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Fakten und Hintergründe zum Film "Lizenz zum Heiraten"

Fakten und Hintergründe zum Film "Lizenz zum Heiraten"
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Über den Film

Der Weg zum Altar

„Für die Vorbereitung auf den Führerschein sind viele Stunden Theorie nötig, natürlich auch Fahrstunden. Wer aber das Aufgebot bestellen will, geht einfach nur aufs Standesamt und zahlt seine Gebühr. Dadurch bleibt Braut und Bräutigam viel mehr Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, als da wäre: Räumlichkeiten für das Fest, der beste Fotograf, der coolste Discjockey und so weiter“, grinst Regisseur Ken Kwapis. „Wen interessiert schon, ob man ein Jahr später vor dem Scheidungsrichter landet – wenn nur die Hochzeitstorte göttlich schmeckt.“

In „License to Wed“ (Lizenz zum Heiraten) sind Ben Murphy und Sadie Jones jung und bis über beide Ohren verliebt – sie wollen nichts weiter, als den Rest ihres Lebens miteinander verbringen. Doch wie viele junge Paare haben sie keine Ahnung, worauf sie sich einlassen. Zum Glück ist Pastor Frank vorbereitet und steht ihnen in seinem sehr erfolgreichen Ehevorbereitungskurs mit Rat und Tat zur Seite.

Dazu sagt Produzent Robert Simonds: „Die Situation ist durchaus aus dem Leben gegriffen. Die Ehe bringt bekanntlich Probleme mit sich, die sich nicht vermeiden lassen. Statt sie unter den Teppich zu kehren nach dem Motto ,Das wird schon klappen …‘, kann eine voreheliche Bestandsaufnahme dieser Hürden das spätere Funktionieren der Ehe sicher fördern – vor allem aber ergeben sich daraus ziemlich komische Situationen.“

Produzent Nick Osborne fügt hinzu: „In letzter Zeit haben die Ehevorbereitungskurse viel Zulauf – die Paare lernen darin, wie man sich fair auseinandersetzt, die Finanzen in den Griff bekommt, das Feuer der Liebe immer neu entfacht und so weiter. In unserem Film leitet Pastor Frank den Kurs, er versteht es, die wunden Punkte in einer Beziehung aufzuspüren und so lange draufzudrücken, bis es wehtut. Das ist seine Art, Scheidungen zu verhindern, indem man die ungeeigneten Paare schon vorher aussortiert.“

Die Story von „Lizenz zum Heiraten“ geht auf die Erfahrungen eines Freundes der Koautorin des Drehbuchs Kim Barker zurück: Er wollte heiraten und erzählte ihr von seinem Ehevorbereitungskurs. Barker erinnert sich: „Mein Freund und seine Verlobte wollten in einer bestimmten Kirche heiraten, doch der Pastor dieser Kirche erklärte sich dazu erst bereit, nachdem sie einwilligten, seinen Ehevorbereitungskurs zu absolvieren. Dann beschrieb mein Freund die Eigenarten dieses Pastors, der beim ersten Treffen einige Flüche losließ. Da musste ich lachen.“

Sofort war Barkers kreativer Instinkt geweckt: Als Koautorin schrieb sie die Geschichte eines exzentrischen Pastors, der seine Aufgabe ein wenig übertreibt: „Gerade die Macken interessieren mich an meinen Figuren besonders. Vor allem, wenn sie unbeirrt ihren Weg gehen. Irgendwelche Zwangsvorstellungen haben wir alle mehr oder weniger, und darin ist Pastor Frank keine Ausnahme. Er ist besessen davon, glückliche, lebenslange Verbindungen zu schließen … oder doch zumindest Scheidungen zu vermeiden.“

Über die Wahl des Regisseurs sagt Simonds: „In der Story verbinden sich einfache Komödienelemente mit komplexen emotionalen Aspekten. Im Drehbuch ist eine Menge Slapstick angelegt, aber wir möchten den Zuschauern auch die Gelegenheit geben, sich gefühlsmäßig auf die Figuren einzustellen. Wenn man Ken Kwapis’ bisherige Filme anschaut, merkt man, wie überzeugend er die Kombination aus Komik und Gefühl in den Griff bekommt.“

