Lust auf Anderes

Kinostart: 09.11.2000

Filmhandlung und Hintergrund

Charmante, französische Erfolgs-Komödie mit geschliffenen Dialogen und exzellente Darstellerleistungen.

Unternehmer Castella gehört zu den Nouveaux Riches, die über Reichtum, aber keinerlei Bildung verfügen. Als er an der Seite seiner nervenden Gattin eine Theatervorstellung des Klassikers „Berenice“ durchleidet, verliebt er sich in die Hauptdarstellerin, die ihm Englisch-Unterricht gibt. Doch ihre Annäherung erfolgt eher stockend…

Eine Provinzstadt in Frankreich: Der neureiche, ungebildete Fabrikant Castella verliebt sich während einer Theateraufführung in seine zukünftige Englischlehrerin, durch die er in neue, faszinierende Kreise gelangt. Derweil bepflastert seine Frau ihre Welt mit Blümchentapeten. Sein melancholischer Chauffeur Dechamps und der Macho-hafte Bodyguard Moreno schlafen beide mit der sinnesfrohen Bardame Manie. Und Castellas Unternehmensmanager fühlt sich von seinem Chef nicht akzeptiert. Ein Gefühlschaos nimmt seinen Lauf…

Während einer Theateraufführung verliebt sich der verheiratete, ungebildete Fabrikant Castella in seine zukünftige Englischlehrerin, in deren intellektuell geprägter Welt er einen Fremdkörper darstellt. Unterhaltsames Regie-Debüt der französischen Schauspielerin Agnès Jaoui, die einen liebevoll-ironischen Blick auf das Gefühlschaos der Bourgeoisie und der Neureichen wirft.

Bilderstrecke starten(8 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Lust auf Anderes

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Lust auf Anderes: Charmante, französische Erfolgs-Komödie mit geschliffenen Dialogen und exzellente Darstellerleistungen.

    Agnès Jaouis Debütfilm brach in Frankreich alle Rekorde: bisher begeisterten sich weit über drei Millionen für die intelligente Wort-Komödie voller Witz und verborgener Wahrheit. Ganz beiläufig erzählt sie vom Leben in der Provinz - schön und schrecklich zugleich.

    Wenn Franzosen auf der Leinwand endlos über Gott und die Welt plaudern, wirkt das für Betrachter diesseits des Rheins oft wie ein Buch mit sieben Siegeln. Ganz anders bei diesem Kinojuwel von Agnès Jaoui, das man lieben muss. Die 36Jährige lernte ihr Schauspielhandwerk u.a. bei Patrice Chéreau, machte sich einen Namen als Theater- und Filmschauspielerin. Aber vor der Kamera zu stehen, war ihr nicht genug. So fungierte sie als Co-Autorin bei Alain Resnais „Smoking No Smoking“ und „On connaît la chanson“ oder bei Cédric Klapischs „Un air de Famille“, der eigene Film war nur eine Frage der Zeit. „Le gout des autres“ ist so etwas wie die französische Variante von „American Beauty“ mit Spaß an geschliffenen Dialogen und ironischem Blick auf die Bourgeoisie und Nouveaux Riches. Zur dieser Spezies gehört der Unternehmer Castella (Jean-Pierre Bacri in einer Traumrolle). Er verfügt über Reichtum, aber nicht über Bildung. Und Kultur ist ihm so fern wie der Mars. So erleidet er nur widerwillig an der Seite seiner Gattin eine Theatervorstellung des Klassikers „Berenice“. Und verliebt sich in die nicht gerade jugendliche Hauptdarstellerin, die ihm in der Folge Englischunterricht gibt - passenderweise im „English Tea Room“. Die Annäherung erfolgt allerdings eher stockend. Um diese zwei Figuren herum knüpft Jaoui ein Netz von Beziehungen: Da sind Castellas Chauffeur und sein Bodyguard (Gérard Lanvin mit dem kühlen Charme eines Herzensbrechers), die beide mit einer sinnesfrohen Kellnerin (Jaoui selbst) schlafen, die die karge Kasse durch kleine Drogendeals aufbessert, seine nervige Frau, die Verwandte und Bekannte mit ihrem schauerlichen Dekorationstick nervt und am liebsten die Welt mit Blümchentapeten, -kissen und -teppichen zukleistern würde und der elitäre Theaterklüngel, der sich liberal und offen geriert. Niemand fühlt sich so richtig wohl in seiner Haut, der Geschmack der anderen ist fremd und irritierend, manchmal aber auch inspirierend. Jaouis Helden sind ganz normale Alltagsfiguren, die sich in einem bunten Panoptikum bewegen und ganz unvermittelt mal den kleinen Ausbruch und Aufbruch wagen, die in der Liebe, Freundschaft, Familie oder Arbeit um Positionen kämpfen, liebenswerte Jedermanns, die lügen, lachen und weinen und eigentlich nur eins möchten: Glücklichsein. Und diese komplizierte Aufgabe mit unterschiedlichem Erfolg lösen. Zum Schluss sind sie uns allen ans Herz gewachsen mit ihren Schwächen und Stärken. Der Geschmack der anderen sollte in Arthäusern den Geschmack des - nicht nur frankophilen - Publikums treffen. mk.

Kommentare

  1. Startseite
  2. Alle Filme
  3. Lust auf Anderes