht eine heimliche Hauptrolle spiele, antwortet Mario Barth: „Man kann eher sagen, dass Berlin die Hauptrolle spielt. Das ist meine Heimat, ich bin hier groß geworden… Damals in der Schule hat man immer versucht, mir das Berlinerische abzugewöhnen. Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich gemerkt habe: Dialekt ist etwas Schönes, das macht einen Menschen aus. Stellt euch doch mal vor, alle würden das gleiche Deutsch sprechen – jeder würde sprechen wie in Hannover. Das wäre doch todlangweilig.“

Produktion: Die Regisseure

Durchaus ungewöhnlich bei der Produktion von MÄNNERSACHE war freilich, dass zwei Männer am Set das Kommando hatten. Neben Gernot Roll führte Mario Barth selbst die Co-Regie des Films. „Die Idee der Co-Regie war relativ früh geboren“, erinnert sich Oliver Berben. „Mario wollte einen großen Einfluss auf den Film und den Herstellungsprozess haben – aber nicht um des bloßen Einflusses Willen, sondern weil er genau wusste, was er mit dem Film will und was er von den anderen Schauspielern erwartet.“

„Mein Wunsch für die Kamera und für die Regie war von Anfang an Gernot Roll“, fährt Berben fort. „Er ist nicht nur einer der besten Kameramänner, die wir in Deutschland haben, er ist darüber hinaus ein sehr, sehr guter Regisseur – speziell im Komödienbereich. Gernot hat darin eine große Erfahrung und auch ein hervorragendes Gespür für Timing. Mario einen so erfahrenen Hasen an die Seite zu stellen, war einfach die ideale Lösung. Erst Recht, weil sich die beiden auch sehr gemocht haben und Mario Gernot sehr respektiert .“

„Gernot ist ein toller Filmemacher, der keinem mehr etwas beweisen muss“, lobt Rolls Co-Regisseur Barth. „Er führt sehr ruhig Regie, ist sehr durchgeplant und weiß genau, was er tut. Er hat die ganze Auflösung geschrieben, hat aber auch die Kraft und die Stärke, Änderungswünsche von mir zu berücksichtigen und die dann auch durchzusetzen. Und ich inszeniere mehr. Er macht also das Technische, und ich inszeniere die Schauspieler..“

Die Arbeitsteilung der beiden Regisseure beschreibt Gernot Roll folgendermaßen: „Mario hat sich vornehmlich um die Figuren gekümmert. Die haben durchs Schreiben natürlich ein gewisses Vorleben, das gedanklich geprägt ist von den Autoren. Ein Regisseur, der bei der Entwicklung der Figuren und beim Schreiben des Drehbuchs nicht dabei war, hat dann vielleicht andere Vorstellungen… das kann zu Fehlinterpretationen führen und das war der Punkt, in dem Mario dann als Co-Regisseur tätig geworden ist. Ich habe mich um die filmische Umsetzung der Geschichte und der Darsteller gekümmert. Für mich war diese Arbeitsteilung sehr gut.“

Auch Barths Partner Dieter Tappert, der am Set „nur“ noch als Schauspieler agieren musste, zollt Mario Barth Lob für seine Professionalität als Regie-Neuling. „Der hat das schon ganz gut gemacht“, schmunzelt Tappert. „Er hatte Gernot Roll an seiner Seite, einen ganz großartigen Regisseur und Kameramann, der ja auch schon ein paar Filme gemacht hat. Für jemanden, der noch gar keinen Film inszeniert hat, ist das natürlich perfekt. Wir haben Gernot übrigens den Spitznamen ,Meister Yoda‘ verpasst – immer wenn mal was nicht so funktioniert hat, wie wir uns das vorgestellt haben, kam Meister Yoda, sagte: ,Wir machen das so und so‘, und schon sah es super aus.“