Executive Producer Kim Zubick bestätigt: „Ken kann eine tolle Filmografie vorweisen, er beherrscht viele Genres. In Filmen wie ,The Sisterhood of the Traveling Pants‘ (Eine für 4) oder in seinen Episoden zur Serie ,The Office‘ beweist er, dass er genau weiß, was er tut. Pastor Frank geht in unserem Film ungewöhnlich vor; ich glaube kaum, dass Ehevorbereitungskurse im wahren Leben ganz so ablaufen – zumindest hoffe ich das. Aber wir tun so, als ob das alles ganz real sei. Ken ist der perfekte Regisseur, um das zu gewährleisten.“

Kwapis fühlte sich beim ersten Lesen von „Lizenz zum Heiraten“ sofort von dem Thema angesprochen: „Ich staune immer wieder, dass immerhin noch die Hälfte aller Ehen halten. Denn die meisten Leute halten die Ehe für einen Strandurlaub. Pastor Frank demonstriert uns, wie viel Blut, Schweiß und Tränen investiert werden müssen, damit sie funktioniert. Unser Film funktioniert als kleine Alarmglocke für Verlobte nach dem Motto: ,Spring nicht ins Wasser, wenn du nicht schwimmen kannst‘.“

Das Hochzeitsfest

Die Filmemacher brauchten nicht lange zu suchen, bis sie den Mann gefunden hatten, der in Pastor Franks Talar passt. Dazu Produzent Mike Medavoy: „Als ich das Skript las, war für mich Robin Williams die ganz offensichtliche Idealbesetzung der Rolle. Er ist ja als Schauspieler und Comedian nicht nur unglaublich witzig, sondern auch ein sehr leidenschaftlicher und mitfühlender Mensch. Natürlich setzt Pastor Frank Ben und Sadie kräftig unter Druck, aber im Grunde muss er auch sehr sympathisch wirken – damit steht und fällt die Rolle.“

Der Oscar-preisgekrönte Comedian Robin Williams begründet seine Zusage: „Vor allem geht es mir um die Figuren, aber auch um den Aspekt, dass Pastor Frank den Menschen ja wirklich helfen will. Er simuliert Situationen, auf die das junge Paar nie kommen würde, denn die ergeben sich erst, wenn man verheiratet ist, und dann ist es zu spät. Wenn die beiden also durchhalten und den Kurs erfolgreich abschließen, sind sie wirklich einen großen Schritt weiter, um glücklich und zufrieden bis an ihr Ende zu leben.“

Kwapis ergänzt: „Robin Williams ist der richtige Mann, um das Pietätlose des Pastors zu betonen. Seine Improvisationen sind bekanntlich legendär. Alles, was ihm über den Weg läuft, wird sofort verwurstet – oftmals nahm er auch mich selbst aufs Korn: Einfach unglaublich, auf wie viele fantastische Arten man den Namen Kwapis verdrehen kann. Pastor Frank ist wahnsinnig, aber mit Methode. Egal wie pervers seine Taktik auch sein mag – sein Ziel ist aller Ehren wert: Er will Paare zusammenschweißen.“

Die Braut Sadie Jones hat schon immer davon geträumt, sich in der Kirche St. Augustine trauen zu lassen, und ist davon durch nichts abzubringen. Dort haben auch ihre Eltern geheiratet, dort wurde sie von Pastor Frank getauft – zwingende Gründe, die ein Bräutigam besser nicht infrage stellt.

Dazu Kwapis: „Sadie muss liebenswert, aber auch sehr stark sein. Für Sadie würde ein Mann alles tun – sogar an etwas so Verrücktem teilnehmen wie Pastor Franks patentiertem Ehevorbereitungskurs. Niemand könnte diese Rolle mitreißender spielen als Mandy Moore – und sie bekommt diesmal reichlich Gelegenheit, ihr komisches Talent zu zeigen. Mandy ist überdreht, aber ganz real; sie ist eine Comedy-Version des Durchschnittsmenschen.“

„Mir fiel bei diesem Drehbuch vor allem auf, dass jede Situation, in die das Paar gerät, durchaus reale Hintergründe hat – deswegen wollte ich unbedingt mitmachen“, sagt Moore. „Bisher habe ich diese Situationen noch nicht selbst erlebt – zum Beispiel die Ehe – aber wenn es so weit ist, dann bin ich jedenfalls viel besser vorbereitet!“

