Fakten und Hintergründe zum Film "Love and other Drugs - Nebenwirkung inklusive"

Kino.de Redaktion |

Love & Other Drugs - Nebenwirkung inklusive Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

In der gefühlvollen Komödie Love and other Drugs spielt Anne Hathaway Maggie, eine hochtalentierte Künstlerin, die sich um keinen Preis binden und einengen lassen will. An ihrer Seite ist Jake Gyllenhaal als Jamie zu sehen, ein charismatischer Versager, der als Pharmavertreter Karriere macht.

Gyllenhaal und Hathaway zeigen in Love and other Drugs ihr ganzes schauspielerisches Können und erwecken auf beeindruckende Art und Weise ihre erstklassig ausgearbeiteten Figuren zum Leben.

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Die meisten Beziehungen beginnen mit Schmetterlingen im Bauch, mit Liebe, der sich daraus entwickelnden Leidenschaft und Sex. Doch bei Maggie (Anne Hathaway) und Jamie (Jake Gyllenhaal) ist es umgekehrt und das ist nicht die einzige Überraschung in dieser herrlich unkonventionellen, romantischen Komödie.

Edward Zwick führte Regie, produzierte den Film und war Ko-Autor des Drehbuchs dieser unkonventionellen und realistischen Romanze, die dem Wesen von Liebe und Sex auf den Grund geht und erforscht, wie Menschen mit diesem ewigen Mysterium umgehen. „In Love and other Drugs haben wir es mit zwei Personen zu tun, die verzweifelt versuchen, sich nicht ineinander zu verlieben und auf eine tiefere Beziehung einzulassen“, sagt Zwick. „Aber ihre gegenseitige Anziehungskraft und die Natur der Liebe ist so mächtig, dass sie sich nicht dagegen wehren können. Jamie und Maggie verlieben sich Hals über Kopf ineinander, obwohl sie sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Sie strecken schließlich die Waffen vor einer Macht, die stärker ist als sie. Es war toll, den beiden dabei zuzusehen, denn so eine Situation bietet gleichermaßen großartige komödiantische und gefühlvolle Momente.“

Die beiden Hauptdarsteller pflichten bei. „Love and other Drugs zeigt, wie schwierig es ist, sich auf Liebe einzulassen“, so Anne Hathaway. „Liebe ist harte Arbeit und sehr beängstigend – aber alle Mühen wert!“ Jake Gyllenhaal ergänzt: „Der Film ist eine Komödie und eine Liebesgeschichte über zwei Menschen, die vor Intimität, Zuneigung und Fürsorge davonlaufen. Denn das ist wohl das Kompliziertere und Schwierigste, was man von einem anderen Menschen verlangen kann. Aber in erster Linie ist der Film eine Komödie und das versuchen wir in fast jeder Szene zum Ausdruck zu bringen.“

Love and other Drugs ist thematisch mit Edward Zwicks Spielfilmdebüt, dem Kritiker- und Publikumshit ABOUT LAST NIGHT („Nochmal so wie letzte Nacht“, 1986), verwandt. Denn beide Filme zeigen eine glaubwürdige und unglamouröse Romanze, die sich ganz anders entwickelt als erwartet. Zwischen beiden Filmen inszenierte Zwick Epen wie das im 19. Jahrhundert spielende Epos THE LAST SAMURAI („Last Samurai“, 2003), BLOOD DIAMOND („Blood Diamond“, 2006), ein hochbrisanter Thriller über afrikanische Blutdiamanten, und zuletzt DEFIANCE („Unbeugsam – Defiance“, 2008), ein Kriegsdrama über ein jüdisches Flüchtlings- und Widerstandslager in Osteuropa während der Besetzung durch die Nazis. Doch immer, auch bei opulenten Bildern, legt Zwick größten Wert auf die Charaktere einer Geschichte und ihre Beziehungen zueinander.

