Fakten und Hintergründe zum Film "Madagascar 2"

Kino.de Redaktion |

Madagascar 2 Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktion: We love to move it, move it!

Im Sommer 2005 war „Madagascar“ ein gigantischer Kassenknüller. Sowohl in den US-Kinos als auch weltweit spielte der Film über eine halbe Milliarde Dollar ein und wurde zur erfolgreichsten Familien-Komödie des Jahres. Als der verwöhnte Star-Löwe, das quasselstrippige Zebra, die angstgeplagte Giraffe und die clever-sexy Nilpferddame in die internationalen Kinos kamen, wurden diese vier Freunde – besser bekannt als Alex, Marty, Melman und Gloria – zum bekanntesten und beliebtesten Quartett der Saison.

Drehbuchautor und Regisseur Eric Darnell erinnert sich daran, dass er erleichtert, aber nicht wirklich überrascht war, mit welcher Begeisterung „Madagascar“ aufgenommen wurde. Er sagt: „Der Animationsfilm „Madagascar“ war ein Erfolg, weil er diese unterhaltsamen und erfreulichen Figuren beinhaltet, mit denen sich die Menschen identifizieren können – auch auf ganz menschlicher Ebene. Und trotz ihrer Fehler, Eigenheiten, Unsicherheiten und aller erdenklichen Probleme, denen sie sich gegenübersehen, fühlt man doch immer mit ihnen mit und hofft, dass sie es schaffen.“

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Drehbuchautor und Regisseur Tom McGrath fährt fort: „Wir haben uns einfach verliebt in diese Figuren, die wir gemeinsam mit Ben Stiller, Chris Rock, David Schwimmer und Jada Pinkett Smith erschaffen haben – und alle anderen liebten diese Figuren offensichtlich auch. Es war einfach ein tolles Schauspiel-Ensemble. Ausgegangen sind wir vom Thema Zivilisation vs. Wildnis, und daraus wurde eine Geschichte über die Freundschaft zwischen diesen Zoo-Tieren, deren Beziehung auf die Probe gestellt wird, als sie in der Wildnis landen. Schon nachdem wir die Arbeit am ersten Teil beendet hatten und noch bevor der Film zu einem solchen Hit wurde, dachten wir, dass man mit diesen Figuren noch so viel mehr tun könnte.“

Produzentin Mireille Soria meint: „Das Design hat so ein gewisses Etwas, die Menschen mögen es. Diese graphische Qualität ist meiner Meinung nach einer der Gründe für den Erfolg, außerdem ist der Film smart und witzig. Im ersten Film ging es um die Bedeutung von Freundschaft und was es heißt, ein guter Freund zu sein. Zu den tollen Dingen an New York gehört die Vielfalt, und die spiegelt sich in unserer Gruppe – ein Löwe, eine Giraffe, ein Zebra und ein Nilpferd, die richtig gut befreundet sind. Das wollten wir betonen und daraus jetzt noch mehr machen.“

Diesen Wunsch danach, die vier Zootiere noch intensiver auszuloten, hatten die Filmemacher von „Madagascar“ und der Chief Executive Officer von DreamWorks Animation, Jeffrey Katzenberg, bereits mit im Gepäck, als sie zur Europa-Premiere des ersten Teils flogen. McGrath erklärt: „Noch bevor der Film so beliebt wurde, wollten wir diese Figuren in einem nächsten Film einsetzen. Wir saßen in diesem Flugzeug auf dem Weg nach Europa und begannen damit, eine neue Story auszubrüten: Was wäre, wenn unsere vier nach Afrika gelangten, in das Ursprungsland, wo sie doch angeblich hingehören? Das wäre ein wundervoller Weg, um die „Fisch-auf-dem-Trockenen“-Story fortzuführen: vier New Yorker in den afrikanischen Savannen.“

Während Regisseure und Produzent begannen, diese neue Idee auszuarbeiten, zog der erste Teil des Animationsfilms „Madagascar“ weiterhin das begeisterte Publikum in die Kinos. Das neue Projekt begann bald, Form anzunehmen, und Produzent Mark Swift kam mit an Bord. Er sagt: „Während Mireille damit beschäftigt war, „Madagascar“ fertig zu stellen, arbeitete ich an einem Kurzfilm mit den Pinguinen unter dem Titel „A Christmas Caper“. Also haben mich wohl die Pinguine in den zweiten Teil getragen.“

Für Darnell und McGrath bedeutete das die Fortsetzung einer Zusammenarbeit, die sich bereits als gut erwiesen hatte. Darnell sagt: „Tom und ich arbeiten so gut zusammen, weil jeder von uns die Ideen des jeweils anderen aufnehmen, sie umdrehen und auf die nächst höhere Ebene führen kann – wir werfen uns sozusagen die Bälle zu und entwickeln daraus etwas, das besser ist als die Summe der Einzelteile. Wir versuchen so oft wie möglich zusammen zu sein, die Dinge gemeinsam abzusegnen und wie zwei Köpfe mit einem Gehirn zu arbeiten. Der Drehplan verlangt es jedoch manchmal, dass wir getrennt voneinander agieren – einer von uns ist in der Animation, der andere bei einer Aufzeichnung -, und das tun wir auch, wenn es sein muss. Doch ehrlich gesagt: Je häufiger wir gleichzeitig am gleichen Ort sind, desto besser für uns.“

Darnell und McGrath lernten sich vor über acht Jahren bei DreamWorks kennen und hatten sofort einen künstlerischen Draht zueinander. Durch „Madagascar“ bekamen sie dann Gelegenheit, als Team zusammenzuarbeiten. McGrath sagt: „Wir haben oft den Job des jeweils anderen ergänzt, zum Beispiel bei der Arbeit an dramatischen oder komödiantischen Szenen, und uns die Verantwortung geteilt. Da wir das Drehbuch gemeinsam schreiben, können wir eine ganz besondere Filmvision entwickeln. Während der Arbeit am Film versuchen wir dann, so eng wie möglich zusammenzuarbeiten und uns, wenn nötig, die Aufgaben zu teilen. Es arbeiten ja zig hunderte Menschen an diesem Film, und man kann nicht überall gleichzeitig sein. Wenn es dann aber an den Schnitt geht, sitzen wir wirklich zusammen und konzentrieren uns auf den Film; wir hatten das Glück, bereits zwei gemeinsame Filme verwirklichen zu können.“

Laut Soria war die Fortführung dieser Team-Arbeit ausschlaggebend: „Als Drehbuchautoren und Regisseure sind sie die Verkörperung von „Madagascar“. Jeder von ihnen trägt mit unterschiedlichen Talenten bei, und wir profitieren von zwei großen Begabungen. Schön an dieser Sequel war auch, dass wir wieder Tom und Eric engagieren konnten, genau wie etliche der Abteilungsleiter, die bereits am ersten Teil gearbeitet hatten. (Darnell und McGrath, Produktionsdesigner Kendal Cronkhite, den Leiter der Visuellen Effekte Phillippe Gluckman, den Leiter der Figuren-Animation Rex Grignon, Senior Animations-Leiter Denis Couchon, Music Executive Sunny Park sowie Soria selbst.) So konnten wir die Arbeit an etwas, das uns am Herzen lag, wieder aufnehmen und es noch weiter entwickeln. Und man wusste auf Anhieb, was der andere meint… wir hatten es ja schon gemeinsam durchgemacht und durchlebt!“

Ganz egal, wer mit an Bord sein würde – die Filmemacher wussten, dass ohne eine gute, umsetzbare Story die Weiterreise keine Früchte bringen würde. Mark Swift meint: „Die Story steht immer an erster Stelle. Und seit „Madagascar“ liebt jeder diese Figuren, also sollten sie auch wieder auftauchen. Sie sind wie Familienmitglieder. Es wäre nicht dasselbe ohne sie. Also mussten wir uns auf eine Geschichte konzentrieren, die diese vier mit einbezog. Tom, Eric und Etan Cohen haben ein wundervolles Drehbuch geschrieben.“

Autor und Regisseur Darnell sagt dazu: „Es ist wie eine Kettenreaktion. Wenn die New Yorker in das Flugzeug steigen, das von Madagascar abheben wird, wer sitzt da mit an Bord? Nun, es ist die Air Pinguin, denn die mussten die Maschine reparieren und werden im Cockpit sitzen. Also weiter mit den Pinguinen. Auch Julien und Maurice und Mort dürfen nicht zurückbleiben. Sie sind witzig. Sie gehören zur Gruppe, genau wie die Affen Phil und Mason. Und zack, schon hat man eine riesige Entourage. Somit mussten wir mit diesen Figuren arbeiten, aber auch mit den neuen Tieren, die sie in Afrika treffen – das alles ist ein großer Balance-Akt.“

Die Tatsache, dass diese Figuren eben so beliebt sind – nicht nur die Zootiere, sondern auch Julien und seine Höflinge, die Pinguine und die Affen –, erwies sich als eine der größten Herausforderungen. McGrath erklärt: „Weil man diese Figuren liebt, will man mit jeder einzelnen davon Zeit verbringen, aber es ist sehr schwer mit den unabhängigen Erzählsträngen zu jonglieren. Deshalb ist das immer eine Herausforderung. Ich denke, wir haben sie gemeistert. All unsere sekundären Geschichten unterstützen die Hauptstory, und das ist bei einer Besetzung von 13 Figuren gar nicht einfach.“

Die Autoren stellten Alex in den Mittelpunkt des Geschehens, anhand des Treffens mit seinen Eltern, die sich als ganz anders erweisen. Alex ist der König von New York, der Showman, ein Star – alles Merkmale, die ihn in der afrikanischen Savanne wahrscheinlich nicht sehr weit bringen würden. Und wie ist es für Marty - der schon immer davon träumte einmal gemeinsam mit der großen Zebraherde galoppieren zu können, wenn er wirklich Teil einer riesigen Herde von Zebras wird, die alle genau so sind wie er selbst? Gloria ist nun etwas erwachsener geworden und hat das Gefühl, es könnte an der Zeit sein eine Beziehung einzugehen – und genau diese Gelegenheit bietet sich ihr. Melman wird nicht nur von einer Giraffenherde umzingelt, sondern muss sich auch mit seinen wahren Gefühlen für Gloria auseinandersetzen… genau in dem Moment, da sie von einem anderen umworben wird.

