Long Hello and Short Goodbye

  1. Ø 0
   1999
Long Hello and Short Goodbye Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Long Hello and Short Goodbye: Extrem stilisiertes, zunehmend absurd witziges Großstadt-Noir um ein Bonnie-und-Clyde-Paar.

Polizistin Melody wird von ihrem Chef Kahnitz auf den frisch aus dem Gefängnis entlassenen Panzerknacker Ben angesetzt. Sie soll Ben zu einem neuen Bruch verleiten, um ihrem Chef seine Rache zu ermöglichen. Doch Melody verliebt sich in Ben und versucht nun, Kahnitz auszuspielen. Das Ehepaar Percy und Aurelia und eine undurchsichtige Waffenhändlerin verkomplizieren die Lage zusätzlich.

Der gerade aus dem Gefängnis entlassene Panzerknacker Ben soll von der Undercover-Polizistin Melody nicht nur observiert, sondern auch zu neuen Untaten angestiftet werden. Als sich die beiden jedoch ineinander verlieben, wollen sie dem engmaschigen Intrigennetz, das Melodys heimtückischer Chef Kahnitz geknüpft hat, entkommen. Doch da sind die Nachfahren von Bonnie und Clyde längst zu Marionetten im tödlichen Spiel des wahnsinnigen Kommissars geworden. Denn dieser hat nicht Recht, sondern nur blutige Rache im Sinn.

Undercover-Polizistin Melody soll den gerade aus der Haft entlassenen Panzerknacker Ben zu neuen Verbrechen anstiften. Der aufkeimenden Liebe zwischen beiden steht Melodys heimtückisch-wahnsinniger Chef Kahnitz entgegen. Rainer Kaufmanns Hommage an den Film noir, die neben opulenten Bildern bizarre Figuren und unkonventionelle Dialoge bietet, ist mit zahlreichen Flashbacks und Neben-Plots angereichert.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • En Chantré, Rainer Kaufmann: Nachdem er bereits in „Die Apothekerin“ eine Vorliebe für bizarre Figuren und morbide Ereignisse offenbarte, läßt der Filmemacher seiner Sensibilität für alles Abseitige in einem extrem stilisierten Großstadt-Noir jetzt so richtig freien Lauf: Inspiriert von „Außer Atem“, der hermetisch abgeriegelten Filmwelt eines Jean-Pierre Melville und einer ordentlichen Portion Tarantino schickt Kaufmann sein Bonnie-and-Clyde-Pärchen Nicolette Krebitz und Marc Hosemann bis zum finalen Mexican Standoff durch einen zunehmend absurder werdenden Hindernisparcours voller grell überzeichneter Kinotypen und ineinander verschränkter Situationen.

    Kein deutscher Filmemacher ist gegenwärtig näher dran an dem, was man gerne als Zeitgeist bezeichnet. Im Schulterschluß mit der Popkultur erhebt Rainer Kaufmann „Long Hello and Short Goodbye“ vom schmutzigen, durchtriebenen Thriller zum bis ins letzte Detail ausgeklügelten Kunst-Stück, das sich bei klassischen Filmelementen ebenso bedient wie beim nimmer versiegenden Fundus der Club-Culture: Das beginnt bei dem einzigartigen Look, der die Geschichte von der Polizistin Melody und dem Gangster Ben in ein ganz eigenes Universum aus heruntergekommenem 70’s-Lounge-Kitsch und einer Art deutschem White Trash katapultiert und von Kameramann Klaus Eichhammer, mit ständig wechselndem Filmmaterial zusätzlich verfremdend, atemberaubend eingefangen wurde. Ähnlich der Einsatz der Musik, für die die Berliner Fetisch und Meister vom Technotrio Terranova gewonnen wurde. Ihr trippiger Freestyle-Elektro (plus ausgewählte Stücke von Jean-Jacques Perrey etc.) macht mit John Barry, was David Holmes bei „Out of Sight“ mit Quincy Jones angestellt hatte: Er aktualisiert einen ganz spezifischen Soundtrackstil für die Neunziger.

    Diese Vorgehensweise hat Prinzip bei „Long Hello and Short Goodbye“, der auch altbekannte Filmfiguren und Handlungsstereotype aufgreift und für die Jetzt-Zeit neu aufbereitet, als seien sie gesamplet und in neue zusammenhänge gesetzt worden: Polizistin Melody wird von ihrem Chef Kahnitz auf den frisch aus dem Gefängnis entlassenen Großstadtcowboy Ben angesetzt. Sie soll Ben zu einem neuen Bruch verleiten, verliebt sich aber in ihn und versucht nun, ihren Chef auszuspielen. Ein ehemaliger Kollege Bens, das groteske Ehepaar Percy und Aurelia und die undurchsichtige Waffenhändlerin Ida vervollständigen das Arsenal an schrägen Vögeln, das pausenlos versucht, sich gegenseitig hinters Licht zu führen und schließlich bei einem Showdown zum Spiel mit dem Lied vom Tod zusammenprallt.

    Die Strategie ist klar: Ganz und gar verschlingen will Rainer Kaufmann das Publikum mit seinen großen Kinobildern, um es in seinem grellen Filmkosmos eintauchen und verschwinden zu lassen. Das gelingt immer wieder, doch das bisweilen träge Tempo und manch manierierter Dialog, aber auch das Anfangsbild, das das Ende des in einer langen Rückblende erzählten Films vorwegnimmt, lenken von der angestrebten Komplettillusion ab, zumal die beiden von Nicolette Krebitz und Marc Hosemann gespielten Hauptfiguren nie so richtig zu greifen sind und unnahbar bleiben wie die restlichen Darsteller (von denen vor allem Axel Milberg und Sunnyi Melles gefallen). Ein gewagter Film für die „Jetzt Magazin“-Generation voller faszinierender Elemente und mit beträchtlichem Potential. Das an der Kinokasse umzusetzen, wird jetzt die Aufgabe der Marketingabteilung von Warner sein. ts.

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