Auch bei ihren Fernseharbeiten konzentrieren sich Zwick und sein Autorenpartner Marshall Herskovitz, Ko-Autor und Produzent von Love and other Drugs, auf figurenbezogene Geschichten. „Ich glaube, die meisten Menschen wissen gar nicht mehr, dass ich meine Karriere mit sehr intimen Fernseharbeiten begonnen habe, wie den Serien ’Die besten Jahre’ und ’Willkommen im Leben’“, sagt Zwick. „Als sich mir mit Love and other Drugs die Gelegenheit bot, so etwas auch mal wieder für die große Leinwand zu inszenieren, habe ich sofort zugeschlagen. Mich interessiert das Epische im persönlichen Drama, denn manchmal bergen die vermeintlich kleineren Auseinandersetzungen des Lebens große Risiken und Nebenwirkungen.“

„Ed und ich interessieren uns aus unterschiedlichsten Gründen für ein Projekt“, ergänzt Herskovitz. „besonders thematische Komplexität spricht uns sehr an. Wir suchten schon lange nach einem geeigneten Komödienstoff, und von der Welt der Pharmavertreter und ihren teils albernen, absurden Aspekten waren wir regelrecht angefixt. Love and other Drugs bot uns aber zusätzlich noch dieses realistische und hochinteressante Verhältnis zwischen zwei Menschen, die engere Beziehungen und ernsthafte Zweisamkeit immer vermieden haben. Man spürt förmlich, dass keiner von ihnen wirklich fähig zu sein scheint, sich auf eine Beziehung einzulassen, und fiebert deshalb mit ihnen mit.“

Produzent Scott Stuber fügt an, dass „die Wahrhaftigkeit jeder guten Lovestory davon abhängt, wie die Figuren an ihren Problemen wachsen und sich weiterentwickeln, und genau darum geht es in diesem Film. Zwei Menschen, die sich auf das Wagnis der Liebe einlassen. Jamie muss endlich erwachsen werden und Maggie ihre Selbstzweifel überwinden und jemanden in ihr Leben lassen, der sie mit all ihren Fehlern und Problemen liebt.“

Produzent Pieter Jan Brugge, ebenfalls ein langjähriger Mitarbeiter von Edward Zwick, der mit dem Regisseur erstmals an dem Bürgerkriegsepos GLORY („Glory“, 1989) zusammengearbeitet hat, sagt: „Ed kann unterschiedlichste Stimmungen in einem Film auf bemerkenswerte Art und Weise und scheinbar ohne Mühe zusammenzuführen. Aber genau das ist verdammt schwer. Love and other Drugs ist nicht nur eine romantische Komödie oder ein Drama oder eine Lovestory oder eine Sozialsatire. Der Film hat von allem etwas und es spricht für Eds großes Talent als Regisseur, wie alles nahtlos miteinander verschmolzen ist. Um das zu erreichen, brauchte er natürlich großartige Mitarbeiter, allen voran bei der Besetzung. Unsere Schauspieler unterscheiden sich von vielen anderen durch ihre unglaubliche Vielseitigkeit, mit der sie den verschiedensten Anforderungen gerecht werden.“

Die fiktionale Geschichte von Love and other Drugs basiert auf Jamie Reidys Sachbuch Hard Sell: The Evolution of a Viagra Salesman von 2005. Darin erzählt ein großspuriger, junger Vertreter des Pharmakonzerns Pfizer, wie es ihm gelang, sich in der skrupellosen Pharmaindustrie der späten 90er Jahre zu behaupten und sie mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Charles Randolph, Ko-Autor und Produzent des Films, wollte das Buch unbedingt adaptieren und ging damit 2006 zu Scott Stuber. „Das Buch war mein erster Einkauf als Produzent“, wie sich Stuber, ehemals Co-President of Production bei Universal, erinnert. „Jamie schilderte Erfahrungen, wie sie auch in Filmen wie JERRY MAGUIRE, WALL STREET und anderen vorkommen: Ein junger, idealistischer Mann kommt in ein neues Arbeitsumfeld, wo ihm die frischen Ideen sofort ausgetrieben werden. Das ist sehr ansprechend.“