Der erste Film hatte laut Meinung der Autoren sowohl etliche breit angelegte, komische Szenen, aber auch subtile, ruhige Momente, in denen die Figuren etwas in ihrem innersten Wesen entdeckten. Gemäß diesem Thema – jeder ist Teil einer Familie, einer Gruppe – gab es nun Ansätze, um mehr solcher Momente einzubauen. Jedes der Zootiere macht sich auf eine Reise zur inneren Selbstfindung (Wer bin ich wirklich? Was will ich wirklich? Ist es Liebe oder bin ich nur verknallt?), und das stellte die Animations-Spezialisten vor noch größere Herausforderungen: Sie sollten diese Gefühlsregungen nach außen hin sichtbar machen. Kurz gesagt, die Zootiere mussten ihre ganze Schauspielkunst zur vollen Entfaltung bringen – angetrieben von ihren Erschaffern.

McGrath meint abschließend: „Es sind ganz neue Herausforderungen, aber genau dafür sind unsere Animations-Spezialisten ausgebildet. Im Grunde ihres Herzens sind sie alle selbst Schauspieler, die vielleicht nicht selbst auf die Bühne gehen wollen, ihre Animationsfiguren aber zu Höchstleistungen anspornen.“

Produktion: Vier Freunde starten (wieder) durch…

Der Wunsch der Filmemacher lautete also, die Figuren von „Madagascar“ zu vertiefen und dabei Erzählstränge beizubehalten, die noch immer komödiantisch sind, aber dennoch eine emotionalere Färbung erhalten. Würde dies auch den Schauspielern behagen, die ursprünglich diese unvergesslichen Figuren mit erschufen? Allen Darstellern wurde die neue Story vorgestellt, und waren begeistert – der Funke war übergesprungen, die Schauspieler wieder mit an Bord.

In weiser Voraussicht wussten die Filmemacher, dass man für die Weiterentwicklung der Figuren, die nun mehr aus ihrem Seelenleben zeigen sollten, über Werkzeuge von unschätzbarem Wert verfügte: die Schauspieler selbst. Diese Darsteller, die die ursprünglichen Figuren ja zum Leben erweckt hatten, kannten das jeweilige Tier so gut wie sich selbst. Und der Schlüssel zur Weiterentwicklung von Alex, Marty, Gloria und Melman lag genau in den Fähigkeiten der vier Original-Sprecher: Sie können einen Charakter ausloten und gleichzeitig großartig improvisieren.

Darnell beschreibt es wie folgt: „Wir geben den Schauspielern einfach Gelegenheit, das zu tun, was sie am besten können: Sich in diese Figuren hineinzuversetzen und loszulegen. Daraus entsteht unglaublich witziges, umwerfendes und manchmal auch sehr anrührendes Material. Wir haben da den besten Platz der Stadt, sitzen in der allerersten Reihe. Es gibt keinen Ort der Welt, an dem man lieber sein würde als direkt vor der Glasscheibe während einer solchen Aufzeichnung. Das ist weit besser als jedes Theater!“

Trotz aller Freiheiten muss es jedoch ein Fundament geben, auf das die Schauspieler aufbauen können – der Plot wird abgesteckt. Aus der Entscheidung, die Figuren auf dem afrikanischen Kontinent landen zu lassen, würden sich weitere logische Entwicklungen ergeben: Die Tiere würden auf Artgenossen treffen, und die New Yorker bekämen Gelegenheit, sich selbst kennen zu lernen, die Theorie von Zivilisation vs. Wildnis auszutesten und letztendlich festzustellen, wohin sie wirklich gehören.

Den Löwen Alex sollte die Geschichte noch näher an die alte Heimat führen – tatsächlich sollte er zurück nach Hause gelangen, wo er seinen Vater und seine Mutter trifft, die ihn einst an Tierhändler verloren, als Alex noch ein Baby war. Da sein Vater Zuba der Anführer des Rudels ist, hegen sowohl Vater als auch Sohn gewisse Erwartungen – aber wie soll ein Showbusiness-Löwe in der rauen afrikanischen Wildnis bestehen?

„Sagen wir einfach, dass Alex nicht gerade eine glänzende Figur macht, wenn er auf sich auf unbekanntem Terrain bewegt“, erklärt Ben Stiller. „Obwohl er den „Dschungel 101“ auf Madagascar überstanden hat, hängt die Messlatte in Afrika doch um vieles höher, und die Welt ist um so vieles größer. Und da seine Familie vor Ort und sein Vater nun mal der Anführer des Rudels ist, sind die Erwartungen unglaublich groß. Anfangs glaubt Alex, dass alles unter Kontrolle sei – er wird einfach genau das tun, was er daheim im Zoo so tut, und das sollte genügen. Er war ja nicht ohne Grund der König von New York…“

Daraus ergeben sich Missverständnisse, kulturelle Unterschiede, und Alex muss sich den Regeln dieser wilden neuen Welt anpassen, in der die Verlierer – um im Jargon der Unterhaltungsbranche zu bleiben – einfach keine Rolle spielen. All das versetzt Alex einen gewaltigen Schock.

Das Zebra Marty seinerseits muss sich weniger mit Unterschieden, sondern vielmehr mit Ähnlichkeiten auseinandersetzen. Im Zoo hatte Mary immer davon geträumt, einmal in der freien Wildbahn mit seinesgleichen umhertraben zu können. Jetzt bekommt er Gelegenheit dazu – und wie!

Chris Rock sagt: „Es gibt Menschen auf dieser Welt, die stets der Meinung sind, es gäbe etwas Größeres und Besseres als das, was sie haben. Nicht dass Marty seine Freunde und alles andere nicht zu schätzen wüsste, doch er glaubt felsenfest daran, dass Teil einer Zebraherde zu sein das absolut Beste ist. Es ist doch den Versuch wert; er ist ein cooler Typ, also sollte die Party doch umso besser werden, wenn er von vielen anderen coolen Typen seiner Art umringt ist, die seine Interessen teilen, oder?“

Oberflächlich betrachtet mag sich das bewahrheiten; es gilt der alte Spruch: Je mehr, desto besser. Doch jeder Psychologe wird bestätigen können, dass erst die Unterschiede eine Gruppe bereichern.

Rock fügt hinzu: „Es wäre so, als würde dein bester Freund beginnen, sich genauso wie du zu benehmen – sich genauso kleiden, genauso sprechen. Anfangs könnte das schmeichelhaft sein, Nachahmung ist ja eine Form von Anerkennung. Aber schon bald würde das nerven, und man würde den Nachahmer gerne erschießen. Genau so muss man sich seine Situation vorstellen – nur um zighundert Mal schlimmer – all diese Zebras sind ja genau wie Marty! Kein Wunder, dass der Kerl einen Nervenzusammenbruch hat. Wie kann man seine Identität bewahren, wenn jeder andere so ist wie man selbst?“

Der hypochondrische Giraffenmann Melman wünscht sich wohl die meiste Zeit über, er wäre weniger er selbst. Abgeschnitten von seinen gewohnten Speisen (und Medikamenten) im Zoo des Central Park, konnte er in der homöopathischen Umgebung von Madagascar wohl etwas heranreifen – jedenfalls etwas weniger neurotisch werden. Dennoch hat er noch immer Probleme, namentlich seine Zuneigung zu Gloria… nebst den altbekannten gesundheitlichen Leiden.

David Schwimmer erzählt: „Dieses Mal stoßen Melman ziemlich dramatische Dinge zu. Da er sich todsicher ist, das Flugzeug werde abstürzen, offenbart er während des „Todesfluges“ Gloria seine Liebe – die aber schläft leider gerade tief und fest. Dann bringen ihm seine selbst erworbenen Kenntnisse in Medizin den Posten als Schamane unter sämtlichen anderen Giraffen ein. Und als er wieder einmal glaubt, sein letztes Stündlein habe geschlagen, will er sich freiwillig opfern, um Gloria und seine Freunde zu retten. Also meiner Meinung nach ist das ziemlich viel für einen Film.“

Schauspieler Schwimmer genießt die Wiederaufnahme dieser Rolle und die ihm gegebenen Freiheiten beim Improvisieren, und dennoch will er bei der erneuten Darstellung von Melman auch neue Herausforderungen meistern: „Ich staune noch immer darüber, wie man es mit dem Schnitt hinbekommt, als wären die Schauspieler in der Szene wirklich zusammen gewesen. Da wir ja nicht gemeinsam aufzeichnen, stehen wir vor der Schwierigkeit, ohne die Vorgaben der anderen Darsteller improvisieren zu müssen. Meine Strategie lautet daher, den Regisseuren so viel Material wie nur irgend möglich zu geben. So haben sie im Schneideraum mehr Flexibilität, um die jeweiligen Rollen aneinander anzupassen. Am Ende ist es aber wirklich merkwürdig, das Ergebnis zu sehen und festzustellen, dass die Regisseure einige meiner persönlichen Merkmale und Verhaltensweisen auf Melman übertragen haben. Was aber das Giraffenverhalten angeht, so hatte ich schon für den ersten Teil meine Recherchen gemacht – für den neuen Film aber nicht wieder nachgeforscht. Ich hoffe, das merkt man nicht.“

Gloria, die Nilpferddame, hat keinerlei Komplexe was ihr Selbstwertgefühl angeht. Sie weiß ganz genau, wer sie ist. Sie ist selbstbewusst, keck und süß. Als sie an einem Wasserloch auf eine Herde Flusspferde stößt, heißt man sich gegenseitig herzlich willkommen – und besonders Herzensbrecher Moto Moto ist hoch erfreut.