Durch die Hochzeit soll Sadies Verbindung mit ihrem Verlobten Ben Murphy besiegelt werden. Kwapis hatte sehr konkrete Vorstellungen für die Besetzung. „Ich habe am Konzept zur Serie ,The Office‘ (US-Vorbild der deutschen Serie ,Stromberg‘) mitgearbeitet und hielt John Krasinski schon gleich in dem Moment, als ich ihn kennenlernte, für eine große Entdeckung. Er stand auf meiner Ben-Liste ganz oben. John ist witzig, bleibt aber mit beiden Füßen auf der Erde. Er kann tiefstapeln und dabei eine Menge ausdrücken. Die ,Office‘-Fans wissen, wie gut er mit peinlichen Pausen umgehen kann.“

Dazu Krasinski: „Ich wollte den Film unbedingt machen. Als ich hörte, dass man Ken als Regisseur engagiert hatte, war ich umso mehr begeistert. Dafür, dass er mich an Bord geholt hat, schulde ich ihm eine Menge.“

Dazu Osborne: „Auf Kens Liste stand John immer ganz oben, und als wir Probeaufnahmen mit Mandy und John machten, haben wir voll und ganz zugestimmt. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach. Wir konnten uns wirklich lebhaft vorstellen, dass sie sich als Paar in diesem Kurs abrackern … in guten und in schlechten Zeiten.“

Über seine erste Teamarbeit mit Moore sagt Krasinski: „Ich freute mich sehr auf die Dreharbeiten mit Mandy. Sie ist unglaublich lieb, sorgt am Set für eine wirklich herzliche Stimmung.“

Und Moore sagt: „Mit John ist es irre lustig. Wir verstehen uns blendend. Er ist sehr begabt und richtig nett – ich habe es echt genossen, mit ihm zu arbeiten.“

Am 30. Hochzeitstag ihrer Eltern macht Ben Sadie vor der gesamten Jones-Familie einen Heiratsantrag. Sadie willigt ein, doch der freudige Moment hat einen Haken – schnell reduziert sich die Euphorie auf die pragmatische Frage, wo die Hochzeit stattfinden soll.

„Ben möchte ganz einfach und locker in exotischer Umgebung heiraten – zum Beispiel in der Karibik. Er kennt die Bedingungen noch nicht, die an ihre Hochzeit geknüpft sind“, sagt Krasinski.

„Ihr ganzes Leben lang hat Sadie davon geträumt, in St. Augustine zu heiraten, denn sie will die Familientradition fortführen. Also ist sie wild entschlossen, das auch durchzuziehen. Sie weicht keinen Meter davon ab“, stellt Moore fest.

Um den Hochzeitstermin festzulegen, stellt Sadie Pastor Frank ihren Verlobten vor – nur um zu erfahren, dass St. Augustine für die nächsten zwei Jahre bereits ausgebucht ist. Allerdings hat sich durch eine Absage gerade ein freier Termin ergeben: schon in drei Wochen. Begeistert lässt sich Sadie auf diesen kurzfristigen Hochzeitstermin ein. Und in diesem Moment eröffnet ihnen der Pastor, dass sie vor der Hochzeit den Ehevorbereitungskurs absolvieren müssen.

Beim Konzept und den Dreharbeiten des Vorbereitungskurses stellte Kwapis sich „die Ehe als Themenpark vor – jede Attraktion stellt eine der zahlreichen Hürden, Ecken und Kanten dar, über die das Paar stolpern kann. Mit dieser Vorstellung entwickelte ich den Vorbereitungskurs. Das Publikum soll sich wie in einer emotionalen Achterbahn vorkommen – 30 Jahre Ehe werden in drei Wochen hineingestopft.“

„Sadie fühlt sich durch einen solchen Hürdenlauf eher herausgefordert“, sagt Moore. „In ihren Augen schmiedet der Kurs sie und Ben einfach nur enger zusammen, er stärkt ihre Liebe.“

Ben hat allerdings so seine Vorahnungen, als Pastor Frank ihnen zwei sehr wichtige Regeln vorgibt: Regel Nummer eins: Sie müssen ihr Ehegelübde selbst formulieren, und niemand darf vor der Trauung den Inhalt des Textes erfahren; Regel Nummer zwei: Mit sofortiger Wirkung ist Sex vor den Flitterwochen verboten.