Randolph erinnert sich, dass er Jamie Reidy und seine Arbeitswelt viel spannender fand als das Buch selbst. „Mich interessierte Jamie als Person. Er ist witzig und interessant. Mir schwebte deshalb bei Love and other Drugs eher ein Film über sein Lebensgefühl und ein paar seiner Erlebnisse vor, als eine werktreue Adaption des Buches.“

„Charles hatte eine Liebesgeschichte im Sinn, die in der Welt der Pharmavertreter spielen sollte, was ihn dann zu Maggie inspirierte“, sagt Stuber. „Er verknüpfte Jamies Erlebnisse mit denen, die er für Maggie erfand. Sie tritt in Jamies Leben, weil sie an Parkinson im Frühstadium leidet.“

Randolph schrieb einige Drehbuchfassungen, bis Stuber schließlich zufrieden war und sich auf die Suche nach einem geeigneten Regisseur machte. Er war begeistert, dass Zwick nicht nur Interesse bekundete, sondern gemeinsam mit Herskovitz viele starke Story- und Figurenideen beisteuerte. „Ed und Marshall haben die Charaktere noch viel lebendiger gemacht, aber ihr wirklicher Verdienst ist es, dass sie Jamies Arbeits- und Liebesleben zu einer einzigen Geschichte versponnen haben. Sie haben ihre eigenen Ideen eingebracht und so konnte Ed den Film auf seine Art und Weise erzählen.“

Produktion: Die Besetzung

„Besondere Freude bereitet mir immer, mit Schauspielern zusammen zu arbeiten, deren Talent gerade in voller Blüte steht und ich denke, dass kann man sowohl von Jake als auch Anne in Love and other Drugs behaupten“, sagt Regisseur Edward Zwick. „Ich musste es nur herauskitzeln. Und die beiden waren nicht nur außergewöhnlich offen und ehrlich zu mir, sie behandelten sich auch gegenseitig ganz bemerkenswert.“

Laut Zwick sind die Rollen von Jamie und Maggie für die beiden Stars ganz entscheidende Schritte auf der Karriereleiter. „Jake ist als Jamie nicht nur ein romantischer, interessanter und charmanter Typ, er ist auch noch ausgesprochen lustig. Wer ihn privat kennt, weiß um seinen Sinn für Humor, aber auf der Leinwand hat man davon bislang wenig gesehen. Außerdem verfügt er über großartige Star-Qualitäten und fühlt sich wohl in seiner Haut, was von einer großen Reife und viel Erfahrung zeugt. In unserem Film kann man miterleben, wie aus einem jungen Schauspieler ein echter Hauptdarsteller wird, und das ist für jeden Regisseur – und auch für die Zuschauer – aufregend.“

„Anne geht bei ihren Rollen immer auf volles Risiko, wie man beispielsweise bei ihrer Oscar®-nominierten Performance in ’Rachels Hochzeit’ oder ihren Bühnenauftritten bei ’Shakespeare in the Park’ sehen konnte“, sagt Zwick weiter. „Maggie reiht sich nahtlos in Annes kluge Rollenauswahl ein. Denn mit ihr kann Anne auch andere Facetten ihres Talents zeigen, noch höhere Risiken eingehen und darstellerische Grenzen durchbrechen.“

„Es ist ein großes Vergnügen, Jake und Anne zusammen auf der Leinwand zu sehen. Sie haben bereits bei BROKEBACK MOUNTAIN zusammengearbeitet, sie kennen und mögen sich, schätzen einander sehr, vertrauen sich gegenseitig und haben Spaß miteinander – und das überträgt sich auf die Leinwand.“

Jamie ist das schwarze Schaf in einer erfolgreichen Familie. Der ultimative Verführer, der glücklich wäre, wenn er sich nur einfach immer weiter so treiben lassen könnte, ohne lästige Verantwortung für irgendwas und ohne eine echte Beziehung zu irgendwem…doch dann trifft er Maggie. „Er ist intelligent, hat aber einen leichten Hang zur Selbstzerstörung“, sagt Gyllenhaal. „Er ist zufrieden als erfolgreicher Handelsvertreter eines revolutionären neuen Medikaments – ein Job, für den er sich bestens eignet – außerdem stürzt er sich erfolgreich in eine gespielte Beziehung nach der anderen. Er weiß, wie man Frauen rumkriegt, weil er ein großartiger Selbstdarsteller ist.“