Produktion: Make-up und Zaungäste

Die Dreharbeiten selbst entwickelten sich für Mario Barth allerdings manchmal zu einer echten Geduldsprobe. „Wir Comedians haben ja einen Nachteil“, verrät er. „Wir sind überhaupt nicht geduldig. Wir wollen immer alles heute, jetzt, gleich, ohne lange Umbauphasen… wir wollen sofort drehen und nicht 20 Mal proben.“ Aber am Ende des Tages war die Arbeit an MÄNNERSACHE für den Comedy-Star freilich eine grandiose Erfahrung. „Es hat schon sehr viel Spaß gemacht… Auch mit Michael Gwisdek, der meinen Vater Rudi spielt, und mit Anja Kling, die wirklich eine großartige Schauspielerin ist“, resümiert er. „Als zum Beispiel Anja abgedreht hatte und wir sie verabschiedet haben – da sitzt man schon abends zu Hause und ist ein bisschen melancholisch und traurig. Aber wenn der Film dann ins Kino kommt, sind wir alle wieder zusammen, und da freue ich mich schon sehr drauf.“

Vom ersten Drehbuchentwurf über die Arbeit am Set bis hin zu Schnitt, Farbkorrektur und Tonmischung – Mario Barth war in sämtliche Prozesse der Vor- und Post-Production involviert. „Das war schon sehr anstrengend“, gibt Barth zu. Am nervenaufreibendsten allerdings waren für ihn die endlosen Stunden in der Maske, die er über sich ergehen lassen musste, um die fünf Nebenrollen zu spielen – von den eigentlichen Dreharbeiten unter ganzen Make-up-Schichten in der sengenden Sonne ganz zu schweigen. „Ich sage wie’s ist: Das war echt doof“, bekennt Barth. „Draußen sind 40 Grad, man hat dieses dicke Make-up drauf… und Männer gehören ja nicht unbedingt zu den Menschen, die sich morgens gern schminken. Es ist ein komisches Gefühl, wenn permanent Leute in deinem Gesicht rumschmieren..“

Aber trotz der Rollen mit dem wohl aufwändigsten Make-up seiner bisherigen Karriere lief der Vollblut-Comedian Mario Barth auch jenseits der Kamera zu Hochform auf. „Er spielt in dem Film unter anderem eine alte Dame“, grinst Berben. „Es war das erste Mal, dass er eine so komplizierte Altersmaske verpasst bekommen hat, mit Gipsabdrücken, zweistündiger Make-up-Prozedur, Fatsuit mit Brüsten, BH, Kleid… er war nach dieser Schmink-Aktion schon völlig am Ende. Dann hat er aber in den Spiegel geschaut, und er wollte den ganzen Tag nicht mehr aus diesem Kostüm heraus kommen. Er ist immer wieder auf die Straße gelaufen, hat sich im Gebüsch versteckt, Passanten erschreckt und seinen Rock gelüftet… es war brüllend komisch.“

Durch die Dreharbeiten an den Originalmotiven und seine immense Popularität sorgte Mario Barth natürlich immer wieder für Zaungäste. Aber ebenso wie sein Stadion-Publikum hatte der erfahrene Bühnen-Star auch diese Zuschauer im Griff. „Es gab natürlich ständig Leute, die uns zugesehen haben. Man kennt mich hier ja durch die Shows und das Olympiastadion und so weiter“, gibt Barth zu Protokoll. „Die Berliner sind schon ein bisschen euphorisch, wenn sie mich sehen. Sie sagen: ,Kiek ma, da isser, unser Junge!‘ Aber wenn ich sie um Ruhe gebeten habe, weil wir hier drehen mussten, dann standen sie auch da und schauten mucksmäuschenstill zu. Die haben sich gesagt: ,Mensch, der Mario macht da ’nen Film – da rede ich mal nicht rein, det macht man nüscht’.“

Interview mit Mario Barth

Worum geht’s in MÄNNERSACHE?

Das kann man in einem Satz sagen: Zwei beste Freunde, eine Frau – und genau die ist das Problem!

Außerdem geht es um die Freundschaft zwischen Paul und Hotte – wie sieht die konkret aus?

Paul und Hotte sind wie Blutsbrüder… eigentlich sind sie Brüder, Paul teilt ja sogar seinen Vater mit Hotte. Es ist einfach eine ganz tiefe Männerfreundschaft, von Kindheit an. Sie sind zusammen aufgewachsen, durch dick und dünn gegangen, sind jetzt erwachsen und führen eine erwachsene Freundschaft wie man sie sich eigentlich immer wünscht. Ich kenne Dieter Tappert seit elf Jahren, habe ihn mit 24 kennen gelernt – das ist keine Kindheitsfreundschaft. Und ich finde es schade, dass ich ihn nicht vorher kennen gelernt habe.