„Natürlich ist Regel Nummer zwei für ein modernes Paar sehr schwer zu befolgen“, stellt Williams fest. „Mir gefiel die Idee, die Beziehung eines jungen Paares derart auf die Probe zu stellen. Nach dem Motto: Wenn man euch dieses Werkzeug nimmt – was bleibt dann übrig?“

„Eine typische Beziehung wird anfangs vom Sex dominiert, doch nach 15, 20 Jahren sieht das anders aus“, lacht Williams. „Pastor Franks hohe Erfolgsquote in seinem Kurs liegt darin, dass er den Paaren Rechenschaft darüber abverlangt, was in ihrer Beziehung über die Jahre Bestand haben wird.“

Bevor Ben überhaupt mitbekommt, dass er auf die Probe gestellt wird, zwiebelt ihn Pastor Frank mit unangenehmen, sehr persönlichen Fragen. Dazu Krasinski: „In einem Test spielen Ben und Pastor Frank Katz und Maus: Was Ben für eine unverbindliche Unterhaltung hält, entwickelt sich zu 20 Fragen intimster Art: Wie lange gehen Sadie und Ben schon miteinander aus? Schlafen sie zusammen? Und so weiter. Wahrscheinlich hält Pastor Frank Ben durchaus für einen geeigneten Kandidaten, aber Ben soll das auch beweisen – nicht nur seiner Braut, sondern vor allem sich selbst. Er fordert, dass Ben seinen Hochzeitswunsch gewissenhaft prüft. Er soll die Beziehung nicht nur als den siebten Himmel betrachten.“

Eine weitere Lektion in Pastor Franks Kurs besteht in der Pflege und dem Füttern von unheimlich lebensechten, eindeutig abartig wirkenden mechanischen Babypuppen. Kim Barker arbeitete in dieser Sequenz eigene Schulerfahrungen mit ein: In einem Projekt sollten die Schüler lernen, was die elterliche Verantwortung mit sich bringt. „Ich erinnere mich an ein Projekt, in dem wir eine Woche lang ununterbrochen ein Ei mit uns herumtragen mussten, als ob es ein echtes Baby wäre. Wir mussten uns ständig darum kümmern, durften es nicht einfach im Spind parken. Daraus entwickelten wir jetzt einen Stresstest, der Ben und Sadie eine Rund-um-die-Uhr-Verantwortung auferlegt. Zunächst überlegten wir, ob wir einfach Baby-Pieper verwenden, aber dann ergab sich die Idee mit den beiden Baby-Robotern.“

Die animatronischen Säuglinge wurden von der Masken- und Spezialeffekte-Firma Drac Studios entwickelt. Sie werden per Funk ferngesteuert. Augenbewegungen, Handbewegungen, Mundbewegungen und sogar die Verdauung lassen sich jeweils unabhängig voneinander steuern. Jede Funktion wurde präzise geplant und für jede Szene spezifisch einstudiert.

Moore erinnert sich: „Es war ganz schön schwierig, mit den Babys umzugehen. Ich hoffe einfach mal, dass sie temperamentvoller als echte Babys sind, denn sie mussten ständig gewartet werden … vom Batteriewechsel ganz zu schweigen. Außerdem waren sie richtig schwer, und sie rochen komisch. Ich staunte, welcher Aufwand hinter den Kulissen nötig war, damit sie richtig funktionierten. Ganze vier Leute war jeweils für ein Baby zuständig. Der arme John … er musste viel mehr Babyszenen spielen als ich.“

Krasinski stimmt ihr zu: „In einer Szene stellen Sadie und Ben in einem Kaufhaus ihre Wunschliste für die Hochzeitsgeschenke zusammen, und während Sadie Geschirr aussucht, muss ich mich um die beiden Babys kümmern, die plötzlich total ausflippen.“

Was Ben nicht weiß: Der Säuglingsterror wird von Pastor Franks Helfershelfer per Fernsteuerung manipuliert: Der frühreife Gemeinde-Azubi (Josh Flitter) wird im Drehbuch nur als „Chorjunge“ bezeichnet. Der Chorjunge regelt die „Robo-Launen“ der animatronischen Babys, indem er den Hebel der Fernbedienung von „Ruhig“ über „Nervig“ und „Berserker“ direkt auf „GAU“ schaltet.