Aber Jamies Schutzschild aus Charme und sorgenfreiem Verführerdasein bekommt Risse, als er die ebenso freigeistige Maggie kennenlernt. Maggie ist Malerin, deren künstlerische Arbeit zunehmend schwieriger wird, als sich erste Anzeichen von Parkinson bemerkbar machen. Die sogenannte Schüttellähmung ist eine degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, die die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt und oft auch Sprachstörungen verursacht. „Als Maggie Jake kennenlernt befindet sie sich gerade in einer schwierigen Lebenssituation“, sagt Anne Hathaway. „Sie hat ihre Krankheit noch nicht akzeptiert, und was noch wichtiger ist, sie hat sich selbst noch nicht akzeptiert.“

Hathaway und die Filmemacher zeigen, wie sich Maggies Zustand auf ihr Verhalten auswirkt und ihren Charakter formt. Die Erkrankung verleiht Maggie eine unerwartete Tiefe und Schärfe, besonders, was ihre Beziehung zu Jamie betrifft, die erst rein sexueller Natur ist und sich dann zu etwas viel profunderem entwickelt.“

„Mir gefällt Maggies scheinbare Furchtlosigkeit“, sagt Hathaway. „Ihre Probleme haben mich ebenso berührt wie ihr Versuch, sie dadurch zu kaschieren, dass sie eine idealisierte Sexgöttin spielt, der nichts und niemand etwas anhaben kann. Doch tief in ihrem Inneren gibt es Schmerz und Sehnsucht, sie ist verängstigt, verletzlich, aber vor allem ein wundervoller Mensch. Von so einer Herausforderung und Gelegenheit kann man als Schauspielerin sonst nur träumen.“

Hathaway sagt, es sei für die Dreharbeiten von Love and other Drugs entscheidend gewesen, dass sie und Jake Gyllenhaal bereits vorher bei BROKEBACK MOUNTAIN so gut zusammengearbeitet hatten. „Dort stellten wir fest, dass wir gute Szenen-Partner sind und dem anderen sehr gut zuhören können. Doch hier gehen wir noch viel tiefer und weiter.“

Die professionelle Beziehung der beiden Schauspieler zueinander war auch entscheidend, als es um die freizügigen Sex-Szenen ging, die sowohl Witz als auch Herz in Jamies und Maggies Verhältnis bringen. „Sexuelle, intime Augenblicke können sehr komisch sein“, sagt Zwick. „Das Publikum wird von dem Humor, den wir in den freizügigen Szenen entdecken, überrascht sein. Die Chemie, die zwischen zwei Menschen herrscht, lässt sich schwer in Worte fassen und ist, ebenso wie Liebe oder Anziehungskraft, unvorhersehbar, man erkennt und fühlt sie aber sofort, wenn sie da ist. Anne und Jake sind nicht nur ausgesprochen lustig, intelligent, gefühlvoll und attraktiv. Es verbindet sie etwas, das noch viel wichtiger ist: Sie sind beide sehr risikofreudig. Einiges, worum ich sie bat, verlangte ihnen wirklich viel Mut ab. Aber je mehr sie mir gaben, umso mehr konnte ich von ihnen fordern.“

In Love and other Drugs wirken außerdem mit: Oliver Platt als Bruce Winston, Jamies abgebrühter Boss, der verzweifelt versucht, sich ein einträglicheres Vertriebsgebiet in Chicago unter den Nagel zu reißen, Hank Azaria als Dr. Stan Knight, ein Arzt, der es mit der Ethik nicht so genau nimmt und freimütig Rezepte ausstellt, Josh Gad als Josh, Jamies erfolgreicher junger Bruder und Mitbewohner und Gabriel Macht als Trey, ein erfolgreicher Pharmavertreter, dessen Konkurrenz zu Jamie noch dadurch erschwert wird, dass er mal mit Maggie zusammen war.

