Filmhandlung und Hintergrund

Hamburg kurz vor der Wende: die mutterlose Lilly will zu ihren Verwandten nach Jena. Als ihr das tatsächlich gelingt, wird sie nicht von allen Familienmitgliedern freundlich empfangen...

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Kritikerrezensionen

  • Lilly unter den Linden: Hamburg kurz vor der Wende: die mutterlose Lilly will zu ihren Verwandten nach Jena. Als ihr das tatsächlich gelingt, wird sie nicht von allen Familienmitgliedern freundlich empfangen...

    Republikflucht einmal andersrum: Vor Jahren hat Lillys Mutter in den Westen „rübergemacht“. Kurz nach Lillys Geburt ist ihr Vater gestorben, nun hat sie auch noch die Mutter verloren. Alles, was der 13-Jährigen an Familie geblieben ist, lebt in der DDR, in Jena. Kurz entschlossen fasst sie einen verzweifelten Entschluss: Sie lässt sich vom Freund ihrer Mutter nach Berlin bringen, steigt dort in den Zug und steht bald darauf vor der Wohnungstür ihrer Tante, die sie kurz zuvor auf der Beerdigung der Mutter zum ersten Mal gesehen hat. Doch die Tür wird ihr von Cousine Katrin geöffnet; und die knallt sie ihr gleich wieder vor der Nase zu. Die Behörden haben auch nicht viel mehr Verständnis: Lilly bekommt ein Besuchervisum und muss nach einer Woche wieder in den Westen.

    Mit viel Feingefühl und Verständnis für die großen Nöte der jungen Lilly erzählt Autorin Anne C. Voorhoeve das West/Ost-Drama „Lilly unter den Linden“, das nur deshalb nicht von Anfang an in einem Meer von Tränen versinkt, weil die Handlung im Jahr 1988 spielt. Selbst Lillys von den Behörden der DDR erzwungener Abschied am Ende ist nur vorübergehend; aber das können die Beteiligten natürlich nicht ahnen. Erwin Keusch inszenierte die Geschichte jedoch mit großer Gelassenheit und ohne Sentimentalität und Pathos noch unnötig zu verstärken; sie ist ja auch schon traurig genug. Allerdings sorgen Lilly-Darstellerin Cornelia Gröschel sowie Suzanne von Borsody als ihre Tante Lena mit ihrem frischen und natürlichen Spiel dafür, dass sich der Taschentuchverbrauch in Grenzen hält. Gerade Gröschel macht ihre Sache ausgezeichnet und meistert mit Bravour auch jene schwierigen Szenen, in denen sie den Krebstod der Mutter verarbeiten muss („Mama ist immer weniger geworden“).

    Der Ostalgie-Effekt ist ebenfalls nur vorübergehend. Zunächst wirkt Lenas Familie zwar ein bisschen sehr heil – bei freudigen Ereignissen pflegt man gern und herzhaft in Gesang auszubrechen -, doch dann bekommt die Idylle tiefe Risse, als sich herausstellt, wie der Staat einst die Republikflucht von Lillys Mutter bestraft hat: Lena musste ins Gefängnis, ihre kleine Tochter kam in ein Heim. Ein starker Film mit ausgezeichneten Darstellern, der lieber auf Realität als auf Rührseligkeiten setzt. tpg.

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