Jada Pinkett Smith war begeistert von der Rückkehr zu „Madagascar“: „Das Original war der erste meiner Filme, den sich auch meine Kinder anschauen konnten. Ich denke, es ist für Frauen immer wichtig, verschiedene Facetten ihrer selbst zu sehen und verstehen zu können, dass es darum geht zu zeigen, wer man im Herzen ist. Gloria hat so viel Selbstvertrauen und ist mit sich vollkommen im Reinen. Ich hoffe, dieser Film kann jungen Mädchen die Botschaft vermitteln, dass es darauf ankommt, wie man sich selbst wahrnimmt. In diesem Film darf ich viel Spaß haben, und vielleicht auch eine kleine Botschaft überbringen.“

Die Schauspielerin war bereits selbst in Afrika und ist von diesem Kontinent sehr beeindruckt: „Afrika ist schwer zu beschreiben. Man kann es eher spüren als beobachten. Natürlich ist die Landschaft absolut großartig, ich habe sogar eine Safari machen können. Mein Mann kann es besser in Worte fassen als ich; er meint: ‚Gott besucht jeden Ort auf dieser Welt – aber er wohnt in Afrika.’ Nur so kann ich es wirklich beschreiben; Afrika ist eine zutiefst spirituelle Erfahrung, man fühlt sich dort verwurzelt.“

In „Madagascar 2“ dreht sich vieles um die eigenen Wurzeln und Identität; wahrscheinlich werden die Zuschauer auch einen Blick auf unsere Hauptdarsteller im Kindesalter werfen können. Und wer könnte einen besseren Jungtier-Alex Darsteller als Ben Stillers eigener Sohn Quinlan?

Tom McGrath berichtet: „Ben Stiller hatte noch keine Kinder, als wir mit der ersten Film begannen; jetzt hat er zwei. Also haben wir ihn gefragt, ob Quinn als Babylöwe in Frage käme. Bens Ehefrau brachte Quinn dann ins Studio. Der Babylöwe spricht zwar nicht viel, meist ist es Gelächter und so… Quinn war perfekt. Wenn man mit Kindern arbeitet, kann man nichts auf Bestellung hervorrufen; das, was später verwendet wird, bekommt man eigentlich genau in den Momenten zwischen den Aufzeichnungen.“

Normalerweise sitzen die Schauspieler im Studio auf hochbeinigen Regiestühlen; Quinlan fand diese Sitzgelegenheit viel zu hoch, und sobald er dort begann sich zu winden und zu quengeln, wurden die Toningenieure aktiv und fingen genau diese Geräusche ein, von denen viele für Junglöwe Alex verwendet wurden.

Jadas Tochter Willow war ebenfalls eine perfekte Stimme für Nilpferdkind Gloria. Die Filmemacher waren ziemlich beeindruckt von Willows Selbstvertrauen und Keckheit, Merkmale, die sie mit ihrer Mutter teilt. Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, hatte die Tochter genau wie die Mutter viel Spaß bei den Aufzeichnungen. Willow Smith meint dazu: „Denn mit den Texten… wenn wir also Mist bauen, dann ist das richtig lustig, denn ich muss lachen, und dann müssen alle lachen, und das macht richtig viel Spaß.“

Produktion: Weitere Passagiere von Air Pinguin

Wenn die Rede von selbstsicheren Charakteren ist, die gerne lachen – man könnte sogar sagen „selbstbezogene Charaktere, die dir ein Lachen abverlangen“ -, dann meint man natürlich den Partytiger und Anführer der Lemuren, Julien.

Um mit den aufbrechenden New Yorkern verreisen zu können, setzt Julien die Tiere davon in Kenntnis, dass das reparierte Flugzeug ihm gehört (den Filmemachern war die Begründung egal – Hauptsache, Julien ging mit an Bord!). In Wahrheit will Julien sein Königreich expandieren – und welcher Ort wäre besser dafür geeignet als New York City? Nach der Landung in Afrika ist er jedoch kaum weniger begeistert, denn jetzt kann er einen ganzen Kontinent erobern… doch nichts liegt ihm ferner als ein militärischer Feldzug. Er ist ja so fabelhaft, dass schon alleine seine Anwesenheit ganze Legionen dazu inspirieren wird, ihm einfach zu folgen, oder?

Eric Darnell meint: „Julien ist eine tolle Figur, wegen der Haltung und des ungewöhnlichen Blickwinkels, die er einbringt. Wer käme anderes in Frage, um diese Figur zu sprechen, als Sacha Baron Cohen? Er verfügt über genau diesen kontrollierten Wahnsinn, wenn er den Text spricht und in die Rolle schlüpft. Ganz egal was er sagt – man muss einfach lachen und ihn lieben.“

Allerdings kommt kein König ohne rechte Hand aus – und es gibt keine bessere rechte Hand als des Königs eigener Cousin, Maurice. Erneut vom entspannten Bariton von Cedric the Entertainer gesprochen, bildet Maurice den wunderbaren Gegensatz zum manchmal fieberhaften Julien – und so entsteht eine Art Laurel-und-Hardy-Duo. Aus Gründen, die nur er selbst versteht, ist Maurice seinem Julien zugetan; trotz der Fehler und Fehltritte des Königs kann Maurice diese Makel vergessen und seinem Herrscher treu zur Seite stehen.

Cedric hat seine eigene Theorie zur Beziehung des Duos: „Ich glaube, Maurice sehnt sich jetzt nach der Anerkennung des Königs, etwas wie: ‚Hey, Mann, weißt du, ich weiß deine jahrelangen Dienste zu schätzen, du bist mein wichtigster Mann…’ Gleichzeitig fühlt sich Maurice wohl in seiner Haut, er steht gerne an der Seite des Häuptlings. Wenn man den König begleitet, ist man immer ganz vorne mit dabei und wird immer wie ein VIP behandelt. Jeder wird dich respektieren. Und auch wenn der große Macker manchmal etwas nervt – nun, er ist und bleibt mein Cousin.“

Diese Ausrede gilt aber nicht für das Verhalten des Königs gegenüber seinem Untertan, dem großäugigen Lemuren Mort; denn obwohl dieser kleine Kerl immer ein treuer Diener Juliens war, ist Julien leider Mort gegenüber nicht so treu. Da nicht als Passagier der Air Pinguin nach New York (mit langfristigem Zwischenstopp in Afrika) an Bord des Flugzeugs durfte, bahnt sich der tapfere und zähe Mort auf eigene Faust einen Weg zu unseren Hauptdarstellern: er durchschwimmt tatsächlich den Kanal von Mosambik, in dem es vor Haien nur so wimmelt. Andy Richter ist erneut der Originalsprecher von Mort, der auf wundersame Weise eine gesamte Performance im Falsett abliefern und trotzdem total niedlich sein kann.

Richter meint: „Die besten Reaktionen bekomme ich von ganz kleinen Kindern; es hat irgendetwas mit seiner winzigen Niedlichkeit zu tun… und wahrscheinlich auch mit seiner leicht nervigen Persönlichkeit, die Kindern ebenfalls gefällt. Eigentlich ist diese Rolle – und damit will ich bestimmt nicht die Hand beißen, die mich füttert – einer der absurdesten Jobs, für die ich jemals bezahlt wurde: Man steht in einem fensterlosen Raum, schreit wie ein kleines Mädchen und bekommt dafür Geld. Ich kann nicht behaupten, dass damit ein Traum wahr geworden ist, denn ich war nicht vernünftig genug, mir einen solchen Traum zuzulegen… Aber wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich genau davon träumen. Dann wäre diese Rolle ein wahr gewordener Traum.“

Und was wäre Air Pinguin ohne die Pinguine? Das militärische Quartett erfreut sich seit „Madagascar“ einer soliden Fangemeinde; so entstanden mit ihnen noch ein Kurzfilm und eine neue Animationsserie. Gar nicht schlecht für flugunfähige Vögel, die sich im ersten Film noch nach der Antarktis sehnten – bis sie feststellten, dass sie gar keine Kälte mögen. Zurück bei den anderen Schiffbrüchigen Zootieren auf Madagascar haben die vier Pinguine ihre straffe Organisation perfektioniert, das verlassene Flugzeug repariert und werden nun die Piloten sein – leider nur auf dem kurzen Flug über den Kanal nach Afrika. Nach der Landung widmen sie sich der Aufgabe, die Maschine wieder flugtauglich zu machen, mit „Hirnschmalz, Spucke und viel Tesafilm“. Doch sie werden auch Ersatzteile brauchen (aus entführten Touristen-Jeeps) sowie die Kraft von feinmotorisch begabten Greifwerkzeugen (mithilfe der von Phil und Mason rekrutierten Affenhorden).

Autor und Regisseur McGrath – der außerdem die Stimme des Pinguin-Chefs Skipper spricht – meint hierzu: „ Die Pinguine bringen Spaß, und die Menschen mochten sie schon im ersten Teil sehr. Es ist toll, sie in bestimmte Situationen zu bringen und zu beobachten, wie ihre militärischen Köpfe darauf reagieren. Die Rolle als Skipper habe ich wohl bekommen, weil ich billig war. Ich bin sozusagen die Arme-Leute-Version von Charlton Heston und Robert Stack, eine Art knallhart denkender Mann für Männer – oder vielmehr Pinguin für Pinguine. In diesem Film bekommt Skipper eine einmalige Gelegenheit, denn er hat schon eine Mannschaft und kriegt jetzt eine Angebetete. Sie ist eine Wackel-Hula-Puppe für das Auto; unserer Meinung nach hatte das Püppchen die perfekte Größe, außerdem kann sie während der gesamten Bruchlandung wackeln. Es begann als Gag, aber dann haben wir es durchgezogen.“

Chris Miller ist ebenfalls wieder als Pinguin Kowalski mit von der Partie: „Ich bin von ihrem Erfolg nicht überrascht – man müsste schon ein Herz aus Stein haben, um einen Pinguin nicht zu mögen. Ich erinnere mich noch an die Arbeit am ersten Teil (als Story Artist); Tom hatte den Einfall mit den Pinguinen und hat eine Szene für sie geschrieben. Als dann die Tonaufnahmen gemacht werden sollten, schnappte er sich einfach ein Paar Leute, die gerade im Raum waren, und ich gehörte dazu. So bin ich wohl zu diesem Job gekommen. Außer dass ich gerade vor Ort war, als Tom sagte: ‚Komm mit, wir machen eine Aufnahme von dir’, gibt es keinen Grund, weshalb ich noch immer ein Pinguin bin.“

Christopher Knights, der den Pinguin Private spricht, sieht sich ebenfalls als Glückspilz. Er hatte einige Probe-Stimmen für „Shrek“ gesprochen und wurde dann für die Rolle des Henkers sowie einer der Blinden Mäuse engagiert. Seither war seine Stimme in fast allen Animationsproduktionen aus dem Hause DreamWorks zu hören. Knights meint: „Im Vergleich zum ersten Teil bekommen die Pinguine in „Madagascar 2“ fast doppelt so viel Leinwandzeit, und auch ihre Rollen wurden bedeutender – das Flugzeug ist ja ein Schlüsselelement. Jetzt spielen sie eine wirklich wichtige Rolle. Unterschätze niemals die Macht der Pinguine.“

So mächtig sie auch sein mögen, sind Pinguine jedoch nicht dazu geeignet einen Schraubendreher zu bedienen. Also wenden sie sich an die Schimpansen Mason und Phil, die aber ihrerseits den Job auch nicht selbst erledigen wollen… und als Unterauftragnehmen wiederum ihre neuen afrikanischen Affen-Bekanntschaften engagieren.