Jamies Boss und Mentor Bruce Winston, „nimmt Jamie unter seine Fittiche und vollendet seine Ausbildung“, sagt Platt. „Bruce erkennt sofort, dass Jamie extrem clever, instinktiv und talentiert ist, wenn auch eher auf unkonventionelle Art. Er hofft, durch Jamie endlich das ersehnte Vertriebsgebiet in Chicago zugewiesen zu bekommen.“

Hank Azarias Dr. Stan Knight ist Jamies anvisierter Hauptkunde. Azaria beschreibt Stan als „erfolgreichen Arzt, den sein Job jedoch weitgehend abgestumpft hat. Zu Beginn seiner Karriere war er ein sehr idealistischer Mediziner mit nur einen Ziel: Menschen zu helfen und Kranke zu heilen. Doch irgendwann hat das System auch ihn auf den Boden der Tatsachen gedrückt – er sieht 50 Patienten täglich, schreibt nur noch Rezepte und fühlt sich wie ein Lockvogel der großen Pharmakonzerne. Nach außen wirkt er wie jemand, dem es an nichts fehlt. Doch er ist bloß ein frustrierter, lüsterner, nach Aufregung dürstender und eigennütziger Kerl, der seinen Beruf nur noch mag, weil man durch ihn reich wird und Frauen ins Bett kriegt.“ Obwohl Dr. Knight Jamie kennt und versehentlich mit Maggie bekannt macht, entwickeln der Arzt und der Vertreter erst eine engere Bindung, als Jamie mit Viagra zu handeln beginnt. „Für Männer mittleren Alters, die Party machen, trinken und viele Frauen abschleppen wollen, ist Viagra ein Gottesgeschenk“, lacht Azaria.

Jamies Bruder Josh spielte eine wichtige Rolle in Jamies früherem Leben. Josh Gad sagt: „Jamie war zwar immer das schwarze Schaf der Familie, aber er war auch immer viel cooler – immerhin ist er Jake Gyllenhaal! Als Josh bei seiner Frau rausfliegt, kriecht er wie ein verletztes Tier bei Jamie unter und braucht die Hilfe seines älteren Bruders, um wieder auf die Füße zu kommen. Aber gleichzeitig geht Josh Jamie ziemlich auf die Nerven und beide hacken aufeinander herum, wie bei Geschwistern üblich.“

Gabriel Machts Trey Hannigan ist der Top-Verkäufer eines Konkurrenzproduktes, dem Jamie das Revier streitig machen will. Und Trey ist gar nicht begeistert von dem aufstrebenden Jungstar der Pharmaszene, erst recht nicht von Jamies aufkeimender Liebe zu Maggie, mit der Trey auch einst eine innige Affäre hatte. „Trey ist verheiratet, hat zwei Kinder“, sagt Macht, „und auch wenn er also längst anderweitig verbandelt ist, sorgt er sich immer noch um die junge Frau, die sein Leben verändert hat, und fühlt sich für sie verantwortlich.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Love and other Drugs spielt in den späten 90er Jahren, „als sich das amerikanische Leben grundlegend veränderte“, so Zwick. Zu dieser Zeit wurden Medikamente erstmals vermarktet, mit Werbung in Magazinen und im Fernsehen. Medikamente wurden direkt an die Konsumenten verkauft. Ganz oben in den Verkaufs- und Werbecharts war eine kleine blaue Pille namens Viagra, ein neues Mittel gegen Erektionsstörungen. Viagra entwickelte sich zu einem Phänomen und war pures Gold für das Pharmaunternehmen Pfizer und seine zahllosen Handelsvertreter, die die Wunderpille kreuz und quer im ganzen Land anpriesen. Viagras sensationelle Verkaufszahlen katapultieren auch Jamie an die Spitze der Top-Handelsvertreter der Pharmaindustrie.