Was schätzen Sie denn so an Dieter Tappert?

Er ist einer meiner besten Freunde, er ist ehrlich… und er ist ein bisschen verrückt. Eigentlich ist er total bekloppt. So wie ich auch. Das ist auch der Grund, warum dieses Projekt überhaupt zustande gekommen ist. Man braucht eine gesunde Portion Wahnsinn, sonst kann man so was überhaupt nicht machen und kommt auch nicht auf die entsprechenden Ideen.

Was macht Ihrer Meinung nach eine Männerfreundschaft im Gegensatz zu einer Frauenfreundschaft aus?

(Grinst) Keine Ahnung, ich hatte noch keine Frauenfreundschaft, ich bin nämlich ein Mann. Da müsste ich mit meiner Freundin drüber reden …

Das besondere an Männerfreundschaften ist, dass Männer einfach zwölf Stunden nebeneinander sitzen können, dann geht einer nach Hause und sagt „Tschüß“, und für beide war es ein super Abend. Das können Frauen, glaube ich, nicht – die neigen immer dazu, ein Gespräch anzufangen. Die denken, wenn man länger als fünf Minuten irgendwo sitzt und nichts sagt, dann geht die Beziehung kaputt oder die Freundschaft ist am Ende. Hotte und Paul sitzen stundenlang einfach auf dem Dach und schauen über die Dächer Berlins. Sie genießen einfach die Zeit zusammen. Das macht, glaube ich, eine Männerfreundschaft aus.

Die Dreharbeiten wurde ja für zwei Wochen unterbrochen, als Sie Ihren Weltrekord-Auftritt im Berliner Olympiastadion hatten…

Die Zeitplanung war alles andere als ein Zuckerschlecken. Wir wollten im Sommer drehen, weil MÄNNERSACHE eben ein Sommerfilm ist. Dann wollte ich unbedingt Gernot Roll für die Regie, der konnte aber nur zu einer bestimmten Zeit, weil er danach schon wieder einen neuen Film drehte. Und ich hatte im Sommer das Olympiastadion. Also haben wir uns mit der Constantin zusammengesetzt und diese Lösung gefunden: Wir haben drei Wochen vor dem Auftritt gedreht, während der Phase des Olympiastadions Pause gemacht und zwei Tage nach dem Auftritt den Rest gedreht. Das ist so ziemlich einmalig, weil es einfach sehr teuer ist.

Warum dürfen Frauen und Männer MÄNNERSACHE keinesfalls im Kino verpassen?

Weil MÄNNERSACHE auch Frauensache ist – das macht der Film ganz klar und deutlich. Es ist ein toller Film, der mit viel Herzblut gemacht wurde, er ist toll besetzt, alle hatten Spaß dran… und das merkt man dem Film auch an.

Interview mit Dieter Tappert

Was für ein Typ ist Ihre Figur Hotte?

„Harte Schale, weicher Kern“ würde ihn am besten beschreiben. Er ist ein herzensguter Mensch, bei dem manchmal die geistige Argumentation versagt. Dann haut er auch schon mal auf den Tisch und schreit rum. Das kriegt dann meistens auf der Baustelle sein Mitarbeiter Marek ab und leider auch manchmal seine Freundin Susi. Aber ich mag an ihm, dass er einfach so ist wie er ist. Er ist authentisch.

Hotte ist Gerüstbauer, darum spielen viele Szenen auf seiner Baustelle. Sind Sie schwindelfrei?

Absolut, das macht mir gar nix. Klettern war schon immer mein Ding, und bevor ich Komiker wurde, habe ich ja auch eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf gemacht: Ich bin gelernter Schweißer und habe damals ganz oben auf Baggern herum klettern müssen. (Grinst) Natürlich habe ich damals schon geahnt, dass ich irgendwann mal diesen Gerüstbauer spielen würde, und darum habe ich diese dreijährige Lehre gemacht. „Das kannst du mal brauchen!“, hab ich mir gesagt.