„Diese Rolle war am schwierigsten zu besetzen“, stellt Kwapis fest. „Der Chorjunge wirkt wie ein Miniatur-Gangster, ein kleiner Henkersknecht, der für Pastor Frank das Grobe erledigt. Die meisten Kandidaten lasen die Dialoge wie kleine Engel. Doch als Josh Flitter zum Vorsprechen erschien, hatte er alle Hollywood-Bösewichte von Edward G. Robinson bis James Gandolfini verinnerlicht. Die Gelegenheit, Josh als rabiaten Ehestifter einzusetzen, konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen.“

Flitter sagt: „Der Chorjunge nimmt an Pastor Franks ,Pfarrer von morgen‘-Programm teil – er träumt davon, der beste Pastor aller Zeiten zu werden, wenn er einmal groß ist. Er glaubt fest an den Erfolg von Pastor Franks Vorbereitungskurs und mischt hinter den Kulissen mit.“

Der Chorjunge hat eine Abhörwanze in Bens und Sadies Schlafzimmer angebracht, damit Pastor Frank die Gespräche des Paares rund um die Uhr überwachen kann. In einem Fall dient die Wanze als Abwehrmittel beim drohenden Verstoß gegen Pastor Franks vermaledeite Regel Nummer zwei.

Doch abgesehen von Regel Nummer zwei sind die Wortassoziationsspiele mit den Verwandten der größte Stressfaktor im Kurs des Pastors. Getarnt wird der Test als Weinprobe – sie soll zur Förderung der Kommunikation zwischen Ben und seinen künftigen Verwandten dienen. Zu ihnen gehört Sadies ältere, abgeklärte, kürzlich geschiedene Schwester Lindsey, dargestellt von Christine Taylor.

Taylor berichtet: „Lindsey hat gerade eine besonders fiese Scheidung hinter sich und ist entsprechend verbittert und sarkastisch. Sie hält nichts mehr von der Ehe, natürlich auch nichts von den Männern. Also horcht sie auf, als Sadie so überstürzt heiraten will. Natürlich fühlt sich Lindsey als schwarzes Schaf der Familie, denn die Ehen ihrer Eltern und Großeltern haben funktioniert – und jetzt verlobt sich Sadie auch noch mit Ben. Klar, dass sie eher zurückhaltend reagiert, und überdeutlich wird das bei dem Test mit dem Schwager.“

Zur Weinprobe wird auch Sadies attraktiver, umgänglicher, gut situierter – und männlicher – bester Freund Carlisle eingeladen. Diese Rolle übernimmt Eric Christian Olsen: „Carlisle ist Sadies allerbester Freund. Sie sind zusammen aufgewachsen, haben zusammen gebadet, kennen sich in- und auswendig. Er gehört eindeutig zu Sadies Familie. Dadurch gerät Ben in eine interessante Spannungssituation, denn er sieht sein Territorium durch Carlisles Anwesenheit plötzlich bedroht. Kein Wunder, dass Ben in Carlisles Gegenwart ein wenig unsicher wird, denn der versteht sich nicht nur bestens mit ihrer Familie, sondern ist auch noch sehr charmant, begabt, hat tolle Zähne und schöne Wangenknochen“, grinst Olsen.

Während Sadie sich mit praktisch jedem Problem eher an Carlisle wendet, bittet Ben seinen besten Freund Joel um Rat, der Bens Situation durchaus anders beurteilt. Diese Rolle übernimmt Schauspieler/Comedian DeRay Davis. Joel ist bereits seit einiger Zeit verheiratet, hat zwei Kinder und einen Rasenmäher. Man kann ihn wohl am besten als Männer-Mann beschreiben – mit Davis’ Worten „ein durchschnittlicher Typ, der überzeugt ist, dass Männer wieder Könige sein sollten. Joel weiß aber, dass sich seine Regentschaft als Herr des Hauses mit der Hochzeit erledigt hatte. Er sieht sich also als ein Vorbote für Bens Schicksal und wünscht sich insgeheim, dass Ben die Single-Freiheit noch ein wenig länger genießt.“

Als Ben und Sadie ins Kreuzfeuer der gegensätzlichen Einflüsse geraten und sich den Forderungen des Vorbereitungskurses beugen, kommt ihre wahre Persönlichkeit zum Vorschein – diese Zerreißprobe wird ultimativ zeigen, ob die beiden wirklich zusammenpassen.

