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Mel Gibsons treue Freunde

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Mad Max Poster

Sein Talent hat kaum jemand angezweifelt - dafür aber die meisten seinen Charakter. Doch Mel Gibson so einfach abzuurteilen, wird ihm offenbar nicht gerecht.

Mel Gibson haut immer wieder voll daneben - und polarisiert dadurch Hollywood Bild: Kurt Krieger

Also gut, er hat’s aber auch wirklich bodenlos überzogen: Antisemitische, rassistische und homophobe Äußerungen, Gewaltausbrüche gegenüber seiner Partnerin Oksana Grigorieva - dazu sein ewiges Alkoholproblem. Mel Gibson hat mehr als nur einen seelischen Defekt. Kein Wunder, dass er in Hollywood seit Langem alles andere als wohlgelitten ist.

Aber: So eindimensional klar scheint die Sache nicht zu sein. Schließlich muss man immer wieder erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass der zweifache Oscar-Preisträger auch extrem treue Freunde hat. Jodie Foster bezeichnete ihn als „behaglichste und netteste Person ist, mit der ich je gearbeitet habe“. „Nachdem ich ihn zum zweiten Mal getroffen hatte, wusste ich, dass ich diesen Mann für den Rest meines Lebens lieben werde“, bekannte sie in einem Interview.

Auch sein alter Freund Robert Downey Jr. wird nicht müde, für ihn eine Lanze zu brechen: „Er hat mir ein Heim gegeben und dafür gesorgt, dass ich wieder Essen auf dem Tisch hatte“, sagte der vor einiger Zeit. Und die Liste seiner Getreuen ist nicht nur lang - sie ist dazu in jeder Hinsicht erstaunlich vielfältig. Um nur ein paar zu nennen: Sly Stallone: „Ein starker Typ“. Danny Glover: „Er ist mein Freund“. Gary Oldman: „Sowas haben wir doch alle schon mal gesagt.“ Whoopi Goldberg „Ich habe mit ihm genug Zeit in meinem Haus mit meinen Kindern verbracht. Wie kann ich da sagen, dass er ein Rassist ist?“

Alles Hollywood-Veteranen, die natürlich zusammenhalten? Keineswegs. Auch jüngere Stars finden in Gibson offenbar immer wieder viel Gutes. Kellan Lutz aus Twilight etwa: „Ich bin ein großer Fan von ihm“, schwärmte der unlängst gegenüber einem britischen Magazin. „Er ist ein Genie, ein faszinierender Schauspieler.“

Der neueste in der Reihe ist Eric Bana. Der australische Schauspieler hat sich jetzt öffentlich bei Mel Gibson für seinen Durchbruch in Hollywood bedankt - und ist davon überzeugt, dass sich eigentlich alle Stars von Down Under vor ihm verbeugen müssten: „Viele von uns Australiern sahen erst in der Karriere von Mel Gibson den Beweis, dass man tatsächlich ein Schauspieler werden konnte. Er hat für uns die Tore eingerissen. ‚Mad Max‚ war ein sehr befruchtender Film - mein absoluter Lieblingsfilm.“

Alles nicht so ganz koscher

Also noch mal: Er hasst angeblich Schwule - und ausgerechnet Jodie Foster ist seine beste Freundin. Er gilt als Rassist - und Danny Glover nennt ihn seinen Freund. Neulich hat der als Antisemit verschrieene Mel Gibson Shia LaBeouf glühend gegenüber künstlerischer Anwürfe verteidigt. Ach ja: Shia kommt übrigens aus dem Hebräischen und bedeutet „Geschenk Gottes“. Und jetzt raten Sie mal, welcher Religion der „Transformers„-Star angehört.

Wirft alles irgendwie Fragen auf. Antworten? Schwierig und extrem widersprüchlich. Summa summarum kann man sich eigentlich nur Robert Downey Jr. anschließen: „Ich bitte Sie, meinem Freund seine Fehltritte zu vergeben. Erlauben Sie ihm, seine Kunst ohne Scham fortzuführen.“ Schließlich gilt Vergebung universal als erstrebenswerte Tugend - unabhängig von Herkunft, Religion oder sexueller Präferenz. Nur in Hollywood hat man’s offenbar nicht so damit. Doch wer mit dem Rachethriller „Mad Max“ seine Karriere begründet hat, kann das vielleicht verstehen. Und irgendwann sogar vergeben.

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