Wie sieht die Freundschaft zwischen Hotte und Paul aus?

Das ist eine klassische Männerfreundschaft, die im Sandkasten ihren Ursprung hatte und bis heute erhalten blieb. Die Freundschaft hat schon etliche Höhen und Tiefen erlebt und steht jetzt vor ihrer schwersten Prüfung. Paul gerät nämlich in diesen inneren Konflikt: Er will reich und berühmt werden, andererseits will er seine Freundschaft nicht verlieren. Das scheint nicht zusammen zu passen, und er wird vor die große, allumfassende Frage gestellt: Entscheide ich mich für meinen besten Freund oder für meinen Traum?

Im Film werden von Paul und Hotte ja sogar ein paar Tränen verdrückt. Dürfen Männer weinen?

Um das erstmal klar zu stellen: Im Film ist Paul die viel größere Heulsuse – auch wenn Mario jetzt sagen würde: „Nää, det stimmt doch jar nüscht!“ Aber ich glaube, Männer dürfen das. Bei einem ist es mehr, beim anderen weniger ausgeprägt. Hotte ist, wie gesagt, der „harte Schale, weicher Kern“-Typ – der geht zum Heulen eher in seine Baubude.

Was macht Ihrer Meinung nach überhaupt eine echte Männerfreundschaft aus?

Sie sollte bedingungslos sein und den anderen nicht in Frage stellen. Den anderen eben so nehmen, wie er ist und nicht versuchen, ihn zu ändern. Das sind Grund- und Eckpfeiler einer jeden Freundschaft. Nur wenn man das respektiert, kann sie funktionieren. Männerfreundschaften sind mir persönlich natürlich sehr wichtig. Ich habe das Glück, vier, fünf richtige Freunde zu haben, und das ist schon was Tolles. Das ist genauso wichtig wie die Beziehung zu einer Frau. Das kann – anders als im Film – sehr gut nebeneinander existieren. Aber grundsätzlich sind richtige Freunde schon mit das Wichtigste im Leben.

Interview mit Gernot Roll (Regie)

Bei MÄNNERSACHE haben Sie erneut die Doppelfunktion Regisseur und Kameramann inne. Kommt für den Regisseur Gernot Roll überhaupt ein anderer Kameramann in Frage?

Nicht wirklich. Wenn ich Regie führe, möchte ich da keinen anderen Kameramann ranlassen. Für mich als Regisseur ist die Kamera auch keine doppelte Belastung, sondern nach meinem Verständnis Bestandteil meiner Inszenierung. Der kreative Teil der Kameraarbeit, Licht, Bewegung und solche Dinge, gehören zur Inszenierung und zur Regie dazu.

Können Sie kurz die Konstellation zwischen Paul, Hotte und Susi, den drei Hauptfiguren aus MÄNNERSACHE, aus Ihrer Sicht beschreiben?

Die Männer sind natürlich Typen, die stark geprägt sind vom Comedian-Dasein ihrer Schöpfer. Beim Schreiben des Buches haben sich die beiden allerdings stark davon weg bewegt. Im Falle von Mario Barths Figur Paul heißt das: Sie haben einen Menschen porträtiert, der auch über ein Privatleben verfügt. Darüber ist ja bei den Comedians in aller Regel gar nichts bekannt. Und das ist auch der zentrale Punkt der Geschichte: Es geht um das Privatleben der beiden Jungs. Das hat mich auch daran so gereizt – die Möglichkeit, auch mal das Privatleben eines solchen Menschen zu durchleuchten. Das war sehr spannend. Darüber hinaus haben wir einen klassischen Konflikt vorliegen: Zwei Jungs, eine Männerfreundschaft – und eine Frau, die sich dazwischen drängt. Auf den ersten Blick ist das etwas klischeehaft, aber wir spielen auf eine sehr erfrischende Weise mit diesen Klischees.

Mario Barth ist der populärste Comedian Deutschlands. Wie war die Arbeit mit ihm als Schauspieler?

