Filmhandlung und Hintergrund

Die junge Liebe eines Paares wird auf eine heikle Probe gestellt: Sie verliert ihren Lottoschein, er findet ihn, gibt ihn auf seinen Namen ab und freut sich kurz darauf über sechs Richtige...

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Kritikerrezensionen

  • Lottoschein ins Glück: Die junge Liebe eines Paares wird auf eine heikle Probe gestellt: Sie verliert ihren Lottoschein, er findet ihn, gibt ihn auf seinen Namen ab und freut sich kurz darauf über sechs Richtige...

    So viel Pech kann ein Mensch alleine gar nicht haben: Erst verliert Astrid Seibel (Mariele Millowitsch) ihren Mann an eine jüngere, dann wird sie gefeuert, weil sie ihre Tochter zum Arzt bringen muss, zwischendurch kommt ihr auch noch Hund Anton abhanden, und schließlich verbummelt ihre Freundin die Quittung ausgerechnet jenes Lottoscheins, mit dem die Kölnerin den Jackpot geknackt hätte. Aber weil die Geschichte „Lottoschein ins Glück heißt“, gibt es in dieser schönen Romanze auch einen guten Engel: Witwer Felix Michels (Miroslav Nemec) ist zwar Pharma-Vertreter, wodurch er für die resolute Astrid eigentlich auf der falschen Seite steht; doch erst bringt er ihr ganz liebenswürdig den Turnbeutel der Tochter nach Hause, den diese beim Arzt vergessen hatte, irgendwann läuft ihm auch der vermisste Anton zu, und schließlich findet er ausgerechnet jenen Lottoschein, den Astrids Freundin (Marie-Lou Sellem) verloren hatte. Allerdings kann er zunächst natürlich nicht ahnen, dass es Astrids schon seit Jahren getippte Glückszahlen aus Geburts- und Hochzeitstagen sind, die endlich gezogen werden. Als ihm die Wahrheit dämmert, ist es zu spät, denn Astrids gieriger Ex (Max Herbrechter) hat ihr gesteckt, wer ihre Millionen eingesackt hat.

    Eine Merkwürdigkeit im deutschen Lottosystem ist Dreh- und Angelpunkt der Handlung: Lottoscheine sind (im Gegensatz zu früheren Jahren) namentlich nicht gezeichnet; Gewinner des Jackpots ist der Besitzer der Quittung, selbst wenn er sie, wie in diesem Fall, bloß gefunden hat. Immer wieder wird in der Geschichte (Buch: Markus Mayer) die existenzielle Bedeutung betont, die der Lottogewinn für Astrid wie auch für Felix hätte: Beiden steht das Wasser bis zum Hals. Astrid ist mit ihren beiden Töchtern auf jeden Cent angewiesen, weil der miese Ex mit dem Unterhalt knausert, und Felix steht kurz vor der Zwangsversteigerung seiner Villa.

    Natürlich lebt „Lottoschein ins Glück“ von den beiden Hauptdarstellern. Mariele Millowitsch glänzt einmal mehr in der Rolle der tapferen Frau, die sich vom Schicksal nicht unterkriegen lässt und trotzig ihr Motto lebt, das sich auch ihre Darstellerin zu eigen gemacht hat: „Wenn das Dach über mir einstürzt, kann ich die Sterne sehen“. Diverse Dialogzeilen im Stil von „Girl Friends“ und „Nikola“ sorgen allerdings dafür, dass die Grundstimmung der Geschichte nicht schwermütig wird. Regisseur Dirk Regel lässt Millowitsch und Nemec viel Raum und sorgt mit einigen wortlos inszenierten Passagen für ein paar sehr hübsche romantische Höhepunkte. tpg.

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