Eric Darnell erläutert: „Diese zwei Affen schleppen ihrerseits an die 10.000 weitere Affen an, die sich daran machen, das Wrack des alten Flugzeugs zu zerlegen. Die vier New Yorker geraten in Streit und gehen in dieser fremden neuen Welt getrennte Wege. Irgendwann aber treten die Affen in den Streik, weil sie sich ausgenutzt fühlen und ihnen ihr Arbeitnehmerrecht auf Elternzeit und Zahnzusatzversicherung vorenthalten wird.“

Mason wird erneut von Conrad Vernon gespielt – er ist Story Artist, Autor und Regisseur, zurzeit verantwortlich für den DreamWorks 3-D-Films „Monsters vs. Aliens“, der nächstes Jahr in die Kinos kommen wird. Vernon gibt zu: „Wenn die Leute herausfinden, dass das meine Stimme ist, können sie es einfach nicht glauben. Anfangs habe ich wie James Mason mit kitschigem Akzent gesprochen, daraus wurde dann eine Art Oberschicht-Schimpanse mit einer ganz eigenen Stimme. Er klingt interessant, aber ganz und gar nicht wie ich. Deshalb sind die meisten überrascht, wenn sie erfahren, dass ich den Mason spreche. Die Arbeit als Sprecher mache ich so nebenbei für DreamWorks, und ich genieße sie sehr.“

Produktion: Neue Gesichter…

Die Ankunft in einem fremden Land bringt ziemlich sicher auch neue Bekanntschaften mit sich. Man weiß vorher nie, wen man treffen wird oder welche Gelegenheiten sich bieten werden, wenn man auf andere Artgenossen trifft. Vielleicht Freunde, mit denen man einen gemeinsamen Style teilt, oder eine neue Berufung, eine neue Liebschaft… oder sogar die lang vermissten Eltern.

Produzent Swift sagt: „Im ersten „Madagascar“-Film drehte sich alles um diese vier Hauptdarsteller und darum, was sie einander bedeuten. In der Savanne treffen die vier auf ihre Artgenossen – und zwar auf viele ihrer Art. Es gibt jetzt also Vergleiche mit anderen Löwen, Zebras, Giraffen und Nilpferden, und unsere vier machen Erfahrungen damit, inwiefern sie diesen Artgenossen gleichen oder aber sich von ihnen unterscheiden. Darüber hinaus wird ihre Freundschaft erneut auf die Probe gestellt.“

Character Designer Andrew Bialk meint: „Der grundlegende Look der Figuren aus „Madagascar“ war an den Illustrationen einen Kinderbuchs der 1950er Jahre inspiriert. Es sind viele kantige Linien, im Kontrast zu den Kurven, also entsteht eine sehr graphische Illustration. Diesen Stil im ersten Teil auf die Leinwand zu bringen, das war eine echte Herausforderung. Jetzt besteht die Herausforderung darin, diese Bildersprache auf alle anderen Figuren anzuwenden, genau wie auf die meisten der neuen Figuren.“

Nun also zu den Eltern von Alex… McGrath sagt: „Alex’ Vater sollte hart, ein Macho, ein Alpha-Löwenmann sein. Aber er sollte nicht wie ein gestrenger General wirken, deshalb war es uns auch so wichtig, ihm eine tolle Stimme zu geben – es musste ein Schauspieler sein, der tough sein und gleichzeitig diese väterliche Wärme vermitteln kann. Wir wollten sicherstellen, dass es diesen väterlichen Unterton gibt, obwohl das Drehbuch auch Textzeilen beinhaltet die ziemlich harsch klingen.“

Auftritt Bernie Mac, der nach Meinung der Filmemacher genau diese perfekte Mischung aus Härte und Beschützerinstinkt aufweist und damit die ideale Stimme für den Alpha-Löwen Zuba liefert. Und was die Familienähnlichkeiten angeht… nun, die gibt es zwar schon, aber der jahrelange, aufreibende Job, das Rudel zusammenzuhalten, hat Zubas Mähne grau und etwas schütter werden lassen und einige Narben hinterlassen.

Eric Darnell berichtet: „Als wir die Rolle von Zuba schrieben und über diese Figur nachdachten, war es wirklich sehr schwierig, den richtigen Ton zu treffen und herauszufinden, wie diese Vater-Sohn-Beziehung genau aussehen sollte. Aber sobald Bernie Mac an Bord kam, strahlte er eine solche Warmherzigkeit und Väterlichkeit in seiner Darstellung von Zuba aus, dass man ihm alles verzeiht. Man verzeiht ihm seine Fehler, man verzeiht ihm seine Irrtümer als Vater. Und man wünscht sich nichts mehr, als dass sich Alex und Zuba wieder versöhnen.“

Während der intensiven Post-Produktions-Phase im August 2008 erfuhren die Filmemacher, dass Bernie Mac im Alter von nur 50 Jahren verstorben war. Der Verlust eines der neuesten Mitglieder der „Madagascar“-Familie berührte alle Beteiligten zutiefst. Jeffrey Katzenberg, Chef von DreamWorks Animation, spricht für alle wenn er sagt: „Es ist unvorstellbar, eines Morgens aufzuwachen und feststellen zu müssen, dass ein solches Ausnahmetalent, ein so wunderbarer Mann und eine so großartige Persönlichkeit unerwartet aus unseren Leben gerissen wurde. Man kann gar nicht genug betonen, wie sehr seine Begabung und Beiträge unseren Film bereichert haben.“

Für die Rolle von Alex’ Mutter suchten die Filmemacher nach der typischen TV-Mutter – mit einem kuscheligen Schoß, Gute-Nacht-Geschichten und hausgemachten Keksen am Wochenende (wenn Löwinnen backen würden). Aber sie durfte für Zuba auch kein Fußabstreifer sein. Das Ziel war er also, eine sanftmütige, aber dennoch starke Gefährtin für Zuba zu finden, die ebenfalls kämpferisch und gleichzeitig mitfühlend sein sollte.

Nachdem sie den Stimmen gelauscht hatten, die von der Casting-Abteilung vorgeschlagen wurden - denn die Filmemacher „sehen“ die Schauspieler selten, da die Stimme ausschlaggebend ist -, entschieden sie sich für Sherri Shepherd aufgrund der Tonlage ihrer Stimme sowie ihres aufrichtigen und warmherzigen Lachens.

McGrath meint: „Sherri Shepherd spricht Alex’ Mutter richtig schön. Das ist der Dreh- und Angelpunkt, denn sie muss sich im Konflikt zwischen Vater und Sohn behaupten und stark sein, darf aber nicht barsch sein. Sherri schafft es, Haltung zu wahren und kraftvoll zu bleiben – sie steht ihre Frau vor Zuba und fühlt mit Alex mit, und wenn es darauf ankommt, kann sie beide in die Schranken weisen.“

Die Bruchlandung von Air Pinguin erweist sich für Gloria als echter Glücksfall, denn die wollte schon seit einiger Zeit romantische Erfahrungen machen. Gloria hofft darauf, nach New York zurückzukehren und an einem Zoo-Austauschprogramm teilnehmen zu können, um in Liebesdingen ihr Glück zu versuchen. Doch mit dem Aufenthalt in Afrika eröffnen sich ihr unzählige Möglichkeiten. Und ein so besonderes Girl wie Gloria braucht einen ganz besonderen Kerl… Und so entwarfen die Filmemacher den Traum-Nilpferdmann einer jeden Nilpferddame – den verführerischen Bullen Moto Moto (dessen Name auf Suaheli „Heiß Heiß“ bedeutet).

Character-Designer Andrew Bialk erklärt: „Wir wussten, dass Moto Moto ein Schürzenjäger und etwas sexistisch sein sollte, also haben wir die kantigen, muskulösen Formen eines Wrestlers der 1950er Jahre mit der Eitelkeit eines Model-Schönlings kombiniert.“

Auf der Suche nach dem geeigneten Performer, der diesem Gottesgeschenk an das Nilpferd-Wasserloch stimmlich das Leben einhauchen konnte, wandten sich die Filmemacher an jemanden, der vom (mutmaßlichen) Hochadel höchstpersönlich empfohlen wurde… Und das ging so:

will.i.am von den Black Eyed Peas arbeitete gerade mit Justin Timberlake an neuem Material. Da er sich für eine Studio-Session verspäten würde, rief will.i.am mit noch schlaftrunkener Stimme an und hinterließ eine Nachricht auf Timberlakes Anrufbeantworter. Timberlake machte einen Kommentar zu besagter Nachricht, und von da an hinterließen die beiden sich gegenseitig jeweils Nachrichten mit unterschiedlichen, verstellten Stimmen. Als Timberlake dann engagiert wurde, um die Stimme des Königs in spe Artie in „Shrek der Dritte“ zu sprechen, wies er Jeffrey Katzenberg beiläufig darauf hin, dass will tolle Stimmen liefern kann. Als sich Katzenberg und will dann später trafen, meinte der Studiochef, der Musiker solle doch auch die Tätigkeit als Sprecher in Erwägung ziehen. Als dann das Casting zu „Madagascar 2“ begann, bekam will einen Anruf von Katzenberg, der ihn zum Vorsprechen einlud.