Mario ist ein sehr umgänglicher Kerl. Er akzeptiert die Autorität des Regisseurs, auch wenn er als Co-Regisseur für alles zuständig war, was mit den Fragen rund ums Drehbuch und den Figuren zu tun hatte. Was die filmische Umsetzung angeht, konnte man mit ihm sehr konstruktiv zusammen arbeiten. Er war einfach hoch professionell und hat auf Anhieb verstanden, worum es geht. Ich habe ihm am Ende gesagt, dass er seinen nächsten Film schon allein inszenieren kann. Mario hat sehr schnell gelernt und das Medium Film auch sehr schnell begriffen.

Von BALLERMANN 6 über TACH, HERR DOKTER bis MÄNNERSACHE haben Sie mit Kinoprojekten von Bühnenkomikern einige Erfahrungen gemacht. Worin besteht für Sie da der besondere Reiz?

Es macht einfach Spaß, solche Protagonisten von der filmischen Seite her zu unterstützen. In meiner Arbeit als Kameramann komme ich ja aus einer sehr, sehr „schweren“ Ecke. Da ist es für mich wohltuend, mich mal mit einem anderen Genre zu beschäftigen. Ich bin der Meinung, man muss sich hin und wieder mal anders orientieren und sich nicht immer nur auf ein bestimmtes Genre festlegen – jedes Genre hat seine Gültigkeit und seine Berechtigung. Und man muss auch jedes pflegen.

Berlin spielt in MÄNNERSACHE eine zentrale Rolle. War es eine besondere Herausforderung, die richtigen Schauplätze zu finden?

Wir haben ja keinen Berlin-Film gedreht, sondern einen Kreuzberg-Film. Kreuzberg hat ein eigenes Flair im Vergleich zu Rest-Berlin. Das einzufangen, war eines unserer Hauptanliegen. Und für mich als Nicht-Berliner war es auch relativ leicht, sich da hinein zu finden. Wir haben auch alle in Kreuzberg gewohnt und uns nicht etwa ins langweilige Charlottenburg zurückgezogen. Unser Ausstatter Florian Lutz – der eigentlich auch in München lebt – hat dieses Flair, die Atmosphäre in seinem Szenenbild auch wunderbar getroffen.

Interview mit Oliver Berben (Produktion)

Nach WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN kommt jetzt MÄNNERSACHE in die Kinos. Entwickeln Sie sich zum Spezialisten in Beziehungsfragen?

(Lacht) Es wäre schön, wenn’s so wäre – aber ich glaube nicht. Ich mag einfach Geschichten, die mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun haben. Das war damals schon bei „Silberhochzeit“ so, das war bei Warum Männer nicht zuhören… so und ist jetzt auch bei Männersache der Fall. Bei der Auswahl meiner Stoffe schaue ich natürlich auch danach, was mir selbst gut gefällt – ohne mich freilich nur in eine Ecke drängen zu lassen. Aber die Beziehungen zwischen Männern und Frauen und speziell das weibliche Wesen faszinieren mich einfach wahnsinnig. Ich halte Frauen für das hunderttausend Mal interessantere Geschlecht.

Mario Barth gibt nicht nur sein Debüt als Drehbuchautor und Schauspieler, sondern auch als Co-Regisseur. Wie ist er bei der Arbeit am Set?

Mario Barth ist ein Power-Animator. Er hat eine sehr große Kraft und Energie – man muss ihn sich wie einen Magneten vorstellen. Er zieht Menschen und auch Stimmungen an: Wenn er gut drauf ist, sind auch die anderen gut drauf, wenn seine Stimmung schlecht ist, wird auch die allgemeine Stimmung schlechter. Diese ansteckende Laune begeistert bekanntlich seine Fans – und das war auch am Set so. Außerdem schätze ich sehr an Mario, dass er immer auf das Produkt bedacht ist. Es geht im nicht um sein Ego-Ding, sondern er will eine bestimmte Sache, und dafür arbeitet er auch richtig hart.

Was ist Ihrer Meinung nach das Geheimnis seines Erfolgs?

Das auf eine einfache Formel runter zu brechen, ist natürlich nicht möglich. Es hat sicher sehr viel damit zu tun, dass Mario schlicht und ergreifend authentisch ist. So wie auf der Bühne ist er auch im wahren Leben – da gibt es keinen großen Unterschied. Er macht Späße über andere, aber nicht unbedingt nur auf Kosten anderer. Er gibt sich auch selbst immer wieder einen mit. Darum kommt er auch gerade bei den weiblichen Zuschauern so gut an. Und er spricht in irgendeinem Moment seiner Show wirklich jeden aus der Seele.