Dazu Krasinski: „Vor Pastor Franks Kurs haben sich Ben und Sadie nie gestritten. Doch sobald sie den Kurs machen, steigt der Druck, und Sadies Alpha-Persönlichkeit tritt immer deutlicher zutage. Sie kann sehr gut organisieren, arbeitet effektiv, aber alles muss auf bestimmte Art ablaufen. Ben dagegen wacht mit einem Lächeln auf und lässt den Tag auf sich zukommen. Dann beginnt Sadie, Carlisles Ansichten gegen Ben auszuspielen, und Sadies Schwester schießt sich auf Bens eher passive Art ein – natürlich bekommt Ben das Gefühl, alle hätten sich gegen ihn verschworen.“

Manchmal tut die Wahrheit weh – manchmal ist sie aber auch ausgesprochen lustig. Dazu sagt Taylor: „Als Pastor Frank Lindsey bittet, Ben mit einem Wort zu assoziieren, bezeichnet sie ihn in ihrer messerscharf sarkastischen Art als ,bestimmend‘ – wobei sie ihn eigentlich als das genaue Gegenteil empfindet. Als Ben Lindsey mit einem Wort beschreiben soll, nennt er sie ,blond‘, was sie sofort zu einem Gegenangriff provoziert. Der Dreh dieser Szene hat echt Spaß gemacht: Wir haben einen Take nach dem anderen geschmissen, weil wir uns gegenseitig immer wieder zum Lachen brachten.“

Da der Comedy-Dynamo Robin Williams mitmischte, bereitete Kwapis alle Beteiligten darauf vor, ständig mit Überraschungen zu rechnen. „Robin wird von seinem unermüdlichen Erfindungsgeist getrieben – also achten wir darauf, dass immer genug Film in der Kamera ist und dass wir ihn mit Schauspielerkollegen umgeben, die es mit ihm aufnehmen können, wenn sie sich im improvisierten Dialog die Bälle zuwerfen.“

„Warum ich gern mit Ken arbeite? Er drückt uns den Ball in die Hand und tritt dann zurück, gesteht uns den Freiraum des Augenblicks zu“, sagt Moore. „Zu Beginn der Szene sagt er nie ,Action‘, sondern ganz einfach: ,Los‘. Das wirkt sehr locker und beiläufig. Doch obwohl er uns intensiv unterstützt und jede Menge Freiheiten zugestand, hatte ich doch panische Angst, in Robins Gegenwart etwas auszuprobieren, weil er doch ein so legendärer Komiker ist. Aber er hat mich dann schwer beeindruckt, denn er verhält sich äußerst zuvorkommend und stellt sich intensiv auf uns ein.“

Auch Krasinski konnte sein Glück kaum fassen, als er mit Robin Williams arbeiten durfte. Er verrät, dass er als Jugendlicher einen Fanbrief an Williams geschrieben hat und auch ein Foto mit Autogramm erhielt. „Ich war von Robin begeistert und habe alle seine Filme gesehen. Schon lange vor meinem Entschluss, Schauspieler zu werden, habe ich ihm unheimlich gern zugeschaut. Also empfinde ich die jetzige Arbeit mit ihm ausgesprochen surreal. Und privat ist er noch viel lustiger und enthusiastischer als in seinen Filmen.“

Vielleicht sogar zu lustig … Dazu Kwapis: „Beim Zusammenstellen eines solch schlagfertigen Ensembles besteht die große Gefahr, dass sie manchmal keinen einzigen Take bis zum Ende durchhalten, ohne loszuprusten. Vor allem John litt unter der Herkulesarbeit, seine Fassung zu bewahren, während ihn Robin mit witzigen Sprüche beharkte.“

Außerdem feierten Kwapis und Krasinski ihre ganz persönliche „Office“-Party, als sie die Szenen mit ihren „Office“-Serienkollegen drehten: Brian Baumgartner als Bens und Sadies auf Kartoffelschalen fixierter Kurskollege Jim; Mindy Kaling als Joels rigorose Ehefrau Shelly; und Angela Kinsey als Schmuckverkäuferin Judith.