Eric Darnell sagt: „Als will.i.am ins Studio kam, erzählte er uns, wie sehr im „Madagascar“ gefallen habe und dass er sehr gerne eine Rolle übernehmen würde. Dann sprach er mit dieser Barry-White-mäßigen, verführerischen tiefen Stimme, und wir haben nur gestaunt und konnten es kaum glauben. Diese Stimme aus Moto Motos Mund zu hören war einfach absolut perfekt.“

will.i.am meint: „Der Film „Madagascar“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen; ich habe ihn wahrscheinlich so an die 500 Mal gesehen. Wir waren in Johannesburg am Flughafen, und unser Tourmanager sagte: ‚Auf geht’s, Leute, we gotta move it, move it!’ Genau wie alle anderen auch benutzen wir das ‚move it, move it!’ einfach die ganze Zeit. Es ist mit großem Abstand der Lieblingsfilm unserer ganzen Familie.“

Nachdem er unter Vertrag war, ergab es sich praktisch von selbst, dass will auch mit dem Oscar-preisgekrönten Komponisten Hans Zimmer am Soundtrack zu „Madagascar 2“ zusammenarbeiten konnte – ein Job, den will praktisch auf der Stelle ausführte.

Der Musiker fand sich im Voiceover-Studio wieder (genau wie jeder Schauspieler, der eine Animationsrolle einspricht). Vor ihm lag der Text zu der Szene, in der Moto Moto aus dem Wasser steigt und Gloria zum ersten Mal sieht. will.i.am dachte, es könnte Spaß machen wenn sich der Text reimen würde – und einer der Mitarbeiter schlug vor, dass dieser besondere Moment mit einem Song untermalt werden sollte.

will.i.am erinnert sich: „Ich dachte mir, ja, ein Song wäre hier richtig cool… Also begann ich mit dem Rhythmus, als würden viele weitere Nilpferde seufzen, und manche von ihnen sich auf die Brust schlagen, so kam der Beat. Andere Tiere konnten doch klatschen, oder? Dann vielleicht Affen, die auf ihre Köpfe trommeln. Man bekommt so ein ganzes Percussion-Ensemble, allein mit der Anatomie der Tiere. Moto Moto wäre der Dirigent dieses Dschungels, während er seine Liebe zu Gloria offenbart. ‚Ich mag sie groß, ich mag sie plump. Ich heiße Moto Moto, man sagt es doppelt. Sag’ meinen Namen, Süße, Moto Moto. Sag’ es noch mal, Moto Moto!’“

Intensiv von der Muse geküsst, nahm will.i.am jeden Track einzeln und spontan auf: die Percussion, die Seufzer, den Gesang… und der gesamte Song wurde in nur 30 Minuten in einem Durchgang aufgezeichnet.

Der Musiker meint: „Normalerweise passiert das genau so, schnell und spontan. Sobald man anfängt, sich zu viele Gedanken zu machen, läuft es nicht mehr. Jeder kann sich zu viele Gedanken machen.“

Aber nicht jeder kann ein Liebeslied für eine Nilpferddame in einer halben Stunde komponieren, oder mit einem Song über die Suche nach der Heimat aus der Perspektive eine Flusspferdes liefern: „Über Moto Moto nachzudenken, seine Liebe oder Sehnsüchte zu erklären… anhand meiner Interpretation seiner Persönlichkeit, das gibt mir im Studio einen neuen Ansatzpunkt. Wenn ich sonst für Usher arbeite, dann habe ich Usher im Kopf; wenn ich für Fergie arbeite, habe ich Fergie im Kopf. Da ich jetzt aber für eine Rolle arbeite, die nicht wirklich existiert, kann ich das Spiel so weit treiben wie ich möchte. Moto Moto sagt Dinge zu den Damen, die ich selbst niemals sagen könnte.“

Die Zusammenarbeit mit Zimmer war für beide Künstler eine Bereicherung und führte zu einem einzigartigen Ergebnis: ein straff produzierter, mitreißender Big-Picture-Soundtrack, gespickt mit stark perkussiven, urbanen Rhythmen, afrikanischem und Chorgesang, Harmonien und Beats sowie einem schlichten, folk-artigen Gitarren-Song.

will.i.am fährt fort: „Für ‚The Traveling Song’ bekam ich einen Track von Hans Zimmer, und er meinte: ‚Hör’ dir das mal an.’ Und dann habe ich einfach angefangen… es gehört auch zu meinem Leben. ‚Bin um die Welt gereist, mit Schiffen und Flugzeugen, hab’ mich fehl am Platz gefühlt, wirklich komisch. Bring’ mich an einen Ort wo man meinen Namen kennt, denn ich habe noch nie jemanden getroffen, der so aussieht wie ich. Ich bin ein Fisch auf dem Trockenen mitten im Dschungel, ich bin ein Fisch auf dem Trockenen mitten im Dschungel.’ Das hat auch mit meinem Blickwinkel zu tun, immer unterwegs zu sein und nicht wirklich zu wissen, was Heimat bedeutet.“

Dieser Blickwinkel geht auch auf seine eigenen Erfahrungen zurück, denn als Jugendlicher wuchs er in Südkalifornien auf, und zwar in der einzigen afro-amerikanischen Familie der unmittelbaren Nachbarschaft. Die Schule, die er besuchte, lag eine Stunde mit dem Auto entfernt, im damals hauptsächlich von gut situierten, weißen Familien bewohnten Viertel Pacific Palisades. Seine Freunde stammten aus den unterschiedlichsten Gegenden; „und ich gewisser Weise sehe ich die Tiere in „Madagascar“ genau so. Sie leben in einem Zoo, nicht in ihrer natürlichen Umgebung, und sind abgeschnitten von ihresgleichen.“

Die Unterschiede der Komponisten wirkten sich auch unterschiedlich auf beide aus. will.i.am meint: „Ich weiß nicht, ob ich ihm irgendetwas beigebracht habe, aber ich jedenfalls konnte echt viel von ihm lernen. Sein Studio ist absolute Spitze und die technische Ausstattung ist der Hammer. Ich bin ein Freak und stehe voll auf Technik, also habe ich mir aus seinem Studio einige Anregungen geklaut. Er war toll – denn er arbeitete an unserem Film, und gleichzeitig auch an „The Dark Knight“. Einfach unglaublich.“

Produktion: Afrikanische Fehden

Viele Jahre bevor die New Yorker in Afrika landeten, als Alex noch ein Babylöwe war, gab es einen Löwen namens Makunga, der mitverantwortlich dafür war, dass der junge Löwe Alex verschwand. Makunga hatte Zuba herausgefordert und somit abgelenkt, weshalb Alex ohne Aufsicht umherwanderte. Für Makunga war das ein kleiner Sieg, der sich langfristig auszahlen würde: so wurde ein Mitbewerber um den zukünftigen Posten des Alpha-Löwen ausgeschaltet. Nun ist Alex aber zurückgekehrt – und Makunga ist natürlich nicht erfreut. Tatsächlich setzt er nun alles daran, Alex und seine Familie ein für alle Mal loszuwerden; dann bliebe dem Rudel gar nichts anderes übrig, als Makunga als Alpha-Männchen anzuerkennen. Wer also könnte es aufnehmen mit Makunga, diesem starken, eingebildeten Löwenmann, der so aufgeblasen und intrigant ist?

Tom McGrath sagt: „Alec Baldwin – der von jemandem bei DreamWorks „der köstliche Alec Baldwin“ genannt wird, wegen seiner beeindruckenden Stimme, die einfach die Beste ist, besonders für Animationsfilme. Man hört diese so reichen Nuancen, und er verfügt über eine so ungeheuere Bandbreite. Als diese Figur – die Nemesis von Zuba – also Teil der Geschichte wurde, wollten wir für die Rolle unbedingt einen Schauspieler, der diesen autoritären Ton vermittelt, dazu eine gewisse Schärfe. Allerdings wollten wir keinen nur schwerfälligen Charakter – es musste schon jemand sein, der auch das Komödienfach beherrscht. Alec meistert den brutalen Schurken-Ton, gibt ihm aber eine eigene Wendung und verleiht der Figur diesen einzigartigen Witz. Er ist fies. Er ist gemein. Aber in jedem Detail spürt man auch die Freude.“

Schauspieler Baldwin meint dazu: „Ich wollte mit von der Partie sein, weil ich den ersten Film so witzig fand. Dann sieht man, wer sonst noch Rollen in diesem Film spricht, und denkt sich: ‚Mann, wenn die sogar solche Leute von dem Film überzeugen können, dann muss das wirklich richtig gut sein!’ Jeffrey und die ganze Mannschaft bei DreamWorks verwirklichen die raffiniertesten, kreativsten und technisch besten Animationsfilme der Gegenwart. Und wenn einen die Leute von DreamWorks einladen, dann weiß man einfach, dass das ein tolles Projekt sein wird.“

Über seine Rolle Makunga sagt Baldwin: „Makunga ist noch so ein richtig eitler und engstirniger, selbstbezogener, peinlicher Typ. Das macht dann aber umso mehr Spaß, wenn ihm schließlich der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Es ist ein Film für Kinder, also glaube ich kaum, dass jemand wirklich in Gefahr ist – niemand wird ernstlich verletzt oder brutal aufgemischt. Das sind ja nicht die „Sopranos“. Meiner Meinung nach sorgt Makunga auf unterhaltsame, clevere und liebenswerte Art dafür, dass sich tausende anderer Lebewesen mies fühlen.“

Denkt man daran, wie es ist, sich mies zu fühlen, dann erinnert man sich auch bestimmt an die alte Dame, die Alex mitten in der Grand Central Station halb besinnungslos prügelt – jene alte Dame, die mit ihrer fiesen Handtasche gewaltig gut umgehen kann. Nun darf geraten werden, wer wohl an der allerersten Jeep-Safari teilnimmt, die den Zootieren in Afrika begegnet… Genau, es ist jene Nana, erneut gesprochen von Elisa Gabrielli, die im wahren Leben so ganz anders ist als diese Rolle vermuten ließe.