„Die Vermarktung von Medikamenten ist heutzutage ganz normal, aber damals war es revolutionär“, erklärt Zwick. „Dieses Phänomen zeugt meiner Meinung nach von einem kulturellen Trend, um den es in Love and other Drugs auch geht. Ein junger Typ möchte ein Stück vom Kuchen abhaben, dem größten Geldhaufen in der jüngeren Geschichte und es gelingt ihm tatsächlich, sich etwas zunutze zu machen, was in den USA völlig neu war: der freie Verkauf dieser Medikamente. Doch dann, durch seine Beziehung zu Maggie, beschäftigt sich Jake ausgiebiger mit medizinischen Dingen und die verschiedenen Stränge der Geschichte verbinden sich und profitieren voneinander, wie ich hoffe.“

Jamie Reidy, Autor der Buchvorlage, kennt die ausgeklügelten Marketingmechanismen der Pharmaindustrie aus eigener Erfahrung. Nach einigen Setbesuchen war er deshalb umso überraschter, wie detailliert und genau Love and other Drugs das Filmthema einfängt. „Das Produktionsdesign der Vertreterbüros war perfekt – und auch Jake und Oliver sehen exakt wie Pharmavertreter aus“, sagt Reidy. „Einmal entdeckte ich eine kleine Ungenauigkeit, nämlich, dass Bruce (Oliver Platt) seine Aktentasche mit ins Büro nahm. Jemand in seiner Position würde niemals eine Aktentasche mit sich herumschleppen – ich erwähnte das Ed (Zwick) gegenüber und beim nächsten Take war die Aktentasche verschwunden.“

Um sich auf die Rolle besser vorzubereiten, traf sich Gyllenhaal vor Produktionsbeginn einige Male mit Reidy. „Jake stellte mir viele Fragen dazu, wie Pharmavertreter mit bestimmten Situationen umgehen“, so Reidy. „Beispielsweise verstand er nicht, wie ein Vertreter einfach so in eine Praxis schneien und die Sprechstundenhilfe dazu bringen konnte, ihn zum Doktor vorzulassen oder wenigstens Warenproben da lassen zu dürfen. Ich sagte ihm, er muss sich das wie einen Barbesuch vorstellen, bei dem er eine fremde Frau anspricht. Wir redeten über die typische Lehnhaltung, das bedeutet: Wenn man zur Rezeption geht, bleibt man nicht einfach davor stehen, sondern lehnt sich auf wie bei einem Tresen, wie man es auch bei einem Flirt in einer Bar machen würde.“

Anne Hathaway holte sich Ratschläge von einer ganz anderen Kämpferin an der Medikamentenfront, Lucy Roucis, eine professionelle Schauspielerin, bei der Parkinson diagnostiziert wurde, als sie Ende zwanzig war, und die nun in Denver als Mitglied der Schauspieltruppe PHAMALY (the Physically Handicapped Actors und Musical Artists League, Inc.) arbeitet. Im Film spielt sie eine Komikerin mit Parkinson, deren Stand-Up-Nummer während einer Parkinson-Convention Maggie langsam dabei hilft, ihre Erkrankung zu akzeptieren.

Neben den Darstellern trugen natürlich auch Kameramann Steven Fierberg, ASC, Produktionsdesignerin Patti Podesta und Kostümdesignerin Deborah L. Scott maßgeblich zur Definition der Figuren und ihres Umfeldes bei. Podesta beschreibt: „Maggies Loft ist das komplette Gegenteil zu den sterilen, funktionalen Büroräume, in denen sich Jamie aufhält. Eine großzügige Fabrik-Etage mit riesigen Fenstern – komplex und grenzenlos – wo Maggie vor sich hinkauert. Buchstäblich ein Freiraum, der für Maggie aber schon bald zu einer Art Gefängnis werden könnte. Sie weiß, dass sie dort nicht mehr lange ohne fremde Hilfe leben kann, sobald ihre Krankheit weiter fortschreitet. Ed und ich diskutierten viel darüber, dass die medizinischen Räume des Films dagegen kühl und gradlinig sein sollten, nicht gemütlich und rund, damit der Kontrast zu Maggies Wohnung noch größer ausfällt. Jamie gefällt Maggies Reich, wie er überhaupt alles an ihr mag –trotzdem kann er sich dieser neuen Welt nie wirklich öffnen.“