Worauf muss man besonders achten, wenn man einen Comedian fürs Kino inszeniert?

Erstmal wäre es meiner Meinung nach falsch, ein Bühnenprogramm fürs Kino zu adaptieren. Warum sollten die Zuschauer ins Kino gehen, wenn sie schon Geld für eine Live-Show gezahlt haben? Marios Shows haben natürlich auch eine Dramaturgie, die sieht allerdings völlig anders aus als die Dramaturgie eines Films. Das Wichtigste bei der Vorbreitung und beim Schreiben war es für uns, darauf zu achten, dass der Film keine Sketchparade wird. Über die 90 Minuten wollten wir schon eine richtige Geschichte erzählen. Dass Mario lustig ist, müssen wir den Zuschauern nicht mehr erklären – das weiß man. Seine Figur so zu konstruieren, dass sie einen Bogen bekommt und sich über 90 Minuten hinweg entwickelt, das ist der große Unterschied zu seinem Bühnenprogramm.

Glauben Sie, dass ein Film von und mit Mario Barth die logische Fortsetzung seiner Bühnenkarriere ist?

MÄNNERSACHE ist für Mario sicher mehr als nur ein Schlenker. Er ist jemand, der nie rastet und der immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist. Ich bin mir sicher, dass der Film nicht nur ein kurzer Ausflug in eine andere Richtung gewesen ist, sondern dass er sich konstant weiter entwickeln möchte. Und das in vielerlei Beziehung. Das betrifft seine Shows ebenso wie seine Ambitionen als Schauspieler. MÄNNERSACHE ist insofern ein weiterer, wichtiger Schritt in seinem Wunsch, weiter zu kommen.

Das zentrale Motiv des Films ist die Männerfreundschaft. Wie sieht die bei Ihnen persönlich aus?

Ich habe nur wenig richtige Freundschaften, pflege diese aber sehr. Darum kann ich die Situation der Männerfreundschaft im Film auch so gut nachvollziehen. In jeder Freundschaft gibt es natürlich auch Krisen. Aber das Schöne ist ja, dass Männer eine so tolle Art haben, das mit wenig Worten wieder hinzukriegen. Frauen wollen ja immer drüber reden, Männer schauen sich nur an, fragen: „Bier?“ – und dann ist wieder alles okay.

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  • Fakten und Hintergründe zum Film "M?nnersache"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

    Kino.de Redaktion  
  • Die Free-TV-Premieren am Wochenende

    Am Wochenende haben die deutschen TV-Sender wieder einige Free-TV-Premieren im Programm. Hier ein kleiner Überblick: Samstag, 10. September 2011 Thriller „Der weiße Hai in Venedig“ mit Stephen Baldwin um 00.50 Uhr im Ersten: In den stillen Kanälen von Venedig lauert etwas unvorstellbares - ein riesiger weißer Hai. Als drei Taucher grausam zerstückelt aufgefunden werden, bricht Panik aus. Als wäre dies nicht genug...

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Sky: Die Film-Neustarts dieser Woche

    Das Pay-TV-Unternehmen Sky hat auch diese Woche wieder einige Film-Neustarts zu vermelden, die auf dem Sender Sky Cinema starten.Den Anfang macht am Montag, 20. September 2010 um 20.15 Uhr, der Thriller “Die Echelon-Verschwörung“ mit Shane West. Der Film dreht sich um Max, der per Post ein topmodernes Mobiltelefon zugeschickt bekommt, durch das ihm regelmäßig geheime Informationen zugespielt werden. Dadurch gelingt...

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  • Highlight: "Männersache" und "Defiance" geplant

    Highlight Video plant im September 2009 die Blu-ray-Veröffentlichung zweier aktueller Filme zeitgleich zur DVD. Dabei handelt es sich um Mario Barths Komödie „Männersache“ sowie den Kriegsfilm „Unbeugsam - Defiance“ mit Daniel Craig. Technische Informationen zu den Titeln liegen derzeit noch nicht vor.

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