Produzentin Mireille Soria sagt: „Elisa gehörte zur Loop Group und hatte einige Zeilen Text, die wir in „Madagascar“ eingesetzt haben; ihre alte Dame trat auf und traf Alex heftig in die Weichteile… Als wir dann mit dem zweiten Film begannen, meinte Tom: ‚Wie wäre es, wenn die Zootiere nach Afrika gelangen, diesen Touristen-Jeep sehen, ihm hinterher rennen, um dann an den Rand eines Felsplateaus zu gelangen, von dem aus sie den ersten großartigen Blick über die weite Ebene haben? Und wie wäre es, wenn Nana unter den Safari-Touristen wäre?’ Wir fanden es einfach lustig, sie noch mal auftreten zu lassen, und sei es nur für eine oder zwei Szenen.“

Produktion: Afrika erschaffen (und bevölkern)

Von besagtem Felsplateau aus erblicken Alex, Marty, Melman und Gloria tatsächlich zum ersten Mal das wirklich atemberaubende Panorama der weiten afrikanischen Landschaft. Für die Filmemacher war die Kulisse von Madagaskar im ersten Teil praktisch ein Freifahrtschein, um eine Fantasie-Landschaft zu erzeugen; aber sobald man beginnt, sich mit dem echten Panorama eins der schönsten und meist fotografierten Gebiete der Welt auseinanderzusetzen, braucht es schon ein wenig Realismus. Man widmete sich also der Recherche, sah sich Filme an, Fotos, Bücher und surfte im Internet. Doch ein klügerer Kopf behielt die Übersicht.

Eric Darnell sagt: „Jeffrey Katzenberg meinte, wir müssten dort hinreisen und es mit eigenen Augen sehen. Denn manche von uns meinten, na ja, es sind Bäume und Gras, wahrscheinlich ähnelt es doch dem Simi Valley, oder? Als wir aber wirklich vor Ort waren, stellten wir fest, dass kein Ort der Welt so aussieht wie Afrika. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine Safari in Afrika machen würde, aber es war eine überwältigende Erfahrung und hat sehr zum Zusammenwachsen der Truppe beigetragen. Alle Verantwortlichen der Kreativ-Abteilungen sind gemeinsam hingereist, und wir verbrachten mehrere Tage in der Wildnis, schliefen in Zelten mitten in der Savanne. Diese Erfahrung, als kreatives Team so eine Landschaft aus nächster Nähe gemeinsam erleben zu können, war von unschätzbarem Wert. Denn nach unserer Rückkehr und für die Dauer der nächsten zwei, drei Jahre konnten wir immer sagen: ‚Erinnerst du dich als im Masai Mara die Sonne gerade unterging und die Zebras durch das Gras wanderten?’ Jeder kann sich erinnern und das abrufen; daraus wurden die wichtigen Elemente für unseren Film geschöpft. Die Reise nach Afrika war unverzichtbar.“

Tom McGrath erzählt: „Wenn man nach Afrika kommt, versteht man erst, wie groß das Land ist. Es gibt natürlich Gras und Bäume und Pflanzen, die einen an andere Orte erinnern, aber wenn man direkt vor Ort ist, weitet sich der Blick dermaßen, dass man glaubt, die Rundung des Planeten Erde am Horizont erkennen zu können. Das war der Augenblick, an dem wir verstanden, dass wir wirklich diese Dimensionen vermitteln mussten, um Afrika in unserem Film glaubhaft wirken zu lassen. Und zwei Drittel von dem, was man sieht, ist Himmel. Da haben wir kapiert, dass der Himmel einen Großteil unseres Films ausmachen würde… und wie sollten wir das bloß bewerkstelligen?“

Produzent Mark Swift berichtet: „Die Hauptverantwortlichen im Team besichtigten rund fünf verschiedene Orte in Afrika. Dieser Kontinent – das haben schon so viele gesagt – ist ein magischer Ort. Man erfährt dort Dinge, die man sich nie hätte vorstellen können, wenn man Afrika nur aus dem Fernsehen oder aus Kinofilmen kennt. Im visuellen Sinn wurde uns allen die enorme Weite des Himmels bewusst. Das Land ist extrem flach, dann gibt es diese wunderschönen Vulkane in der Ferne. Aber der Himmel und die Wolken – das wurden wirklich herausragend wichtige Elemente für uns. Auch die schiere Menge an Tieren zu beobachten, die sich dort frei umherbewegen, machte uns bewusst, dass wir für diesen Film ein großes Massen-System würden ausarbeiten müssen.“

Die Filmemacher konzentrierten sich also auf das Arsenal von DreamWorks, um diese Dimensionen sichtbar zu machen; Produzentin Soria sagt: „Die große Herausforderung in diesem Film waren die Massenszenen, auf Schritt und Tritt. Im Laufe der Geschichte treffen unsere Tiere auf Zebraherden, große Flusspferdgruppen, Löwenrudel. Sorgen hat uns bereitet, dass es viele Tiere unterschiedlicher Größen gab… wie sollte das gedreht werden? Also war alles insgesamt größer: der Himmel, die Massen. Zusammengefasst ergab das eine Herausforderung hinsichtlich der Ausmaße.“

Kendal Cronkhite, Produktionsdesignerin bei „Madagascar“ sowie „Madagascar 2“, zeichnete verantwortlich für die visuelle Umsetzung all dieser… Ausmaße. Im ersten Teil waren ihre Designs fantastischer, schlicht aber gleichzeitig stilisiert. In der aktuellen Fortsetzung sollte die Umgebung etwas greifbarer und ausgefeilter sein; dennoch konnte die Designerin die stilgebenden Elemente und die vorgegebene Schlichtheit erneut aufgreifen und sie „afrikanisieren“, woraus ein nie zuvor gesehenes Afrika entstand, das auf realen Vorgaben basiert, aber dennoch durch den Blickwinkel des Designers gefiltert wird. Außerdem konnte sie die Weitläufigkeit der Umgebung, besonders die Merkmale des Steppengrases, im Film aufgreifen, um eine epische Atmosphäre zu erzeugen.

Ein Großteil ihrer Zeit verbrachte Cronkhite damit, das auf der Realität basierende Afrika mit stilisierten Tieren zu erschaffen. Am effektivsten konnte sie das erzeugen, indem für jede Figur eine entsprechende Umgebung geschaffen wurde: „Dort, wo das Flugzeug in der Savanne landet, wollten die Regisseure den Eindruck eines Niemandslandes erwecken. Wir kehren mehrmals an diesen Drehort zurück, denn die Pinguine reparieren mit den Affen das Wrack, und der Ort wird zu einer riesigen Baustelle; die umgebende Vegetation ist ziemlich rau und struppig. Um das Wasserloch herum haben wir spezifische Punkte für die Zootiere und ihre Gruppen. Es gibt das Giraffen-Areal, mit hochaufragenden, wehenden und gebogenen Akazienbäumen – sie haben diese karamellfarbige, wirklich schöne Baumrinde. Auf dem Gebiet der Flusspferde gibt es Bäume, die wirklich außergewöhnlich aussehen, wie große Rotweinkelche – und viel Farn, Palmen sowie üppigeres Grün, denn es ist ja eine Art Spa. Dieses Gebiet befindet sich am Rande des Wasserlochs und zeigt kleine Pools, die von Felsen unterteilt werden.“

„Dann kommt man auf Zebra-Gelände“, fährt die Produktionsdesignerin fort, „und da haben wir Gras, damit sie herumrennen können; also Gras, Steine und – ironischerweise - Zebrabäume, eine Unterart der Akazien. Das Löwen-Areal besteht aus Felsen und Lava-Gestein. Außerdem sehen wir dort viele Pflanzenarten, z.B. die Regenschirm-Bäume, eine Kakteen-Art.“

Die Bruchlandung der Air Pinguin an einem ganz neuen Schauplatz brachte auch andere Sorgen und Herausforderungen mit sich. Der erste Film spielte größtenteils im Dschungel, und die Figuren agierten vor lebendiger Pflanzenkulisse. Afrika ist praktisch das genaue Gegenteil davon – keinerlei greifbare Kulisse, der Blick kann ungehindert hunderte Kilometer weit bis an den Horizont schweifen.

Außerdem sollte diese Fortsetzung, aufgrund der etwas persönlicher gehaltenen Erzählstränge, die witzigen und breit angelegten komödiantischen Elemente aus dem ersten Teil beibehalten, aber dennoch die Möglichkeit bieten, in einen anderen Gang zu schalten, um einen subtileren, ausgefeilteren Animations-Stil zu ermöglichen, wenn die Story danach verlangte. Der Grundton sollte lustig sein, aber gleichzeitig vermitteln, dass ständig Gefahr lauert.

Rex Grignon, wiederum Leiter der Figuren-Animation, erläutert: „Wir behalten den Stil aus dem ersten Film auch hier bei. Das ist ein grundlegender Bestandteil dieser Welt. Doch in der Fortsetzung haben wir Gelegenheit, unsere Helden auf persönlicher Ebene zu begegnen – und da sind große, verrückte Einlagen nicht angebracht. Allerdings wollten wir auch nicht nachlassen. Es gibt noch immer viel Spaß und witzige Blödelei, zusätzlich aber eben auch private Momente, z.B. als Alex mehr über seine Vergangenheit erfährt. Mit diesen Momenten der Aufrichtigkeit wollen wir also behutsam umgehen. Wenn aber die Pinguine den Jeep entführen und man ein großes Finale aufbaut – da muss man richtig verrückte und witzige Sachen machen. Das haben wir nie vergessen. Wir bemühen uns lediglich um eine Kontinuität hinsichtlich der Figuren und loten sie noch ein bisschen tiefer aus.“

Von ganz besonderer Bedeutung bei dieser Bemühung der Filmemacher, die Komödie fortzuführen und sich auch gefühlsbetonte Momente zu gestatten, ist natürlich die Kameraarbeit. Da die Kluft zwischen computeranimierten und digital erzeugten Bildern immer kleiner wird, setzt sich der Trend fort, durch den Talente des einen Fachs fließend in das andere überwechseln. Guillermo Navarro, der für „Pan’s Labyrinth“ mit dem Oscar für die beste Kamera ausgezeichnet wurde, kam für „Madagascar 2“ auf die Reise nach Afrika mit an Bord.