Während Jamies maßgeschneiderte Business-Anzüge wie eine Uniform wirken, sind Maggie Outfits ein selbstbewusster Ausdruck ihrer Individualität. „Maggie ist eine Künstlerin und dabei ziemlich verschroben“, sagt Deborah L. Scott. „Man kann sich richtig vorstellen, wie sich ihre Garderobe zusammensetzt: aus allem, was ihr gefällt und was sie so aufstöbern kann denn darüber hinaus hat sie auch nicht viel Geld. Vieles, was sie trägt, haben wir aus Secondhand-Läden, ein paar alte Kleidungsstücke sind auch darunter – einige stammen aus meinem eigenen Kleiderschrank. Es machte Spaß, Maggie anzuziehen, weil es im Gegensatz zu Jamie überhaupt keine Einschränkungen gab. Sie ist niemand, deren Look auf dem Papier entsteht. Auf der anderen Seite mussten wir aufpassen, dass wir ihre Verschrobenheit nicht übertrieben. Ursprünglich sollte Maggie eine Kurzhaarfrisur tragen, die blau gefärbt ist. Doch Anne sieht so umwerfend aus, dass wir diese Idee schnell verwarfen. Wir wollten, dass Maggie genauso umwerfend aussieht.“

Über Jamies Look sagt Scott, dass dessen klassischer, vorschriftsmäßiger und maßgeschneiderter Anzug genau der gewöhnlichen Kleiderordnung eines Pharmavertreters entspreche. „Aber Jamie ist eine komplexe Figur, die im Film eine subtile Wandlung durchläuft“, sagt sie. „Anfangs ist er noch etwas nachlässig gekleidet, dann gewöhnt er sich langsam an diese Uniform eines Pharmavertreters, um sie wie selbstverständlich zu akzeptieren – bevor er schließlich erkennt, dass sie nicht wirklich zu ihm passt, weil er eigentlich ganz anders ist.“

Love and other Drugs wurde im Herbst 2009 komplett in und um Pittsburgh, Pennsylvania gedreht. Die erste Drehwoche überschnitt sich unbeabsichtigt mit dem G20-Gipfel auf Einladung von Präsident Barack Obama. Seit dem Zusammenbruch der Stahlindustrie, hat sich Pittsburgh über einen Zeitraum von zwanzig Jahren komplett neu erfunden. Die Stadt ist heute das Zentrum der US-Medizinbranche, mit hippen Biotech-Forschungsunternehmen, großen Universitäten und beeindruckenden Ressourcen. Dazu Brugge: „Ich habe bereits meinen eigenen Film ANATONMIE EINER ENTFÜHRUNG in Pittsburgh gedreht und damals die phantastische Arbeitsmoral der dortigen Filmschaffenden lieben gelernt. Wir konnten bei Love and other Drugs auf ein komplett ortsansässiges Konstruktions-, Grip- und Elektrik-Team zurückgreifen; wir mussten nur wenige Mitarbeiter selbst mitbringen.“

Nach dem Dreh in Pittsburgh verbrachten Zwick und sein Postproduktionsteam noch einige Monate mit der Nachbearbeitung, bevor erste Previews und Screenings aufgeführt werden konnten. Die Resultate haben die Erwartungen aller Beteiligten mehr als erfüllt, darunter auch Edward Zwicks: „Am befriedigendsten ist es, wenn man sieht, wie das Publikum mitfiebert“, sagt er. „Sie erkennen etwas in der Beziehung zwischen Jamie und Anne wieder, weil sie es selbst haben, es haben möchten, oder mal hatten und verloren haben. Wenn man eine dermaßen personenbezogene Geschichte erzählt und diese Art von genereller Reaktion hervorruft, ist das der schönste Lohn und die größte Anerkennung.“

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