In Chicago gibt es keine Palmen

Obwohl der Film in Chicago spielt, entstanden die meisten Szenen im Großraum Los Angeles.

Aufnahmeleiter Tom Hillman sagt: „Ursprünglich wollte Ken den Film in einer typischen, durchschnittlichen amerikanischen Stadt ansiedeln. Es ging ihm anfangs also nicht um Chicago, aber die Gebäude dort, die Atmosphäre und die Vororte gefallen ihm durchaus.“

Weil der Drehplan aber recht knapp bemessen war, beschlossen die Filmemacher, doch lieber Los Angeles als Double für Chicago einzusetzen. Hillman und sein Team suchten die riesige Stadtlandschaft von Los Angeles nach Vierteln ab, die als Chicago durchgehen könnten.

Koproduzentin Christine Sacani stellt fest: „L.A.-Szenen in L.A. sind natürlich kein Problem, aber wenn L.A. Chicago darstellen soll, muss man etliches bedenken … zum Beispiel dürfen keine Palmen im Bild auftauchen.“

„In Chicago gibt es keine Palmen“, sagt Hillman. „Wenn man sich im Adams-Bezirk von Los Angeles umschaut, findet man dort viele passende Häuser im Craftsman-Stil des frühen 20. Jahrhunderts, doch die Menschen, die sie vor vielen Jahrzehnten gebaut haben, waren stolz darauf, in L.A. zu wohnen, und pflanzten entsprechend jede Menge Palmen, obwohl die Palmen auch in Los Angeles nicht heimisch sind. In Pasadena und South Pasadena haben die frühen Stadtplaner dagegen mehr Laubbäume gepflanzt – da sieht es schon eher wie im Mittelwesten aus.“

Einer der entscheidenden Schauplätze der Story ist die Kirche St. Augustine. Die Filmemacher prüften etliche Locations und entschieden sich dann für die First Congregational Church in Long Beach/Kalifornien. Das Gotteshaus entstand 1914 und sieht heute praktisch noch so aus wie damals.

„Merkwürdigerweise dachte ich sofort an diese Kirche, als es hieß: Schauplatz ist Chicago.

Zunächst hatten wir uns für eine andere Kirche im Zentrum von Los Angeles entschieden, aber durch Umstände, die man durchaus als göttliche Fügung bezeichnen kann, gab es dort Probleme, die sich nicht ausräumen ließen“, erinnert sich Hillman. „Daraufhin zeigte ich den Filmemachern meine ursprünglich erste Wahl, die sich letztlich als viel geeigneter erwies. Die Kirche in Long Beach ist wärmer, viel kleiner, besser überschaubar. Vor Ort sagten Ken und die Produzenten: ,Mein Gott, schau dir diese Fenster an. Wunderschön!‘“

Der Höhepunkt des Films findet in exotischer

Umgebung statt, was den Filmemachern weitere Entscheidungen abverlangte. „Ken hatte sich wohl Jamaika vorgestellt. In einer frühen Phase dachten wir an ein Weingut, aber es wirkte nicht tropisch genug. Die kalifornische Küste ist eben California“, stellt Hillman fest. „Um sie wie einen tropischen Strand aussehen zu lassen, müsste man sie mit einer Menge Tropenpflanzen ausstatten. Das ist zwar möglich, aber sehr aufwendig.“

Zunächst schienen Drehtage vor Ort auf Jamaika wegen des engen Drehplans nicht realisierbar.

Grinsend zitiert Kwapis ein altes Studiomotto: „Ein Baum bleibt ein Baum. Also drehen wir in Malibu.“

Doch letztlich fanden die Filmemacher keinen Ersatz für die echten Tropen, und so zog das Filmteam für die letzte Drehwoche ins Hotel Sandals Grande Ocho Rios Beach & Villa Resort auf Jamaika.

Kwapis sagt abschließend: „An der ganzen Westküste gibt es keine Gegend, die als Jamaika durchgehen könnte. Das Blau der Karibik – eher ein Türkis – ist unverwechselbar, dafür gibt es keinen Ersatz: die perfekte Kulisse für das große Finale des Films.“