McGrath meint: „In unserem ersten Film mussten wir Einstellungen aneinanderreihen, und das sah dann aus wie eine Postkartensammlung. Wir wussten aber, dass wir durch viele dieser Räume eine bewegte Kamera fahren lassen wollten. Ein Kameramann, der mit Live-Action-Filmen Erfahrung hat, würde uns dabei helfen, für den zweiten viel eine bessere visuelle Sprache zu finden. Mireille Soria hat Guillermo zu uns gebracht, und er ist großartig. Er hat uns in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet.“

Darnell fährt fort: „Alles, was man mit einer Kamera in der echten Welt tun kann, kann man auch mit unseren virtuellen Kameras machen: hinzoomen, wegzoomen, unterschiedliche Linsen verwenden, verschiedene Kamerafahrten… Und mit der virtuellen Kamera können wir sogar noch mehr tun, denn man muss nicht für einen Hubschrauber oder teuere Aufbauten bezahlen, wenn die nötig werden sollten. Da hier die Kameraarbeit so ausschlaggebend ist, besonders in diesem Film – wegen der Ausmaße und Dimensionen der Umgebung sowie der Action -, brauchten wir einen Kameramann mit einem in der realen Welt geschulten Blick.“

Navarro begann mit einem Seminar „Einführung in die Kameraarbeit“, das er für die Filmemacher und Teammitglieder hielt. Er hielt anfangs eine laufende Kamera in der Hand und zeigte den Teilnehmern, wie er die richtige Einstellung für einen Dreh findet. Dann reichte er die Kamera herum, erst an die Regisseure, dann an alle anderen, und bat seine „Studenten“, ihre eigenen Einstellungen zu finden. Das so gedrehte Material barg etliche Offenbarungen; die in dieser freien und unbelasteten Umgebung gemachten Erfahrungen waren sehr nützlich, als man die Arbeit am Computer aufnahm, bei der man weitaus mehr Zeit und intensiveren Aufwand benötigt.

Als das Team begann mit 2-D-Storyboards zu arbeiten, in die man dann eine bewegte Kamera einfügen wollte, gab Navarro den Rat, Menschen in einem Raum zu versammeln, ihnen das Drehbuch zu geben und die jeweilige Szene mit der Kamera zu erforschen. Wiederum gab es wertvolle Erkenntnisse, als man entdeckte, wie eine Szene jeweils funktionierte (und wie eben nicht). Die Teilnehmer waren auch Animations-Spezialisten, die jetzt über bessere Kenntnisse hinsichtlich der emotionalen Entwicklung der Figuren in den jeweiligen Szenen verfügten. Eine der Szenen, bei denen man dieses Verfahren einsetzte, war der Streit zwischen den vier Freunden, der eskaliert während die Affen das Flugzeug immer weiter zerlegen.

McGrath lacht: „Wir haben wahrscheinlich die Schultheater-Version dieses ganzen Film auf Video. Diese Übungen, in denen wir wirklich gedreht und Probleme gelöst haben, hatten wirklich großen Einfluss auf unseren Film.“

Die Idee der „Animations-Spezialisten als Schauspieler“ wurde noch weiter getrieben, als man sich einem mehrtätigen Workshop unterzog, um sich selbst als Künstler noch weiter herauszufordern. Die Figuren wurden in Diskussionen seziert und analysiert – ganz ähnlich wie es ein Schauspieler in der Vorbereitung auf seine Rolle tun kann, indem er Hintergrundinformationen dazu sammelt. Bevor dann eine Einstellung ausgeführt wurde, konnte jeder Animations-Spezialist eine Szene in unterschiedlichen Varianten vorspielen, wobei er in die Rolle der jeweiligen Figur schlüpfte. Das gab allen einen tieferen Einblick in die Figuren und ein besseres Verständnis der Emotionen, die die Filmemacher unbedingt vermitteln wollten. So verfügten die Animations-Spezialisten über einen Werkzeugkasten, um subtilere Ausdrucksformen – sowohl an der Oberfläche als auch im Subtext – auszugestalten.

Cassidy Curtis, Leiter der Animation, meinte sogar: „Ich habe an fast allen Figuren gearbeitet, und einige der neuen haben richtig viel Spaß gebracht. Tom und Eric sind sehr offen für die Ideen, die wir ihnen vorschlagen, und der Kommunikationsprozess war nie eine Einbahnstraße, sondern immer von Teamwork geprägt. Den Animations-Leuten dabei zuzusehen, wie sie sich vor die Regisseure stellen und eine neue Idee präsentieren, etwas ausprobieren, und die Regisseure sagen dann: ‚Ja, das ist echt witzig, versuchen wir es mal damit’ – und dann Zeuge davon zu werden, wie die Gesichter der Animateure strahlen, wenn sie aus der Vorführung der Tagesproben kommen und gesehen haben, dass ihre Idee genutzt wurde, das ist einfach großartig und eine sehr befriedigende Arbeit.“

Zur vollständigen Koordination der hunderten von Filmschaffenden vertraute DreamWorks erneut auf die Technologie von HP, durch die beide Niederlassungen in Kalifornien verbunden sind, eine in Glendale (Südkalifornien) sowie PDI in Redwood City (Nordkalifornien): das Virtual Studio Collaboration-System (VSC). Dadurch sitzen räumlich getrennte DreamWorker virtuell im gleichen Raum, umgeben von 10 Quadratmeter großen Videowänden. Diese Technologie erwies sich als besonders nützlich für Produzentin Mireille Soria, deren Ehemann und Familie sie größtenteils an Südkalifornien gebunden halten. Nachdem sie die Gelegenheit, auch bei der Fortsetzung als Produzentin verantwortlich zu zeichnen, beim Schopf gepackt hatte, musste sie nun deutlich seltener nach Redwood City reisen (wo der Großteil des Teams arbeitete), und zwar dank der Videokonferenzen, die sämtliche Abteilungen gleichzeitig auf dem Laufenden hielten.

Produktion: Noch effektvollere Film-Effekte

Phillippe Gluckman, der auch schon im ersten Film für die visuellen Effekte verantwortlich war, ist der Meinung, dass diese Effekte schon damals schwer zu verwirklichen waren… bis er feststellte, welche Herausforderungen die Fortsetzung „Madagascar 2“ für ihn bereithielt.

Gluckman erläutert: „Den Dschungel für den ersten Teil zu erschaffen, mit der dichten Vegetation, das war damals eine große Leistung, besonders weil es um Dschungel plus Tiermassen und Dinge wie Felltexturen ging. Aber in gewisser Hinsicht diente dieser Dschungel auch als Schutzschild; ab einer bestimmten Tiefe gab es keinen Durchblick mehr, daher musste man nicht allzu viele Pflanzen erschaffen, denn die würde man nicht mehr erkennen können. Im neuen Film aber sind die Landschaften viel offener, man kann praktisch bis zum Horizont blicken; daher ist das komplexeste Element hier tatsächlich das Gras. Ein Meer aus Gras bis zum Horizont. Außerdem sieht man die Tiermassen, bis in den hintersten Winkel. Gras zu erzeugen ist sehr schwierig, denn grundsätzlich muss der Computer jeden einzelnen Grashalm generieren… und daraus wird einfach eine gigantische Datenmenge.“

Als Ergebnis der Reise nach Afrika stellte Gluckman fest, dass nicht nur der weitläufige Himmel ein Problem werden würde, sondern auch die Wolken, die manchmal einzeln den Himmel schmücken, manches Mal dann den gesamten Raum einnehmen. Besonders die Ausleuchtung dieser Wolken faszinierte ihn, denn „in allem steckt stets eine große Unvorhersehbarkeit“.

Um diese Unvorhersehbarkeit von Mutter Natur und ihren großartigen Umgang mit Licht und Wolken auch im Computer erzeugen zu können, brauchte man eine eigene Software, durch die man die Wolken selbst als 3-D-Elemente erschaffen kann, die dann im Computer ausgeleuchtet werden würden – eine schwierige und aufwändige Aufgabe, die den Rechnern viel Zeit abverlangte.

Gluckman fährt fort: „Wir haben die Grenzen der Technologie bis ans Limit gepusht, um das Licht durch die Wolken schimmern zu lassen, die auf einzigartige Weise durchscheinend wirken. So haben wir beeindruckende Bilder erzeugt, die wir entweder direkt eingesetzt haben – dort wo die Wolken aus 3-D-Elementen bestehen -, oder aber den Malern als Grundlage dienten. So sind faszinierende Looks entstanden.“

Darnell meint: „Man muss sich das so vorstellen, als wäre man im Inneren einer Glaskugel, umgeben von gemalten Wolken. Wir haben uns aber für dreidimensionale Wolken entschieden, die computertechnisch gesehen viel teurer und eine mächtige technische Herausforderung sind. Um aber wirklich diesen Eindruck von Weite und Größe zu vermitteln, diese rollenden Körper aus der richtigen Perspektive vorbeiziehen zu lassen – also, das ist mit einer gemalten Kulisse nur sehr schwer zu schaffen. Mit den dreidimensionalen Wolken konnten wir den Himmel richtig lebendig werden lassen, und gleichzeitig diese perspektivische Weite einbringen, die wir für die afrikanische Landschaft unbedingt brauchten.“

Um diese Wolken dann aber in die Einstellungen einzupassen, damit so die Gesamtkomposition der einzelnen Einstellung unterstützt wurde, kamen die Kulissenmaler ins Spiel. McGrath sagt: „Wir haben dieses Team von unglaublich talentierten Kulissenmalern bei uns, die diese Himmel erzeugen, die sich bewegen und auch Licht reflektieren können. Da zwei Drittel unserer Leinwand über weite Teile des Films vom Himmel ausgefüllt werden, haben wir uns sehr auf diese Fachleute verlassen, um unsere Sets und Einstellungen zur Geltung zu bringen.“

In diesen Einstellungen gab es sowohl bewegliche Herausforderungen – wie tausende von Tieren – als auch andere, z.B. das fließende Wasser, oder eben die Milliarden Grashalme. Dieses fast ein Meter hohe Steppengras tut weitaus mehr als nur die Savanne zu überdecken; es muss auch „agieren“, also unter den Hufen knicken, sich auseinander biegen wenn die Tiere vorbeiziehen. Erneut kam den Filmemachern die Technologie zur Hilfe, mit einem weiteren System zur Aufzucht und Kontrolle dieser Grashalme. Es sind Lichtjahre des Fortschritts gegenüber dem ersten „Madagascar“-Film, in dem die Figuren noch keine Objekte greifen oder ihr Fell berühren konnten. Die Computer-Künstler von DreamWorks haben die Möglichkeiten immer weiter ausgebaut und verbessert; jetzt können die Figuren sowohl Haar als auch Fell bewegen, und wenn sie auf den Boden fallen, wird das auch in der Behaarung sichtbar.

Scott Peterson, Leiter der Effekte, meint: „Wir machen viel mit Gras. Am schwierigsten wird es, wenn das Gras und die Figuren miteinander in Berührung kommen. Also musste das Gras auch animiert werden können, damit wenn eine Figur darauf tritt, das Gras entsprechend reagieren kann. Außerdem haben wir herausgefunden, dass es nicht wirklich gut aussieht, wenn das Gras zu ordentlich ist. Also haben wir das verbessert, mit einer großen Menge gesteuerten Windböen, woraus wieder sekundäre Bewegungen entstehen.“

Einen so akkuraten Umgang mit Dingen wie Gras, die Animation der Blätter und des Staubs nennt man „unsichtbarer Effekt“ – also unsichtbar in dem Sinne, dass es sich organisch in die jeweilige Szene einfügen soll, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Etliche Arbeitsstunden werden damit verbracht, diese Animationselemente als Bestandteil der Szenen zu übernehmen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Kontrolle der Massen, besonders wenn es um die großen Tierherden geht, die auf der afrikanischen Savanne zu finden sind. Darnell sagt: „Sobald man hundert unterschiedliche Figuren in einer Einstellung hat, muss man einen Weg finden, um diese Szene natürlich wirken zu lassen. Bei einem kleinen Zyklus, in dem eine Figur nur winkt, ist das leicht. Wenn die Einstellung aber zu lange dauert, erkennt man die Wiederholung. Und wenn man nicht genug Variationen dazu eingeplant hat, dann tut der erste das, und drei Figuren weiter tut ein anderer ebenfalls genau das. Das menschliche Auge erkennt diese Muster sofort. Deswegen sind Massenszenen eine echte Herausforderung, sowohl kreativ als auch technisch gesehen, damit diese Massen von Lebewesen auf natürliche und organische Weise animiert werden können. Noch schwieriger ist es aber manchmal, unsere Figuren aus den großen Tiermassen heraus zu betonen. Zebras sind ja aus gutem Grund auf dieses Schwarz-Weiß-Muster festgelegt: damit wenn sie mit der Herde laufen, man keine Einzeltiere unterscheiden kann. Um also Marty in der Herde sichtbar zu machen, beleuchten wir ihn entweder etwas stärker, oder wir machen die übrigen mit Staub oder Schmutz etwas dunkler, oder arbeiten mit unterschiedlichen Tiefenschärfen. Damit haben wir Aufgaben übernommen, die sich Mutter Natur genauso gestellt haben. Wenn wir unsere Löwen in die authentische afrikanische Savanne entlassen – sind sie plötzlich unsichtbar. Einen Löwen kann man in dieser Umgebung nicht finden, denn er tut gerade genau das, was er tun soll: er wird eins mit der Landschaft, damit das Beutetier ihn nicht erkennt. Deshalb mussten wir uns bei der Farbgebung unserer Löwen etwas einfallen lassen, sie etwas stärker betonen, oder die Farbe des Grases blasser machen – und damit Mutter Natur ein Schnippchen schlagen, denn wir wollen unsere Figuren auf der Leinwand ja sehen können.“

Mir dieser Präzisionsarbeit zugunsten von Details und Bewegungsabläufen konnte die Fortsetzung „Madagascar 2“ unabsichtlich einen Rekord gegenüber dem ersten Teil brechen: zwölf Millionen Rechnerstunden waren für den ersten Film notwendig gewesen – jetzt waren es fast 30 Millionen.

Produktion: Nun, zumindest war es ein Non-Stop-Flu

Eine großartige Comedy-Action-Sequenz entwickelt man nicht über Nacht; es ist eine langwierige Prozedur des Hinzufügens und Wegstreichens, die Monate in Anspruch nehmen kann. Man probiert unterschiedliche Kameraeinstellungen, Dialoge, u.s.w… Doch ganz gleich wie viele Filmemacher-Stunden auf der Suche nach der tollen Sequenz vergehen – der ersehnte Zauber kann sich nur dann einstellen, wenn die Ausgangsidee gut war. Wie im Falle eines Flugzeugs, das von Pinguinen geflogen wird, sich aber nur kurz in der Luft halten kann, bevor es eine Bruchlandung in Afrika hinlegt.

Tom McGrath erzählt: „Eines Nachts hatte ich einen Anfall von kreativem Fieber, also habe ich die Rohversion dieser Idee skizziert, wie die Bruchlandungs-Sequenz funktionieren könnte. Es waren wirklich nur die groben Umrisse. Aber während der ganzen Zeit, in der wir dann daran arbeiteten, haben wir diese Skizzen wieder zu Rate gezogen.“

Eric Darnell fügt hinzu: „Es ist ein weiterer Beweis für Toms Talent, dass die fertige Sequenz praktisch exakt so wurde, wie er sie in jener Nacht entworfen hatte.“

Es war ein gruppendynamischer Prozess, den Mireille Soria verglichen hat mit „den Rittern der Tafelrunde, bei der jeder Einzelne etwas beiträgt… und zwar von Anfang an; genau so haben wir die Probleme gelöst, die sich uns stellten.“

Die Filmemacher waren sich nicht zu schade, frische Werkzeuge oder Ideen einzusetzen, wenn es daran ging, etwas zu kreieren oder zu verbessern – und ein herausragendes Beispiel dafür ist besagte Bruchlandungs-Sequenz. Sie setzten Navarros Vorgehensweise ein, um die Szene vorab mit einer Kamera „real“ einzufangen. Animations- und Layout-Spezialisten wurden auf einer Couch festgeschnallt, die kopfüber hing – alles gefilmt mit einer wackligen Kamera auf der Suche nach den besten Winkeln und Bewegungen. Mit visuellen Effekten wurde der Realismus noch betont, anhand von aufgeblähten Gardinen, zerzausten Mähnen, vom Wind abgerissenen Bauteilen – genau wie bei einer Weltraumkapsel während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre.

Das ultimative Ziel bestand darin, diesen Comedy-Flugzeugabsturz auf das höchste Niveau hochzuschrauben. Das Flugzeug nimmt Fahrt auf, während es außer Kontrolle gerät; Rauchschwaden entweichen in perfekten Korkenzieherlocken; die Kamera wackelt, während sie die unterschiedlichen Reaktionen der Passagiere einfängt; Flammen werden durch die Luken sichtbar, während die Maschine durch die Luft schießt; das Licht im Inneren des Flugzeugs wechselt während der Rumpf auf den Boden zurast. Darnell sagt: „Man hat das Gefühl, selbst in diesem Flugzeug zu sitzen. Trotzdem ist es unterhaltsam und lustig, denn alles wird von den Figuren getragen, zusammen mit diesen großartigen, soliden Comedy-Konzepten, die schon von Tom in der Skizze begründet wurden.“

Scott Peterson fasst zusammen: „Bei jeder einzelnen Einstellung in der Bruchlandungs-Sequenz gab es zwischen 15 und 30 Spezialeffekte. Wir brauchten rund sechs Wochen für jede Einstellung, die nur ein paar Sekunden lang ist. Auch auf die Gefahr hin, das Offensichtliche zu betonen: Flugzeugabstürze machen viel Arbeit.“

Produktion: Sonnenuntergang in Afrika

Von den Filmemachern, die jeweils mehrere Jahre ihres Lebens der Fertigstellung von „Madagascar 2“ widmeten, hatte jeder einzelne eigene Ziele zu verwirklichen – doch alle gemeinsam arbeiteten voller Hingabe an der Story der Zootiere, die zurück in den heimischen Central Park wollen.

Mark Swift meint: „Jede der Figuren wächst in diesem Film. Bei Alex geht es darum, herauszufinden, wie er als Löwe in Afrika er selbst sein kann. Bei den anderen geht es um die Begegnung mit ihren Artgenossen. Marty kann zum ersten Mal ein Teil der Herde werden, was schon immer sein Traum gewesen ist… aber gefällt ihm das wirklich, nachdem er all die anderen Zebras getroffen hat? Bei Gloria geht es um eine romantische Begegnung, vielleicht sogar um echte Liebe, also lernt sie hier zum ersten Mal ein Nilpferdmännchen kennen. Und Melmans Geschichte dreht sich um eine Offenbarung – er entdeckt, dass er Gloria liebt und schon immer geliebt hat.“

Mireille Soria erklärt: „Sie werden immer New Yorker bleiben. Tief in ihrem Herzen sind sie das immer. Da kommen sie her. Dorthin wollen sie schließlich zurück. Das war auch für uns ein großes Thema: Bleiben sie in Afrika? Oder kehren sie zurück? Alex hat jetzt eine Familie, und ich selbst habe eine Familie. Obwohl meine Kinder schon größer sind, will ich nicht, dass sie ausziehen… Und trotzdem ist das ja das Ziel, unabhängige Kinder großzuziehen; deshalb stellen wir wie Alex’ Eltern fest, dass sein Weg ihn von ihnen weg führen kann, das aber nicht bedeutet, dass die Familie per se auseinander gerissen wird. Und schon gar nicht, dass man sich nicht liebt. Es ist also eine ziemliche Herausforderung, denn viele Zuschauer werden das kaum verstehen – vor allem die Kinder. Aber die Eltern schon, und wie!“

Tom McGrath meint: „Dieser Film ist noch größer, besser, lustiger – hat aber auch eine Geschichte, mit der sich die Menschen intensiver identifizieren können, denke ich. Die Zuschauer sollten sich mit den Situationen identifizieren können – vielleicht nicht gerade mit der Bruchlandung, aber schon mit Themen wie Elternschaft, Identität und Liebe. Natürlich soll das Publikum auch lachen können – das ist unser Hauptziel -, aber man wird auch etwas gerührt sein. Und wir sind der Überzeugung, dass diese Fortsetzung noch mehr Gelegenheit bietet, eine großartige Geschichte zu erzählen und das Publikum zu berühren.“

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